5. Mai 2021
Kino

Fabian oder der Gang vor die Hunde

  • Im Berlin des Jahres 1931 lässt sich der Germanist und Werbetexter Fabian (Tom Schilling) durch das Leben treiben. Während er tagsüber für die Werbung einer Zigarettenfirma zuständig ist, ist er nachts oft mit seinem Studienkollegen Labude (Albrecht Schuch) unterwegs und macht die Unterweltkneipen, Bordelle und Künstlerateliers unsicher. Das sorglose Leben der beiden jungen Männer wird durch eine durch Kommunisten und Nationalsozialisten geteilte Gesellschaft zunehmend bedroht und auch Labude träumt davon, dass die Klassen gegen die Obrigkeit revolutionieren. Fabian kann mit dem politischen Umbruch nicht viel anfangen und kommentiert die Geschehnisse ironisch. Eines Tages trifft er in einem Atelier auf Cornelia (Saskia Rosendahl) und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Fabians naives Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er einer Entlassungswelle zum Opfer fällt, Cornelias Karriere als Schauspielerin jedoch an Fahrt aufnimmt…

Regie
Dominik Graf
20. Mrz 2021
Kino

David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

  • Ein Junge, der ohne Vater aufwächst und eine freie Kindheit erlebt, bis seine Mutter erneut heiratet. Ein gewalttätiger Stiefvater, der sich in dieses friedlich-verspielte Leben drängt und den Jungen aus der Familie. Die Mutter stirbt. Der Junge mäandert durch die Welt, durch grausig schlechte und überraschend fabelhafte Zeiten. Er entwickelt seine Gabe, die chaotischen Wechselfälle des Lebens durch Geschichten festzuhalten. Charles Dickens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielender Klassiker wurde mehrfach verfilmt, die beginnende Industrialisierung düster in Szene gesetzt, der Fokus lag auf den tragischen Begebenheiten, aus denen sich der Held mühsam heraus kämpfen musste. Der phantastische Komiker und Regisseur Armando Iannucci inszeniert ihn nun ganz wunderbar als Schelmenroman. Er lässt David Copperfield mit offenem Mund durch die Welt taumeln, all die merkwürdigen Figuren, die in seinem Leben auftauchen, wieder verschwinden oder ihn begleiten, genau betrachtend –zugewandt, verschreckt, bewundernd, aber nie verurteilend. Copperfields Staunen über die Welt und seine Fähigkeit darüber zu berichten, setzt der Regisseur leichtfüßig in Szene, ohne die Bedrückungen der schwierigen Kindheitsumstände zu verharmlosen. Sternstunden finden statt, wenn der jungerwachsene David auf seine exzentrische Tante Betsy Trotwood und ihren noch schrägeren WG-Genossen Mr. Dick trifft. Ein großartiges Filmvergnügen für die ganze Familie!

      

9. Mrz 2021
Theater

Mata Hari

  • Mata Hari: sagenumwobene Tänzerin, mysteriöse Doppel-Spionin und freiberufliche Künstlerin in Paris kurz vor dem I. Weltkrieg. Ihr Größenwahn bescherte Mata Hari den Erfolg als Tänzerin und Verführerin – am Ende jedoch auch die Exekution durch ein zwölfköpfiges Erschießungskommando. Kann man als freie Künstlerin ohne den gewissen Größenwahn überhaupt überleben? Ein Stück über Mata Hari und die Lebensrealität freier Künstlerinnen, die sich und ihre Kunst nicht als Ware verstehen wollen, aber trotzdem als solche verkaufen müssen.

Sabine Mittelhammer
Es spielt
13. Dez. 2020
Kino

Klang der Stille – Copying Beethoven

  • Die Handlung spielt im Jahr 1824. Ludwig van Beethoven ist mit der Fertigstellung seiner 9. Sinfonie in Verzug, deren Premiere in wenigen Tagen bevorsteht. Sein Musikverleger Schlemmer schickt ihm  die Musikstudentin Anna Holtz als Kopistin zur Unterstützung. Beethoven hat zunächst Zweifel, ob eine Frau für diese Arbeit geeignet ist, fasst jedoch Vertrauen zu ihr, als sie in der Sinfonie eine Änderung vornimmt, die seiner Meinung nach von ihm selbst hätte kommen sollen. Trotz Beethovens Taubheit und seines exzentrischen Verhaltens freunden sich die beiden an und stellen die Sinfonie fertig.

      

13. Dez. 2020
Kino

Blackbird – Eine Familiengeschichte

  • Das amerikanisch-britische Drama erzählt von einer Frau, die unheilbar krank ist und ihrem Leben ein selbstbestimmtes Ende setzen will. Also schart sie ihre Lieben noch einmal um sich, an einem Wochenende in der Weihnachtszeit will sie sich von ihrem Ehemann, den beiden erwachsenen Töchtern und dem Rest der Familie verabschieden. „Eine Familiengeschichte“ ist ein klassisches Film-Kammerspiel mit einem hochklassigen Ensemble, ausgezeichneten Dialog-Texten und eher Zimmer-statt Ortswechseln. Mehr braucht es hier auch nicht, der Anlass für das Familientreffen ist dramatisch genug. Ein in jeder Beziehung sehr sehenswerter Film.  

10. Dez. 2020
Theater

Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

  • Liebe. In all ihren Facetten des Zusammenseins, der Trennung, des Glücks und des Unglücks, der schieren Unmöglichkeit. Liebe – eine immerwährende Illusion? In schnell aufeinanderfolgenden Szenen kämpfen 27 Frauen und 24 Männer um ihr Glück: Hochzeiten geraten ins Wanken, Prostituierte werden enttäuscht, lange verschwiegene Wahrheiten kommen ans Licht, Freundschaften verlieren den Boden. Pommerat erforscht die unerklärliche Kraft der Liebe mal konkret, mal mit tragischer Poesie, mal absurd-surreal, immer scharf beobachtend und oft mit stiller Komik. Wie durch ein schillerndes Kaleidoskop zeigt er die Fragilität zwischenmenschlicher Beziehungen. Wohlbekannte Alltagssituationen geraten mit einem Wimpernschlag aus den Fugen, unerwartete Wendungen stellen die herkömmlichen Vorstellungen von Liebe auf den Kopf.

        

Regie
Jochen Schölch
Besetzung
Butz Buse, Vanessa Eckart, Paul Kaiser, Nikola Norgauer, Hubert Schedlbauer, Thomas Schrimm, Dascha von Waberer, Eli Wasserscheid, Lucca Züchner
8. Dez. 2020
Kino

Ventajas des viajar en tren – die obskuren Geschichten eines Zugreisenden OmU Cine Español

  • Die Verlegerin Helga Pato sitzt im Zug, nachdem sie ihren Mann in der Psychiatrie abgeliefert hat. Im Zug lernt sie Dr. Sanagustin kennen, der ihr von seinem Berufsleben erzählt, insbesondere von einem Fall, wie er ungewöhnlicher nicht sein könnte. Die Geschichte eines Mannes, der beim Militär war, der nur noch einen Arm hatte, der mit dem puren Bösen in Kontakt kam, der einer Psychose erlegen ist. Ist es wahr, was er erzählte, oder alles nur aufeinander abgestimmte Spinnerei?  Der Verlegerin Helga Pato könnte das  egal sein, aber sie wird in diese Geschichte hineingezogen, ist sie selbst doch gerade erst dem Wahnsinn entkommen. Fasziniert ist sie aber auf jeden Fall und möchte mehr wissen. Der Übergang ist fließend, alles geht ineinander über. Der Film erzählt von den Obsessionen seiner Figuren, von deren Perversionen – ob nun eingebildet oder real. Er macht das mit einer immensen Raffinesse, der man sich nicht entziehen kann. Die geschliffenen Dialoge, das Abgleiten ins Surreale, das alles sind Elemente eines großen Films, der in seiner Erzählweise sicherlich bizarr, aber auch höchst faszinierend ist.

      

7. Dez. 2020
Kino

Enfant Terrible

  • Der Film zeigt in dramatischer Form und mit expressiver Bildsprache Episoden aus dem Leben Fassbinders, der in diesem Jahr 75 geworden wäre, und bringt dabei die vielen Facetten des Künstlers zu Geltung: vom genialen Dramatiker und Regisseur über den verzweifelt nach sich selbst und der Liebe Suchenden bis hin zum charismatischen Anführer, der seine Weg- und Lebensgefährten schikaniert und dazu antreibt, ein einzigartiges filmisches Werk zu schaffen. Der Anspruch Roehlers, sich mit seinem Film dem „Fassbinderschen Universum“ zu nähern, kommt in der effektvollen Licht- und Farbdramaturgie sowie dem Szenenbild Fassbinderscher Prägung zum Ausdruck. Vor allem aber in der Bedeutung, die dem Schauspiel als kollektive Leistung beigemessen wird: ein hochkarätiges Ensemble um den Fassbinder-Darsteller Oliver Masucci lässt die wichtigsten Akteure der von Fassbinder beeinflussten Richtung des Neuen Deutschen Films noch einmal auftreten – darunter einige, die selbst damals zum Fassbinderschen „Clan“ gehörten und nun den einstigen WeggefährtInnnen ihre Referenz erweisen. Zu Beginn zeigt der Film eine Liedzeile des von Jeanne Moreau gesungenen Chansons aus  Fassbinders letztem Film „Querelle“: „Each man kills the thing he loves“. Wow!  

3. Dez. 2020
Theater

Sarajevo – Die Toten tanzen noch

  • Die siebte Produktion der Moreth Company ist gleichzeitig die erste, bei der Konstantin Moreth das Stück selbst verfasst hat.

    Ein skurril-düsterer Reigen, ein Tanz auf dem Vulkan, ein Requiem, eine Ode an das Leben, gewidmet den tapferen Einwohnern von Sarajevo. Die Belagerung von Sarajevo bildet den Hintergrund einer morbiden, gleichwohl lebenshungrigen Erzählung. Da, wo der Tod am nächsten ist, brennt das Leben am hellsten. Adem arbeitet in einer Kneipe in Sarajevo. Nacht für Nacht. Adem schläft nicht mehr. Seit er im Krieg seine große Liebe gefunden und wieder verloren hat, lebt er ohne Ziel vor sich hin, umgeben von den immer gleichen Gästen, heimgesucht von den Dämonen seiner Vergangenheit, des Krieges und der Liebe. Abend für Abend erwachen die Geschichten, werden Lieder gesungen, und die Toten sind allgegenwärtig…

    Und dann ist da noch dieser Cellist: Vedran Smailović: 27. Mai 1992. Eine Mörserattacke der Serben auf einen Platz, der 22 Menschen zum Opfer fallen, weil sie um Brot anstanden. Nach diesem Angriff nahm Smailović sein Cello und spielte 22 Tage lang mitten auf verschiedenen Plätzen der Stadt, im Fadenkreuz der Scharfschützen für die Opfer und überlebte es. Dies ist ein universelles Bild für Menschlichkeit angesichts einer menschenverachtenden Situation, wie sie die Belagerung von Sarajevo darstellt.

         

Buch und Regie
Konstantin Moreth
Kostümbild
Bonnie Tillemann
Komposition und Bühnenmusik
Juri Kannheiser
Besetzung
Susu Padotzke, Michaela Weingartner, Alexander Bambach, Konstantin Moreth, Juri Kannheiser
30. Nov. 2020
Kino

Tenet

  • Der Film folgt dem Erlebnis des namenlosen Protagonisten, einem Geheimdienstmitarbeiter. Er und andere Kämpfer werden mit sich aus verschiedenen Zeitebenen überlagerten Realitäten konfrontiert. Bereits in der Eröffnungsszene wird ein mutmaßlicher Anschlag auf ein Opernhaus in der Ukraine gezeigt. Eine Gewehrkugel fliegt rückwärts aus dem Objekt heraus, statt einzuschlagen. Munition und andere Gegenstände werden als „invertiert“ bezeichnet, sie sind mit einer „umgekehrten Zeit“ aufgeladen. Im Verlauf des Films zeigt sich, dass Personen und Objekte tatsächlich gegen die Zeit laufen können. Ein russischer Oligarch nutzt diese Eigenschaft. Der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger dazu: „Es ist tatsächlich so, dass diese momentane Gleichzeitigkeit des diese momentane Gleichzeitigkeit des sich vorwärts und rückwärts in der Zeit des Bewegens eine wichtige Rolle spielt“. Sven Hauburg schreibt für die Teleschau: „Zwar sei es nicht immer leicht, die komplexe Handlung des Films zu verstehen. Man sieht dennoch einen verdammt großartigen Film.“ Lars -Olav Beier schließt seine Rezession im SPIEGEL mit: „So cool hat ein überlebensgroßer Held auf der Leinwand selten gewirkt“.

       

29. Nov. 2020
Kino

That Pärt Feeling – Das Universum von Arvo Pärt OmU engl.

  • Diese Frage versucht Paul Hegeman in seiner Dokumentation zu beantworten, die dezidiert keine klassische Biographie ist, sondern sein Subjekt umkreist und sich ihm behutsam annähert. Er ist einer der meistaufgeführten Komponisten weltweit. Und dennoch tritt er nur selten in der Öffentlichkeit in Erscheinung, schweigt am liebsten zu seiner Musik, fühlt sich in den Wäldern Estlands zu Hause und erzeugt damit unfreiwillig das Image eines Einsiedlers. Arvo Pärt wurde 1935 in einer estnischen Kleinstadt geboren. Früh begann er, sich für Musik zu interessieren, studierte, arbeitete als Tontechniker begann zu komponieren, beeinflusst von Schostakovich, Bartók, später auch Schönberg. Anfang der 80er Jahre wurde Pärt zur Emigration gezwungen, ließ sich in Wien nieder (inzwischen besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft), lebte lange Jahre in Berlin und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten, einflussreichsten Komponisten neuer Musik. Wie schwer es ist, zu beschreiben, wie ein abstrakter Gegenstand wie Musik funktioniert, welche Emotionen sie auslöst, mag auch erklären, warum Arvo Pärt kaum das Wort ergreift. Statt das kaum mögliche zu versuchen und in Worte zu fassen, was Pärt durch seine Musik sagt, beobachtet Hegeman den Komponisten mal bei einem Cello-Oktett in Amsterdam, mal mit jungen Gesangstudenten. Als unprätentiöser Mann erweist sich Pärt hier, der sich augenscheinlich wenig aus Ruhm und Wohlstand macht, sondern ganz in seiner Arbeit aufgeht. Die Dokumentation “Das Arvo Pärt Gefühl“ ist der gelungene und unbedingt sehenswerte Versuch einer Annäherung an ein einzigartiges Werk.

29. Nov. 2020
Kino

Schau mich nicht so an

  • Bei der Suche nach der 5-jährigen Sofia lernt die alleinerziehende Mutter Iva ihre selbstsüchtige Nachbarin Hedi kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine lustvolle erotische Beziehung. Nach längerer Zeit kehrt Ivas Vater zurück und versucht, die vernachlässigte Beziehung zu Tochter und Enkelin wieder aufzubauen. Er und Hedi kommen sich dabei gefährlich nahe und die Situation eskaliert, als sie eine Affäre anfangen.

    Die junge Regisseurin Uisenma Borchu ist eine der großen Hoffnungen des deutschen Films. Am Sonntag, 29.11.20 wird sie uns um17:00 Uhr und 20:00 Uhr ihre Spielfilme “Schau mich nicht so an“ und “Schwarze Milch“ vorstellen, für die sie den Bayerischen Filmpreis und weitere internationale Preise erhielt. 2017 lief ihr Theaterstück “Nachts als die Sonne für mich schien“ an den Münchener Kammerspielen. Uisenma Borchu kam 1984 in der Mongolei zur Welt und zog 5 Jahre später mit ihren Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie bis 2015 an der Hochschule und Fernsehen in München und erhielt für ihre frühen Dokumentarfilme bereits beachtliche Förderpreise. Wir freuen uns sehr auf ihren Besuch bei uns.

29. Nov. 2020
Kino

Schwarze Milch

  • Die Tür der Jurte (Zelt-Haus) muss immer offen bleiben, so will es die mongolische Tradition. Für die Nomadin Ossi ist das ganz klar, denn sonst kommt das Böse nach Hause. Ihre Schwester Wessi jedoch sieht in der offenen Türe eine Gefahr, eine Einladung zum Überfall, hier so ganz allein in der Wüste. Diese gegensätzlichen Perspektiven bestimmen die gesamte Beziehung der beiden Frauen. Wessi zog als Kind in den Westen und wuchs in Deutschland auf. Ossi blieb mit dem Stiefvater in der Mongolei. Nach Jahren kehrt Wessi zurück an den Ort ihrer Kindheit und trifft mit ihrer westlich geprägten Weltsicht auf das traditionsreiche Nomadenleben ihrer Schwester.

    Die junge Regisseurin Uisenma Borchu ist eine der großen Hoffnungen des deutschen Films. Am Sonntag, 29.11.20 wird sie uns um17:00 Uhr und 20:00 Uhr ihre Spielfilme “Schau mich nicht so an“ und “Schwarze Milch“ vorstellen, für die sie den Bayerischen Filmpreis und weitere internationale Preise erhielt. 2017 lief ihr Theaterstück “Nachts als die Sonne für mich schien“ an den Münchener Kammerspielen. Uisenma Borchu kam 1984 in der Mongolei zur Welt und zog 5 Jahre später mit ihren Eltern nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie bis 2015 an der Hochschule und Fernsehen in München und erhielt für ihre frühen Dokumentarfilme bereits beachtliche Förderpreise. Wir freuen uns sehr auf ihren Besuch bei uns.

27. Nov. 2020
Theater

Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit

  • Die triumphale Intrigen-Komödie aus den Vorwehen der Französischen Revolution bietet in dieser Version, statt süßlicher Opernseligkeit geschliffenen Wortwitz und turbulenten Overdrive. Graf Almavivas „Recht der ersten Nacht“ scheint die #MeToo Debatte bereits vorweggenommen zu haben. Reichen Susannes und Figaros Witz als Waffe da noch aus? Munition ist ihnen von Turini in seiner Neubearbeitung des alten Beaumarchaistextes genug gegeben. Bekannter ist der Stoff natürlich in der Opernversion von Mozart, aber alle drei Autoren eint eine Auflehnung gegen jede Obrigkeit mit satirischem Humor.Das Ensemble des Neuen Globe Theaters aus Berlin und Potsdam, das dieses Stück unter den derzeit widrigen Umständen als Sommerproduktion auf die Bühne gebracht hat, ist im Stadttheater ein gern gesehener und beliebter Gast. Zuletzt begeisterten es das Landsberger Publikum mit seiner Version des König Lear von Shakespeare und Molières „Die Streiche des Scarpin“.

      

Regie und Bearbeitung
Andreas Erfurth & Kai Frederic Schrickel
Besetzung
Maxim Agné, Andreas Erfurth, Rike Joeinig, Marius Mik, Kai Frederic Schrickel, Martin Radecke, Magdalena Thalmann und Laurenz Wiegand
26. Nov. 2020
Konzert

Enders Room

  • Der große Saxophonist Johannes Enders betreibt seit Jahren eine Art Laboratorium namens Enders Room. Hier beschreitet er stilistische Pfade, die sich weit aus der Ästhetik von Jazzmusik heraus bewegen. Im Wesentlichen operiert er an den Schnittstellen von Jazz und Electronic. Er schafft ein privates Klanguniversum, bei dem jeder Sound, jeder Beat und jedes kleinste Detail zu einer musikalischen Sprache beiträgt, die unverwechselbar Enders Room ausmachen. Auf der Suche nach Antworten auf die ältesten Fragen der Menschheit, zu denen auch das Verhältnis von Mensch und Maschine gehört, unterstützt ihn seine neue Band mit alten und neuen Weggefährten: Deutschlands zur Zeit aufregendster Trompeter Bastian Stein, Notwists Vibraphonist Karl Ivar Refseth, sowie die Schweizer Groovemeister Wolfgang Zwiauer am Bass und Gregor Hilbe am Schlagzeug und an der Elektronik.

Tenorsaxophon
Johannes Enders
Trompete
Bastian Stein
Vibraphone
Karl Ivar Refseth
Bass
Wolfgang Zwiauer
Schlagzeug
Gregor Hilbe
Klavier
Jean-Paul Brodbeck
24. Nov. 2020
Tanztheater

Out of joint

  • Zwei denkbar unterschiedliche Künstler, ein ungewöhnliches Werk: Unabhängig voneinander entwickelten der Bremer Helge Letonja Bremen und Gregory Maqoma aus Johannesburg eine Choreographie zum Thema „Aus den Fugen geraten“ und setzten dann diese beiden Werke zu einem Stück zusammen. Mit ihrem aufrüttelnden Abend stellen sich die beiden Choreographen den weltweit „aus den Fugen“ geratenen Gesellschaftsordnungen unserer Zeit. Das transkulturelle Werk spiegelt die Realität global bedrohlich schwankender Machtbalancen.

