Theater

K.

  • Eine Stückentwicklung nach Texten von Franz Kafka
  • Von Wolfgang Nägele und Meret Kündig
  • Kim Bormann und Regina Speiseder Schauspiel
  • Wolfgang Nägele Regie
  • Meret Kündig Dramaturgie
  • Franziska Boos Bühne,Kostüme

Franz Kafka – wie kaum ein anderer Autor skizzierte er das Unbehagen des Einzelnen in einer ihn fremd und feindlich umgebenden Welt. Verstörend und düster, zugleich spielerisch und mit einer tiefen Lust am Grotesken. Willkürliche Mächte überrollen das Individuum, das sich tiefer und tiefer in unerklärbare Schuldkomplexe verstrickt. Ob als Käfer, als Angeklagter oder bereits Verurteilter, das Warum bleibt im Dunklen, das Wie dagegen wird genüsslich seziert, das um Selbstbestimmung ringende Subjekt akribisch untersucht und schonungslos ausgestellt. In vielen seiner Texte, nicht zuletzt in seinen Romanen »Der Prozess« und »Das Schloss« schildert Kafka, der Versicherungsangestellte, den ausufernden Bürokratismus von Systemen, die undurchschaubar schalten und walten und in ihrer Komplexität nicht zu decodieren sind. Kafka gilt als der düstere Prophet des 20. Jahrhunderts – und er bleibt es für die komplexe globalisierte Gegenwart des 21., mit steigender Treffsicherheit. Die Abgründe kafkascher Welten könnten aber nicht kafkaesk genannt werden, wären sie in ihrer Tragik nicht zugleich zu tiefst komisch. Das Künstlerkollektiv um den Landsberger Regisseur Wolfgang Nägele spürt nicht nur der bürokratischen Verstrickung von Kafkas Texten nach, sondern auch der inneren Verwandtschaft mit dem Slapstick von Stummfilmkünstlern wie Buster Keaton und Charlie Chaplin und untersucht sie auf ihr komödiantisches Potential. Dabei stolpern sie immer wieder über die Dimension des Tragikomischen – ein Paradox, ein Widerspruch, wie Kafkas Welt. Wie unsere Welt?