Theater

Geächtet

  • Schauspiel von Ayad Akhtar
  • Landestheater Tübingen
  • Sascha Bunge Regie

Amir ist gebildet, karriereorientiert, perfekt assimiliert, Wirtschaftsanwalt in einer renommierten Kanzlei, verheiratet mit einer weißen, protestantischen Künstlerin, schicke Wohnung in Manhattan… er lebt den amerikanischen Traum. Integration bedeutet für ihn im Post 9/11 Amerika Verleumdung der eigenen Identität. Er hat sich als pakistanisch-stämmiger Muslim von seiner Religion losgesagt und aus Karrieregründen sogar seinen Nachnamen geändert. Aus Abdullah wurde Kapoor. Amirs Frau Emily hingegen hat durch die Kunst die islamische Kultur für sich entdeckt. Als bei einem Abendessen mit ihrem jüdisch-amerikanischen Kurator Isaac und dessen afroamerikanischer Frau – Amirs Arbeitskollegin Jory – eine Diskussion über religiöse Traditionen eskaliert, verliert Amir inmitten aller Positionen die Kontrolle…und nichts ist mehr so, wie es war.
Ayad Akhtar, 1970 in New York geboren, wuchs als Sohn pakistanischer Einwanderer in Wisconsin auf. „Geächtet“, 2013 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 2016 erstmals in Deutschland zu sehen, ist das Stück der Stunde. Denn es stellt die Frage: Wie können religiöse und kulturelle Unterschiede und Konflikte überwunden oder gar gelöst werden? Ist ein friedliches Miteinander überhaupt möglich. Ein bewegendes Stück Gegenwartsdramatik, komisch und tragisch zugleich, voll geschliffener Dialoge und einer feinen, bösen Ironie. Daher wurde es in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum „ausländischen Stück des Jahres 2016″ gewählt.
Regisseur Sascha Bunge hat dieses preisgekrönte Stück witzig und intelligent am LTT umgesetzt und das Tübinger Publikum begeistert.