Musik

Stefano Bollani

  • Unser zweiter Abend mit Pianomusik aus Italien

Ähnlich wie bei Enrico Pieranunzi (am 08. April bei uns im Stadttheater) könnte man bei Stefano Bollani auch endlos große Namen aufzählen, mit denen er schon gespielt hat: Chick Corea oder Enrico Rava, Richard Galliano oder Bill Frisell…Das klänge dann aber so, als ob uns – wie mit Pieranunzi auch – nicht selbst einer der größten europäischen Pianisten unserer Tage besuchen würde. Wer einmal ein Konzert des sympathischen Mailänders besucht hat, ist ihm wahrscheinlich ohnehin schon lebenslang verfallen.

Selten erlebt man soviel Emotion und Virtuosität an einem Abend, in einer Person. Für Bollani ist Musik ein großes Spiel, das man jeden Tag neu erfinden kann und man kann dies kaum intensiver erleben, als bei seinen Solokonzerten. Solo-Piano Konzerte können, wenn da nicht jemand spielt, der es versteht in jeder Sekunde zu fesseln, auch grandios am Publikum vorbeigehen. Bei Bollani besteht diese Gefahr nicht. Man erlebt so viel wahre Spielfreude, so viel Witz, so viel Charme und so viel Schelmerei, das man glaubt, die Erde drehe sich schneller. Und dann aber auch sehr berührende Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Wenn Bollani nicht spielt, schreibt er oder arbeitet an Theaterstücken.

Wahrscheinlich muss man Italiener sein, für so viel lebensfrohe, überbordende Kreativität.