Konzert

Chris Gall & Bernhard Schimpelsberger / Christian Elin & Maruan Sakas

  • Piano Duos
  • Doppelkonzert
  • Baßklarinette, Sopransaxophon Christian Elin
  • Klavier Maruan Sakas
  • Klavier Chris Gall
  • Perkussion, Schlagzeug Bernhard Schimpelsberger

Gleich zwei knapp einstündige Konzerte stehen auf dem Programm des Stadttheaters. Das Thema ist die Kombination eines Konzertflügels mit jeweils einem weiteren Soloinstrument.

Zunächst stellen uns Christian Elin und Maruan Sakas ihr Programm „Some Kind Of Blues“ vor. Der Titel darf ruhig als eine Anspielung auf Miles Davis‘ Meilenstein des Jazz „Kind Of Blue“ verstanden werden. Mit der Kombination von Saxophon und Klavier eröffnen uns die beiden einen Horizont, der von Bach über Strawinsky bis in die Gegenwart einiges miteinander verbindet, was man so nicht erwartet hätte. Hochintelligente Musik, spannend, virtuos und unterhaltsam zugleich.

Das gilt auch für den zweiten Teil des Abends. Chris Gall erlebte man in Landsberg zuletzt mit Quadro Nuevo und ihrem Programm „Tango“. Mit dem Perkussionisten Bernhard Schimpelsberger traf er sich in den Bauer Studios, um eine audiophile Vinylpressung einzuspielen. Die Musiker gaben diesem Projekt den Titel „Myriad“ und bringen es nun nach Landsberg. Bernhard Schimpelsberger, eine Ausnahmeerscheinung in der Welt der Perkussion, entdeckte früh seine Liebe zur indischen Rhythmik und verbindet diese mit seinen Wurzeln, der westlichen Musik. Er verbrachte Jahre des intensiven Studiums in Indien unter der Obhut von Tablameister Suresh Talwalkar und Perkussionist Trilok Gurtu. Die Liste seiner musikalischen Partner beinhaltet Anoushka Shankar, Nitin Sawhney, Talvin Singh. Der Zuhörer erlebt eine schier unvorstellbar große stilistische Vielfalt. World Music, Neo-Klassik und Jazz verschmelzen. Klanglandschaften ist das Schlüsselwort.

In beiden Projekten kann man erleben, was Musik, losgelöst von Genredenken, heutzutage sein kann. Es ist wahrscheinlich nicht zuviel versprochen, wenn man sagt, dass hier die Klassiker von morgen entstehen. Neue Musik des 21. Jahrhunderts vor der man sich nicht fürchten muss. Musik, die den Zuhörer an der Hand nimmt und die doch nicht auf Anspruch und Freigeist verzichtet.