Theater

Leben Eduards des Zweiten von England

  • Von Bertolt Brecht in Zusammenarbeit mit Lion Feuchtwanger, nach Christopher Marlowe
  • Neues Globe Theater
  • Kai Frederic Schrickel Regie
  • Maxim Agné, Andreas Erfurth, Alexander Jaschik, Marius Mik, Mark Harvey Mühlemann, Magdalena Thalmann und Laurenz Wiegand Spiel

Die tragische Geschichte einer großen Liebe. Einer Liebe zwischen zwei Männern: Zwischen Eduard dem Zweiten, König von England (1284-1327), und Gaveston, seinem „Günstling“. Diese Liebe steht unter keinem guten Stern im England des frühen 14. Jahrhunderts. Eine offen ausgelebte, schwule Liebe unter den Augen des strengen Adels am Hofe? Im Beisein der aus Frankreich stammenden, unglücklichen Königin Anna? Am Ende, als Eduard alles verloren hat, die Liebe, den Krieg, die Macht, findet er sich gefoltert und gedemütigt in einer Kloake wieder. Doch bleibt er bis zum Ende seiner Entscheidung treu, die Königswürde nicht abzulegen, und bezahlt es mit seinem unglücklichen Leben. Sein Sohn wird daraufhin legitimer Nachfolger auf Englands Thron: Eduard III. Und die erste Amtshandlung des mittlerweile 15-jährigen Königs wird sein, seinen Vater zu rächen. Ein wortgewaltiges und selten gespieltes Drama von Brecht mit einer heute noch aktuellen und überraschend modernen Fabel über die Unmöglichkeit, in gewissen gesellschaftlichen Zwängen seine sexuelle Orientierung auszuleben, ohne dafür an den Pranger gestellt zu werden.

Das Neue Globe Theater verortet Brechts Drama zeitlich und räumlich im Hier und Jetzt, wie schon im elisabethanischen Theater üblich: Auch damals spielte man in den Kostümen der Zeit (damals in denen der Renaissance) und in nur angedeuteten Bühnenbildern. Das Neue Globe entwickelte sich in letzter Zeit zum Dauergast im Stadttheater – aus guten Gründen. Kaum ein freies Ensemble versteht es, so verschiedene Stücke anzugehen und doch den eigenen Stil immer perfekt im neuen Stoff umzusetzen. Geprägt von unglaublicher Spielfreude und konzentriert immer auf das Schauspielen begeisterte das Ensemble die Landsberger zuletzt mit „Scapin“ und „König Lear“.