    OUT OF JOINT, nimmt mit emotionalen Bildern eine Stimmungslage in den Blick, die zwischen aufstrebendem Populismus und Extremismus, diffusen Ängsten, Zuschreibungen und Ausgrenzungen taumelt. Glieder suchen Halt, straucheln unter Beschuss der durch Medien verzerrten Realitätsfetzen, pendeln zwischen Versprechungen und bröckelnden Sicherheiten, prallen aufeinander, flirren miteinander, werden zersprengt. Unter treibenden, expressiven Klanggewittern des Tanztheaterkomponisten Serge Weber schreibt sich der Aufruhr individueller wie sozialer Körper im Tanz fort, und ein Aufschrei des Menschen bricht sich Bahn.

     

     

     

Konzept und Choreographie
Helge Letonja & Gregory Maqoma
Tänzer
Kossi Sébastien, Aholou-Wokawui, Thulisile Binda, Oh Chang Ik, Steven Chauke, Mariko Koh, Phumlani Life Mndebele.
23. Nov. 2020
Kino

Persischstunden

  • Sie sind Opfer und Täter, Jude und Nazi, Häftling und Hauptsturmbandführer. Trotzdem sprechen sie eine Sprache, die außer ihnen niemand versteht. Während des Zweiten Weltkriegs, 1942: Gilles, der Sohn eines Rabiners, der eigentlich in die Schweiz fliehen wollte, wird von SS-Soldaten zusammen mit anderen Juden verhaftet. Er entkommt einer Hinrichtung nur knapp, weil er schwört, kein Jude zu sein, sondern Perser. Diese Lüge rettet ihm das Leben, denn Hauptsturmführer Koch, der in einem Durchgangslager die Verpflegung der SS-Leute und der Gefangenen organisiert, sucht dringend jemanden der Farsi spricht, denn er möchte nach dem Krieg in Teheran ein Restaurant eröffnen. Also bringt ihm Gilles, der sich fortan lieber Reza nennt, Farsi bei. Kein echtes Farsi natürlich (das kann er ja selbst nicht) sondern ein Fake – Farsi. „Persischstunden“ ist kein Holocaust-Drama, sondern ein raffiniert konstruierter Film über eine Beziehung, in der das Opfer Lehrer ist und der Täter Schüler. Lars Eidinger und der Argentinier Nahuel Pérez sind großartig in ihren Rollen – es geht um Vertrauen, Macht und Kommunikation. Der unbedingt sehenswerte Film befindet sich in der Vorauswahl zum nächsten Europäischen Filmpreis.

19. Nov. 2020
Theater

Acht Frauen

  • Eine abgelegene Villa, ein verschneiter französischer Ort. Weihnacht. Eine wohlhabende Familie kommt zusammen, um das Fest zu feiern. Sieben Frauen, die achte erscheint unerwartet, nachdem der Hausherr tot aufgefunden wird. Grausam ermordet, ein Messer steckt in seinem Rücken. Tot sind auch Telefon, Autos. Der Schnee liegt meterhoch, man ist von der Außenwelt abgeschnitten. Eine fatale Situation. Panik kommt auf. Ist der Mörder vielleicht noch im Haus? Dazu Misstrauen, Verdächtigungen. Denn eines wird schnell klar: In diesem Fall muss der Mörder eine Mörderin sein! Keine der Damen hat ein Alibi, alle haben ein Motiv, jede ein Geheimnis, jede verstrickt sich im Lauf der aberwitzigen Geschichte mehr und mehr in einem Netz aus Lügen und Heimlichkeiten. Acht Leidenschaften mit ihren aufgestauten Lebensträumen, Frustrationen und Verletzungen prallen auf- und gegeneinander.

    Dem französischen Autor und Regisseur Robert Thomas gelang 1961 mit seinen „Huit Femmes“ ein großer Hit. Francois Ozonverfilmte 2001 das Theaterstück mit einer absoluten Traumbesetzung. Mit feiner Ironie karikiert er die bourgeoisen Verhältnisse der 50er Jahre und spielt lust-voll mit den Rollenbildern dieser Zeit. Den machtvollen Patriarchen, verantwortlich für das materielle Wohl von Familie und Angestellten, nimmt der Autor aus dem Spiel und überlässt das Feld komplett den Frauen.

     

Regie
Thomas Luft
Besetzung
Anja Klawun, Anuschka Tochtermann, Christa Pillmann, Miriam Kendler, Gabriele Graf, Marget Flach, Nathalie Schott/Dagny Dewath
18. Nov. 2020
Kino

Il Traditore – Ala Kronzeuge gegen die Cosa Nostra OmU Cinema Italiano

  • Während der frühen 1980er Jahre tobt ein Krieg im Inneren der sizilianischen Cosa Nostra  zwischen dem aufstrebenden Mafia-Clan der Corleonesi und den Clans aus Palermo. Der hochrangige Mafiaboss Tommaso Buscetta taucht in Brasilien unter, während in Italien alte Rechnungen beglichen und Buscettas Angehörige und Verbündete systematisch ermordet werden. Aufgespürt, verhaftet und von der brasilianischen Polizei nach Italien ausgeliefert, trifft der bis dato loyale Gefolgsmann Buscetta die Entscheidung, gegenüber dem Untersuchungsrichter Giovanni Falcone das Schweigegelübte zu brechen, das er mit dem Beitritt in die sizilianische Cosa Nostra abgelegt hat. Seine Zeugenaussage hilft bei der Verurteilung hunderter Angehöriger der Cosa Nostra in Italien und den USA während des Maxi-Prozesses in den 1980er Jahren. Der in jeder Kategorie ausgezeichnet besetzte und großartig gemachte Film war Italiens Beitrag für eine Oscar-Nominierung 2019 als Bester Internationaler Film. Nach seiner Premiere in Cannes im Mai 2019 sollte er ursprünglich in den deutschen Kinos im April 2020 anlaufen, der Filmstart wurde jedoch wegen der Pandemie auf September 2020 verschoben. Jetzt zeigen wir ihn im FILMORUM.

16. Nov. 2020
Kino

Exil

  • Um diese Frage kreist Visar Morinas großartiger Film EXIL in dem Mišel Matičević den eigentlich perfekt integrierten Kosovo-Albaner Xhafer spielt, der plötzlich an allem zweifelt. Er wohnt mit seiner Frau Nora (Sandra Hüller) und drei gemeinsamen Kindern in einer sehr deutschen Vorstadtsiedlung – und hat eine feste Anstellung in einem Pharmaunternehmen. Auf den ersten Blick könnte Xhafer nicht besser integriert sein, doch das Gefühl, irgendwie nicht richtig dazuzugehören nagt an ihm. Die E-Mail zu der Verlegung einer wichtigen Versammlung in seiner Firma hat er nicht bekommen. Ein Versehen? Vielleicht. Ein Kollege verlangt plötzlich Einsicht in Untersuchungsergebnisse. Reine Routine? Wer weiß. Spätestens wenn plötzlich der Kinderwagen vor dem Reihenhaus in Flammen steht, scheint klar: Jemand hat es auf Xhafer abgesehen. Mit bemühter Selbstbeherrschung versucht er dem gefühlten Mobbing auf den Grund zu gehen, zweifelt an sich, seiner Wahrnehmung, seinem Urteilsvermögen. Am Ende ist er ganz allein, irgendwie Teil der Gesellschaft, aber doch nicht richtig.

      

14. Nov. 2020
Musik

TMT Three for new Sound

  • Mit Monika Roscher, Tom Jahn und Tilman Herpichböhm , haben sich drei Musiker zusammen-gefunden, die schon lange als schillernde Grenzgänger zwischen den Stilistiken unterwegs sind. Monika Roscher entfacht mit ihrer Echoprämierten Bigband zur Zeit ein Feuer in Europa, das seinesgleichen sucht, Herpichböhm trommelt sich durch die angesagtesten Festivals, Jazz- und Elektroclubs, und Tom Tornado Jahn holt sich mit seiner Bigband Dachau standing Ovations auf dem Jazz Festival Montreux. Die drei treten hier in einer klassischen Hammondorgel-Triobesetzung auf. Dabei besticht das Konzept mit einem neuen und spannenden musikalischen Ansatz: ein intensiv erarbeitetes Repertoire an Kompositionen oder besser gesagt musikalischen Szenarien“ dient live als Grundlage für aus dem Moment geborene Improvisationen

Gitarre
Monika Roscher
Hammond Orgel & Synthesizer
Tom Jahn
Schlagzeug
Tilman Herpichböhm
11. Nov. 2020
Theater

Ein deutsches Mädchen

  • Ein aufwühlendes Zweipersonenstück mit verstörenden Einblicken in das Leben von Heidi, die in einer Mittelstandsfamilie in München aufwächst, mit nationalsozialistischem Gedankengut erzogen wird, in die Ferienlager der HDJ fährt und fester Bestandteil der bayerischen Neonaziszene wird. Als sie mit ihrem Freund Felix, rechter Liedermacher, ein Kind erwartet, beginnt ein Wandlungsprozess. Ein Stück gesellschaftspolitisches Theater mit einem einfühlsamen Blick in die Vielschichtigkeit menschlichen Lebens anhand einer Biographie.

      

Regie
Mirko Böttcher
Darsteller
Elisabeth Hütter, Tim Weckenbrock
9. Nov. 2020
Kino

Aretha Franklin – Amazing Grace OmU

  • Unter allen Liedern, die von Gottes Gnaden und der Kraft des Glaubens erzählen, ist „Amazing Grace“ wahrscheinlich das berühmteste. Die Erde wird sich irgendwann auflösen wie Schnee, die Sonne aufhören zu scheinen, doch wer dem Weg des Herrn folgt, auf den wartet ein Jenseits voll Freude und Frieden. So lautet das Versprechen. Obwohl „Amazing Grace“ im 18. Jahrhundert vom ehemaligen Kapitän eines Sklavenschiffs geschrieben wurde, stieg es zur schwarzen Gospelhymne auf. Als in Charleston neun Afroamerikaner erschossen wurden, sang der damalige Präsident Barack Obama den Song bei der Trauerfeier. Der Film zeigt, wie Aretha Franklin an zwei Abenden im Januar 1972 in der New Temple Missionary Baptist Church von Los Angeles ihr gleichnamiges Doppelalbum aufnimmt, das als meistverkaufte Gospelplatte in die Geschichte einging. Aretha Franklin stand zu der Zeit mit 29 Jahren auf dem Zenit ihrer Karriere, hatte 20 Alben herausgebracht, fünf Grammys gewonnen. „Amazing Grace“ singt sie völlig entschleunigt, Silbe an Silbe fügend. Es ist das Lied einer Bekehrung.

       

3. Nov. 2020
Kino

Viel Lärm um nichts

  • Das Thema des Geschlechterkampfes steht im Mittelpunkt dieser gleichermaßen werkgetreuen wie populären Theateradaption, die vor allem von ihrem sprühenden Sprachwitz lebt. Die scharfzüngigen Wortgefechte zwischen der schönen Beatrice und dem eingefleischten Junggesellen Benedikt suchen in der Filmgeschichte ihresgleichen. Wie verkuppelt man zwei Menschen, die kein größeres Vergnügen kennen, als sich gegenseitig zu beschimpfen? Ganz einfach: Man sagt ihnen, dass der eine hoffnungslos in den anderen verliebt ist. Der Regisseur und Schauspieler Kenneth Branagh hat die schöne Komödie mit seinem großartigen Ensemble wunderbar leicht und unterhaltsam verfilmt.

2. Nov. 2020
Kino

Henry V.

  • Der junge König Henry V. Von England erhebt seinen Anspruch auf den französischen Thron. Er setzt mit seinem Heer auf das Festland über, um Frankreich zu stürzen. Doch als Krankheiten und mangelnde Verpflegung das Gefolge dezimieren, droht das militärische Ziel zu scheitern. Der aufwendig und detailgetreu inszenierte Film gerät zu einem Plädoyer gegen Aggression und Krieg. Besonders durch die opulenten und gleichzeitig bedrückenden Bilder sowie die ausgezeichneten Schauspieler wird der Film zu einem eindrucksvollen Kinoerlebnis, das an Klarheit und Dichte seinesgleichen sucht. Zahlreiche Auszeichnungen in allen Kategorien!

29. Okt. 2020
Theater

Der eingebildete Kranke

  • Molières „Le Malade imaginaire“ zählt zu seinen bekanntesten Stücken und scheint durch seine starken Charaktere wie für das Figurentheater gemacht. Sogar der (Un-)Tod selbst übernimmt eine amüsante Hauptrolle.

    Argan ist ein wohlhabender Kaufmann und sterbenskrank – wenn es nach ihm geht. Der Hypochonder unterzieht sich allerlei teurer, aber unnötiger Kuren, so dass seine geldgierige Frau um ihr Erbe fürchtet. Um die medizinische Versorgung dauerhaft und kostengünstig zu gewährleisten, soll Töchterchen Angélique einen vertrottelten Jung-Arzt heiraten. Was kümmert es den Vater, dass Angélique und der vergeistigte Cleánte unsterblich ineinander verliebt sind? Zum Glück gibt es noch die schlaue Haushälterin Toinette, die dafür sorgt, dass am Ende jeder die Medizin bekommt, die er verdient.

    Das Theater Salz+Pfeffer in Nürnberg zählt zu den wenigen Puppentheater in Bayern, das auch Erwachsenenstücke spielt. Nach längerer Pause kommt es wieder einmal auf ein Gastspiel nach Landsberg und wird das Publikum sicher ebenso begeistern wie in früheren Jahren.

Regie
Pierre Schäfer
Spiel
Paul & Wally Schmidt
Puppendesign
Peter Lutz
26. Okt. 2020
Kino

Über die Unendlichkeit

  • Stetig wiederkehrende Motive in diesem lakonischen Kaleidoskop aus Alltäglichem und Existenziellen sind Krieg und Zerstörung, sei es in Gestalt endloser Kolonnen von Kriegsgefangenen oder im Blick in den Führerbunker, wo desolate Gestalten das Ende erwarten. Doch da gibt es auch jene Szene, die heraussticht wegen ihrer traumhaft-entrückten Schönheit: Über dem völlig ausgebombten Köln, einer apokalyptischen Szenerie, schwebt ein Liebespaar, eng umschlungen – ein Bild, das von der Unzerstörbarkeit der Liebe erzählt. Und es gibt Momente von überraschender Leichtigkeit, etwa wenn ein paar Mädchen ganz spontan zu tanzen beginnen. Oder: ein Mann bindet seiner kleinen Tochter mitten in einem Wolkenbruch die Schuhe. Einfache Geschichten von der Absurdität des Alltags, von Leid und Vergänglichkeit und von anrührenden Glücksmomenten. Letztlich eine große Liebeserklärung an all das, was man zusammengenommen Leben nennt.

22. Nov. 2020
Familientheater

Trial & Error

  • Die Szenerie ist schön grotesk und gegensätzlich: Wir befinden uns im „Amt für schicksalshafte Begegnungen innerhalb der beschienten Infrastruktur Berlins“. Spröde Verwaltungsmenschen treffen auf einen romantischen Mann, der sein Schicksal herausfordert und alles zu verlieren droht und doch auf die alles entscheidende Begegnung hofft. So verheddert er sich im Berliner U-Bahn-Netz und verstrickt sich in einer chaotischen Liebesgeschichte. Es ist faszinierend, wie die Spielerinnen den füreinander bestimmten Liebenden Leben auf ihre hölzernen Gesichter oder Papiersilhouetten einhauchen. 

20. Okt. 2020
Kino

Hors Normes- Alles außer gewöhnlich OmU cinema français

  • Der Film erzählt die wahre Geschichte von zwei Männern, die von dem Willen beseelt sind, die Welt für sich und für andere besser zu machen. Bei ihrer Arbeit mit autistischen jungen Menschen in Paris vollbringen Bruno und Malik – der eine Jude, der andere Muslim – tagtäglich kleine Wunder. Über gesellschaftliche Grenzen hinweg gelingt es den beiden, mit viel Engagement, Feingefühl und Humor aus vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine Gemeinschaft zu bilden, in der jeder Einzelne die Chance bekommt, über sich hinaus zu wachsen. Die Kamera ist immer ganz nah bei den Protagonisten und so taucht man unmittelbar ein in den Alltag, die Konflikte, aber auch in die Fröhlichkeit und Schönheit der einzelnen Momente, in denen neben allen Problemen vor allem auch die Einzigartigkeit eines jeden Menschen gefeiert wird. Ein sorgfältig recherchierter Film, der einen liebe- und respektvollen Blick auf alle Protagonisten wirft und dem es mit großer Wärme und Leichtigkeit gelingt, ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema zu erzählen.

19. Okt. 2020
Kino

The Song of Names

  • Der Titel bezieht sich auf ein jüdisches Ritual: Die Namen der Toten des Holocausts werden gesungen, um sie nicht zu vergessen. Erzählt wird die Geschichte von zwei Jungen, die wie Brüder aufwuchsen, aber der eine ein Genie mit der Violine, verschwand am Tag seines ersten großen Konzerts. Und der andere hat seitdem niemals die Suche nach ihm aufgegeben. Die Hauptfiguren Dovidl und Martin sind gebrochen. Dovidl, weil er das Schicksal seiner Familie nie verwunden hat, Martin, weil er das plötzliche Verschwinden des Bruders nie verarbeiten konnte. Ihrer beider Leben wurde aus der Bahn geworfen. Sie fanden Ihren Weg, aber nicht unbedingt den, den sie sich als junge Männer erträumt hatten. François Girard hat einen beeindruckenden Film aus der Romanvorlage gemacht. Er versteht es meisterhaft, mit drei Zeitebenen zu jonglieren, zeigt Martin und Dovidl als Kinder, als junge und als alte Männer – und jedes Mal sind sie unterschiedliche Menschen, weil das Leben sie verändert hat. Tim Roth und Clive Owen spielen hervorragend, aber auch die jüngeren Versionen ihrer Figuren sind exzellent besetzt. Das Finale ist ein Moment, der ein ganzes Leben beschreibt und der – zum besseren oder zum schlechteren – sowohl Martin als auch Dovidl den Frieden bringt, den sie so lange ersehnt haben.

17. Okt. 2020
Theater

Atmen

  • CO2-Ausstoß, Klimawandel, Umweltkatastrophen, Überbevölkerung, Welthunger! In der IKEA-Schlange wartend trifft es ein modernes, umweltbewusst-reflektiertesGroßstadt-Paar um die 30 plötzlich aus heiterem Himmel: Sollte man angesichts dieser globalen Großprobleme ein Kind in die Welt setzen oder lieber nicht? Ein Kind, daseinen größeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt, als sieben Jahre lang täglich nach New York und zurück zu fliegen, andererseits ja aber irgendwann einmal auch zum Retter genau dieser Welt werden könnte?Der Konflikt reißt beide Figuren schnell in einen anhaltenden Strudel aus Distanz und Nähe – es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, die ihren Lebensentwurf auf den Kopf stellt und von missglückten Empfängnis-versuchen über Fehlgeburt und Trennung bis zur Versöhnung und weiter führt.In rasantem Tempo gleitet „Atmen“ wie ein filmisches Close-Up voller Humor und warmherziger Ironie durch ein ganzes Menschendasein, überspringt zwischen zwei Repliken immer wieder mehrere Tage, Wochen, Jahre und reiht in schnellen, cineastischen Schnitten alle wichtigen Stationen des Lebens vom Verliebtsein bis zum Tod naht- und übergangslos aneinander.Ein atemloser Dialog über Liebesbeziehungen, den Zustand der Welt und die Suche nach unserem Platz in beidem. Agnes Decker und Benedikt Zimmermann sind hierfür das perfekte Bühnenpaar, wieder in der Regie von Domagoj Maslov (wie bei Schwester von).

     

Regie
Domagoj Maslov
Schauspiel
Agnes Decker und Benedikt Zimmermann
14. Okt. 2020
Theater

Don Quijote

  • Ein verarmter Landjunker schmückt seinen tristen Alltag damit aus, sich in die Welt seiner geliebten Ritterromane zu träumen. Freunde und Nachbarn versuchen so verzweifelt, ihn von der gefährlichen Literatur fernzuhalten, dass er schließlich mit einem zwangsverpflichteten Knappen in die große weite Welt zieht, um nun endlich außeralltägliche Heldentaten zu begehen: Don Quijote und Sancho Panza sind geboren! Der verträumte Idealist mit seinem anachronistischen Hang zum Heroischen, der Windmühlen als zu bekämpfende Riesen sehen will und der pragmatische Realist, der seinem Freund und Herrn in die verrücktesten Abenteuer folgt. Gemeinsam kämpfen sie ebenso gegen Alltägliches in monströser Erscheinung wie gegen den Zwang zur vorgeschriebenen Norm. Auf der endlosen Suche nach der perfekten Aventüre begegnen Don Quijote und Sancho Panza mächtigen Gegner, wunderschönen Fräulein und schließlich sogar dem eigenen Ruhm, da ihre Geschichte erfolgreich niedergeschrieben und verbreitet wurde. Miguel de Cervantes Roman war 1605 ein fulminanter Startschuss in die literarische Moderne.

    Die weltberühmte Erzählung ist eine verrückte Hypersatire, ein zeitloser philosophischer Spiegel, eine großartige Erzählung von unverbrüchlicher Freundschaft, eine Huldigung der Fantasie als bestes Mittel gegen die Unbill des Lebens und ein bis heute gültiger Appell, die eigene Geschichte trotz aller Hindernisse selbst zu schreiben!

