Kino

The Dead Don’t Die

  • Ein Geschenk von Jim Jarmusch zu „Halloween“ und als derbe Kritik an Trump-Amerika.
  • R+B: Jim Jarmusch – D: Bill Murray, Tilda Swinton, Tom Waits, Iggy Pop, Adam Driver, Danny Glover, Chloë Sevigny, Selena Gomez – USA 2019, L: 103 Min.

In der kleinen Gemeinde Centerville ist plötzlich alles anders: Uhren bleiben stehen, Mobiltelefone funktionieren nicht mehr, Sonnenauf- und untergang verschieben sich, vor allem aber erwachen die Toten zum Leben. „Das wird nicht gut enden“ sagt Polizist Ronnie  und wird schon bald mit seiner Prognose Recht behalten. Sein Vorgesetzter, Polizeichef Cliff Robertson, ist anfangs irritiert, akzeptiert jedoch schnell die Schicksals-Prognose. Doch der Regisseur Jim Jarmusch bedient die Klischees und Erwartungen des Genres nicht einfach, sondern stellt sie betont offensiv aus. Seine Gesellschaftskritik, sein Bloßstellen einer Kultur, die sich allzu oft in oberflächlicher Zitatenspielerei, Likes und Herzchen ergeht und definiert, ist so unsubtil, dass sie kaum ernst zu nehmen ist. Und das ist vielleicht der Punkt eines Films, der zu klug ist, um zu glauben, dass sich durch ihn etwas an den Zuständen ändern könnte. Aktivismus überlässt Jarmusch lieber anderen. Er und sein illustrer Cast haben lieber 100 Minuten Spaß an grotesken Absurditäten, am Spiel mit Genremustern. Wenn die Welt schon verkommt, sollte man zumindest nicht seinen Humor verlieren.