Kino

Mackie Messer -Brechts Dreigroschenfilm

  • Die Musical-Tragikomödie: “Und der Haifisch, der hat Zähne“.
  • R+B: Joachim A. Lang – K: David Slama – M: HK Gruber – D: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Britta Hammelstein, Christian Redl, Meike Droste, Max Raabe – Deutschland 2018, L: 135 Min.

Am  31. August 1928 hat “Die Dreigroschenoper“ ihre Premiere in Berlin. Die Proben am Theater am Schiffbauerdamm verlaufen chaotisch. Doch Brecht bleibt cool. Zu Recht: Das Stück wird zum Sensationserfolg, die Lieder zu Gassenhauern, Filmproduzenten klopfen an. Damit fangen die Probleme aber erst richtig an, denn Bertolt Brecht hat völlig andere Vorstellungen vom Kino, das in seinen Augen nicht einfach nur abgefilmtes Theater sein kann.

 

„Wir zeigen den Film, der nie gemacht wurde, die Rahmenhandlung ist eine Art Making-of dieses Films und zeigt Brechts Kampf mit der Filmindustrie“, sagt Lang, der Filmregisseur. Er bezieht sich auf den sogenannten Dreigroschenprozess, den der Autor 1930 gegen die Filmproduzenten führte um ein Aufführungsverbot erreichen. Die Premiere des Films im Februar 1931 konnte er trotzdem nicht verhindern. Der Regisseur Joachim A. Lang kennt sich mit der Materie bestens aus. Er hat über Brechts episches Theater promoviert, drehte  eine Doku über ihn (Brecht – Die Kunst zu leben) und war acht Jahre lang künstlerischer Leiter des Brechtfestivals in Augsburg. Ein besonderer Coup ist, dass er den Dichter in seiner eigenen Sprache reden lässt. Gestrig wirkt der Film dadurch nicht, im Gegenteil: Mit seiner offenen Form, der künstlerischen Überhöhung und den aktuellen politischen Bezügen holt Joachim A. Lang die Dreigroschenoper ins 21.Jahrhundert. Unbedingt sehenswert!