Kino

Aus dem Nichts

  • Die Liebe einer Frau zu ihrer Familie über den Tod hinaus.
  • R: Fatih Akin – B: Fatih Akin, Hark Bohn – K: Rainer Klausmann – M: Josh Homme – D: Diane Kruger, Denis Moschitto, Johannes Krisch, Ulrich Tukur – Deutschland 2017, L: 106

Eine Frau verliert ihren Mann und ihren kleinen Sohn durch einen Bombenanschlag. Aber der Film ist mehr als ein persönliches Drama. Er fiktionalisiert ziemlich realistisch die Gefühle von Hinterbliebenen, deren Liebste durch den NSU ermordet wurden, denn der Bombenanschlag  wurde von zwei Nazis verübt und hat im übertragenen Sinn sehr viel mit unserer gesellschaftlichen Reaktion auf den Terrorismus aller Arten zu tun. Fatih Akin ist mit diesem Film zu der packend-emotionalen Sprache seiner frühen Werke zurückgekehrt. Formal unterteilt er den Film in drei Kapitel: „Die Familie“ ist das emotionale Drama von Verlust und Trauer. „Gerechtigkeit“ zeigt in nahezu klassischer Gerichtsfilmmanier den Prozess. Der letzte Teil heißt „Das Meer“ und wie schon öfter in seinen Werken sieht Akin in der weiten Wasserfläche und dem fernen Horizont ein Bild für den Tod. Der deutsche Hollywood- Star Diane Kruger gewann bei der Premiere in auf den letzten Filmfestspielen in Cannes den Preis als beste Schauspielerin. Und bei der Vergabe der Golden Globes 2018 wurde der Film mit dem Preis als bester ausländischer Film bedacht.