Inszenierung
Anne Verena Freybott
Schauspiel
Elisabeth Hütter, Tobias Loth, Tim Weckenbrock
12. Okt. 2020
Kino

Das Vorspiel

  • Anna Bronsky ist Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie setzt gegen den Willen ihrer Kollegen die Aufnahme eines Schülers durch, den sie für sehr talentiert hält. Engagiert bereitet sie diesen auf die Zwischenprüfung vor und vernachlässigt dabei ihre Familie: Ihren Sohn Jonas, den sie in Konkurrenz zu ihrem neuen Schüler bringt und ihren Mann Philippe. Ihr Kollege Christian, mit dem sie eine Affäre hat, überredet sie in einem Quintett mitzuspielen. Als Anna in einem Konzert als Geigerin versagt, treibt sie ihren Schüler zu Höchstleistungen an. Am Tag der entscheidenden Zwischenprüfung kommt es zu einem folgenschweren Unglück.

    Der Film erhielt auf den Filmfestspielen in San Sebastian und Stockholm sowie auf dem Filmfest Hamburg Auszeichnungen für die Regie und das Drehbuch. Nina Hoss wurde als Beste Schauspielerin ausgezeichnet.    

10. Okt. 2020
Und mehr

Das HPVN und der HPV Landsberg laden ein zur Film-Matinée Vom Leben und Sterben

  • Zum Inhalt es Films:Nach sechs Jahren vergeblichen Hoffens auf Besserung wünscht sich der erfolgreiche Gitarrist Robert Wolf, der nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist, nichts sehnlicher, als in Würde sterben zu dürfen.Robert Wolf, der erfolgreiche Gitarrist der Band „Quadro Nuevo“, und die wesentlich jüngere Angelika bekennen sich 2007 öffentlich zu ihrer Liebe. Doch weniger als ein Jahr danach erleidet Robert einen folgenschweren Autounfall. Seitdem ist er querschnittsgelähmt und fast völlig von fremder Hilfe abhängig. Sechs Jahre lang arbeitet das Paar vergeblich an einer Verbesserung von Roberts Zustand. Aber ein Leben, in dem er keine Musik mehr machen kann, will er nicht leben. Er fasst den Entschluss zu sterben. Angelika weigert sich, diesen Weg mitzugehen. Der Dokumentarfilm zeigt ruhig und poetisch die unterschiedliche Entwicklung des Paares und beleuchtet dabei auf differenzierte Weise das Thema Sterbehilfe: Da ist einerseits eine junge Frau, die noch viel von der Zukunft will und nicht verstehen kann, warum ihr Mann sich gegen das Leben und damit auch gegen sie entscheidet.Im Anschluss wird in einer offenen Gesprächsrunde (soweit es Corona zulässt) Gelegenheit sein, sich kennenzulernen und sich über die Inhalte des Films auszutauschen.Einlass nur mit telefonischer Anmeldung beim HPV Landsberg  08191/42388  (Bürozeiten: Montag bis Freitag, jeweils von 9.00 – 13.00 Uhr, Donnerstag von 15.00-18.00) – die persönlichen Daten werden beim Einlass registriert.

4. Nov. 2020
Kino

Romeo & Julia OmU english cinema

  • Kritik aus dem Lexikon des Internationalen Films: „Aus Versatzstücken des aktuellen Actionkinos, der Popmusik-Kultur, einer gehörigen Dosis religiösem Kitsch und dem 400 Jahre alten Originaltext entstand eine durch die Fülle der Einfälle die Wahrnehmungsfähigkeiten des Zuschauers herausfordernde fulminante Version der Shakespeare‘schen Liebestragödie. Der Film ist ein spannender Versuch, Shakespeare in einem aktuellen Kontext der Reflexion über Gewalt und moderne Medienkultur anzusiedeln.“ Die überaus erfolgreiche Verfilmung wurde auf internationaler Ebene mit vielen Auszeichnungen bedacht.

5. Okt. 2020
Kino

Dreiviertelblut – Weltraumtouristen

  • Dass er einmal in einer Band spielen würde, die Songs auf Bayerisch singt, das hätte Gerd Baumann noch vor zehn Jahren nicht gedacht. Inzwischen ist der Gitarrist, Komponist und Filmmusiker zusammen mit dem Sänger und Songtexter Sebastian Horn damit sehr erfolgreich. Gemeinsam gründeten sie 2012 die Band „Dreiviertelblut“. Filmemacher Marcus H. Rosenmüller, der mit den beiden Musikern befreundet ist, hat zusammen mit seinem Co-Regisseur Johannes Kaltenhauser einen Dokumentarfilm über die Band gedreht. Der Film zeigt zwei Konzerte in München, einmal im Prinzregententheater, einmal im Circus Krone, und lässt die Musiker an außergewöhnlichen Orten zu Worte kommen. Die sympathische Art der Protagonisten, Auskunft über ihre musikalische Motivation zu geben und spielerisch zu philosophieren, lässt den gesamten Film sehr entspannt und unterhaltsam wirken. Die kunstvoll zwischen Konzertbühne und anderen Schauplätzen wechselnde Montage verwebt die einzelnen Momenteindrücke zu einem dichten Gesamtbild. Das Ergebnis ist ein ganz wunderbarer Film, den man nicht versäumen sollte!

      

4. Okt. 2020
Kino

Schlingensief – in das Schweigen hineinschreien

  • Ein Film über den 2010 mit 49 Jahren verstorbenen Film- und Theaterregisseur und Aktionskünstler, der über mehrere Jahrzehnte hinweg ein künstlerisches Werk geschaffen hat, das in seiner Art und Wirkung unvergleichbar ist und den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland  mitprägte. Der Fokus des Films liegt auf Schlingensiefs  Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu Deutschland war widersprüchlich. Dass er 2004 in Bayreuth Wagners “Parsifal“ inszenieren durfte und später die Einladung erhielt, den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu Venedig zu gestalten, erfüllte ihn aber auch mit Stolz.

       

4. Okt. 2020
Kino

Berlin Alexanderplatz

  • DIE ZEIT schwärmt: „Wo soll man anfangen bei diesem Film? Diesem Kosmos an Farben, Tönen, dieser Lebens- und Liebesgeschichte, die einen drei Stunden lang in den Kinosessel drückt. Diesem Werk, das man ohne Übertreibung gewaltig nennen kann. BERLIN ALEXANDERPLATZ ist weit mehr als ein großer Schauspielerfilm und eine virtuose Literaturverfilmung – es ist eine Parabel gegen den Rassismus. Gegen das Wegschauen.“ Verleihung des Deutschen Filmpreises: Bester Spielfilm und fünf weitere Hauptpreise!

      

3. Okt. 2020
Kabarett

Werner Koczwara

  • Manche Kritiker nennen es ein Wunder und meinen damit: wie kann man aus etwas Knochentrockenem wie Justiz und Paragraphen brüllend komisches Kabarett machen? Werner Koczwara kann. Und das in der Fortsetzungsschleife wie er mit seinem kabarettistischen Dauerbrenner „Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt“ zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 der Kleinkunstbühne Landsberg am 3. Oktober 2020 beweisen wird. Beginn im Theatersaal ist um 19:30 Uhr. Wenn man für einen Programmtitel nichts Geringeres als die Schöpfung bemüht, dann ist quasi Pflicht, ein epochales Werk zu schaffen. So geschehen bei Werner Koczwara. Bereits im Jahr 2000 erblickte das Programm „Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt“ das Licht der Kabarettbühnen. Mit inzwischen weit über 1000 Aufführungen ist es das meistgespielte Programm des deutschsprachigen Kabaretts. Das hat Koczwara, bereits im Jahr 1991 mit dem Programm „Warum war Jesus nicht rechtsschutzversichert“ einschlägig aufgefallen, den Titel „Erfinder des Justizkabaretts“ eingebracht. Mit knochentrockenem Humor, rabenschwarzer Satire und rhetorischer Brillanz pflügt der Schwabe durch das juristische Unterholz. Und weil seit der Erstaufführung jegliche Versuche einer Vereinfachung der deutschen Gesetzgebung zu immer neuer Komplexität führte und immer neue Blüten treibt, ist das Programm so amüsant und aktuell wie am Tag seiner Schöpfung.

28. Sep 2020
Kino

Wege des Lebens

  • Der Mittfünfziger Leo (Javier Bardem) öffnet nicht die Tür, als seine Haushaltshilfe klingelt, und er geht auch nicht ans Telefon, als seine Tochter Molly anruft. Als sie beide dann gemeinsam die Wohnung betreten, liegt Leo lethargisch im Bett, reagiert kaum und scheint verwirrt. Er leidet unter einer Hirnatrophie. Leo stammt aus Mexiko und war einst Schriftsteller. Nun lebt er seit über 30 Jahren in den USA und hat eine Wohnung in New York. Er will seiner Tochter Molly so viel erzählen, schafft es aber nicht, seine Gedanken zu ordnen. In seinem Kopf vermischen sich die Gegenwart und die Erinnerungen an verschiedene wichtige Ereignisse zu unterschiedlichen Zeitpunkten seines Lebens. Die Regisseurin Sally Potter arbeitet mit Rückblenden beziehungsweise mit Traumsequenzen. Diese Szenen in Leos Fantasie sind durch besonders intensive Farben oder weitaus schnellere Bewegungsabläufe in Kamera und Schnitt gekennzeichnet und zudem wesentlich künstlicher inszeniert. Momente im Hier und Jetzt werden betont realistisch dargestellt. Der Film lebt von Javier Bardems atemberaubender Performance, wenn er Leos Verzweiflung, Traurigkeit und seine Abwesenheit perfekt zum Ausdruck bringt. Dabei stimmt seine Unfähigkeit, sich vorwärts zu bewegen, absolut mit einem von Sally Potters Lieblingsthemen überein: Transition.

      

27. Sep 2020
Konzert

Walter Lang Trio

  • Walter Lang, Thomas Markusson und Magnus Öström stehen für ein Pianotrio, das alles hat, was derartige Formationen schon immer von anderen Besetzungen abhob: Ein sprechendes, fast singendes Klavier, das Geschichten voller Schönheit, Authentizität und Spannung zu erzählen versteht, ein komplementierender, die Atmosphären perfekt grundierender Bass und ein Schlagzeug, das einem die absolute Sicherheit verleiht, das sich alles in die richtige Richtung bewegt.    

Klavier
Walter Lang
Kontrabass
Thomas Markusson
Schlagzeug
Magnus Öström
24. Okt. 2020
Musik

Carlos Cipa & Ensemble

  • Carlos Cipa, ehemaliger Schüler an der Landsberger Musikschule, ist heute ein international gefragter Pianist und Filmmusikkomponist. Man kann getrost behaupten, dass er heute auf einer Stufe mit Komponisten wie Max Richter, Hauschka oder Jóhann Jóhannsson steht. Die Tour zu seinem neuen, bei Warner Classics erschienenen Album „Retronyms“ führte ihn durch zahlreiche Länder. Presse und Publikum waren beeindruckt. In Landsberg konnte er leider das Programm coronabedingt nicht wie geplant im März vorstellen. Nun ist ein weiteres Album von Carlos Cipa erschienen. Auf 11 Correlations spielt er elf eigene Kompositionen auf elf verschiedenen Klavieren. Elf Klaviere kann ihm seine Heimatstadt nicht bieten, aber am 24.10. wird er zwei Konzerte auf zwei verschiedenen Flügeln geben. Um 18:00 im Rathaus auf dem Steinway und um 20:30 im Stadttheater auf dem dortigen Yamaha. Die Konzerte dauern jeweils ca. eine Stunde und finden unter Beachtung sämtlicher Abstands- und Hygieneregeln statt. In beiden Sälen daher nur sehr eingeschränkte Zuschauerkapazität.

     

22. Sep 2020
Kino

Die schönsten Jahre eines Lebens

  • Jedes Mal, wenn Anne ihn in dem Altenheim „Sitz des Stolzes“ besucht, muss sie sich Jean-Louis erneut vorstellen. Jedes Mal hält er sie für einen Neuzugang. Sie bleibt eine Unbekannte für ihn, mithin eine mögliche Eroberung. Aber zugleich scheint sie ihm vertraut: Ihr Blick und ihre Geste, mit der sie ihre Haarsträhne zurückstreift, wecken seine schönsten Erinnerungen. Das Vergessen ist das Wunder des Entdeckens. Vor einem halben Jahrhundert haben die zwei Filmgeschichte geschrieben, als sie sich am Strand von Deauville verliebten. Damals war sie ein Skriptgirl und er ein gefeierter Rennfahrer. Nun sitzt Jean-Louis im Rollstuhl. Sein fürsorglicher Sohn hat die Wiederbegegnung mit Anne eingefädelt. Sie zögert erst, denn es ging damals nicht gut aus mit ihnen. 1966 war „Ein Mann und eine Frau“ ein weltweites Phänomen: ein Wechselbad aus ungenierter Sentimentalität und dem Aufbruchsgeist der Nouvelle Vague, der die Goldene Palme in Cannes gewann sowie zwei Oscars. „Die schönsten Jahre des Lebens sind die, die man noch nicht erlebt hat“ lautet das Motto Victor Hugos, das Lelouch dem Film vorangestellt hat. Mit Furor arbeitet er daran, einer altmodischen Vorstellung von Charme, Gelanterie und Verzauberung im Kino wieder Glanz zu verleihen. Wie schön!

       

21. Sep 2020
Kino

Sorry we missed you

  • Das nordenglische Städtchen Newcastle: wie die meisten versucht die Familie Turner mehr schlecht denn recht zu leben, besser gesagt, zu überleben und sich gegen die Unwägbarkeiten des Alltags zu wehren. Einst bewohnten sie ein Eigenheim, doch nach der Finanzkrise 2008 mussten sie es verkaufen und leben nun in einer beengten Mietwohnung. Während die Mutter einem harten Job als mobile Krankenschwester nachgeht, schlägt sich ihr Mann verzweifelt von Aushilfsjob zu Aushilfsjob durch, nie richtig arbeitslos – aber auch nie richtig angestellt. Das Geld reicht nicht für ein wenig Lebensqualität. Ken Loachs Film über diesen Überlebenskampf der Familie Turner gehört zu seinen eindringlichsten und schönsten der letzten Zeit. Unaufgeregt und frei von Klassenpathos erzählt Loach mit großer Menschlichkeit, die sich allein dank empathischer Alltagsbeobachtungen einstellt. Es gibt keine Krisen zu bewältigen, aber der Alltag selbst ist eine einzige Krisensituation. Auch wenn der Schauplatz des Films England ist, kann man die Strukturen in ganz Europa finden, in allen Ländern, in denen die Sozialsysteme zunehmend schwächer werden und Profitdenken längst zur alles überstrahlenden Hauptsache geworden ist.

      

20. Sep 2020
Kino

Anton Bruckner – Das verkannte Genie

  • Der Komponist Anton Bruckner (1824-1896) gilt heute zu den wichtigsten Vertretern der Romantik. Aufgrund vieler Missverständnisse und Vorurteile wurde Bruckner zu Lebzeiten lediglich als Organist geschätzt. Seine außergewöhnlichen Sinfonien trafen damals nicht den Zeitgeist. Mit dem Wissen der Moderne blicken bedeutende Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Kent Nago und Valery Gergiev auf das Gesamtwerk zurück und bescheinigen, dass   der Österreicher als Genie der Töne zu sehen ist. Unter der Leitung von Valery Gergiev geben die Münchener Philharmoniker Werke von Anton Bruckner zum Besten.

      

17. Sep 2020
Theater

Schwester von

  • Sie ist nur die Schwester von… Sie ist Ismene, Tochter des Ödipus, Schwester der Antigone. Sie ist die „kleine“, unbedeutende Schwester. Sie erzählt ihre Version der Familiengeschichte. Sophie Rogall tut dies in packender Weise in einem nie langweilig werdenden Monolog. Theaterleiter Florian Werner: „Ich habe das noch selten erlebt, ich sah irgendwann nur noch Sophies Gesicht und habe ihr zugehört“.

Regie
Domagoj Maslov
Schauspiel
Sophie Rogall
14. Sep 2020
Kino

Undine

  • Das Drama orientiert sich frei an dem bereits vielfach adaptierten Undine-Mythos. Der Regisseur Christian Petzold, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, verlegte die Sage um die unheilvolle Wasserfrau ins Berlin der Gegenwart: Die studierte Historikerin Undine arbeitet in einer Senatsstelle für Stadtentwicklung und bietet Stadtführungen an. Als ihr Freund Johannes die Absicht verkündet, sich von ihr trennen zu wollen, wird Undine von einem Fluch eingeholt. Sie ist ein Elementargeist und dazu bestimmt, den Verrat ihres Freundes mit dessen Tod zu rächen und ins Wasser zurückzukehren, aus dem sie einst gerufen wurde. Aber Undine wehrt sich gegen diese Bestimmung und will weder ihren Freund töten noch Berlin verlassen. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft mit Christoph, der als Industrietaucher arbeitet. Undine verliebt sich in ihn und beide verbringen eine glückliche Zeit miteinander. Christoph ist von ihrer Bildung beeindruckt und zeigt ihr seine Welt unter Wasser, die sie schon kennt. Undine liebt wiederum seinen Spürsinn. Als Christophs Gespür ihm sagt, dass Undine vor etwas davonläuft, fühlt er sich selbst von ihr verraten. Undine muss daraufhin eine Entscheidung treffen. Wird ein Fluch niemals aufgehoben, sondern allenfalls umgelenkt? Und welcher Opfer bedarf es, um am Ende die Unschuldigen zu schützen? Christian Petzold findet schöne und schlüssige Antworten darauf…

      

13. Sep 2020
Konzert

Keglmaier / Maxi Pongratz Doppelkonzert

  • So 13. Sep 17:00 Uhr & 20:00 Uhr Beide Künstler sind keine Unbekannten in Landsberg. Maxi Pongratz von Kofelgschroa und Evi Keglmaier von Zwirbeldirn stellen jeweils ihre aktuellen Programme vor.Nach dem Ende von „Zwirbeldirn“ hat Evi Keglmaier („Die Hochzeitskapelle“ u.v.m.) ihr musikalisches Profil geschärft: ihre – durchwegs selbstgeschriebene – Musik ist minimalistisch. Mit der Bratsche und ihrer Stimme erzeugt sie unkonventionelle Klangfarben mit Sogwirkung. Greulix Schrank, Bühnenhüne und kongenialer musikalischer Begleiter (früher Schlagzeuger der „Schweisser“, Theatermusiker und Macher zahlreicher Hörspiele) zaubert dazu einfühlsame Beats und Klänge, die ungewöhnliche Kombination aus akustischer Natürlichkeit und synthetischen Sounds macht „Keglmaier“ zu einem mal mehr, mal weniger elektronisch, aber immer sehr eigen klingenden, kraftvoll-charmanten Gesamtkunstwerk. Die Lieder von „Keglmaier“ fischen nur selten in flachen Gewässern – sie wühlen den Bodensatz der Seele auf, fassen ihn in musikalisch-poetische Bilder und betrachten ihn liebevoll unter dem Mikroskop. Maxi Pongratz, der Akkordeonspieler, Texter, Liedschreiber und ein Kofelgschroa der ersten Stunde, ist ein Pendler zwischen Groß- und Kleinstadt, zwischen München-Obergiesing und Oberammergau, zwischen dem großen Ganzen und dem oft übersehenen, wunderlichen Kleinen.Dass er mit seinem Akkordeon in schnellen Schritten, oder plötzlich stockend und schleppend den musikalischen Grund für seine Gedanken legt macht manchmal glücklich, manchmal lässt es uns lachen aber manchmal bleibt uns selbiges auch im Halse stecken.     

Bratsche, Gesang
Evi Keglmaier
Beats & Klänge
Greulix Schrank
Akkordeon
Maxi Pongratz
13. Sep 2020
Kino

Ruben Brandt, Collector

  • Nun hätten wir an diesem Wochenende unsere vertraute, geliebte Landsberger Kunstnacht haben sollen. Bedauerlicherweise kommt uns Corona übermächtig in die Quere. Wir haben uns um ein „Trostpflaster“ bemüht: Ruben Brandt, ein Psychotherapeut, wird in seinen Träumen von berühmten Bildern der Kunstgeschichte verfolgt. Um seinen Seelenfrieden wiederzuerlangen, beauftragt er (völlig durchgeknallt) die kleptomanische Zirkuskünstlerin Mimi und ihre Bande  professioneller Kunsträuber, weltbekannte Meisterwerke u.a. aus den Uffizien, dem Louvre, dem Musée d‘orsay und der Ermitage zu stehlen. Erst wenn alle Meisterwerke sich in seinem Besitz befinden, hofft er wieder einen ruhigen Schlaf finden zu können. Geht uns ja möglicherweise nicht viel anders! Man muss aber auch nicht unbedingt ein Kunstliebhaber sein, um diesen höchst originellen Animationsfilm genießen zu können. Wie genüsslich der Maler, Multimediakünstler und Animationsfilmregisseur Milorad Krstić die Kunstszene mit dem organisierten Verbrechen assoziiert, macht einen Riesenspaß. Das ist voller Ironie, visuell absolut berauschend und auch Soundtrack und Musik sind mitreißend. So schafft es der Filmemacher, gleich mehrere Genres zu bedienen, ganz en passant ein wenig Nachhilfe in Malerei, Musik und Filmgeschichte zu geben und dem Zuschauer ein großes Vergnügen zu bereiten. Fast wie die Landsberger Kunstnacht…  

4. Aug. 2020
Kabarett

Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn im Theatergarten

  • Nach der langen Corona-Pause präsentiert die Kleinkunstbühne „s’Maximilianeum e.V.“ auf der Freibühne des Stadttheaters die aus Funk und Fernsehen bekannte Gruppe „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“.

