Kino

Paterson

  • Die große Kraft der kleinen Dinge.
  • R+B: Jim Jarmusch – K: Frederick Elmes – D: Adam Driver, Golshifteh Farahani – USA 2016 , L: 113 Min.

Es gibt Filme, in denen fühlt man sich schneller wohl, als man verstehen kann, warum. Die jüngste Arbeit von Jim Jarmusch, eine seiner künstlerisch stärksten, gehört unbedingt dazu. Die sieben Wochentage strukturieren diesen Film, der so heißt wie der Busfahrer, von dem er handelt, der wiederum so heißt wie der Ort , in dem er lebt: Paterson. Die Routinen, die der Hauptfigur so wichtig sind, wecken Sympathie und Vertrauen, Konstanten sind wichtig. Paterson wacht jeden Morgen um 6 Uhr auf, noch bevor der Wecker klingelt. Er spricht mit seiner schwangeren Frau Laura über ihre Träume, spaziert zur Arbeit, beobachtet die Menschen, steuert seinen Bus. Zwischendurch schreibt er hinreißende Gedichte, zum Beispiel über Streichholzschachteln, abends geht er mit seinem Hund Marvin Gassi, später trinkt er ein Bier in der Bar. Nächster Tag, neue Runde. So geht das bis zum ergreifenden Ende. Es ist schon famos, mit wie wenig Story-Substanz Jim Jarmusch durch sein souveränes Gespür für unaufdringliche Gags der lakonischen Art ein berührendes Drama aus dem Hut zaubert. Zeitlos schön ist das alles.