Kino

Der Distelfink

  • Das Gemälde „Der Distelfink“ als Symbolbild eines anderen, wohl besseren Lebens.
  • R: John Crowley – B: Peter Straughan – K: Roger Deakins – M: Trevor Gureckis – D: Ansel Elgort, Finn Wolfhard, Nicole Kidman, Jeffrey Wright – USA 2019, L.: 145 Min.
Karten erhalten Sie eine ½ Stunde vor Filmbeginn an der Theaterkasse im Foyer.

Ein mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Roman verdient auch eine Verfilmung, die der Essenz des Werks nicht nur gerecht wird, sondern die Stärken des Mediums zu nutzen weiß. Wo Donna Tartts Roman „The Goldfinch“ Bilder vor dem geistigen Auge des Zuschauers entstehen lässt, schwelgt John Crowleys Film in magisch-schönen Bildern, die von Meister-Kameramann Roger Deakins, der häufig mit Sam Mendes, den Coen-Brüdern und Denis Villleneuve gearbeitet hat, prachtvoll umgesetzt wurden. Jedes Bild ist wie ein Gemälde komponiert und trägt die Geschichte eines jungen Mannes, der als Kind seine Mutter durch einen Bombenanschlag verliert und dessen Lebensweg aus der Bahn geworfen wird. John Crowley ist ein Film geglückt, der aufs Herz abzielt, der von einem Leben erzählt, das nicht das ist, was es hätte sein können, das aber auch Momente hat, die das Leben definieren. Die mit purer Emotion aufgeladen sind, die trauern, aber auch lachen, bangen, aber auch hoffen lassen, die in ihrer Wirkkraft mächtig und doch flüchtig zugleich sind. Sie sind das Destillat dessen, was ein Leben sein kann, vielleicht auch sein muss. Am Ende steht ein Film, den man nicht so schnell vergisst.