    Otto Göttler, das Urgestein der neuen Volksmusik, Geli Huber und Tobias Andrelang setzen nicht nur mit Ziach, Harfe und Kontrabass ganz besondere musikalische Ausrufezeichen. Ihr Programm „Da kema drei“  ist ein Wortspiel mit Hintersinn und Tücke. Gespickt mit vielfältiger Volksmusik packt es Themen an, die uns oft im Alltag entfallen. Mit Witz und Empörung sezieren die drei die vertrackte Zeit, in der wir leben, karikieren feinsinnig die Fallen, die uns gestellt werden und fragen, wen der Rettungsschirm, der aufgespannt wird, denn eigentlich auffängt. Die Landsberger Kleinkunstbühne  lädt ein zu wortgewandter Schlitzohrigkeit und Volksmusik, die wie ein frischer Wind von der Bühne runter weht.

1. Aug. 2020
Theater

Mandragola

  • Da die Zeiten gerade ernst genug sind, haben wir uns entschlossen Ihnen als Sommertheater eine leichte Komödie zur Ablenkung anzubieten. Es gibt genug Platz und wir freuen uns auf Ihren Besuch. Beginn ist immer um 20:30 Uhr (nicht 21:00 Uhr wie ursprünglich angekündigt) und es wird bei jedem Wetter – außer Gewitter oder Starkregen – gespielt.

    Arlecchino und sein Herr Federigo, ein Poet und Lebemann, sind in Venedig gestrandet und abgebrannt. Federigo verliebt sich in die schöne Donna Vanessa, die Frau des alten, geizigen Don Pantalone, dessen sehnlichster Wunsch es ist, einen Erben zu zeugen. Das dies nicht klappt, ist natürlich nur die Schuld Vanessas vermeintlicher Unfruchtbarkeit. Alecchino lernt den Dottore kennen, der als Freund des alten Pantalone diesem – natürlich gegen Bezahlung – helfen möchte, die missliche Lage zu überwinden. Kurzerhand gibt Arlecchino seinen Herrn als berühmten Arzt aus, der sicher ein Kraut weiß, das gegen die Zeugungsprobleme hilft: Mandragola – die Alraune.

    Rosendorfer hat die etwas sperrige Komödie des großen Machiavelli in eine kurzweilige Geschichte im Stile und mit der Figuration der Commedia dell’arte verwandelt. Geiz, Wollust und Materialismus werden in dieser Figuration in ihrer Lächerlichkeit vorgeführt.

    Neben Konstantin Moreth, der diese Komödie auch inszeniert, spielen Hannah Moreth, dem Landsberger Publikum aus mehreren Auftritten bekannt, Sebastian Gerasch, der bereits als „Luther“ unser Publikum überzeugte, Michaela Weingartner, die ebenso im Herbst (hoffentlich) in „Sarajevo“ erneut auf unserer Bühne stehen wird, sowie Franck Oskar Schindler in der Rolle des Arlecchino. Karsten Gnettner zeichnet nicht nur für die Musik verantwortlich, sondern spielt auch – zusammen mit Florian Werner – die Nebenrollen. Unser Herbert Seibold wird Sie mit seinem Team im Theatergarten bewirten.

     

28. Jul 2020
Kino

Die Känguru- Chroniken

  • Seit gut zehn Jahren gibt es das Känguru, erfunden vom Autor, Liedermacher und Kleinkünstler Marc-Uwe Kling, der für einen Podcast aus seinem fiktiven WG-Leben mit dem sprechenden Känguru erzählte. Nach erfolgreichen Hörbüchern und Büchern mit dem Känguru kommt nun der von Fans heiß erwartete Film.Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Montag 20.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

     

27. Jul 2020
Kino

Cunningham OmU

  • In poetischen Bildern begleitet der Film, Cunninghams künstlerischen Werdegang in der Zeit von 1944 bis 1972, der geprägt war von Risikofreude und innovativer Kraft. Von den frühen Jahren in New York, in denen sich Cunningham als Tänzer durchzusetzen versuchte, bis zu seinem Durchbruch als einer der visionärsten Choreografen der Welt. Sein Lebenswerk und seine Ideen beeinflussen noch heute Künstler und Choreografen weltweit.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Montag 20.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

25. Jul 2020
Musik

Delta Percussion Ensemble im Theatergarten

  • Neben Hexagon, das viele unserer Besucher bereits bei ihren Konzerten im Theater kennengelernt haben, ist dies ein weiteres Ensemble aus der Schmiede von Christopher Fellinger.

    Das Delta Percussion Ensemble, bestehend seit 2016, zeichnet sich durch überraschende Klänge, witzige Arrangements, Spielfreude und faszinierende Virtuosität aus. Die vier jungen Musiker*innen, zwischen 16 und 18 Jahre, kann man durch ihr exzellentes musikalisches Zusammenspiel, Virtuosität und unglaubliche Vielseitigkeit als „Upcoming Percussion Artists“ bezeichnen. Zu ihrem Programm “World Percussion Colors“ gehören leidenschaftlicher Tango, meditative Klänge, Afrikanische Vibes, Minimal Music, schwindelerregender Bulgarischer Tanz, amüsante Showstücke wie ungewöhnliche Arrangements der Musik des Paten und Rocky sowie tanzbare groovige Stücke wie „We speak no Americano“.

    Unter der musikalischen Leitung von Christopher Fellinger gelingt es den vier Musikern mit ihrer Freude am Spiel und der immer wieder überraschenden Stücke mühelos das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Percussion
Sara Jost, Johanna Ströer, Jonas Perner, Quirin Weder
Musiklaische Leitung
Christoph Fellinger
23. Jul 2020
Kino

Jojo Rabbit

  • In dieser Zweiten-Weltkrieg-Satire wird das Weltbild des einsamen deutschen Jungen Jojo auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass seine alleinerziehende Mutter auf ihrem Dachboden ein jüdisches Mädchen versteckt. Jojo muss sich daraufhin seinem blinden Nationalismus stellen, der durch seinen idiotischen imaginären Freund Adolf Hitler genährt wird. Der jüdisch-maori-stämmige Regisseur Taika Waititi begibt sich in die großen Fußstapfen von Chaplin und Lubitsch und versteht sein Werk ganz allgemein als „Anti Hass-Satire“.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 16.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

20. Jul 2020
Kino

Die Wütenden – Les Misérables

  • Es brennt in den Vorstädten … Schon bei seinem ersten Einsatz spürt der Polizist Stéphane, der Neuling in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil, die Spannungen im Viertel, in dem es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei kommt.  Bei der versuchten Verhaftung eines jugendlichen Verdächtigen werden die Polizisten mit Hilfe einer Drohne gefilmt. Ihr fragwürdiges Vorgehen droht öffentlich zu werden, und aus den Gesetzeshütern werden plötzlich Gejagte…

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Montag 13.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

19. Jul 2020
Kino

Neil Young Year of the Horse OmU

  • Opulent porträtiert Jim Jarmusch die große Year of the Horse-Welttournee 1996 der Rocklegende Neil Young und seiner Band Crazy Horse: Klangvoll unterlegt mit spektakulären Konzertszenen, schrägen Interviews und unvergesslichen Backstage-Impressionen. Ein Muss für jeden Crazy-Horse-Fan!

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Montag 13.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

19. Jul 2020
Kino

Dead Man

  • Frisch im Wilden Westen angekommen, erschießt der Buchhalter William Blake den Sohn des rüden Fabrikchefs Dickinson. Mit einer Kugel im Leib flieht der Todgeweihte Blake. Auf seiner Reise ins Jenseits begleitet ihn der belesene Indianer „Nobody“… Die Wildnis ist kalt, abweisend und frei von Pathos. Star-Kameramann Robby Müller taucht die Landschaft in surreale Schwarz-Weiß-Bilder und Neil Young liefert den eindringlichen Soundtrack: ein Meisterwerk des Independent-Kinos!Bitte beachten:Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Montag 13.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

14. Jul 2020
Kino

1917

  • Während sich der Erste Weltkrieg auf seinem Höhepunkt befindet, bekommen die beiden jungen britischen in Nordfrankreich stationierten Soldaten Schofield und Blake den Auftrag, tief durch feindliches Land zu gehen, um eine wichtige Botschaft zu überbringen. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn diese Nachricht muss schnell genug überbracht werden, um einen Angriff zu verhindern, der den sicheren Tod für hunderte Soldaten bedeuten würde.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 08.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

     

14. Jul 2020
Junge Bühne

Die Götter/ Menschen müssen verrückt sein

  • Die erste Aufführung des Projektes „Deine Stimme -Deine Bühne“ befasst sich mit den Themen Klimawandel und Umweltschutz. Fast zwei Jahre haben die 15 Jugendlichen der Jungen Bühne an der Entwicklung und Umsetzung ihres Stückes gearbeitet.Die Stückentwicklung begann auch hier mit einem Brainstorming: Welche Themen interessieren Euch? Was mögt ihr? Was mögt ihr nicht? Was ist Euch im Leben wichtig? Was macht Euch wütend? Was würdet ihr an der Welt ändern, wenn ihr etwas ändern könntet? Ausgehend von dieser Stoffsammlung entwickelten die Jugendlichen in den darauf folgenden Proben über gelenkte Improvisationen kleine Szenen, für die dann schließlich noch ein dramaturgisch passender Rahmen gefunden werden musste. Danach wurden die inhaltlich komplett von den Jugendlichen entwickelten Szenen von Ihrer Theaterpädagogin Julia Andres in eine schriftliche, dramatische Form gebracht und schon konnten die eigentlichen Proben am Stück beginnen.Die Götter des Olymp sind in Aufruhr, denn unter ihnen scheint sich eine schreckliche Seuche auszubreiten: Fieber, Schwindel, Hitzewallungen, trockene Augen, verbrannte, rissige Haut…die Symptome sind so vielfältig wie unterschiedlich, doch eines ist ihnen allen gemeinsam: Den Göttern geht es schlecht. Schuld daran scheint der Klimawandel auf der Erde zu sein, für die die Götter seit Menschen Gedenken zuständig sind. Doch offensichtlich haben sie ihre Aufsichtspflicht in den letzten Jahren etwas vernachlässigt und auf der Erde scheint einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein. Es scheint also allerhöchste Zeit nun endlich einzuschreiten, damit die verheerende Entwicklung überhaupt noch aufgehalten werden kann. Doch statt gleich aktiv zu werden, gründen die Götter erst mal eine Selbsthilfegruppe, um ihren Problemen gemütlich auf den Grund zu gehen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sie deutlich mehr Engagement aufbringen müssen, um ihre eigene Existenz noch retten zu können und so entwickeln sie einen interessanten Plan… 

Stückidee und Entwicklung
Mirja Baier, Paula Bartsch, Elena Baum, Marie Behles, Charlotte Fouquet, Selena Heyrowsky, Pamina Hundt, Marlene Kinseher, Freya Knierim, Roxana König, Martha Koletzko, Annemarie Machacek, Tanja Osman, Alysha Reed, Sarah Ruzi
Theaterpädagogische Betreuung und Regie
Julia Andres
13. Jul 2020
Kino

Intrige (Jaccuse)

  • Am 5. Januar 1895 wird der junge französische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist Marie-Georges Picquart, der kurz darauf zum Geheimdienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus‘ angebliche Spionagetätigkeit für die Deutschen aufdeckte. Anfänglich überzeugt von Dreyfus‘ Schuld kommen Picquart allmählich Zweifel. Die Erinnerung an diesen Fall von staatlich sanktioniertem Antisemitismus wirke wie ein Mahnruf aus der Geschichte.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 08.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

     

9. Jul 2020
Kino

Das geheime Leben der Bäume

  • Peter Wohllebens Bestseller zeigte, wie sich ein Massenpublikum von einem Buch zum Thema Baum begeistern lässt. Ihn nun auf der großen Leinwand zu erleben eröffnet einen weiteren, faszinierenden Zugang, um den Wald neu zu entdecken. Regisseur Jörg Adolph entführt den Zuschauer mit spektakulären Naturfilm-Sequenzen in die Welt des engagierten Oberförsters aus der Eifel.Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Freitag 03.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

     

6. Jul 2020
Kino

Narziss und Goldmund

  • Der junge Goldmund wird von seinem Vater zum Studium ins Kloster Mariabronn geschickt und trifft dort auf den frommen Klosterschüler Narziss. Narziss hat sich dem asketischen und von strengen Regeln geprägten Leben im Kloster mit Herz und Seele verschrieben und zunächst versucht Goldmund, es ihm nachzutun. Zwischen den beiden entwickelt sich schon bald eine innige Freundschaft, aber der ungestüme und lebenslustige Goldmund erkennt bald, dass die Lebensperspektive, die ihm das Kloster bietet, nicht mit seinen Vorstellungen von Freiheit übereinstimmt und begibt sich, bestärkt von Narziss, auf eine Reise voller Abenteuer.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 01.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

5. Jul 2020
Kino

Akira Kurosawas Träume OmU

  • Japans Meisterregisseur Akira Kurosawa erzählt in diesem Film acht wichtige Träume seines Lebens. Faszinierende, atemberaubende Bilder und Geschichten über die Kindheit, den Krieg, die Liebe. Visionen vom Menschen, der in Harmonie mit der Natur lebt und stirbt.

    Bitte beachten:Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 01.07.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

5. Jul 2020
Kino

Christo – Walking on Water OmU

  • Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d‘Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen. Im Stil von Cinéma Vérité blickt die faszinierende Doku des bulgarischen Regisseurs Andrey M. Paouvnov hinter die Kulissen  und verfolgt die turbulente Entstehungsgeschichte dieses gigantischen Projekts samt Hürden, Erfolgen und Widerständen.

    Bitte beachten:

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2. Jul 2020
Kino

Die Verachtung

  • Paul Javal (Michel Piccoli)wird engagiert, um das Drehbuch eines ins Stocken geratenen Filmprojekts zu überarbeiten. Nach einem Treffen lädt der Produzent den Autor und seine attraktive Ehefrau Camille (Brigitte Bardot) in seine Villa ein. Weil Javal nichts gegen die Annährungsversuche des Produzenten unternimmt, glaubt Camille, Javal würde für seine Karriere sogar seine Ehefrau „verkaufen“. Jean-Luc Godards Film ist eine ebenso komplexe wie einnehmende Reflexion über das Filmemachen und die Welt des Kinos. Das Werk besticht durch seine konsequente Farbdramaturgie und den schöpferischen Reichtum eines unentwegt fabulierenden Jean-Luc Godard.

    Bitte beachten:

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1. Jul 2020
Theater

Tartuffe

  • Obwohl Orgon alles hat, was man für Geld kaufen kann, fehlt ihm etwas Grundlegendes im Leben. Deshalb hat er Tartuffe in sein Haus eingeladen, der Glauben und Moral in die Familie zurückbringen soll. In Wahrheit ist Tartuffe jedoch ein Betrüger, der Orgons Frau Elmire nachstellt und sich das Vermögen seines Gastgebers erschleichen will. Alle durchschauen ihn, nur der grenzenlos verblendete Hausherr vertraut seinem Gast. Orgon will Tartuffe nicht nur seine Tochter zur Frau geben, sondern auch seinen ganzen Besitz überschreiben. Erst als Elmire ihm Gelegenheit gibt, ein Gespräch zwischen ihr und Tartuffe zu belauschen, jagt Orgon den Heuchler aus dem Haus. Doch da ist es bereits zu spät – wenn nicht eine höhere Instanz in das Geschehen eingreifen würde.Molières Komödie „Tartuffe“ erzählt von Sinnsuche und Fanatismus, Religion und Geschäft. Sie handelt von der Gefährdung und Manipulierbarkeit all jener, die eine schmerzhafte Leere in ihrem Leben empfinden und in die Fänge von skrupellosen Heilsbringern geraten. Die Uraufführung des „Tartuffe“ löste 1664 einen handfesten Skandal aus, der zum Aufführungsverbot durch Ludwig XIV. führte. Molière musste fünf Jahre lang kämpfen, bis seine Komödie wieder gespielt werden konnte.    

Regie
Alexander Marusch
Bühne und Kostüm
Gregor Sturm
29. Jun 2020
Kino

Miles Davis: Birth of the Cool OmU

  • Regisseur Stanley Nelson führt in seinem Film rasant durch das bewegte Leben von Miles Davis: seine legendären Konzerte, seine Wutausbrüche, ebenso viele Frauen wie Drogen, seine schweren Depressionen und die großen Einflüsse auf den Free-Jazz. Wegbereiter wie Herbie Hancock oder Quincy Jones, zeitgenössische Musiker wie Santana oder Flea kommen zu Wort. Dazu hat er viel, auch unbekanntes Archivmaterial zusammengetragen und zu einer mitreißenden Collage zusammengefügt.

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28. Jun 2020
Kino

Für Sama OmU

  • Das idealistische Video-Tagebuch einer jungen Studentin wird zum erschütternden Kriegstagebuch einer verzweifelten Mutter, die ihrer kleinen Tochter diesen Film widmet. Ein schonungsloses Dokument, das angefangen von den Aufständen in der syrischen Stadt über die Liebe zu ihrem Mann, ihre Hochzeit bis hin zur Geburt ihrer Tochter Sama erzählt – und inmitten des Grauens der Kämpfe um Aleppo auch immer wieder Schönheit und Kraft findet. Waad al-Kateabs Film entstand unter Mitwirkung des erfahrenen Dokumentaristen Edward Watts. Ihr gemeinsames Werk ist nicht nur ein Appell gegen den Krieg, sondern ein Weckruf an die Welt.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 24.06.2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

28. Jun 2020
Kino

Ein verborgenes Leben

  • Das Filmdrama erzählt die Lebensgeschichte des österreichischen Bauern Franz Jägerstetter, der aus Gewissensgründen den Kriegsdienst bei der Wehrmacht verweigerte und 1943 in Brandenburg von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. In dem mehrfach ausgezeichneten Film von Terrence Malick gibt es keine Schlachtfelder, sondern nur Weizenfelder, dennoch ist „Ein verborgenes Leben“ uneingeschränkt ein intensiver Kriegsfilm. Es ist nur so, dass der hier gezeigte Kampf ein innerer zwischen einem Christen und seinem Gewissen ist.  

28. Jun 2020
Kino

Ein verborgenes Leben

  • Das biografisch gefärbte Filmdrama erzählt die Lebensgeschichte des österreichischen Bauern Franz Jägerstetter, der aus Gewissensgründen den Kriegsdienst bei der Wehrmacht verweigerte und 1943 in Brandenburg von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. In dem Film von Terrence Malick gibt es keine Schlachtfelder, sondern nur Weizenfelder, auch keine Horrorschlachten im Konzentrationslager und keine dramatischen Mitternachtsüberfälle, dennoch ist ihm ein intensiver Kriegsfilm gelungen.

    Bitte beachten:

    Wir freuen uns, wieder Filme für Sie spielen zu können! Damit das gut funktioniert, halten wir uns strikt an die Weisungen der Behörden. Alle Vorstellungen finden unter strengen Schutz-und Hygienemaßnahmen statt, um weiterhin zur Eindämmung der Infektion mit dem Corona-Virus beizutragen. Die Sitzplatzkapazität ist daher stark begrenzt. Um Schlangenbildung an der Abendkasse zu vermeiden, wird es anders als gewohnt auch für das Filmforum einen Kartenvorverkauf geben. Karten für diesen Film erhalten Sie ab Mittwoch 24.06. 2020. Genauere Informationen zum Kartenverkauf und Hygienekonzept erhalten Sie im Theaterbüro Tel: 08191 128333, Mail: kartenverkauf@landsberg.de

19. Jun 2020
Konzert

LBT

  • Bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen gewann dieses Trio 2019 den Europäischen Nachwuchswettbewerb. Das LBT gehört sicher zu den derzeit spannendsten Formationen des deutschen Jazz und steht für eine sehr eigene Mischung: Handgemachter Techno und feinste Improvisation! Der Sound von LBT ist dabei außergewöhnlich facettenreich. Lebendiger Techno, rein akustisch erzeugt, auf Klavier, Kontrabass und Schlagzeug, ohne Computer oder Synthesizer. Von lyrisch bis minimal.

