Kino

Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

  • R: Wim Wenders – B: Wim Wenders, David Rosier, K: Lisa Rinzler – M: Laurent Petitgand - USA/Italien/Deutschland, L: 96 Min.

Wim Wenders hat einen Dokumentarfilm über Papst Franziskus gedreht. Er kam dem Menschen dabei sehr nahe – und hat absichtsvoll die Distanz verloren. „Jesus Christus war der erste Sozialist“, sagte Evo Morales, Boliviens sozialistischer Präsident, vor einigen Jahren. Möglicherweise betrachtet der Politiker den Papst als eine Art Genossen. Dass Franziskus zumindest ein besonders politischer Papst ist, dem an einem globalen gesellschaftlichen Wandel gelegen ist – das ist die Stoßrichtung von Wenders´ Film. Relativ früh im Film antwortet der Papst auf die Frage eines Kindes, dass wir „in einer Welt leben, in der es so viele Ressourcen gibt, um andere zu ernähren“. Und weiter: „Wenn wir unser Essen teilen, werden wir nicht ärmer, sondern reicher.

Der Film besteht aus drei Teilen: Wir begegnen dem Papst unterwegs, auf Veranstaltungen, während Besuchen in Gefängnissen und Flüchtlingslagern – oder im Flugzeug während einer Fragerunde mit Journalisten. Wenn der Papst auf die Bevölkerung trifft haben diese alle ein ähnliches Muster. So hoffnungslos die Lage der jeweiligen Menschen ist: der Papst verzückt sie alle. Auch raubeinige Männer im neapolitanischen Knast skandieren: „Pa-pa Fran-ces-co“. Den Kern des Films machen Wenders´ Interviews aus, die er mit dem Papst über mehrere Jahre an verschiedenen Orten im Vatikan geführt hat. Als Rahmenhandlung hat Wenders schließlich Szenen aus dem Leben des von der katholischen Kirche als Heiligen verehrten Franz von Assisi nachgestellt, den Wenders als eine Art Vorbild für den aktuellen Papst sieht.