Kabarett

Jürgen Becker

  • Volksbegehren
  • s'Maximilianeum

Schenkel sind auch zum Klopfen da.

Manchmal spielt einem der Zufall die schönsten Überraschungen auf die Bühne. Weil sich im Tourkalender von Jürgen Becker noch eine Lücke aufgetan hat und der kabarettistische Kopf der Mitternachtsspitzen von der großartigen Kleinkunstbühne in Landsberg gehört hatte, kommt nun zusammen, was zusammen gehört: Becker tritt am 30. Juni in Landsberg mit seinem aktuellen Programm „Volksbegehren“ auf.

Auf die Bühne bringt Becker, hörbar gebürtiger Kölner, sein aktuelles Programm „Volksbegehren“. Dabei geht es nicht – wie man vermuten könnte – um die hohe Politik, sondern, ganz im Gegensatz, um die niederen Triebe: „Volksbegehren“ ist in der Becker´schen Version ganz wörtlich zu nehmen, handelt es sich doch um ein „Kulturgeschichte der Fortpflanzung“. Wer Becker und dessen  hintersinnigen Humor in den „Mitternachtsspitzen“ des WDR erlebt hat, ahnt spätestens jetzt was kommt: in rheinischem Singsang und wunderbar schnoddrig und lakonisch startet der Kabarettist zu einem Parforce-Ritt durch die ältere und jüngere Sexualgeschichte. Die reicht vom Paarungsverhalten der Läuse bis zum notorisch übergriffigen Göttervater Zeus. Das, bescheinigen ihm Kritiker, ist nicht nur äußerst vergnüglich, sondern offenbart auch tiefen Wissenshintergrund und mündet letztlich in einen Appell für Liberalität und gegen den autoritären Besitz-Traum. Letztlich wäre Becker kein Kölner geschähe das nicht mit einem dicken Augenzwinkern. Ganz nach dem Motto: Schenkel sind nicht nur zum streicheln da, man kann sie auch klopfen.