Theater

Ein ganzes Leben

  • Nach dem Roman von Robert Seethaler
  • Landestheater Schwaben
  • Jana Milena Polasek Inszenierung

Als uneheliches Kind wird Andreas Egger zum Onkel gegeben. In das Tal, in dem er sein Leben verbringen wird. Er ist da vier Jahre alt, ungefähr, so genau weiß das keiner. Es wird ein entbehrungsreiches, karges Leben. Egger wird Hilfsknecht und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Er verlässt für kurze Zeit sein Dorf, um in den Weltkrieg zu ziehen. Früh trifft er seine große Liebe Marie, heiratet und träumt von Nähe und Gemeinschaft, doch eine Naturgewalt nimmt ihm seine junge Ehefrau und das eben gebaute, bescheidene Haus. So wie überhaupt die Natur, der Lauf der Jahreszeiten, das harte Klima der Berge das Leben des Andreas Egger bestimmen. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist Marie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen. Eine einfache und tief bewegende Geschichte.

Seethalers „Ein ganzes Leben“, 2014 erschienen, ist eine Gegenerzählung zu den rasanten Lebensentwürfen unserer globalisierten und digitalisierten Welt. In der Beschreibung einer untergehenden Zeit und der Konzentration auf die wirklich entscheidenden Momente in einem Leben, weckt der Roman die Sehnsucht nach Entschleunigung und nach der Unmittelbarkeit von menschlichen Begegnungen.