Kabarett

Stephan Zinner

  • „Relativ simpel“ - Musikkabarett
  • s'Maximilianeum

Ein Mann, eine Gitarre und dazu simple Geschichten aus dem Leben. Das kann funktionieren muss aber nicht. Bei Stephan Zinner schon, wie man in Landsberg bereits erleben konnte. Vor einigen Jahren war der Schauspieler, Musiker und Kabarettist schon einmal da und gehörte mit seinem lakonischen Witz, unterlegt mit exzellenter Musik, zu den Stars der Saison. Inzwischen hat der gebürtigte Trostberger und Wahlmünchner eine stramme Karriere als Schauspieler hingelegt („Dampfnudelblues“) und gehört als Markus Söder zu den Krachern am Nockherberg.

Trotz vielfacher Verpflichtungen pflegt Zinner weiter seine Liebe, solo oder in kleiner Besetzung auf kleinen Bühnen aufzutreten. Und das ist gut so, wie sein aktuelles Programm „Relativ simpel“ beweist. Das ist am 6. Mai 2018 in Landsberg im Foyer des Stadttheaters zu hören und zu sehen.

In „Relativ simpel“ erzählt und singt Zinner von den banalen Dingen, die den Alltag zum großen Hürdenlauf werden lassen: vom schnellen Besuch beim Münchner Kreisverwaltungsreferat, bei denen man schon an der Eingangstür scheitert, von kurzen Elternabenden die mal locker drei  Stündchen Lebenszeit kosten und davon, dass man sich gar nicht in den Amazonas vordringen muss, um Abenteuer zu erleben; die warten schon im Treppenhaus: der Weg zur Biorestmülltonne ist vom Kampfhund des Nazi-Nachbarn versperrt („des is a ganz a Braver“), und über kurz oder lang wird der erste Freund der Tochter vor der Tür stehen.

Zinner erzählt diese und noch viel mehr Geschichten seines einfachen Lebensplans locker plaudernd  und Gitarre spielend. Dabei beweist er einen feinen Blick für die schrägen Momente im Leben. Er überspitzt sie zu irrwitzigen Szenen. Lügen muss er dabei kaum – jeder kennt diese Situationen im Alltag, bei denen man nicht weiß, ob man nun lachen oder weinen soll.

Musikalisch unterstützt wird der dreifache Familienvater Stephan Zinner auf der Bühne von Andy Kaufman, der für sich ein ganz anderes Daseinskonzept gewählt hat und in wilder Ehe lebt. Die beiden wollen – relativ simpel – einen humorvollen und auch optisch ordentlichen Abend bieten. Das ihnen das mehr als nur gelingt, unterstreichen die Kritiken zum aktuellen Programm.