Theater

Der Gott des Gemetzels

  • Von Yasmina Reza
  • In bairischer Sprache
  • Johannes Rieder Inszenierung
  • Sebastian Edtbauer, Ina Meling, Cornelia von Fürstenberg, Matthias Ransberger Schauspiel

Yasmina Rezas Komödie „Der Gott des Gemetzels“ ist eines der erfolgreichsten Theaterstücke weltweit. Roman Polanski hat es mit Starbesetzung erfolgreich verfilmt. Und die freie Münchner Theatergruppe „Wirtshausmannschaft“ bringt dieses Stück nun in bairischer Sprache auf die Bühne.

Der Sohn von Alex und Annette Huber hat dem Sohn von Micha und Veronika Rey zwei Vorderzähne ausgeschlagen. Also beschließen die beiden Ehepaare, sich zu treffen und sich gütlich zu einigen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Was als versöhnliche Übereinkunft bei Kaffee und Kuchen beginnt, eskaliert zur verbalen Schlammschlacht, bei der alle Masken des zivilisierten Bürgertums fallen.

Warum spielt man ein solches Stück auf Bairisch? Die Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, den Dialekt als reine Kunstsprache zu etablieren, ohne Folklore und ohne Klischees. Ein unterstützenswertes Ziel, wie wir finden. Gibt es doch die Möglichkeit, den Dialekt eben dadurch aus seinem Lederhosenimage zu befreien. Die Autorin genehmigte persönlich die Bairischversion als erste Übertragung in einen Dialekt. Die Stadt München verlieh Sebastian Edtbauer und Johannes Rieder dafür den „Innovationspreis Volkskultur“ mit der Begründung, dass „das Stück in ihrer Übertragung der Themen- und Konfliktwelten in einen bairischen Sprachraum, der so authentisch, präzise und mit differenzierendem Fingerspitzengefühl gestaltet ist, (überzeugt), dass nach wenigen Minuten positiv vergessen ist, dass hier Theater im Dialekt stattfindet. Das Ensemble benutzt diesen Sprachraum auf so unprätentiöse und klischeefreie Weise, dass der Brückenschlag zwischen aktuellen gesellschaftspolitschen Themen und dem Volkstheater eine innovative Form bekommt. Hier ist nichts Folklore, sondern Münchner Lebens- und Alltagswelt… Dass das in so künstlerisch hochwertiger Form auf der Bühne stattfindet, gibt dem Volkstheater das, was es dringend braucht: Eine Heutigkeit und Selbstverständlichkeit, die abgelöst von der erstarrten Kollektivsymbolik, mit der das Bairische so oft verwechselnd gleichgesetzt und benutzt wird, neue Räume in der Wahrnehmung des Dialekts aufmacht.“