Kino

David Lynch – The Art Life

  • Ein Porträt, das das Leben des Künstlers und Regisseurs von der Kindheit bis zu seinen Anfängen in Hollywood betrachtet.
  • R+B: Jon Nguyen, Rick Barnes und Olivia Neergaard-Holm – USA/Dänemark 2016, L: 88 Min.

Der Film spürt mit der Malerei einer frühen Passion des Kultfilmemachers nach und zeichnet ein intimes Porträt der Jugend des Regisseurs. Lynchs Blick offenbart nicht nur das Unheimliche dem der Wirklichkeit zugrunde liegenden Unbewussten, sondern fasst den Spuk des Augenscheins selbst ins Auge. Zu zeigen, dass diese Weise des Sehens bereits mit seinen malerischen und skulpturalen Arbeiten ihren Anfang nimmt, ist ein Verdienst dieses großartigen Dokumentarfilms. Er zeichnet den Weg Lynchs von Philadelphia nach Los Angeles nach, wo der vergeistigte junge Maler an der Filmschule erste Kino-Gehversuche unternimmt. Das berühmte kalifornische Licht sieht bei ihm anders aus als bei anderen, und das hat einen Grund: „Farbe ist für mich zu real, sie lässt wenig Platz für Träume. Je mehr schwarz man zu einer Farbe mischt, umso mehr Traumqualität bekommt sie. Schwarz hat Tiefe.“ Der Film ist auch eine Autobiografie Lynchs, dessen Stimme im Voice-Over zu hören ist. Gewidmet ist der Film seiner kleinen Tochter – Lula Lynch. Wenn er sich an sie wendet, scheint sich bei ihr kein bisschen Trübnis ins Bild zu mischen.