Klavier
Leo Betzl
Kontrabass
Maximilian Hirning
Schlagzeug
Sebastian Wolfgruber
28. Mai 2020
Junge Bühne

Perspektive

  • Unterschiedliche Sichtweisen erzeugen unterschiedliche Meinungen. Die Perspektive, aus der wir Dinge betrachten, hat daher entscheidenden Einfluss auf unsere Einstellung und auf die Haltung, die wir gegenüber einer bestimmten Thematik einnehmen. Perspektive – unter diesem Motto steht nun die erste Präsentation der Schauspielklasse der Jungen Bühne. Die Schauspielschüler haben sich mit diesem Thema künstlerisch auseinandergesetzt und ihre Ideen und Antworten hierzu mit allen, dem Theater zur Verfügung stehenden, Mitteln zum Ausdruck gebracht. In den vielfältigen Bildern und kurzen Szenen nutzen sie alles, was sie in ihrer bisherigen Ausbildung bei der Jungen Bühne gelernt haben. Gestik, Mimik, Stimme, Sprache, Körpersprache, Bewegung, Timing, der Umgang mit Partnern und vieles mehr, setzen die Jugendlichen bei der Interpretation des Themas ein. Perspektive. Welchen Unterschied macht es, wenn wir ein Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachten? Was passiert, wenn wir bei einer scheinbar eindeutigen Problematik einen Perspektivenwechsel wagen? Lassen sich Probleme eventuell hierdurch sogar lösen? Anders Denkende besser verstehen? Empathie fördern? Wodurch entstehen diese verschiedenen Sichtweisen überhaupt? Kann ein Perspektivenwechsel zwei Menschen mit konträrer Meinung zum Konsens bewegen? Und wie können wir ein und dasselbe Thema aus verschiedenen künstlerischen Perspektiven betrachten? Um ihre gewöhnliche Perspektive zu verlassen, verwenden die Jugendlichen alle ihnen zur Verfügung stehenden theatralischen Mittel. Durch den gezielten Einsatz von Videotechnik, Stimme, Sprache, Sprechgesang, Gesang, Tanz, Bewegungstheater, dem künstlerischen Einsatz von Licht und Ton, sowie der Interaktion zwischen Schauspielern auf der Bühne und den Projektionen entsteht so ein ganz ungewöhnliches theatralisches Erlebnis.

Stückidee und Entwicklung
Neele Lang, Marie Behles, Roxana König, Rosanna Ricelli, Marie Andres
Schauspielklassen der Jungen Bühne
Mirja Baier, Fabian Bartl, Elena Baum, Amelie Braun, Emelie Hartmann, Barbara Hetzke, Lena Kasper, Nina Kirchberger, Tanja Osman, Eva Pohl, Yvonne Schmid, Dominik Sell, Piotr Skowron, Samuel Sydow, Imola Wermeschner, Greta Wiederholt, Tara Zikeli
Theaterpädagogische Betreuung und Regie
Julia Andres
24. Mai 2020
Kabarett

Ardhi Engl

  • Der bayrisch-sumatranische Gitarrist und Multiinstrumentalist hat den weltmusikalischen Spagat in den Genen. Von Klassik, Volksmusik über Orient bis Gamelan ist ihm kaum etwas fremd. In Landsberg präsentiert er mit „Solosketches“ einen zauberisch-unterhaltsamen Mix aus seinen Programmen mit Gerhald Polt und seinen Entdeckungen auf seinen selbstgebauten Instrumenten. Die Besucher erwartet eine virtuos-verspielte Reise durch innere und äußere Welten.

     Der Multiinstrumentalist, Komponist, Instrumentenbauer und Videokünstler studierte klassische Gitarre am Richard-Strauss-Konservatorium und ist Mitbegründer des Vereins für experimentelle Musik in München. In seiner künstlerischen Arbeit vereint Ardhi Engl experimentelle, klassische und orientalische Musik. Sein Markenzeichen sind seine selbstgebauten Instrumente, die inzwischen an die 20 Eigenentwicklungen Zeltstangenbass, Steckerlgeige, Rohrcello, Skistocktrompete oder Nasenflöte umfasst. Seit 2005 ist Engl regelmäßig mit Gerhard Polt auf der Bühne. 2013 wurde er mit dem Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

20. Mai 2020
Tanztheater

Les Nuits Barbares Ou Les Premiers Matins Du Monde

  • Fünf Jahre Leben zwischen Frankreich und Algerien inspirierten Hervé Koubi mit seinen Tänzern zu einer Zeitreise zu den vergangenen Kulturen der sogenannten barbarischen Völker rund um das Mittelmeer. Er entdeckt, dass die verschiedenen Kulturen bis in die Gegenwart hinein in uns weiterleben und dass sie die heutigen orientalischen und westlichen Mittelmeerländer stärker verbinden als trennen. Im Lichte der gemeinsamen Geschichte streckt er die Hand nach den gar nicht so fremden Nachbarn aus und glaubt an eine universale Kultur und eine gemeinsame Zukunft. Wir beginnen bewusst zu ahnen, dass Erinnerungen und Spuren längst vergangener Generationen in uns fortleben.

    Hervé Koubi hatte bereits 2017 das Landsberger Publikum mit seiner Choreographie „Die Schuld des Tages an die Nacht“ begeistert   

Choreographie
Hervé Koubi
10. Mai 2020
Theater

Lulu

  • Lulus ersten Ehemann trifft der Schlag, als er sie inflagranti mit dem Künstler Schwarz erwischt. Schwarz, ihr zweiter Ehemann, bringt sich um, als er spürt, dass er Lulu nicht gewachsen ist. Der dritte, Dr. Schöning, stirbt durch einen von ihr versehentlich ausgelösten Schuss. Lulu flieht nach Paris. In der Hauptstadt der Liebe verbraucht sie ihr Vermögen, und halbseidene Freunde drohen, sie der Polizei auszuliefern. Vor den Erpressern flieht Lulu weiter nach London. Dort geht sie auf den Strich, um zu überleben. Eines Tages steht sie ihrem Mörder Jack the Ripper gegenüber.

    Frank Wedekinds Lulu ist eine Frau, die den unbedingten Anspruch auf Liebe und Sexualität stellt. Eine Frau, die nur im Augenblick lebt und weder Angst noch Moral kennt. Ein faszinierendes wie unheimliches Bild der Frau, das den Männern Glück verheißt und am Ende lustvoll zerstört wird. Der Theaterkritiker Alfred Polgar schrieb über Wedekinds „Lulu“  (1894): „Hier hat in der Tat einer, mit dem Hammer dichtend, den blauen Glashimmel der Liebe zerschlagen, dass sich die Seele wund schneidet an den Glasscherben. Es gibt kaum ein zweites Werk der Weltliteratur, in dem die Schönheit so furchtbar triumphiert wie hier.“  Erst 1988, 70 Jahre nach Wedekinds Tod, konnte die in dessen Nachlass unter Verschluss gehaltene Urfassung der „Lulu“ für das Theater entdeckt und uraufgeführt werden.

      

Regie
Christoph Roos
7. Mai 2020
Kindertheater

Die Abenteuer des Tom Sawyer

  • Das ist einer, der Tom! Der hats faustdick hinter den Ohren, und macht seiner Tante Polly das Leben ganz schön schwer. Einen Streich nach dem anderen spielt er ihr. Tante Polly ist schon richtig verzweifelt. Dabei hat Tom das Herz echt auf dem rechten Fleck. Wenn er es nicht gerade verloren hat, das Herz. An die Becky. Die ist vielleicht schön…Aber dann gibt es da auch noch den Indianer-Joe! Das ist ein richtig fieser Halunke. Und ziemlich gefährlich. Besonders wenn er Geld wittert. Oder gar einen Schatz. Tom weiß auch von dem Schatz. Gar nicht gut!!! Aber zum Glück hat der Tom einen Freund. Den besten Freund auf der Welt: Huckleberry Finn. Gemeinsam können Sie es gegen den Schurken aufnehmen! Weil richtige Freunde nämlich unbesiegbar sind. Oder??!Wer „Ritter der Kokosnuss“ oder „Die Schatzinsel“ mit Carsten Dittrich und Jan Mixsa gesehen hat, weiß welch unterhaltsames Feuerwerk das Publikum erwartet. Die temperamentvolle und humoristische Spielweise der beiden ist auch für begeisterungsfähige Erwachsene sehr zu empfehlen.   

Regie
Jan Mixsa
Spiel
Carsten Dittrich & Jan Mixsa
5. Mai 2020
Theater

Ich rufe meine Brüder

  • Amor ist einer der jungen arabischen Männer in einem westlichen Land, die im Zweifelsfall an allem schuld sind. Amor ist aber auch einfach ein junger Student mit anstrengender Familie, schwierigen Freundschaften und einer verzweifelten Liebe. Als ein islamistisch motivierter Terroranschlag Stockholm erschüttert, geraten er und seine Brüder wieder einmal ins Visier der Sicherheitskräfte. Amor versucht, möglichst unauffällig seinem Alltag nachzugehen. Aber wie normal kann man sein, wenn man sich bemüht normal zu wirken? Amor beginnt sich selbst zu beobachten und verliert sich bald in seinem Angstgebäude. Was passiert in seinem Kopf und was in der Realität? Schließlich zweifelt er selber daran, unschuldig zu sein. Wandelt das Misstrauen der anderen seine eigene Friedfertigkeit sogar in Hass auf die Anderen um? Ist er nun so gewaltbereit, wie ihn die Mehrheit immer schon eingeschätzt hat? Khemiris Hauptfigur nimmt den Zuschauer mit auf einen Höllenritt durch Realität, Traum, Erinnerung, Wahn, Vorurteil und Heimatlosigkeit eines jungen Mannes mit Migrationshintergrund auf der Suche nach der eigenen Würde.

    Jonas Hassen Khemiris „Ich rufe meine Brüder“ erzählt ebenso berührend wie komisch und mit viel Spielwitz die Krise einer diverser werdenden Gesellschaft. Das Stück lotet aus, wie brüchig die Grenze zwischen Täter und Opfer, zwischen Realität und Phantasie ist und wie leicht diese Grenze in Zeiten allgemeinen Überwachungswahns manipuliert werden kann. Khemiri, als Sohn eines Tunesiers und einer Schwedin 1978 in Schweden geboren, ist eine der wichtigsten neuen Stimmen in der europäischen Theaterlandschaft.

       

Regie
Oliver D. Endreß
Dramaturgie
Anne Verena Freybott
3. Mai 2020
Kabarett

Sarah Hakenberg

  • Es ist dieser herrliche Gegensatz aus heiter am Klavier vorgetragenen Liedern und rabenschwarzem Humor, der Sarah Hakenberg binnen kurzer Zeit zu einer der größten Hoffnungen der deutschen Kabarettszene machte und ihr – völlig zurecht – 2015 den Deutschen Kabarettpreis in der Sparte Nachwuchs einbrachte. Dann folgte aber erstmal der eigene Nachwuchs und eine längere Pause. Nun ist die 41-Jährige mit neuem Programm wieder da und was bislang über „Heimat“ zu lesen ist (das Programm hat im Herbst 2019 in München Premiere), lässt hoffen, dass Hakenberg nichts von ihrem bisweilen bitterbösen Humor eingebüßt hat. Früher, ist in der Vorschau auf das Programm zu lesen, da war die Heimat in Deutschland so schön! Da haben sich noch Nachbarn die Köppe eingeschlagen und der Vater war noch das Oberhaupt in der Familie! Da wollte man auf dem Land leben und nicht in der Stadt. Und jetzt? Immerhin sorgt der Klimawandel hierzulande mit viel Sonnenschein für eine positive Veränderung!

    Aber sonst? Was soll denn das bitte für eine Heimat sein? Großstädte sind vollgestopft, die Dörfer vergreisen, Frauen dürfen mitreden, und plötzlich soll man im eigenen Land englisch sprechen, wo doch Deutsch so eine schöne Sprache ist! Können wir unsere Heimat noch retten? Gibt es eine Zauberformel? Aber klar: Wir stellen Heimatminister ein, tragen wieder Trachten, gehen möglichst oft ins Kabarett, unterstützen unsere arme katholische Kirche und richten in Bayern eine Raumfahrtstation ein.

    Und falls das alles nicht hilft, ist da ja noch die AfD. In Summe verspricht das, so die in Köln geborene und in Zorneding aufgewachsene Kabarettistin, ein Programm mit „fröhlichen Heimatliedern“.

17. Apr. 2020
Theater

Sarajevo ─ Die Toten tanzen noch

  • Die siebte Produktion der Moreth Company ist gleichzeitig die erste, bei der Konstantin Moreth das Stück selbst verfasst hat.

    Ein skurril-düsterer Reigen, ein Tanz auf dem Vulkan, ein Requiem, eine Ode an das Leben, gewidmet den tapferen Einwohnern von Sarajevo. Die Belagerung von Sarajevo bildet den Hintergrund einer morbiden, gleichwohl lebenshungrigen Erzählung. Da, wo der Tod am nächsten ist, brennt das Leben am hellsten. Adem arbeitet in einer Kneipe in Sarajevo. Nacht für Nacht. Adem schläft nicht mehr. Seit er im Krieg seine große Liebe gefunden und wieder verloren hat, lebt er ohne Ziel vor sich hin, umgeben von den immer gleichen Gästen, heimgesucht von den Dämonen seiner Vergangenheit, des Krieges und der Liebe. Abend für Abend erwachen die Geschichten, werden Lieder gesungen, und die Toten sind allgegenwärtig…

    Und dann ist da noch dieser Cellist: Vedran Smailović: 27. Mai 1992. Eine Mörserattacke der Serben auf einen Platz, der 22 Menschen zum Opfer fallen, weil sie um Brot anstanden. Nach diesem Angriff nahm Smailović sein Cello und spielte 22 Tage lang mitten auf verschiedenen Plätzen der Stadt, im Fadenkreuz der Scharfschützen für die Opfer und überlebte es. Dies ist ein universelles Bild für Menschlichkeit angesichts einer menschenverachtenden Situation, wie sie die Belagerung von Sarajevo darstellt.

     

Buch und Regie
Konstantin Moreth
Schauspieler*innen
Susu Padotzke, Michaela Weingartner, Alexander Bambach, Konstantin Moreth, Juri Kannheiser
Kostümbild
Bonnie Tillemann
Komposition und Cellist
Juri Kannheiser
Bühne und Lichtdesign
Michael Bischoff
5. Apr. 2020
Kabarett

BergSagenNacht

  • Die Nagl Musi gehört fast schon zu den Stammgästen der Landsberger Kleinkunstbühne. Sei es als musikalische Gäste beim traditionellen Weihnachtsbrettl oder mit einem eigenen Programm auf der Bühne, stets wusste das Ensemble um Rolf Nagl mit seiner ganz eigenen Interpretation bayerischer Stubenmusi zu begeistern. Vor einiger Zeit nun haben sich die Musiker in einem ihrer Projekte mit dem bayerischen Geschichtenerzähler und Autor Karl-Heinz Hummel und der Schauspielerin Evelyn Plank zusammengetan und „Rauhnachtsagen“ auf die Bühne gebracht.

    Nach dem großen Erfolg setzen sie das Thema mit „Bergsagennacht“ nun fort. Erzählt, gespielt und musikalisch kongenial untermalt werden schaurige und komische Sagen von guten und bösen Berggeistern, von der Nixe im Walchensee, vom Teufel, der vor München die Isar umleiten wollte, von der Andechser Bierjungfrau und vom Kasermandl im Fonduetopf. Die Geschichten sind eng verwoben mit neuen Liedern der Nagl Musi vom Berg, aus dem Tal und von überall.

3. Apr. 2020
Musik

The Fall of the House of Usher

  • Es beginnt mit einem Brief: Roderick Usher bittet seinen Jugendfreund William um Hilfe. William eilt zu Roderick. Doch im Familienschloss der Ushers tragen sich mysteriöse Dinge zu. Roderick und seine Schwester Madeline, eine geisterhafte Erscheinung, zeigen Symptome von psychischer und physischer Krankheit. Dann stirbt Madeline – der Anfang vom Untergang des Hauses Usher…

    Vor 15 Jahren präsentierte sich das neu gegründete Jewish Chamber Orchestra Munich mit dieser Kammeroper zum ersten Mal der Öffentlichkeit. In „The Fall of the House of Usher“ treffen mit Philip Glass und Edgar Allan Poe zwei Meister der Andeutung und unaufhörlichen Zuspitzung aufeinander. Durch die genial eingesetzten Mittel der Minimal Music sowie der Horror- und Schauerliteratur entsteht ein Sog, der das Haus Usher in die Vernichtung und das Publikum, damals wie heute, in den Bann zieht.

    Mit minimalen ästhetischen Mitteln, wird diese mysteriöse Geschichte voll offener Fragen in Szene gesetzt. Regisseur Manuel Schmitt, der auch an der Bayerischen Staatsoper, am Musiktheater im Revier, am Staatstheater Nürnberg sowie in der Lueg-Arena (Schweiz) inszenierte, wählte bereits für seine Abschlussarbeit an der Theaterakademie August Everding eine Glass-Oper. Daniel Grossmann, 1978 geboren, stammt aus einer jüdisch-ungarischen Familie, und genoss seine Ausbildung in München, New York und Budapest. Er ist künstlerischer Leiter und Dirigent des Jewish Chamber Orchestra Munich

    Jewish Chamber Orchestra Munich, die Oper wird mit folgender Besetzung dargeboten: Sopran, zwei Tenöre, Bass, Bariton, Flöte, Klarinette, Fagott, Horn, Schlagwerk, E-Gitarre, Synthesizer, drei Violinen, Viola, Cello, Kontrabass

        

Regie
Manuel Schmitt
Dirigent
Daniel Grossmann
2. Apr. 2020
Konzert

Souad Massi

  • Wenn schöne Frauen schöne Dinge tun, dann handelt es sich meist um einen französischen Film, ließe sich nach einem berühmten Zitat von François Truffaut sagen. Ähnlich könnte man formulieren: Wenn schöne Frauen von schönen Dingen singen, dann handelt es sich um neuen französischen Chanson-Pop, denn im Nachbarland prägen ehemalige Schauspielerinnen von Jane Birkin bis Julie Delpy, alterslose Pop-Lolitas von Vanessa Paradis bis Alizée und das Exmodel Carla Bruni die Musikszene. Auch Souad Massi passt in dieses urfranzösische Raster der ewigen femme fragile. Mit einem Unterschied nur: Souad Massi stammt aus Algerien, und ihre Chansons besitzen einen starken arabisch-andalusischen Touch. Eine zarte Aura von Zerbrechlichkeit und Melancholie umgibt ihre Songs, die sie auf Arabisch zur akustischen Gitarre vorträgt. Ihrer Verwurzelung im Folk wegen wurde Souad Massi schon mit vielen anderen weiblichen Songwriterinnen verglichen, von Joni Mitchell bis Tracy Chapman. Dabei hat die algerische Songwriterin längst ihren eigenen, polyglotten Stil entwickelt.

         

Gesang, Gitarre
Souad Massi
Derbouka
Rabah Khalfa
Mandoline, Gitarre
Mehdi Dalil
Violine, Viola
Mokrane Aldani
Perkussion
Adriano Tenorio
25. Mrz 2020
Kindertheater

Der kleine Rabe Socke – Alles erlaubt?

  • Immer brav sein? Das schafft keiner! Eine frech-fröhliche Geschichte vom kleinen Raben Socke zum Thema Benehmen!

    Das gierige Schwein schaufelt sich sooo viele Nudeln auf den Teller, dass der kleine Rabe glaubt sein Soßenanteil sei nur durch einen Sprung in die Schüssel zu retten. Entnervt droht ihm Mutter Dachs, er bekäme keine Geburtstagsgeschenke, wenn er nicht umgehend das brav sein lerne. „Brav sein kann doch jeder, das ist puppenleicht“ behauptet der kleine Rabe. So einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist es dann doch nicht. Aber wozu hat man Freunde. Der coole Wolf ist ihm dabei zwar keine Hilfe, dafür kennt der Hase dermaßen viele Regeln, dass ihm bald der Kopf schwirrt. Natürlich schafft es der kleine Rabe letztendlich doch, seinen Geburtstag zu retten. Und was wünscht er sich? Einen Alles-Erlaubt-Tag !

       

Spiel
Mario Klimek
20. Mrz 2020
Theater

Leben Eduards des Zweiten von England

  • Die tragische Geschichte einer großen Liebe. Einer Liebe zwischen zwei Männern: Zwischen Eduard dem Zweiten, König von England (1284-1327), und Gaveston, seinem „Günstling“. Diese Liebe steht unter keinem guten Stern im England des frühen 14. Jahrhunderts. Eine offen ausgelebte, schwule Liebe unter den Augen des strengen Adels am Hofe? Im Beisein der aus Frankreich stammenden, unglücklichen Königin Anna? Am Ende, als Eduard alles verloren hat, die Liebe, den Krieg, die Macht, findet er sich gefoltert und gedemütigt in einer Kloake wieder. Doch bleibt er bis zum Ende seiner Entscheidung treu, die Königswürde nicht abzulegen, und bezahlt es mit seinem unglücklichen Leben. Sein Sohn wird daraufhin legitimer Nachfolger auf Englands Thron: Eduard III. Und die erste Amtshandlung des mittlerweile 15-jährigen Königs wird sein, seinen Vater zu rächen. Ein wortgewaltiges und selten gespieltes Drama von Brecht mit einer heute noch aktuellen und überraschend modernen Fabel über die Unmöglichkeit, in gewissen gesellschaftlichen Zwängen seine sexuelle Orientierung auszuleben, ohne dafür an den Pranger gestellt zu werden.

    Das Neue Globe Theater verortet Brechts Drama zeitlich und räumlich im Hier und Jetzt, wie schon im elisabethanischen Theater üblich: Auch damals spielte man in den Kostümen der Zeit (damals in denen der Renaissance) und in nur angedeuteten Bühnenbildern. Das Neue Globe entwickelte sich in letzter Zeit zum Dauergast im Stadttheater – aus guten Gründen. Kaum ein freies Ensemble versteht es, so verschiedene Stücke anzugehen und doch den eigenen Stil immer perfekt im neuen Stoff umzusetzen. Geprägt von unglaublicher Spielfreude und konzentriert immer auf das Schauspielen begeisterte das Ensemble die Landsberger zuletzt mit „Scapin“ und „König Lear“.

