Kabarett Konzert

Nick Woodland

  • „Street Level“ (Rock / Blues)
  • s'Maximilianeum

„Eigentlich müsste Nick Woodland statt Keith Richards bei den Stones an der Gitarre sein“, sagt Armin Federl, Programm-Planer der Kleinkunstbühne augenzwinkernd. Ist er aber nicht, was den Vorteil hat, dass der „britischste aller Münchner und der münchnerischste aller Briten“ wie die Süddeutsche Zeitung einmal schrieb, nun mit seiner neuen CD „Street Level“ im Foyer des Stadttheaters gastiert. Ganz bewusst hat die Kleinkunstbühne den Auftritt des Musikers in das Umfeld des „Snowdance Independend Filmfestival gelegt: „Woodland war zeitlebens ein unabhängiger Musiker, der sich nicht hat vom Kommerz einfangen lassen“, sagt Federl.

 In der Rock- und Blues-Szene ist Woodland – gerade auch durch seine Haltung – längst zur Legende geworden, allerdings eine quicklebendige, wie er mit seiner 2015 eingespielten, aktuellen CD „Street Level“ unterstreicht. Das Werk steht für erdigen Bluesrock: „Gitarre, Schlagzeug, Bass und Hammond – das ist manchmal am effektivsten“, so der gebürtige Brite mit der extrem vielschichtigen Vita.

Als ebenso versierter wie vielseitiger Musiker stand Nick Woodland zusammen mit Pop-Größen wie Donna Summer, der Punkrock-Band „The Clash“ oder der Jazz-Ikone Herbie Mann im Studio. In Deutschland kennt man ihn auch als kongenialen Bühnenpartner des bayerischen Musikers und Kabarettisten Georg Ringsgwandl sowie als Bandmitglied von Marius Müller-Westernhagen. Ebendieser Werdegang machte Nick Woodland zu der eigentümlich-aparten Mischung aus schwarzem britischen Humor und bayerischem Querkopf, die ihn heute auszeichnet. Optisch unverkennbar durch seine Markenzeichen, den schwarzen Zylinder und die schmale Nickelbrille, gehört er zu den wenigen Musikern, denen Kritiker genreübergreifend einen wirklich eigenen und unverwechselbaren Stil zugestehen.

In Landsberg tritt Woodlands Band in der Stammbesetzung der vergangenen fünf Jahre auf: Bass spielt Tom Peschel, der mit seinen gefühlvollen Lines die lässige Grundlage für Woodlands Höhenflüge an der Gitarre legt. Für den Groove ist Manfred Mildenberger zuständig, der sein Drumset in einem Facettenreichtum zu bedienen weiß, der seinesgleichen sucht. Und schließlich ist da noch Woodlands alter Weggefährte: der in der Szene bestens bekannte Klaus Reichardt an den Keyboards und der Pedal Steel Guitar. Das musikalische Ergebnis dieser wohldurchdachten Mischung ist rau, erdig und abwechslungsreich: dreckiger Blues, temperamentvoller Country und virtuoser Folk, gewürzt mit Reggae- und Surf-Rock-Anleihen.