Kino

Miles Davis: Birth of the Cool OmU

  • Er gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts.
  • R: Stanley Nelson – USA 2019, L: 115 Min. FSK 0
abgesagt

Wie seine Versuche, die Grenzen des Jazz zu überwinden, spätere Generationen beeinflusste, ist einer der vielen Aspekte von Stanley Nelsons im Ansatz zwar klassischer, durch das zusammengetragene Material aber dennoch herausragender Dokumentation. Fast hätte Miles Davis die Violine gespielt. Seine Mutter wollte dem 13jährigen dieses klassische Instrument schenken, doch der Vater bestand auf einer neuen Trompete und der Rest ist Geschichte. Diese Episode ist eine von vielen, die das zwar nicht lange – Miles Davis starb mit nur 65 Jahren – aber enorm abwechslungsreiche, vielfältige, von Erfolgen und Krisen geprägte Leben des Musikers säumte. Als 18jähriger stand er bereits mit dem legendären Charlie Parker auf der Bühne, nahm danach die Songs auf, die später  als „Birth of the Cool“ veröffentlicht wurden und nicht nur den so genannten Cool Jazz begründeten, sondern auch ihn selbst als den Coolsten seiner Ära etablierten. Er wurde vor allem im Ausland als Mensch und nicht als Schwarzer wahrgenommen, in Paris etwa, wo er mit den Existenzialisten um Jean-Paul Sartre verkehrte und eine Liaison mit Juliette Gréco begann. Unvermeidlicherweise rasant bewegt sich Stanley Nelson durch das bewegte Leben von Miles Davis: seine legendären Konzerte, seine Wutausbrüche, ebenso viele Frauen wie Drogen, seine schweren Depressionen und die großen Einflüsse auf den Free-Jazz. Wegbereiter wie Herbie Hancock oder Quincy Jones, zeitgenössische Musiker wie Santana oder Flea kommen zu Wort. Dazu hat er viel, auch unbekanntes Archivmaterial zusammengetragen und zu einer mitreißenden Collage zusammengefügt.