        

Regie
Kai Frederic Schrickel
Spiel
Maxim Agné, Andreas Erfurth, Alexander Jaschik, Marius Mik, Mark Harvey Mühlemann, Magdalena Thalmann und Laurenz Wiegand
18. Mrz 2020
Theater

#lange.nase

  • Wer kennt ihn nicht ─ den Klassiker von Carlo Collodi über die Holzpuppe Pinocchio, der zum Leben erwacht und eine Menge Abenteuer erlebt? Die Theatergruppe des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums erweckt Pinocchio unter dem Titel #lange.nase auf neue Art zum Leben: Angelehnt an die Vorlage des Buches, aber unter moderneren Aspekten: Pinocchio wird von dem alten Geppetto als Gesellschaft für seine alten Tage geschnitzt, aber Geppetto muss feststellen, dass sein hölzerner Sohn so gar nicht den Erwartungen entspricht, die man heutzutage an einen ordentlichen, lernwilligen und höflichen Jugendlichen stellt. Er schickt ihn zur Schule, aber Pinocchio kommt dort nicht an, zu groß sind die Verlockungen durch andere Ablenkungen, falsche Freunde, die Hoffnung auf das schnelle, große Geld und die Erfüllung jugendlicher Wünsche. Und obwohl Pinocchio ein gutes Herz und den besten Willen hat, stellen Geppetto und die zu Hilfe gerufene, gute, pädagogische Fee fest, dass es nicht so leicht ist, ein Kind zum Lernen zu motivieren. Mit Humor und etwas Nachdenklichkeit stellt die Theatergruppe den Weg der ungezogenen Marionette zu einem Jungen dar, dessen größter Wunsch es ist, einfach dazuzugehören. 

Regie
Conny Haubrich
16. Mrz 2020
Kino

Bis dann, mein Sohn

  • Die Stadt Hou Wan, Provinz Fujian, in der Gegenwart: Das aus dem Norden Chinas stammende Ehepaar Liu Yaojun und Wang Liyun betreibt im Süden des Landes ein Reparaturgeschäft für Boote. In nicht chronologischen Rückblenden wird von ihrem Leben  und dem einer befreundeten Familie in den drei zurückliegenden Jahrzehnten berichtet. Zu Beginn der 1980er-Jahre sind Yaojun und Liyun verheiratet und Eltern eines Sohnes, Liu Xing, den sie liebevoll „Xingxing“ rufen. Sie arbeiten in der örtlichen Fabrik und leben in einem Arbeiterwohnheim. Ebenfalls in der Fabrik arbeitet Yaojuns Schwester Li Haiyan, die mit ihrem Ehemann Zhang Xinjian ebenfalls einen Sohn, Shen Hao, genannt „Haohao“ haben. Beide Kinder sind am selben Tag zur Welt gekommen. Vor dem Hintergrund der Ein-Kind-Politik bemerkt Liyun eines Tages, dass sie wieder schwanger ist. Der Möglichkeit, das Kind heimlich auf die Welt zu bringen, steht Haiyan entgegen, die als Direktorin für Familienplanung im Betrieb tätig ist. Auf ihren Befehl hin wird bei Liyun eine Abtreibung vorgenommen. Bei dem Eingriff kommt es zu Komplikationen und Liyun wird unfruchtbar. Im Laufe der Zeit kommt es zu weiteren, das gemeinsame Leben stark beeinträchtigenden Schicksalsschlägen. „Bis dann, mein Sohn“ balanciert fast 3 Stunden lang souverän durch die verschiedenen Zeitebenen und dabei  auf beeindruckende Weise zusammengehalten durch die überzeugende Leistung der Darsteller und die formale Kraft. Der Film porträtiert auch die Kontingenz der politischen Umstände in Verquickung mit den Zufällen des Schicksals auf einzigartige Weise.  

15. Mrz 2020
Kabarett

Lars Reichow

  • Auf den deutschen Kabarett- und Kleinkunstbühnen gilt Lars Reichow als einer der vielseitigsten Künstler seiner Zunft. Er verbindet politisches Kabarett mit schmissigen Chansons und alltägliche Beobachtungen mit tiefgehenden Betrachtungen deutscher Befindlichkeiten, so auch in dem in Landsberg gebotenen Programm „Freiheit“.

    Die thematische Bandbreite seiner Lieder und Geschichten ist enorm. Lars Reichow singt über die Dekorationswut der Frauen und das süße Leben der reichen Rentner, er rechnet mit der Großmannssucht der dicken Deutschen und mit seinem lethargisch im Sitzsack vor sich hin pubertierenden Sohn ab, formuliert seine Sorge um den weiterentwickelten Affen Mensch und arrangiert die weltweite Finanzkrise zur Mini-Oper. Dabei kann Reichow zwar schon mal wuchtige Posaunentöne durch den Saal donnern, macht das aber selten. Das Metier, in dem er zu Großform aufläuft, sind feinsinnige Pointen und sprühender Wort- und Sprachwitz.

    Zahlreichen Kritikern landauf- landab gilt der 55-Jährige ob der Vielzahl seiner Talente in die erste Liga unter den wichtigsten Kabarettisten im deutschsprachigen Raum. 10 große und größere Kabarettpreise (u.a. Deutscher Kleinkunstpreis) hat Lars Reichow in den vergangenen Jahren abgeräumt. Diesem Ruf konnte nicht einmal die Show mit dem höchst albernen Titel „Lachen mit Lars“ etwas anhaben, die der HR im Jahr 2003 ausstrahlte.

14. Mrz 2020
Theater

Ewig Jung

  • Das Ensemble des Landestheaters wagt einen Blick in die Glaskugel: Wir befinden uns im Jahre 2050 und der demographische Wandel zeigt Wirkung. Sechs hochbetagte Mitglieder des jetzigen Schauspielensembles, verblüffend realistisch gespielt von ihren jugendlichen Alter Egos, haben sich ihr ehemaliges Theater als Altersresidenz erkoren. Regelmäßig finden sie sich auf der Bühne zur Abendunterhaltung zusammen und schauen mit Rührung und manchmal auch mit Ärger auf ihr Bühnenleben zurück: Sie feiern gemeinsam frühere Bühnenerfolge wie „Die Räuber“ und „Mutter Courage“, durchleben noch einmal ihre großen Rollen und betreiben Kantinenkatsch und Tratsch. Zwischenmenschliche Dramen und alte Liebeleien werden weiter vertieft und erstaunlich virile Visionen für die Zukunft entworfen. Mit nicht erloschenem musikalischem Gespür aber einigen skurrilen Angewohnheiten, mit Sangeslust und lang gepflegten Animositäten widmen sie sich den Evergreens der 60er, 70er, 80er und 90er und den Songs von heute – der besten Zeit unserer Protagonist*innen. Wäre da nicht ihre strenge Altenpflegerin, die ihnen den Spaß zwischen „Forever Young“, „I will survive“ und „I love Rock’n! Roll“ verdirbt und sie mit Ausführungen über die Vergänglichkeit allen Seins quält…

    Höchst komisch, berührend und vor allem mitreißend ist dieser komödiantische Liederabend über die Würde des Alterns und die Sehnsucht nach der idealisierten Jugend. Unter dem Titel „Thalia Vista Social Club“ kam „Ewig Jung“ 2001 am Thalia Theater heraus, ist dort immer noch Kult und hat seitdem Erfolgsgeschichte auf deutschen Bühnen geschrieben.

        

Regie
Peter Kesten
Musikalische Leitung
Ekaterina Isachenko
Spiel
Anke Fonferek - Ekaterina Isachenko, Franziska Roth, Regina Vogel, Tobias Loth, Klaus Philipp, Jens Schnarre
12. Mrz 2020
Theater

Die Geschichte von den Pandabären

  • Ein ungewöhnlicher Titel für ein Theaterstück, das nicht für Kinder gedacht ist, auch wenn es so klingt. Es ist ein Stück so rätselhaft und verspielt wie sein Titel: Ein Mann erwacht eines Morgens neben einer schönen Unbekannten. ER erinnert sich an nichts. SIE scheint mehr zu wissen… Schließlich besiegeln die beiden einen Pakt: Sie kommt neun Nächte lang wieder und er spielt für sie Saxophon. Es ist der Beginn einer wunderschönen Liebesgeschichte. In heiter-verspielten Dialogen, poetischen Bildern, absurd-komischen Situationen und geheimnisvollen Szenen verschwimmen die Grenzen zwischen Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, Traum und Wirklichkeit. Wohl überlegt und mit einer hohen Sensibilität für die kleinen Dinge hat Olaf Dröge die Inszenierung in einen kleinen Raum gelegt. Die beiden Darsteller spielen mit einer ebenso hohen Einfühlsamkeit für kleine Gesten und Bewegungen, so dass man sich wie ein Teil dieser ebenso romantischen wie verstörenden Geschichte fühlt. Obwohl es mehrere Stücke gibt, in denen sich Paare in kleinen Zimmern treffen, ist dieses das wohl berührenste. Und die Inszenierung ist äußerst überzeugend, was auch der Regie, aber nicht zuletzt dem Schauspielerpaar zu danken ist.

      

Regie
Olaf Dröge
Produktion
Neuen Bühne Bruck
Spiel
Rilana Nitsch & Alexander Schnmedel
Saxophon (Komposition und Einspielung)
Agnes Reiter
9. Mrz 2020
Kino

Sie Sehnsucht der Schwestern Gusmão

  • Eine höchst gefühlvoll erzählte Geschichte, in die man sich hineinfallen lassen kann, auch wenn immer wieder die Wut hochkommen kann bei der Betrachtung eines bürgerlichen Familienlebens in Rio de Janeiro, das ab 1951 seinen Lauf nimmt. In diesem Melodram porträtiert der brasilianisch-algerische Regisseur Karim Aïnouz nicht nur die steinigen Lebenswege zweier Schwestern, die durch das Zutun des unversöhnlichen Vaters auseinander gerissen werden, sondern zugleich die konservative brasilianische  Gesellschaft der 1950er Jahre. Der feinfühlige und in jeder Hinsicht intensive Film nach dem Roman “Die vielen Talente der Schwestern Gusmão“ von Martha Batalha erhielt beim Filmfestival in Cannes den Hauptpreis der Sektion “Un Certain Regard“. Ja, ein Film der großen Gefühle, der aber bei aller Opulenz nie die zentralen Charaktere und deren individuelle Einengung aus den Augen verliert. Ein starkes Stück Kino!

       

8. Mrz 2020
Musik, Und mehr

Annes Tagebuch

  • Aus Anlass des 75-jähringen Todestages der jungen Autorin Anne Frank möchte der Jugendchor DoReMi aus Kaufering mit dem Musiktheaterstück „Annes Tagebuch“ die Erinnerung an ein Stück deutscher Geschichte wach halten. Vier Jahre nach der Kinderoper „Brundibár“ widmen sich die vierzig Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren wiederum der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

    Gemeinsam mit Tänzerinnen der Ballettschule Hamm erzählen sie von der Jüdin Anne Frank, die in all ihrer Besonderheit auch ein normales junges Mädchen, war mit Wünschen und Hoffnungen und einer ganz eigenen Art, die neue Lebenssituation im Versteck zu bewältigen. Das Geschehen wird aus Annes Blickwinkel dargestellt, so, wie es der Originaltext des „Tagebuch der Anne Frank“ vorgibt: Mit realistischem Ernst, aber auch mit Humor, der einerseits die bedrückende Situation umso deutlicher hervortreten lässt, andererseits der Darstellung die pathetische Schwere nimmt.

    Eine sehr eigene und eindringliche Klangsprache haben die Komponisten Annemarie Hoff und Stefan Lindner gefunden, deren klassische Instrumentierung mit Streichsextett und Klavier dieses Musiktheater von vielen gängigen Musicals unterscheidet.

     

Regie
Andreas Walch
Choreographie
Olga Hamm
Kostümbild
Carin Hemsing
Leitung
Silvia Elvers
5. Mrz 2020
Theater

Bilder deiner großen Liebe

  • Ein Mädchen steht im Hof einer Anstalt. Das Tor geht auf, das Mädchen huscht hinaus und beginnt seine Reise durch Wälder, Felder, Dörfer und an der Autobahn entlang: »Die Sterne wandern, und ich wandre auch.« Isa heißt es, und Isa wird den Menschen begegnen – freundlichen wie rätselhaften, schlechten wie traurigen. Einem Binnenschiffer, der vielleicht ein Bankräuber ist, einem merkwürdigen Schriftsteller, einem toten Förster, einem Fernfahrer auf Abwegen. Und auf einer Müllhalde trifft sie zwei Vierzehnjährige, einer davon, der schüchterne Blonde, gefällt ihr. Isa kann die Sonne anhalten und die Zeit stillstehen lassen mit der Einfachheit ihrer Gedanken. Aber ebenso kann sie ganz real die Scheiben eines Supermarkts einschmeißen, und sich holen, was sie braucht, um ihren Hunger zu stillen. Isa ist rotzfrech und eigenwillig. Hart gegen sich selbst. Und gleichzeitig schüchtern, verzagt und melancholisch.

    Ein Jahr nach dem Tod von Wolfgang Herrndorf erschien sein Roman »Bilder deiner großen Liebe« als unvollendetes Fragment. Es ist die Geschichte der Isa, dem Mädchen von der Müllkippe, welches in »Tschick« den beiden Helden Andrej und Maik begegnet. Und ebenso wie »Tschick« eine Geschichte ist, die Erwachsene wie Jugendliche gleichermaßen begeistert, was es leider selten gibt, verbinden sich auch bei Herrndorfs Fragment-Roman die Menschen, die sich packen lassen. Die junge Schauspielerin Isabel Kott beeindruckt in diesem Monolog, den Eos Schopohl sehr bedacht inszeniert hat, nicht nur darstellerisch, sondern so eindrucksvoll, dass man spürt, wie viel Isa – über den Namen hinaus – in ihr ist. Also eine Empfehlung an alle Herrndorf-Fans und alle, die »Tschick« gelesen und geliebt haben.

    Die Schauspielerin Isabel Kott erhält für ihre herausragende Darbietung den Bayerischen Förderpreis 2019 für Darstellende Kunst.   

Regie
Eos Schopohl
Spiel
Isabel Kott
3. Mrz 2020
Kino

Angels Share – English Cinema OmU

  • Ken Loach, der große Arbeiterführer des britischen Kinos, hat seinen bisher leichtesten,  vergnüglichsten und hoffnungsvollsten Film gedreht. Und das, obwohl seine Protagonisten Robbie, Albert, Rhino und Mo ziemlich authentische Verlierer des Kapitalismus sind: um die Zwanzig, keiner von ihnen hatte je einen richtigen Job noch eine Ausbildung, ein richtiges Zuhause haben sie auch nicht. Die vier lernen sich in Glasgow vor Gericht kennen. Albert wird dort wegen besoffenen Torkelns auf Gleisen angeklagt, Rhino hat ein Problem mit Statuen, Robbie gerät immer wieder in tätliche Auseinandersetzungen und Mo Klaut alles, was sie in die Finger kriegt. Alle werden zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert, ein echter Glücksfall, denn betreut werden sie von Harry, einem Sozialarbeiter, der seinen Job richtig ernst meint. Er lädt die Gruppe zu einem Ausflug zu einer Whisky-Destillerie ein. Robbie und seine Weggefährten erhalten dadurch einen Einblick in die Welt der schottischen Single Malt Whiskeys. Bei einem Whiskey-Tasting in Edinburgh beweist Robbie besonders erstaunliche Fähigkeiten bei der Verkostung des edlen Getränks und erregt damit die Aufmerksamkeit eines berühmten Whisky-Sammlers. Von ihm erfahren Robbie und seine Freunde, dass in einer Destillerie in den Highlands kurze Zeit später ein Fass versteigert, das den teuersten Whiskey der Welt enthält. Daraufhin reift in Robbie der Plan, sich einen Teil des sündhaft teuren Whiskeys abzuzweigen, um sich damit eine sorgenfreie Zukunft zu ermöglichen.…

      

2. Mrz 2020
Kino

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

  • Das 1971 erschienene Buch schildert die Vertreibung der jüdischen Familie Kerr – Vater Alfred ein berühmter Theaterkritiker, Mutter Dorothea eine bekannte Pianistin – aus Deutschland, nur wenige Wochen vor der Machtergreifung Hitlers 1933. Ihre beiden Kinder Anna und Max sind neun und dreizehn Jahre alt. Die begüterte Familie lebt in Berlin und wird durch einen Verehrer Alfreds scharfzüngiger Kritiken, die regelmäßig im Radio und der Presse die Theaterlandschaft Berlins sezieren, gewarnt. Die Eltern beschließen, Deutschland zu verlassen und mit ihren Kindern Anna und Max in die Schweiz zu emigrieren, der Beginn einer europäischen Odyssee: Anna muss alles zurücklassen, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Der Film endet mit dem Umzug der exilierten Familie von Paris nach London im Herbst 1935. Er zeigt keine optimistische Geschichte über Flucht, wohl aber eine darüber, seinen Lebensmut niemals zu verlieren. Caroline Link beweist erneut ihr besonderes Gespür im Casting und in der Schauspielführung von Kindern. Riva Krymalowski spielt die Rolle der Anna mit einer Mischung aus Neugier, Frechheit, Witz und Zerbrechlichkeit, womit sie genau zu der starken Persönlichkeit wird, die diese Geschichte tragen kann.

24. Feb. 2020
Kino

But Beautiful

  • Nach seinen streitbaren wie essentiellen Filmen “We Feed The World“, “Let‘s Make Money“ und “Alphabet“, in denen es um menschliche Haltungen hinter Lebensmittel-Industrien, Finanzsystemen und Bildungsthemen ging, widmet sich der renommierte und vielfach ausgezeichnete österreichische Filmemacher Erwin Wagenhofer dem Positiven. Im Mittelpunkt stehen nicht länger das Nicht-Funktionieren und fatale gesellschaftliche Entwicklungen in der Welt. Für „But Beautiful“ fand er in einem langjährigen Prozess Menschen und Geschichten, die von gelebten Alternativen hin zum Schönen und Guten künden. Entstanden ist ein Film als Hommage an die Lebendigkeit. Eine poetische Komposition faszinierender Bilder, Texte und Klänge, die etwas auszulösen vermögen. Es ist ein Film über Perspektiven ohne Angst, über Verbundenheit mit Musik, Natur und Gesellschaft, über Menschen mit unterschiedlichen Ideen aber einem großen gemeinsamen Ziel: eine zukunftsfähige Welt.

23. Feb. 2020
Kino

Crescendo #makemusicnotwar

  • Eduard Sporck ist ein berühmter Dirigent, der an einer Frankfurter Hochschule unterrichtet. Er soll ein Konzert vorbereiten, welches junge Musiker sowohl aus Palästina als auch Israel zusammen bringt. Das Konzert soll aktuelle Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern begleiten und ein Zeichen gegen den Hass setzen, der schon so lange vorherrscht. Eduard zweifelt. Nicht nur, weil er weiß, dass es nicht einfach sein wird, beide Seiten zusammenbringen. Sondern auch, weil er eine schwierige Geschichte in sich trägt. Und doch spürt er, dass es die Musik ist, die sich gegen alle Grenzen stellt. „Crescendo # makemusicnotwar“ ist ein Film über die Kraft der Musik, die Menschen miteinander verbinden kann. Die Last der Geschichte, die sowohl Jugendliche aus Palästina als auch aus Israel immer mit sich tragen, stellt der Film in vielen Gruppendiskussionen dar. Hierbei werden alle Seiten, alle Meinungen gehört, doch es wird auch in Frage gestellt, ob ein Projekt wie ein gemeinsames Konzert überhaupt Probleme einer solchen Tragweite lösen kann. Eduard Sporck ist die richtige Autoritätsperson, die durch eine eigene berührende Geschichte den jungen Menschen den Weg weisen kann, um sich einer friedlichen Zukunft zu öffnen. Die wunderschöne gemeinsam erarbeitete Musik setzt den Rahmen der Geschichte: als Zuschauer wird man zu einem Teil der Gruppe, die miteinander diskutiert, musiziert und lacht.

23. Feb. 2020
Kino

Systemsprenger

  • Das Sozialdrama stellt ein 9-jähriges Mädchen in den Mittelpunkt, das als titelgebender Systemsprenger einen Leidensweg zwischen Pflegefamilien, Aufenthalten in der Psychiatrie und Heimen und erfolglosen Teilnahmen an Anti-Aggressions-Trainings durchläuft. Bernadette, genannt Benni, gilt als aggressiv und unberechenbar. Niemand, außer ihrer Mutter, darf ihr Gesicht berühren, da sie sonst um sich schlägt. Eine Folge eines Traumas in der Kindheit, in der ihr, laut Aussage der Sozialarbeiterin, Windeln ins Gesicht gedrückt wurden. Das animiert andere Kinder, sie damit zu provozieren und damit einen Wutanfall auszulösen. Von der Sonderschule wird sie dauerhaft suspendiert und auch in keiner Pflegefamilie oder Wohngruppe wird sie lange ausgehalten. Als sogenannter „Systemsprenger“ droht sie durch alle Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe zu fallen. Dabei sehnt sich Benni danach, wieder mit ihrer Mutter zusammen zu leben. Die ist aber völlig überfordert und hat Angst vor ihrer eigenen Tochter „Systemsprenger“ erlebte seine Uraufführung 2019 im Wettbewerb der 69. Berlinale und erhielt seitdem zahlreiche internationale Auszeichnungen.

