Kino

Belle de Jour – Die Schöne des Tages

  • Das Zeitlose liegt bei Luis Buñuel in den Elementen Unbewussten.
  • R: Luis Buñuel – B: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière, Joseph Kessel – K: Sacha Vierny - D: Catherine Deneuve, Michel Piccoli, Jean Sorel – Frankreich 1967, L: 110 Min.

Vor 50 Jahren kam „Belle de Jour“ in die Kinos, und die aktuelle Wiederaufnahme des Films in einer digital restaurierten, hochaufgelösten 4 K-Fassung zeigt mal wieder, dass ein toller Film einfach zeitlos ist. Die Geschichte spielt 1967. Ein Paar des Pariser Großbürgertums der Sechziger sitzt abends gelangweilt im Salon: er arbeitet scheinbar, sie strickt. Man glaubt schnell zu wissen, um was es geht: Séverine (gespielt von der großartigen, 24-jährigen Catherine Deneuve) wünscht sich ein aufregenderes Liebesleben mit ihrem Mann. Aber dann weist sie ihn doch zurück, wenn er sich abends zu ihr legen will. Steht ihr der Sinn also vielleicht nach einem anderen? Buñuel präsentiert ihr eine Gelegenheit zum Seitensprung. Der ebenfalls ganz wunderbare Michel Piccoli hat seinen Auftritt, er spielt einen windigen, mit dem Paar befreundeten Schürzenjäger. Wenn es schneit denkt er an die Armen, sagt er, sonst an Sex – und an Séverine. Aber auch das lehnt sie ab. Gleichzeitig erzählt er ihr von einem Edelbordell, in das er früher gegangen sei. Das wiederum interessiert sie. Die reiche, unabhängige Séverine wird also in dem Etablissement von Madame Anaïs ein Doppelleben als Edelprostituierte beginnen. Nur tagsüber, bis fünf Uhr abends, dann muss sie heim zu ihrem Gatten.