Junge Bühne

Die Räuberinnen

  • Frei nach Friedrich Schiller
  • Junge Bühne
  • Mitglieder der Jungen Bühne Schauspiel
  • Julia Andres Textbearbeitung & Regie

Eine Räuberbande – ist das nicht total altmodisch? Nicht in der Version der Jungen Bühne, die aus Friedrich Schillers „Räuber“ kurzerhand „Die Räuberinnen“ machte, das Setting aktualisierte und die Handlung ins 21. Jahrhundert verlegte. Franz Moor, Abteilungsleiter im eigenen Familien-unternehmen, einer Schokoladenfabrik, muss sich von Kindestagen an gegen seine Schwester Karla behaupten. Die hübsche, allseits beliebte Karla, die von der Mutter zum Studium nach Leipzig geschickt wurde, weil sie später einmal die Firmenleitung übernehmen soll, ist dem Bruder Franz, dem der Weg an die Firmenspitze verwehrt zu bleiben scheint, schon immer ein Dorn im Auge. Er lässt daher keine Intrige aus, um seine Schwester – und gerne auch die Mutter gleich mit – aus dem Weg zu räumen. Und so nehmen dramatische Verwicklungen ihren Lauf…

Es war vor allem diese unfassbar starke Eifersucht zwischen dem benachteiligten Bruder und seiner scheinbar gesegneten Schwester, seine Intrigen sowie die Abgründe, die sich für alle Beteiligten daraus ergeben, was die Mitglieder der Jungen Bühne so an dem klassischen Stoff faszinierte und weswegen sie sich einstimmig gegen ein modernes Jugendtheaterstück und stattdessen für Schillers „Räuber“ entschieden. Auch wenn einige der Charaktere dieses Werkes, das Schiller eigentlich gar nicht für die Bühne geschrieben hatte, weil er es für unspielbar hielt, die jungen Schauspieler vor große Herausforderungen stellt. Denn: Wer wäre nicht lieber der sympathische Held, der die Schwachen beschützt, die Unterdrückten befreit und dann am Ende mal eben noch schnell im Handumdrehen die Welt rettet? Doch der ist in dieser Geschichte leider nicht zu finden. Stattdessen endet das Ganze in einem großen Desaster, bei dem niemand bekommt, was er sich erhofft – doch jeder das, was er verdient. Oder nicht?