      

18. Feb. 2020
Kino

Bernadette

  • Richard Linklater ist ein Zeitarbeiter. Den Regisseur fesselt die Frage, was die Zeit mit den Menschen macht, mit Verliebten, mit Kindern und Eltern. Für sein Drama „Boyhood““ gab es 3 Golden Globes und den Oscar. Diese Langzeitstudie in Spielfilmform wurde innerhalb von zwölf Jahren gedreht. Daran knüpft sein neuer Film in gewisser Weise an: „Bernadette“ (nach dem Bestseller von Maria Semple) ist zwar in vergleichsweise wenigen Jahren entstanden, dreht sich aber ebenfalls darum, was die Zeit aus Eheleuten macht, welche Kompromisse sie einzugehen bereit sind. Im Fokus stehen die ehemalige Stararchitektin Bernadette Fox, ihr Mann, der IT-Manager Elgie, und ihre 15-jährige Tochter Bee. Die Titelheldin schläft schlecht und schottet sich ab, was man schon an der übergroßen Sonnenbrille erkennt, die sie trägt. Um dahinter zu kommen, was Bernadette den Schlaf raubt, warum sie plötzlich verschwindet und sich später allein mit einem Kajak durch gewaltige Eisschollen bewegt, müssen Vater und Tochter verstehen lernen. Auch der Zuschauer will begreifen, was mit der eigenwilligen Frau nicht stimmt. Cate Blanchett spielt die komplexe Figur mal exzentrisch und stur, stets intelligent und witzig, mal traumwandlerisch und verletzlich. Bernadettes Reise führt vom Matsch in Seattle bis ins Eis der Antarktis. Vor allem aber tief in ihre Seele, zur Architektur ihrer selbst.

      

16. Feb. 2020
Kabarett

Golden Ace – Die Magier

  • Für ihr Gastspiel versprechen Alexander Hunte und Martin Köster eine Show mit Hypnose und magischen Überraschungen: Poetisch, spannend und aufregend. In ihrer Show setzen die Künstler nicht auf knallbunte Effekte sondern entführen sanft in die Welt des Staunens. In den Bühnenshows lassen die Magier Gegenstände aus den Händen der Zuschauer verschwinden, um sie an unerklärlichen Orten wieder auftauchen zu lassen. Scheinbar spielend leicht lesen sie aus den Gedanken der Zuschauer und beeinflussen sie auf der Reise in die Mentalwelt der Zauberkunst. Für ihre Kunst, aber auch für den leichten, ironischen Humor in der Moderation ernteten Golden Ace auf ihrer Tournee 2017/18 durchgängig hervorragende Kritiken.

    Alexander Hunte und Martin Köster entdecken schon in sehr frühen Jahren ihre Begeisterung für die Zauberkunst. Während ihrer Studienzeit starteten die beiden ihre Bühnenkarriere und treten heute als professionelle Magier und Hypnotiseure auf. Bei ihrer Tour 2017/18 sorgten die Magier und Hypnotiseure Alexander Hunte und Martin Köster deutschlandweit für ausverkaufte Bühnen.

15. Feb. 2020
Theater

Maß für Maß

  • Wien droht im Chaos zu versinken! Ringsum Verfall der Sitten, Unzucht und Korruption! Dem Herzog reichts, aber selbst aufräumen will er den verkommenen Laden nicht. Also gibt er den Job an den Tugendbold Angelo ab und macht sich zum Schein aus dem Staub. Der Neue greift energisch durch und lässt die Freudenhäuser schließen. Um allen zu zeigen, was die Glocke geschlagen hat, verurteilt Angelo den jungen Claudio zum Tod, weil dessen Verlobte ein unehelich gezeugtes Kind von ihm erwartet. Nun fleht die keusche Isabella um ihres Bruders Leben. Doch als Preis fordert Angelo dafür eine Liebesnacht mit ihr. Isabella ist geschockt, Claudios Leben scheint vertan. Jetzt muss erneut der Herzog ran, um alles wieder einzurenken. Ein Spiel beginnt, voll List und Täuschung, dem niemand ohne Schramme entkommt. Die unterschiedlichen Fähigkeiten der Shakespeare Company Berlin sind dem Landsberger Publikum bestens bekannt. Sie ist hier ebenso beliebt wie das Neue Globe. Obwohl »Maß für Maß« zu den »Problemstücken« des Meisters zählt, haben die Berliner einen sagenhaft unterhaltsamen Abend daraus gemacht. Bestens vertraut mit der Shakespeareschen Spiellust nähern sie sich mit Hingabe den Abgründen und Höhen menschlichen Handelns. Komödiantisch leicht, poetisch, mitunter derb, in überraschenden Verwandlungen und vor allem – als besonderes Sahnehäubchen – immer musikalisch virtuos. Der aus München stammende Neuzugang des Ensembles, Tobias Schulze, ist zudem eine tolle Bereicherung, auf die sich das Landsberger Publikum freuen kann.

        

Regie
Matthias Grupp
Spiel
Vera Kreyer, Katharina Kwaschik, Katja Uhlig, Nico Selbach, Tobias Schulze
12. Feb. 2020
Kindertheater

Der dicke, fette Pfannkuchen

  • Zum Glück gibt es den Geschichtensucher! Mit seiner Handkarre ist er unterwegs, um verlorene Geschichten aufzuspüren. Professionell ausgestattet mit Messgeräten, einem alten Erzähl-Fenster, verschiedenen Stofftieren und seiner Dienstdrehorgel macht er sich ans Werk. Alles nicht ganz einfach, denn die Geschichten sind scheu und leider auch unsichtbar. Nur gut, dass es noch die tatkräftige Unterstützung des erfahrenen Spatzen und der Kinder gibt: Denn es wäre doch zu schade, wenn die Erlebnisse vom Pfannkuchen mit dem munteren Hasen, der verfressenen Ziege, dem brummigen Wolf und dem angeberischen Schwein einfach unentdeckt blieben! Das Märchen »Vom dicken, fetten Pfannkuchen« ist in vielen Ländern Europas bekannt: Vom norwegischen »Pannekaken« bis zum russisch-slawischen Kloß »Kolobok«. In dieser Inszenierung werden die Begegnungen des Pfannkuchens mit Menschen und Tieren – samt seinen stürmischen Fluchten – in reizvollen Szenerien lebendig erzählt und gespielt. In einer Rahmenhandlung voller Situationskomik entsteht ein Theaterstück als lustiges Geschichten-Suchen mit entzückender Drehorgelmusik.

        

Text und Regie
Sven Tömösy-Moussong
Spiel
Sven und Kerstin Tömösy-Moussong
11. Feb. 2020
Kino

Marriage Story OmU

  • Eigentlich waren sie ein Traumpaar: Charlie ist ein erfolgreicher New Yorker Regisseur, der ein unabhängiges Theater gegründet hat. Nicole wurde seine wichtigste Darstellerin, dann seine Frau, dann die Mutter seines Sohnes. Mit ihrem 8-jährigen Henry zieht sie sich nach ihrer Trennung von Charlie zurück in ihre Heimatstadt Los Angeles. Hier verbringt sie viel Zeit mit ihrer Mutter, einer früheren Schauspielerin. Als ihr neues Leben Gestalt annimmt, will sie eine offizielle Scheidung und konsultiert eine hochkarätige Scheidungsanwältin. Nicole will aber auch nach der Scheidung mit ihrem Ex-Mann befreundet bleiben, weshalb alles möglichst sanft abgewickelt werden soll. Sie erzählt aber ihrer Anwältin auch, wie sie in ihrer Ehe nach und nach ihre Ambitionen aufgegeben, ihre Bedürfnisse verdrängt und sich Charlie untergeordnet hat. Er habe sich lieber um seine Karriere gekümmert, als um seine Familie, während sie selbst ihre Schauspielkarriere aufgegeben hat. Nach den romantischen, fernen Momenten am Anfang des Films kommt „Marriage Story“ ohne Rückblenden aus. Letztlich haben Nicole und Charlie keine gemeinsame Vergangenheit, die sie individuell empfinden und bewerten. Es gibt in dem mit Kritikerlob überschütteten Film unglaubliche Höhen und Tiefen, solche pathetischen und wütenden, aber auch tragikomischen und glückseligen, herausragenden Szenen, dass man sich von der Menschlichkeit des Ganzen überwältigt fühlt.

      

10. Feb. 2020
Kino

Porträt einer jungen Frau in Flammen

  • Als die Malerin die junge Frau, die sie porträtieren soll, zum ersten Mal sieht, rennt diese weg. Raus aus dem Haus auf der windigen Insel in der Bretagne, hin zu den Klippen. Die Malerin, sie heißt Marianne, rennt hinterher. Die junge Frau (Héloise, ein Adelige) wird immer schneller, rast auf die Klippen zu, als würde sie springen, doch kurz vor dem Abgrund hält sie an und wendet sich hin zur Malerin, die außer Puste hinter ihr steht. „Das wollt ich schon lange machen“, sagt die junge Frau. „Sterben?“, fragt die Malerin. „Nein. Rennen!“. Marianne hat den Auftrag, im Geheimen das Hochzeitsporträt der jungen Adeligen zu malen. Héloise wehrt sich gegen eine familiengeplante Vermählung. Je mehr Zeit die beiden jungen Frauen miteinander verbringen, desto stärker fühlen sie sich zueinander hingezogen. Und je näher je näher sie sich kommen, desto stärker verändert sich auch die Mariannes Darstellung von der Geliebten. Es gelingt ihr sogar, Héloises geheimnisvolles Lächeln auf die Leinwand zu zaubern. Am Ende müssen sich die Frauen trennen. Héloise wird wie geplant nach Mailand verheiratet. Marianne verdient sich ihren Lebensunterhalt später als Zeichenlehrerin. Seit der Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2019 erhielt der Film viele Auszeichnungen in den Bereichen „Bester Film“, „Beste Regie“, „Beste Darstellerin“, „Beste Kamera“.

       

9. Feb. 2020
Theater

36 Stunden

  • Nach Horváths bekannter Geschichte über das Fräulein Pollinger haben Georg Büttel und Jonas Meyer-Wegener, die führende Mitglieder der Murnauer Ödön-von-Horváth-Gesellschaft sind, eine dramatische Fassung des Romans eigens für die Salzburger Erstaufführung verfasst, die dann von Max Pfnür produziert wurde. Für dieses Projekt hatten sich die drei die wunderbare Schauspielerkollegin Pia Kolb zur Unterstützung geholt. Kolb ist dem Landsberger Publikum durch ihre faszinierende Darstellung des jungen Dichters Bezdomny und der Hexe Gella in „Meister und Margarita“ in bester Erinnerung. Im Vordergrund der Geschichte steht das Lebens- und Liebeswirrwarr der Agnes Pollinger. Sie glaubt schon lange nicht mehr an die große Liebe, geschweige denn das große Glück und möchte es nur nicht verabsäumen eine kurzweilige Gelegenheit zu ergreifen ─ wer weiß schon was daraus wird. So bleibt auch der arbeitslose Kellner Eugen nach einer kurzen Liebesnacht links liegen, mit der Entschuldigung, dass er wahrscheinlich einige Stunden später eh schon wieder eine Andere habe. Genau genommen sind es 36 Stunden, in denen Agnes und Eugen, beginnend von ihrem ersten Zusammentreffen, ihre eigenen Wege gehen, auf diesen skurrilen Gestalten und Gelegenheiten begegnen und sich am Ende doch wieder treffen. Eine liebevolle, schmerzhafte, humorvolle und erkenntnisreiche Reise durch einen Tag und eine Nacht im Leben zweier junger Menschen – zwar im Setting der 20er Jahre, doch so aktuell wie ehedem.

Regie
Georg Büttel
Regieassistenz
Jonas Meyer-Wegener
Dramatisierung
Georg Büttel & Jonas Meyer-Wegener
Spiel
Pia Kolb & Max Pfnür
6. Feb. 2020
Kindertheater

Der Zauberlehrling

  • Es ist eine unscheinbare Kiste, die der Mann am Küchentisch öffnet, doch die hat es in sich: Amalie, die Kröte von Goethe. Beharrlichste Hüterin seiner Werke – und eines Geheimnisses um den jungen Zauberlehrling. Denn der zauberte sich einst aus Übermut aus seinem eigenen Gedicht und fand sich auf einem literarischen Trümmerfeld zwischen außergewöhnlichen Zeitgenossen wieder. Eine rührige Gesellschaft unfertiger Romanfiguren, wie die zarte Madame Cici, die täglich, voller Hoffnung doch noch fertig geschrieben zu werden, zum Strand läuft oder Eisbein, das humorvolle Schwein, das den Tatsachen hemmungslos ins Auge schaut, wenn der Papierkorb bedrohlich grummelt. Und alle träumen davon, ins Land der Bücher zu kommen – ein Ort literarischer Sicherheit, geformt aus Wissen und Erzählungen, der für Fantasie-Figuren das Nicht-Vergessen-Werden bedeutet. Doch ohne fertiges Werk gibt es dort keinen Zutritt. Eine brenzlige Situation, auch für den jungen Zauberlehrling, denn sein Gedicht – dieses große Werk – ist nicht mehr da! Eine wunderbare Geschichte über den Zauber eines Originaltextes und die abenteuerliche Suche nach dem eigenen Ich im Land der Wörter und Ideen.

       

Text und Regie
Sven Tömösy-Moussong
Spiel
Sven & Kerstin Tömösy-Moussong
4. Feb. 2020
Kino

Die schönste Zeit unseres Lebens

  • Viktor gehört zu jener Sorte alter Männer, die nicht mehr mit der Zeit gehen wollen und Computer, Smartphones und überhaupt die ganze Digitalisierung ablehnen. Viktor war mal Karikaturist bei einer Zeitung. Sein Sohn Maxime bietet ihm neue Arbeit in einem selbstverständlich digitalisierten Werbeunternehmen an, aber Viktor will nicht. Stattdessen geht er lieber seiner Frau Marianne auf die Nerven, einer Psychotherapeutin, die mit der Smartphone-Benutzung keine Probleme hat. Vierzig Jahre sind die beiden schon verheiratet, aber nun ist die Krise da. Hatte nicht der Sohn ihm kürzlich das etwas seltsame Geburtstagsgeschenk einer Zeitreise gemacht? Viktor ergreift die Gelegenheit, und er weiß genau, wohin er will: zurück ins Jahr 1974, in eine ganz bestimmte Bar, an einem ganz bestimmten Tag. Nämlich dem, an dem er dort Marianne kennenlernte. Hinter der Fassade von schöner Kurzweiligkeit verbirgt der Film ein überraschend komplexes  Reflektieren über die Wirkung von Kino und Fiktion, über die Verherrlichung von Erinnerungen und den Einfluss, den diese auf unser Leben haben. Fast wünscht man sich am Ende, es gäbe ein solches Zeitreiseunternehmen tatsächlich. Wunderbar!

      

3. Feb. 2020
Kino

Lara

  • Es ist Laras sechzigster Geburtstag, und eigentlich hätte sie allen Grund zur Freude, denn ihr Sohn Viktor gibt an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Schließlich war sie es, die seinen musikalischen Werdegang entworfen und forciert hat. Doch Viktor ist schon seit Wochen nicht mehr erreichbar und nichts deutet darauf hin, dass Lara bei seiner Uraufführung willkommen ist. Kurzerhand kauft sie sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle. Als sie am Abend ihren Sohn vor dessen Konzert doch noch trifft, verunsichert sie ihn mit einer einzigen Bemerkung so sehr, dass man bis zuletzt um ihn fürchten muss. Dass Viktor seine Kompositionen schließlich bravourös spielt, ist wie eine Unabhängigkeitserklärung an seine Mutter.

      

26. Jan. 2020
Kabarett

Guru Guru

  • Guru Guru steht wie kaum eine andere Band für rockmusikalische Experimente, wagemutige Anfänge im Free Rock und Free Beat und befindet sich mittlerweile seit über 50 Jahren auf einer wilden Reise zwischen Funk, Spacepunk, Weltmusik, Fusion und schamanistischem Entertainment. Dabei hat sich die Band um den charismatischen Mastermind Mani Neumeier nie von kommerziellen Strömungen einfangen lassen.

    Guru Guru haben dieses Kunststück über 50 Jahre und trotz mehr als 30 Plattenproduktionen, unzähligen Nebenprojekte, ungefähr 3.400 Konzerten, Mitwirkung in mehreren Filmen, Auftritten in Funk und Fernsehen und einer Verewigung im Wachsfigurenmuseum Tokio hingekriegt.  In Landsberg bringen die Veteranen des Experimentalrocks „50 Years of Legendary“ auf die Bühne. Bedeutet: die Besucher erwartet ein abgefahrener Mix aus Rock, Funk, Jazz, Weltmusik und Elektronik. Aus gegebenem Anlass ist das Konzert im Foyer des Theaters nicht bestuhlt.

    Was Guru Guru zur Idealbesetzung für den Januartermin der Kleinkunstbühne macht:  Vor drei Jahren hat „s´Maximilianeum“ eine  lose Kooperation mit den Organisatoren des ebenfalls im Januar stattfindenden Snowdance Independend Filmfestival geschlossen. Inhaltlicher Schnittpunkt dabei ist, dass die Kleinkunstbühne Künstler holt, die in ihrem Schaffen für künstlerische Unabhängigkeit stehen.

22. Jan. 2020
Kino

Astor Piazzolla – The Years of the Shark OmU

  • Astor Piazzolla bekam als Neunjähriger sein erstes Bandoneon geschenkt. Für den Jungen ein Erweckungserlebnis: Die Klänge des Bandoneons, eine Mischung aus Tasten- und Windinstrument, übten eine gewaltige Faszination auf ihn aus. 20 Jahre später galt Piazzolla bereits als einer der besten Bandoneon-Spieler der Welt. Doch er wollte mehr, studierte außerhalb seiner Heimat Klavier und Komposition. Als er sich einige Jahr später wieder der Musik seiner Heimat zuwandte ließ er den traditionellen „Tango Argentino“ zeitgenössischer und moderner klingen. Sein mit mitreißenden Klassik- und Jazz-Elementen angereicherter „Tango Nuevo“ war nur noch schwer tanzbar – eine radikale Abkehr von der ursprünglichen Form. Das brachte ihm in seiner Heimat nicht nur Freunde ein, Piazzolla kam in den Augen orthodoxer Tango-Musiker und -Liebhaber einem Hochverräter gleich, wurde sogar tätlich angegriffen. „Meine Musik ist Musik für Zuhörer nicht für Tänzer“, ließ er seine Kritiker wissen. Für „The Years of the Shark“ öffnete Piazzollas Sohn Daniel erstmals das umfangreiche, aus unzähligen Ton- und Videodokumenten bestehende Privatarchiv des 1992 im Alter von 71 Jahren verstorbenen Vaters. Diese Aufnahmen von Auftritten und Proben sowie persönlichen Familienfilmen benutzt Regisseur Daniel Rosenfeld, um das ereignisreiche und spannende Leben des rebellischen Künstlers nachzuerzählen.   

26. Jan. 2020
Kino

Snowdance Independent Film Festival

  • Auch 2020 wird Landsberg wieder einer der weltweiten Brennpunkte für die Macher und Freunde des unabhängig produzierten Films sein. Das Snowdance Independent Filmfestival lädt vom 25.Jan. bis 02.Feb zu nonkonformen Filmgenuss ein. Neben den Machern und Schauspielern der etwa 50 ausgewählten Filme werden sich ausgewählte Musik-Acts, Prominente und hoffentlich wieder viel Publikum bei den etwa ein Dutzend Sonderveranstaltungen des Festivals begegnen und austauschen. Come and have a look!

    Das Snowdance Independent Film Festival wird gefördert und unterstützt von der Stadt Landsberg am Lech.

20. Jan. 2020
Kino

Pavarotti

  • Wie kein Zweiter brachte der italienische Tenor aus Modena den Menschen die Magie der Oper nahe. Regisseur und Oscar-Gewinner Ron Howard setzt dem charismatischen Künstler ein großartiges, filmisches Denkmal, das nicht nur Opernfans begeistern wird. Ganz im Sinne des Maestros, der nicht umsonst den Beinamen „Tenor des Volkes“ trug, zeigt sein feinfühliges Porträt, dass er die Grenzen der klassischen Musik und Gesangskunst sprengte. Das beweisen nicht zuletzt die mitreißenden Aufnahmen der „Drei Tenöre“ und die emotionalen Konzertausschnitte mit Pop-Künstlern wie Bono. Aber auch den großzügigen Menschen hinter dem gefeierten Menschen macht die einmalige Doku sichtbar. „Genieße, was Du tust“ war sein Motto, und so ist dieser Film über das Phänomen Pavarotti wahrhaftig ein leidenschaftlicher Genuss für alle Sinne.

