Und mehr

Verführt und entgretelt oder das Geheimnis des Nichts

  • Kasperlstück nur für Erwachsene
  • Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater
  • Von und mit Josef Parzefall und Richard Oehmann

Dürfen Erwachsene ins Kasperltheater gehen? Diese bange Frage stellen sich viele den Kinderschuhen längst entwachsene Menschen, wenn sie auf einem Plakat den Kasperl sehen, der sie ins Theater locken will. Denn leider können sich Erwachsene heute nicht mehr, wie zu Poccis Zeiten, bedenkenlos und ungehemmt dem Kasperlvergnügen hingeben, es sei denn, sie führen ein paar Kinder als Alibi mit sich! Aber was macht man, wenn die Kinder schlafen? Oder vielleicht keine Lust haben? Muss man dann auf den wohlverdienten Kasperlspass verzichten? Oh nein! Doctor Döblinger bietet allen Erwachsenen die Möglichkeit, ungeniert und ohne Angst auch alleine ins Kasperltheater zu gehen. Wir haben es lange vielen versprochen, nun konnten wir die beiden überzeugen ihr Erwachsenenprogramm nicht nur in München sondern endlich auch in Landsberg zu präsentieren.

Mysteriöses ereignet sich. Ein geheimnisvoller Unbekannter (ein Neffe?) taucht auf, um die Großmutter aus ihrer urgemütlichen Wohnstube zu vertreiben, Gretel wird von einem wildfremden Krokodil entführt, die Hexe will den Seppl zu zwielichtigen Zauberexperimenten verleiten und die Großmutter fällt nach Entzug ihres Wohnraums ins Nichts. Hinter all dem steckt der geheimnisvolle Zauberer Gottlieb Wurst, der vom Hinterzimmer seiner Walddiskothek „Magic Club” alles abhört und die Fäden zieht, um seinen größten Plan zu verwirklichen: Er will die Großmutter vernichten und so die Herzensgutheit aus der Welt schaffen, um dann ungehindert die Weltherrschaft zu erlangen. Zu diesem Zweck zaubert er sich die Gretel gefügig und macht sie zu seinem willenlosen Werkzeug. Die Polizei samt Hund tappt im Dunkeln, der Kasperl hat es nicht leicht, die Geschichte zum Happy End zu führen, denn Puppenspieler, Puppen und die allwissende Erzählerstimme können sich nur schwer auf den Verlauf der Handlung einigen, so dass der Intendant Doctor Döblinger des Öfteren vom Zuschauerraum aus klärend eingreifen muss. Ohne seine Mitwirkung fände das Stück zu keinem ordnungsgemäßen Ende, so dass die Erwachsenen womöglich noch jahrelang im Kasperltheater sitzen müssten, und das wäre ihnen vielleicht dann doch zuviel.