Kino

Die Spur

  • Moralischer Ökothriller, feministisches Märchen, Zivilisationskritik und Detektivstory.
  • R+B: Agnieszka Holland – K: Jolanta Dylewska, Rafał Paradowski – M: Antoni Łazarkiewicz – D: Agnieszka Mandat-Grąbka, Wiktor Zborowski, Miroslav Krobot, Patrycja Volny, Jakub Gierszał – Polen/Deutschland/Tschechien/Schweden 2017, L:125 Min.

Die Vorlage für den Film lieferte der Roman “Der Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk – Die früher bei weltweiten Umweltprojekten tätige Brückenbauerin Janina ist entsetzt. Von heute auf morgen sind plötzlich ihre beiden Hündinnen, mit denen sie täglich über die Wiesen und Felder und durch die Wälder im Grenzgebiet Polens zur Tschechei streifte, spurlos verschwunden. Dass sie von ihrem am Waldrand gelegenen Zuhause weggelaufen sind, kann die Einzelgängerin nicht glauben. Vielmehr vermutet sie einen Zusammenhang mit den in diesem Gebiet immer wieder stattfindenden Jagden. Diese sind der engagierten Tierschützerin ohnehin ein Dorn im Auge. In der Vergangenheit gab es regelmäßig Auseinandersetzungen zwischen ihr und den der Jagd frönenden Bürgern, darunter Persönlichkeiten wie dem Bürgermeister, dem Polizeichef oder dem Besitzer einer großen Fuchsfarm. Als aus dem Kreis der Hobbyjäger plötzlich Mordopfer zu beklagen sind, gehört auch Janina zu den Verdächtigen. Was aber ist tatsächlich passiert? Mit wundervollen Bildern, einem klugen Drehbuch und einer pointiert eingesetzten Musik ist der Regisseurin ein vielschichtiger und spannender Ökothriller gelungen, der zugleich als widerspenstiger Heimatfilm sowie als fast schon satirischer Kommentar zum Verhältnis von Mensch und Tier und Natur funktioniert. Auf der Berlinale 2017 erhielt der Film in der Rubrik “Neue Perspektiven in der Filmkunst“ den Silbernen Bären. Polen schickt ihn außerdem ins Rennen um die nächsten Oscars.