Theater

Michael Kohlhaas

  • Nach der Novelle von Heinrich von Kleist
  • Landestheater Schwaben
  • Anne Verena Freybott Inszenierung

Kleists berühmte Novelle mit ihrer bedrückenden Sprache handelt von der übermächtigen Wut eines Einzelnen und der unheimlichen Energie der Enttäuschten. Sie erzählt die Geschichte eines Menschen, dessen Welt angesichts des ihm geschehenen Unrechts aus den Fugen gerät und fragt, wie unerschütterlich unsere Moralvorstellungen sind. Es ist leicht, sich von Bildern der Gewalt bei Demonstrationen, Aufständen und Krawallen zu distanzieren. Aber wie würden wir Mittelstandsbürger auf die Zerstörung unserer Welt reagieren? Würden wir irgendwann auch versuchen, Gerechtigkeit mit Gewalt zu erzwingen?

Michael Kohlhaas, ein reisender Pferdehändler, muss an einem Schlagbaum in Sachsen zwei prächtige Rappen als Pfand zurücklassen. Als er auf der Heimreise sein Eigentum abholen will, erkennt er die ausgemergelten Pferde fast nicht mehr wieder. Als sein Knecht ihm auch noch berichtet, dass man ihn davon abhielt, die Pferde zu versorgen, er schließlich verprügelt und weggejagt wurde, will Kohlhaas Gerechtigkeit. Er fordert bei Gericht Schadensersatz. Seine Verhandlung wird verschleppt, korrupte Adlige verbünden sich und schließlich wird gegen ihn entschieden. Kohlhaas nimmt das Recht selbst in die Hand. Durch seine fanatische Raserei verliert er alles, Familie und Besitz. Er, ein ehemals unauffälliger Mann, kündigt seinen Vertrag mit der Zivilisation: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde!“

Das Landestheater Schwaben zeigt den zeitlosen Klassiker in kleiner Besetzung mit drei Schauspielern.