Theater

Lulu

  • Schauspiel von Frank Wedekind
  • Landestheater Tübingen
  • Christoph Roos Regie

Lulus ersten Ehemann trifft der Schlag, als er sie inflagranti mit dem Künstler Schwarz erwischt. Schwarz, ihr zweiter Ehemann, bringt sich um, als er spürt, dass er Lulu nicht gewachsen ist. Der dritte, Dr. Schöning, stirbt durch einen von ihr versehentlich ausgelösten Schuss. Lulu flieht nach Paris. In der Hauptstadt der Liebe verbraucht sie ihr Vermögen, und halbseidene Freunde drohen, sie der Polizei auszuliefern. Vor den Erpressern flieht Lulu weiter nach London. Dort geht sie auf den Strich, um zu überleben. Eines Tages steht sie ihrem Mörder Jack the Ripper gegenüber.

Frank Wedekinds Lulu ist eine Frau, die den unbedingten Anspruch auf Liebe und Sexualität stellt. Eine Frau, die nur im Augenblick lebt und weder Angst noch Moral kennt. Ein faszinierendes wie unheimliches Bild der Frau, das den Männern Glück verheißt und am Ende lustvoll zerstört wird. Der Theaterkritiker Alfred Polgar schrieb über Wedekinds „Lulu“  (1894): „Hier hat in der Tat einer, mit dem Hammer dichtend, den blauen Glashimmel der Liebe zerschlagen, dass sich die Seele wund schneidet an den Glasscherben. Es gibt kaum ein zweites Werk der Weltliteratur, in dem die Schönheit so furchtbar triumphiert wie hier.“  Erst 1988, 70 Jahre nach Wedekinds Tod, konnte die in dessen Nachlass unter Verschluss gehaltene Urfassung der „Lulu“ für das Theater entdeckt und uraufgeführt werden.