Kino

Bis dann, mein Sohn

  • Eine humanistische Fabel und ein Gesellschaftsporträt Chinas, komprimiert im tragischen Schicksal zweier Familien.
  • R+B: Wang Xiaoshuai – K: Kim Hyung-seok – M: Dong Yingda – D: Wang Jingchun, Yong Mei, Qi Xi, Wang Juan, Du Jiang, Ai Liya, Volksrepublik China 2019, L: 176 Min. FSK 6
abgesagt

Die Stadt Hou Wan, Provinz Fujian, in der Gegenwart: Das aus dem Norden Chinas stammende Ehepaar Liu Yaojun und Wang Liyun betreibt im Süden des Landes ein Reparaturgeschäft für Boote. In nicht chronologischen Rückblenden wird von ihrem Leben  und dem einer befreundeten Familie in den drei zurückliegenden Jahrzehnten berichtet. Zu Beginn der 1980er-Jahre sind Yaojun und Liyun verheiratet und Eltern eines Sohnes, Liu Xing, den sie liebevoll „Xingxing“ rufen. Sie arbeiten in der örtlichen Fabrik und leben in einem Arbeiterwohnheim. Ebenfalls in der Fabrik arbeitet Yaojuns Schwester Li Haiyan, die mit ihrem Ehemann Zhang Xinjian ebenfalls einen Sohn, Shen Hao, genannt „Haohao“ haben. Beide Kinder sind am selben Tag zur Welt gekommen. Vor dem Hintergrund der Ein-Kind-Politik bemerkt Liyun eines Tages, dass sie wieder schwanger ist. Der Möglichkeit, das Kind heimlich auf die Welt zu bringen, steht Haiyan entgegen, die als Direktorin für Familienplanung im Betrieb tätig ist. Auf ihren Befehl hin wird bei Liyun eine Abtreibung vorgenommen. Bei dem Eingriff kommt es zu Komplikationen und Liyun wird unfruchtbar. Im Laufe der Zeit kommt es zu weiteren, das gemeinsame Leben stark beeinträchtigenden Schicksalsschlägen. „Bis dann, mein Sohn“ balanciert fast 3 Stunden lang souverän durch die verschiedenen Zeitebenen und dabei  auf beeindruckende Weise zusammengehalten durch die überzeugende Leistung der Darsteller und die formale Kraft. Der Film porträtiert auch die Kontingenz der politischen Umstände in Verquickung mit den Zufällen des Schicksals auf einzigartige Weise.