Theater

Alice

  • Von Robert Wilson, Tom Waits & Kathleen Brennan nach Lewis Carrolls "Alice im Wunderland"
  • Metropoltheater München
  • Tom Waits & Kathleen Brennan Musik & Gesangstexte
  • Philipp Moschitz Regie
  • Andreas Lenz von Ungern-Sternberg Musikal. Leitung & Arrangements
  • Vanessa Eckart, Thomas Schrimm, Sebastian Griegel, Patrick Nellessen, Maria Hafner, Nathalie Schott, Nick Robin Dietrich Schauspiel
  • Emil Bekir/Aniko Zèke Cello
  • Stefan Gollmitzer/Johannes Rothmoser Schlagzeug
  • Rene Haderer/Christoph Sauer Kontrabass
  • Andreas Lenz von Ungern-Sternberg Klavier
  • Ulrich Wangenheim Klarinette, Saxophon

Lewis Carroll, bürgerlich Charles L. Dodgson, war Zeit seines Lebens fasziniert von der jungen Alice Liddell, Tochter seines Universitäts-Dekans. Er fotografierte sie häufig in verschiedenen Kostümen und nahm sie als Vorbild für die Heldin seines berühmten Klassikers „Alice im Wunderland“, den er für sie schrieb.

„Alice“, neben „The Black Rider“ und „Woyzeck“ eine weitere Zusammenarbeit von Tom Waits und Robert Wilson, verflicht kunstvoll das Leben Charles Dodgsons und seine Obsession für Alice Liddell mit den Motiven aus „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“: An einem gefährlichen Wendepunkt in seiner bislang unschuldigen Beziehung zu Alice angelangt, entführt Dodgson sie zum Schutz vor seinem Begehren in ein von ihm geschaffenes Wunderland, in dem er gefahrlos an ihrer Seite bleiben kann. In einer stets zwischen Traum und Wirklichkeit changierenden Szenerie von phantastischen Gestalten und rätselhaft-skurrilen Begegnungen, ist Dodgson mal unschuldiges Kaninchen, mal rettender Ritter, und verliert dabei zusehends die Fähigkeit, Fiktion und Realität auseinanderzuhalten.

Die innere Zerrissenheit des Schriftstellers kommt in Tom Waits‘ melancholischen, sehnsuchtsvoll-zarten Melodien zum Ausdruck, die von lyrischen Balladen über einen spielerischen Walzer bis hin zu verrauchten Jazzsongs reichen – eine kongeniale Spiegelung des fragilen, abgründigen Traum- und Seelenlebens Dodgsons. In ihrer Gegensätzlichkeit und Unfassbarkeit drängt sich der Vergleich mit der Theatermusik Kurt Weills auf, oder wie Tom Waits selbst sagte: „Alice is adult songs for children, or children’s songs for adults“.