Theater

Pension Schöller

  • Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs
  • landsberger bühne e.V.
Veranstalter: landsberger bühne e.V.
  • Konstantin Moreth Regie

Im geradezu irrwitzigen Lustspiel „Pension Schöller“ von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs aus dem Jahre 1890 wird diese Frage in der Januarinszenierung 2020 des landsberger bühne e.V. von allen Seiten beleuchtet und verliert auch heute nichts von ihrer beschwingten Aktualität. Nach der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit beim „Weißen Rössl“ im Jahr 2014 ist die Vorfreude auf ein Regie-Wiedersehen mit Konstantin Moreth groß.

Die Geschichte ist einfach und beginnt in einem Münchner Café in den Wirtschaftswunderjahren. Eine selbstbewusste Bedienung behält souverän den Überblick über die Stamm- und Laufkundschaft und dabei stets die Oberhand. Unter den Gästen auch Alfred, ein junger Mann mit einer guten Geschäftsidee aber leider ohne Startkapital. Sein Onkel hat Geld und ist durchaus nicht abgeneigt, seinem Neffen auszuhelfen, verlangt aber einen Gegendienst: Er will eine Nervenheilanstalt von innen sehen. Schließlich will er seine Starnberger Villa in ein Nervensanatorium verwandeln. Eine echte „Irrenanstalt“ hat Alfred zwar nicht zur Hand, ein Freund bringt ihn jedoch auf die glorreiche Idee, ersatzweise den Gesellschaftsabend in der Pension Schöller mit deren exzentrischen Gästen zu besuchen.

Dieser Trick scheint hervorragend zu funktionieren, doch dann suchen die „verrückten“ Pensionsgäste den Onkel in seiner Villa auf: Der etwas in die Jahre gekommene Oberst, ein wild fabulierender Globetrotter, eine neugierige Schriftstellerin, die Mutter mit dem Heiratsfimmel, ein nannender und „Othenno“ rezitierender Schauspienaspirant, die brave Nichte, eine begabte Tochter, die besorgte Schwester und zu guter Letzt der kunstsinnige Pensionswirt – wer spielt denn hier nun verrückt?

Mehr als 120 Jahre nach seiner Uraufführung verspricht diese Komödie mit ihren liebenswert verschrobenen Figuren einen pointierten Theaterspaß, der virtuos umkreist, was „normal“ und was „verrückt“ sein soll.