Rolf Miller gehört zu jenen seltenen Bühnenfiguren, die aus dem vermeintlich Nebensächlichen eine eigene Form der Hochkunst gemacht haben. Miller war schon in den frühen Jahren Gast der Kleinkunstbühne, nun kehrt er mit „Ich sag nix“  zurück ins Stadttheater – und zeigt einmal mehr, wie ergiebig das kunstvolle Danebenreden sein kann. Miller spricht, stockt, tastet sich voran, verliert den Faden und findet dabei mit unnachahmlicher Präzision genau dorthin, wo es weh tut. Seine Kunst liegt im Umweg, in der Abschweifung, in jener trockenen Lakonie, mit der er die Absurditäten der Gegenwart freilegt, ohne je so zu tun, als sei ihm an Eindeutigkeit gelegen. Gerade darin liegt der Reiz: Aus Stammeln wird Methode, aus Verlegenheit Stil, aus scheinbarer Harmlosigkeit eine Satire von beträchtlicher Schärfe. Was bei anderen bloß skurril wäre, wird bei Miller zur feinsinnig vergifteten Komik. Ein Wiedersehen mit einem Unverwechselbaren, das Irritation und Vergnügen aufs Schönste verbindet.

 

 

 

Heimat Stadttheater, Kabarett

Rolf Miller

  • „Ich sag nix“
  • s´Maximilianeum
Veranstalter: Kleinkunstbühne s´Maximilianeum