Konzert

Wolf Durmashkin Composition Award und Jubiläumskonzert

  • Welturaufführung im Rahmen der internationalen jüdisch-deutschen Festwoche.
  • Veranstalter: dieKunstBauStelle e.V.
  • Mark Mast Dirigent

Auszüge aus den historischen Konzerten und Uraufführung der Preisträgerwerke des Wolf Durmashkin Composition Award im Stadttheater Landsberg am Lech.
Vor 70 Jahren, am 10. Mai 1948, dirigierte Leonard Bernstein auf eigenen Wunsch zwei Konzerte des »Orkester fun der Szeerit Hapleitah«, Überlebende des Holocausts, im Landsberger Lager für Displaced Persons als auch im Lager in Feldafing. An dieses in Vergessenheit geratene Ereignis wird mit zwei Jubiläumskonzerten erinnert, in deren Rahmen als Impuls für die Zukunft die Preisträgerwerke des Wolf Durmashkin Composition Award im Landsberger Stadttheater uraufgeführt werden. Mit dem Wolf Durmashkin Composition Award wurden gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater München weltweit junge Komponisten aufgerufen, sich mit der Thematik Musik und Holocaust auseinanderzusetzen und ihre Vorstellungen kompositorisch umzusetzen. Wolf Durmashkin, jüdischer Pianist, Komponist, Dirigent und Chorleiter, war eines der herausragendsten Musiktalente seiner Zeit. 1944
wurde Durmashkin in einem estnischen Konzentrationslager ermordet. Seine beiden Schwestern Henia, Sängerin, und Fania, Pianistin, die die KZ-Außenlager Kaufering/Landsberg überlebt haben, waren Mitglieder des DP-Orchesters, das sich in St. Ottilien gründete. Das von Leonard Bernstein am 10. Mai 1948 – vier Tage vor Gründung des Staates Israel – in Landsberg dirigierte Konzert war Spiegelbild der Bandbreite zwischen kultureller, jüdischer Tradition und klassischer Musik. Für Leonard Bernstein wie auch für die Musiker waren diese beiden Konzerte von außerordentlicher Bedeutung. Unter dem Dirigat von Mark Mast, einem ehemaligen Bernstein- und Celibidache-Schüler, musiziert das multinationale Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie mit ausgewählten Solisten. Die Bayerische Philharmonie ist Mitglied im Wertebündnis Bayern, Träger des bayerischen Verfassungspreises und Träger der freien Jugendhilfe. Sie engagiert sich seit ihrer Gründung im Jahre 1994 mit Ihren Chören und Orchestern in besonderem Maße bayernweit für musikalische Schlüsselerlebnisse, so auch mit dem im Rahmen der Initiative Integration und Toleranz des Wertebündnisses Bayern entstandenen Projekt »Musik schafft Heimat«. In Anlehnung an die historischen Konzerte am 10. Mai 1948 wird es genau siebzig Jahre später zur selben Uhrzeit zwei Konzerte im Stadttheater Landsberg geben, um 13:00 und um 20:00 Uhr. Zeitzeugen sowie die Kinder von Leonard Bernstein und Nachfahren der Musiker werden zu diesem Ereignis nach Landsberg kommen.

Initiiert wurde das Jubiläumskonzert – wie auch die begleitenden Veranstaltungen, die zum Teil auch im Rahmen der internationalen jüdisch-deutschen Festwoche im Stadttheater stattfinden – von der Journalistin KARLA SCHÖNEBECK sowie von dem Künstler WOLFGANG HAUCK, Vorstand des Landsberger Vereins DIEKUNSTBAUSTELLE.