Theater

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

  • Nach dem Roman von Joachim Meyerhoff, Bühnenfassung von Gil Mehmert
  • Metropoltheater München
  • Gil Mehmert Regie
  • Vanessa Eckart, Lean Fargel, Thorsten Krohn, James Newton, Sophie Rogall, Nicolas Wolf, Lucca Züchner Schauspiel
  • Stefan Noelle Musik

Mit Anfang 20 entflieht Joachim der Trauer über den Unfalltod seines älteren Bruders und der Enge seiner kleinen, norddeutschen Heimatstadt, um eine Zivildienststelle in München anzutreten. Zu seiner großen Überraschung besteht er aber auch die eher en passant absolvierte Aufnahmeprüfung an der Otto-Falckenberg- Schauspiel-Schule und zieht, in Ermangelung eines bezahlbaren Zimmers, bei seinen Großeltern ein, die hochherrschaftlich in einer alten Villa am Nymphenburger Schlosspark residieren. Drei Jahre vollbringt er nunmehr den Spagat zwischen Schauspielausbildung, in der er physisch wie psychisch nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und nur sehr spärlich wieder zusammengesetzt wird, und dem fabelhaft exaltiert-bizarren wie alkoholdurchtränkten Alltag mit seinen Großeltern – die Großmutter einst selbst Schauspielerin und auch privat schillernde Grande Dame der Schauspielkunst, der Großvater Philosophieprofessor und durch und durch ehrwürdige und gestrenge Erscheinung. Eine schier unendliche Reihung von tragikomischen Ereignissen und aberwitzig skurrilen Begebenheiten in beiden Welten lässt den nach dem Sinn des Lebens und des Schauspielerdaseins im Besonderen suchenden jungen Mann ein ums andere Mal staunend, lernend, aber auch überfordert und gerädert zurück. Die Lücken, mit denen das beginnende Erwachsenenleben allerorts für ihn aufwartet, sind, wie er feststellt, gewaltig und noch lange nicht gefüllt.

„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist der dritte Teil des autobiografischen Romanzyklus „Alle Toten fliegen hoch“. Burgschauspieler und Autor Joachim Meyerhoff berichtet mittlerweile in vier Bänden von seinen Geschwistern, dem frühen Tod seines Bruders, seinen Großeltern in München, seinem Vater, dem Aufwachsen auf dem Anstaltsgelände sowie seinem Austauschjahr in Amerika und der ersten großen Liebe. Anrührend und höchst komisch zugleich.

Dieser Theaterabend wird unterstützt von unserem Förderverein TILL und der Familie Alexander Holzmann.