Theater

Kasimir und Karoline

  • Volksstück von Ödön von Horváth
  • Landestheater Tübingen
  • Christoph Roos Inszenierung

Kasimir und seine Verlobte Karoline besuchen gemeinsam das Oktoberfest. Karoline will das Leben genießen und sich amüsieren, Kasimir dagegen ist frustriert, weil er gerade arbeitslos geworden ist. So kommt es unweigerlich zum Streit – und Kasimir lässt seine Freundin einfach stehen. Karoline lernt kurz darauf einen anderen kennen, der ihr prophezeit, „dass, wenn der Mann arbeitslos wird, die Liebe seiner Frau zu ihm nachlässt, und zwar automatisch.“ Karoline will das nicht wahrhaben, aber es dauert nicht lang, bis sie noch weitere Bekanntschaften macht, die ihr ein besseres Leben zu versprechen scheinen. Doch für diese Männer ist Karoline nicht viel mehr als ein billiges Vergnügen, das man auf dem Oktoberfest gerne mitnimmt. Währenddessen sucht Kasimir Trost bei einer anderen jungen Frau und trifft auf einen früheren Arbeitskollegen, der versucht, ihn für seine kriminellen Geschäfte zu gewinnen. Zu spät merken Kasimir und Karoline, auf was sie sich jeweils eingelassen und, dass sie sich wohl für immer verloren haben.
Ödön von Horváth (1901-1938) gilt als Erneuerer des sozialkritischen Volkstheaters, hatte damit Einfluss auf Marie Luise Fleißner, Franz Xaver Kroetz und Felix Mitterer. „Kasimir und Karoline“, vor 85 Jahren uraufgeführt, zählt zu Horváths bekanntesten dramatischen Texten und hat an Aktualität kaum etwas verloren.