      

15. Jan. 2020
Kino

Tatis herrliche Zeiten (Playtime)

  • Der Film spielt in einem für die 1960er Jahre absolut futuristisch wirkenden Paris, das nur noch aus einheitlichen Glas- und Stahlkonstruktionen besteht. Die moderne Welt gleicht sich überall bis zur Austauschbarkeit. Modernismuskritik ist ein immer wiederkehrendes Merkmal der Filme Tatis, in PLAYTIME aber feiert sie einen Höhepunkt. Vor allem die Unpersönlichkeit, Konformität und Sterilität der Moderne wird kritisiert, etwa gleich am Anfang des Films, wenn ein chromschimmerndes Gebäude einem Krankenhaus gleicht und erst später eindeutig als Flughafen zu identifizieren ist. Durch die Monotonie der Räume wird die Konzentration auf unvermeidliche Geräusche gelenkt. In der Gleichförmigkeit sind es vor allem die von den Menschen verursachten Töne, die den angestrebten Futurismus der Architektur durch die ihnen innewohnende Komik auflösen. Dass die Moderne schließlich auch diesem Problem abhelfen wird, ist auf einer Möbelausstellung zu sehen. Das erste Unternehmen wirbt bereits mit einem Material, das keinerlei Geräusche mehr verursacht. Selbst wütendes Türknallen bleibt ungehört. Die Kritik der Moderne erscheint durch die Ironisierung und Tückenanfälligkeit der Technik weniger apokalyptisch, dafür aber umso treffender. Die Humanität gewinnt in dieser Einheitlichkeit kleine Ecken der Gemeinsamkeit und der Individualität zurück. Ein von melancholischer Herzlichkeit geprägtes Welttheater, organisiert wie ein filmisches Ballett und in der Durchdachtheit der Inszenierung und dem persönlichen Stil der verschiedenen Leitmotive ein absolutes Meisterwerk, das viele Preise erhielt.

       

14. Jan. 2020
Kino

Tatis Mein Onkel (Mon Oncle)

  • Der Neunjährige Gérard lebt mit seinen Eltern in einem modernen Haus in einem Neubaugebiet, was für ihn ziemlich langweilig ist. Sein Vater ist Direktor einer Kunststofffabrik, seine Mutter kümmert sich hingebungsvoll um den automatisierten, klinisch reinen Haushalt. Gérards bester Freund ist sein Onkel. Der Junggeselle wohnt in einem verschachtelten Haus in einem Altstadtviertel. Hulot holt Gérard regelmäßig von der Schule ab und bringt ihn zu einer Gruppe gleichaltriger Jungen. Sie spielen gemeinsam auf der Straße und veranstalten Streiche und Dinge, die ihnen Spaß machen. Nach den Ausflügen mit seinem Onkel ist Gérard bisweilen so verschmutzt, dass ihn seine Mutter beim Empfang in ihrer sterilen Wohnung nur mit Gummihandschuhen anfasst und ihn noch in der Kleidung unmittelbar unter die Dusche stellt. Eine mit augenzwinkernder Ironie und kritischer Lust erzählte Filmgeschichte, die dem kalten Komfort des materialistischen Lebens mit Humor und schmunzelnder Lebensweisheit begegnet. Monsieur Hulot, der lebensklug-weltfremde Held, nimmt sich seines Neffen an, dessen Eltern Hulots perfekte Antithese sind: reiche, modernistische Snobs, Roboter des technisierten Zeitalters. Man bedenke: Jacques Tati drehte den Film 1958 – vor mehr als 60 Jahren! Er bekam 1958 den Sonderpreis der Jury auf den Filmfestspielen in Cannes und wurde 1959 mit dem Oscar als bester fremdsprachlicher Film ausgezeichnet.

      

13. Jan. 2020
Kino

The Irishman OmU

  • Der Kriminal-Thriller über den mit der Bufalino-Familie von der amerikanischen Cosa Nostra assoziierten Auftragsmörder Frank Sheeran und seine Verstrickung in das Verschwinden des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Der Film ist von meisterhafter Präzision, mit großen Darstellern, und taucht tief in das Innere seines Motivs ein, das dunkle Herz der Macht. Robert De Niros großartige Darbietung als Frank Sheeran erinnert an seine Arbeit in “Good Fellas“, den letzten Film, den er mit Martin Scorsese drehte. Er spielt “The Irishman“ als einen Mann, der gleichzeitig im Zentrum und am Spielfeldrand steht, Befehle entgegennimmt und reagiert. Er spielt ihn todernst als einen Mann mit großen Einfluss und einer komplexen Loyalität. Al Pacino hingegen spielt Jimmy Hoffa als einen Egomanen, der auch ein brillanter Taktiker ist, sich selbst zum Gewerkschaftsführer gemacht hat und viel Leidenschaft auf seine Reden verwendet. Der Film ist lang wie ein Roman von Dostojewski und dunkel wie ein Gemälde von Rembrandt. Was Martin Scorsese interessiert, worum es bei den meisten seiner Arbeiten geht, sind weniger Fakten, sondern Gefühle. Wie bei vielen seiner Filme verbringt auch „The Irishman“ einige Zeit damit, die Machtstrukturen und Verhaltensregeln abzubilden, die den jeweiligen Teil der Realität bestimmen. Das über drei Stunden lange Epos wurde vom Streamingdienst “Netflflix“ produziert und kommt nur kurz ins Kino, bevor es dann nur noch online zu sehen sein wird. Unbedingt sehenswert!   

10. Jan. 2020
Theater

Pension Schöller

  • Im geradezu irrwitzigen Lustspiel „Pension Schöller“ von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs aus dem Jahre 1890 wird diese Frage in der Januarinszenierung 2020 des landsberger bühne e.V. von allen Seiten beleuchtet und verliert auch heute nichts von ihrer beschwingten Aktualität. Nach der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit beim Weißen Rössl im Jahr 2014 ist die Vorfreude auf ein Regie-Wiedersehen mit Konstantin Moreth groß.

    Die Geschichte ist einfach und beginnt in einem Münchner Café in den Wirtschaftswunderjahren. Eine selbstbewusste Bedienung behält souverän den Überblick über die Stamm- und Laufkundschaft und dabei stets die Oberhand. Unter den Gästen auch Alfred, ein junger Mann mit einer guten Geschäftsidee aber leider ohne Startkapital. Sein Onkel hat Geld und ist durchaus nicht abgeneigt, seinem Neffen auszuhelfen, verlangt aber einen Gegendienst: Er will eine Nervenheilanstalt von innen sehen. Schließlich will er seine Starnberger Villa in ein Nervensanatorium verwandeln. Eine echte Irrenanstalt hat Alfred zwar nicht zur Hand, ein Freund bringt ihn jedoch auf die glorreiche Idee, ersatzweise den Gesellschaftsabend in der Pension Schöller mit deren exzentrischen Gästen zu besuchen.

    Dieser Trick scheint hervorragend zu funktionieren, doch dann suchen die „verrückten“ Pensionsgäste den Onkel in seiner Villa auf: Der etwas in die Jahre gekommene Oberst, ein wild fabulierender Globetrotter, eine neugierige Schriftstellerin, die Mutter mit dem Heiratsfimmel, ein nannender und „Othenno“ rezitierender Schauspienaspirant, die brave Nichte, eine begabte Tochter, die besorgte Schwester und zu guter Letzt der kunstsinnige Pensionswirt – wer spielt denn hier nun verrückt?

    Mehr als 120 Jahre nach seiner Uraufführung verspricht diese Komödie mit ihren liebenswert verschrobenen Figuren einen pointierten Theaterspaß, der virtuos umkreist, was „normal“ und was „verrückt“ sein soll.

Regie
Konstantin Moreth
5. Jan. 2020
Rathauskonzerte Landsberg

Neujahrsmatinée 2020

  • Nach dem großen Erfolg der beiden Neujahrskonzerte 2018 und 2019 freuen wir uns auch 2020 den traditionellen musikalischen Jahresbeginn gleich zweimal anbieten zu können: als klassische Neujahrsmatinée am Sonntag, den 05. Januar um 11:00 Uhr und am Vorabend, Samstag, den 04. Januar als festliches Neujahrskonzert um 19:00 Uhr. Man kann sicher sein, dass das Ensemble der „Landsberger Salonmusik“ um Julian Johannes, Franz Lichtenstern und Toyomi Suzuki (Leitung) wieder ein wunderbares und abwechslungsreiches Programm mit dem bewährten Mix aus Bekanntem, Beliebten und der ein oder anderen Überraschung überlegt hat. Natürlich wieder mit dabei ist Herbert Hanko, der gewohnt charmant durch das Programm führen wird.

     

Moderation
Herbert Hanko
4. Jan. 2020
Rathauskonzerte Landsberg

Neujahrskonzert 2020

  • Nach dem großen Erfolg der beiden Neujahrskonzerte 2018 und 2019 freuen wir uns auch 2020 den traditionellen musikalischen Jahresbeginn gleich zweimal anbieten zu können: als klassische Neujahrsmatinée am Sonntag, den 05. Januar um 11:00 Uhr und am Vorabend, Samstag, den 04. Januar als festliches Neujahrskonzert um 19:00 Uhr. Man kann sicher sein, dass das Ensemble der „Landsberger Salonmusik“ um Julian Johannes, Franz Lichtenstern und Toyomi Suzuki (Leitung) wieder ein wunderbares und abwechslungsreiches Programm mit dem bewährten Mix aus Bekanntem, Beliebten und der ein oder anderen Überraschung überlegt hat. Natürlich wieder mit dabei ist Herbert Hanko, der gewohnt charmant durch das Programm führen wird

     

Moderation
Herbert Hanko
22. Dez. 2019
Kabarett

s` Weihnachtsbrettl

  • Es sind nicht die Geschichten von Bethlehem, der Krippe, den Engeln und den Königen, die Oskar Maria Graf erzählt. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren erliegt der wohl wichtigste, wie international bekannteste bayerische Schriftsteller nicht der Versuchung, seine Weihnachtsgeschichten in die süße Tunke der Harmonie zu tauchen, sondern stellt Weihnachten in den Kontext eines harten bäuerlichen Alltags, wobei es an sozialkritischen Komponenten nicht fehlt. Neele Lang (Studentin an der mfa) und ihr Vater Rolf-Jürgen Lang, selbst Autor mehrerer Kinderbücher und Vorsitzender der Landsberger Kleinkunstbühne, lesen weihnachtliche Kurzgeschichten, Romanfragmente und Autobiographisches aus dem großartigen Gesamtwerk von Oskar Maria Graf.

    Musikalisch begleitet werden sie von „Redbax“. Die Jazz-Formation des Landsberger Trompeters Stefan Pentenrieder bestreitet den musikalischen Teil des Weihnachtsbrettls ebenfalls ganz im Sinne Oskar Maria Grafs: „Der Ursprung unserer Musik liegt im anarchischen Freiheitsgedanken der amerikanischen Sklaven, Oskar Maria Grafs Schriften basieren auf derselben Intension“ (sagt Pentenrieder).

Bass
Tiny Schmauch
Piano
Masako Kasai
Drums
Simon Kerler
Saxophon
Florian Mayr
Trompete
Stefan Pentenrieder
16. Dez. 2019
Kino

Dancing Beethoven

  • Die utopische Idee hinter Beethovens Neunter Sinfonie tritt besonders deutlich hervor, wenn ab dem vierten Satz ein Chor Schillers Gedicht „An die Freude“ anstimmt: „Freude, schöner Götterfunken… Seid umschlungen Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt!“ Der französische Tänzer und Choreograph Maurice Bejart (1927-2007) adaptierte Beethovens wohl berühmteste Sinfonie als aufwendige Ballettfassung, die 2014 in Tokio aufgeführt wurde. Als Leitmotiv umtanzen die Akteure aus Asien, Europa und Afrika einen großen Kreis auf der Bühne, der den Kreislauf des Lebens symbolisiert. Passend zur Botschaft kollaborierten Künstlern aus allen Teilen der Welt die Tänzer kommen vom Béjart-Ballett in Lausanne und vom Ballett aus Tokio. Die Musik stimmt das Israelische Philharmonieorchester unter der Leitung von Zubin Mehta an. Die 9-monatigen Proben in Lausanne, Tokio und am Genfer See begleitete Arantxa Aguirre im Wechsel der Jahreszeiten. Konzentrierte Beobachtungen der Proben und Interviews mit Tänzern, Choreographen und Kulturjournalisten zeichnen „Dancing Beethoven“ als kompetent erzählte dokumentarische Langzeitbeobachtung aus. Ein Weihnachtsgeschenk an die Freunde des FILMFORUMS.

      

16. Dez. 2019
Kindertheater

Die kleine Hexe

  • Gemein: Jetzt ist die kleine Hexe schon 127 Jahre alt und immer noch viel zu jung, um mit den großen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg zu tanzen. Stattdessen muss sie zu Hause Zaubersprüche üben, was ihr nicht so recht gelingen mag. Und obwohl ihr treuer Rabe Abraxas versucht sie zurück zu halten, reitet sie heimlich doch auf den Blocksberg! Prompt wird sie von ihrer Muhme Rumpumpel erwischt und vom Hexenrat bestraft. Im nächsten Jahr darf sie nur dann mittanzen, wenn sie bis dahin gelernt hat eine gute Hexe zu werden und alle Zaubersprüche auswendig kann. Nun heißt es üben! Und noch etwas ebenso Wichtiges: Keinen Schabernack mehr treiben. Damit beginnt ein aufregender Wirbel.

    Bitte beachten Sie die Altersangabe, da es in der Aufführung auch gruselige Momente gibt!

     

Konzept & Schauspiel
Sabine Mittelhammer
15. Dez. 2019
Theater

Komödie im Dunkeln

  • Der junge Bildhauer Brindsley Miller bereitet in seiner Wohnung gerade eine Vernissage seiner Arbeiten für den schwerreichen Kunstmäzen Godunow vor, als plötzlich der Strom ausfällt. Und das an einem Sonntagabend! Obendrein hat sich auch noch Brindsleys Schwiegervater in spe, der gestrenge Colonel Melkett, zum Kurzbesuch angesagt. Für diesen Anlass hat Brindsley sich einige elegante Möbel seines Nachbarn Harold „geliehen“. Dumm nur, dass der davon nichts weiß und just verfrüht von einer Reise zurückkehrt. Als auch noch die dem Alkohol nicht abgeneigte Nachbarin Miss Furnival, Brindsleys Ex-Freundin Clea und der Mann vom E-Werk auftauchen, nimmt das Chaos unweigerlich seinen Lauf…

    Der englische Autor Peter Shaffer (1926 – 2016), der auch die verfilmten Meisterwerke „Amadeus“ und „Equus“ schrieb, stellt in seiner „Komödie im Dunkeln“ unsere Sehgewohnheiten einfach auf den Kopf: Hell ist Dunkel und Dunkel ist Hell. So kommen wir in den Genuss, all das, was auf der Bühne im Dunkeln geschieht, gut beleuchtet und hautnah mitzuverfolgen – kurz: Ein turbulenter, akrobatischer Riesenspaß für alle Sinne!

     

14. Dez. 2019
Konzert

landsberg music school

  • Unter der Leitung von Schulleiter Rainer Kränzlein veranstaltet die landsberg music school ihr Jahreskonzert 2019 im Stadttheater Landsberg. Das Konzert erstreckt sich über den ganzen Tag und beinhaltet drei Programmpunkte:

    Im ersten Teil treten ab 11:00 Uhr Schüler der Instrumental-, Gesangs- und Ensemblefächer im Theatersaal auf. Sie präsentieren Solo und in Ensemblegruppen Stücke aus der Klassik und aus der Populärmusik. Das lms Akustik Ensemble, bestehend aus zwei Gitarristen, vier Violinistinnen, einem E-Bassisten, einem Schlagzeuger, einem Pianisten und drei Sängerinnen, spielt das Stück „Crystal Ball“ von der legendären Band STYX. Eröffnet wird das Konzert von der lms Percussion Gruppe.

    Im zweiten Teil präsentieren Schulbands ab 15:00 Uhr im Foyer eigene Songs sowie Songs bekannter Bands und Künstler. Der Gitarrenschüler Korbi Resch und der Gitarrist Chris Orth präsentieren mit ihrem Ensemble Mission Maibaum eigene Songs mit viel Witz und Spielfreude, gewürzt mit einer Portion bayerischen Dialektes.

    Um 20:00 Uhr beginnt im Foyer der dritte Teil mit dem Abendprogramm „Auf die Bühne!“ mit Gesangsschülern der Klassen von Olga Frey, Guranda Gabelaia, Christine Söring und von Gary Guggomos. Die Künstler werden bei ihrem Auftritt von der Lehrerband der Schule begleitet.

    Freuen wir uns auf einen musikalisch abwechslungsreichen Abend mit echtem Live Gesang, vorgetragen von motivierten und begabten Nachwuchssängern – ganz authentisch und ohne technische Mogeleien.

    Weitere Informationen zu dem Jahreskonzert und über die Schule: www.landsbergmusicschool.de

12. Dez. 2019
Musik

Robert Forster

  • Mit The Go-Betweens wurde Robert Forster in den achtziger Jahren weltweit bekannt. Nicht nur in seiner australischen Heimat genießt die Band bis heute Kultstatus. Das tragische Ende der Go-Betweens durch den plötzlichen Tod seines kongenialen Partners Grant McLennan 2006 hat Robert Forster mit seinen sehr bewegenden Memoiren Grant und Ich für sich und die Fans aufgearbeitet. Diese Autobiographie avancierte zum Bestseller. 2019 veröffentlichte Robert Forster, der viele Jahre auch in Bayern lebte, sein neues Soloalbum Inferno. Mit diesem Programm und seiner Band tourte er im Sommer erfolgreich durch Europa, Australien und die USA. Nun kehrt Robert Forster nochmal für ein paar wenige Soloshows nach Deutschland zurück. Man darf gespannt sein auf ein Programm mit den neuen Songs im Sologewand. Sicherlich darf man auch mit dem ein oder anderen Go-Betweens-Klassiker rechnen.

     

9. Dez. 2019
Kino

Heimat ist ein Raum aus Zeit

  • Ein Nachdenken über die Zeit und die Liebe in ihr, den Menschen, in Tönen, Bildern und Sprache. Was bleibt? Biografien hinterlassen Spuren. Die Zeitläufe auch. Der Film folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Die Großmutter ist Jüdin, der Großvater Kommunist, beide wurden in der Nazizeit verfolgt. Der Vater Wolfgang Heise war ein Philosophieprofessor in der DDR, der mit dem Nationalpreis geehrt wurde. Es geht um Menschen, die einst zufällig zueinander fanden, dann einander verloren und deren verbliebene Kinder und Enkel jetzt verschwinden. Es geht um Sprechen und Schweigen. Erste Liebe und verschwundenes Glück. Väter, Mütter, Söhne, Brüder, Affären, Verletzung und Glück in wechselnden Landschaften, die verschiedene, einander durchwuchernde Spuren von Zeiten in sich tragen. Es geht um das Verhältnis vom normalen Leben und der Geschichte. Individuum und Geschichte, wie gehen die miteinander um? Oder was löst das eine für das andere aus. Eine spannende Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten. Immer bleibt ein Rest, der nicht aufgeht.

      

8. Dez. 2019
Theater

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

  • Mit Anfang 20 entflieht Joachim der Trauer über den Unfalltod seines älteren Bruders und der Enge seiner kleinen, norddeutschen Heimatstadt, um eine Zivildienststelle in München anzutreten. Zu seiner großen Überraschung besteht er aber auch die eher en passant absolvierte Aufnahmeprüfung an der Otto-Falckenberg- Schauspiel-Schule und zieht, in Ermangelung eines bezahlbaren Zimmers, bei seinen Großeltern ein, die hochherrschaftlich in einer alten Villa am Nymphenburger Schlosspark residieren. Drei Jahre vollbringt er nunmehr den Spagat zwischen Schauspielausbildung, in der er physisch wie psychisch nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und nur sehr spärlich wieder zusammengesetzt wird, und dem fabelhaft exaltiert-bizarren wie alkoholdurchtränkten Alltag mit seinen Großeltern – die Großmutter einst selbst Schauspielerin und auch privat schillernde Grande Dame der Schauspielkunst, der Großvater Philosophieprofessor und durch und durch ehrwürdige und gestrenge Erscheinung. Eine schier unendliche Reihung von tragikomischen Ereignissen und aberwitzig skurrilen Begebenheiten in beiden Welten lässt den nach dem Sinn des Lebens und des Schauspielerdaseins im Besonderen suchenden jungen Mann ein ums andere Mal staunend, lernend, aber auch überfordert und gerädert zurück. Die Lücken, mit denen das beginnende Erwachsenenleben allerorts für ihn aufwartet, sind, wie er feststellt, gewaltig und noch lange nicht gefüllt.

    „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist der dritte Teil des autobiografischen Romanzyklus „Alle Toten fliegen hoch“. Burgschauspieler und Autor Joachim Meyerhoff berichtet mittlerweile in vier Bänden von seinen Geschwistern, dem frühen Tod seines Bruders, seinen Großeltern in München, seinem Vater, dem Aufwachsen auf dem Anstaltsgelände sowie seinem Austauschjahr in Amerika und der ersten großen Liebe. Anrührend und höchst komisch zugleich.

    Dieser Theaterabend wird unterstützt von unserem Förderverein TILL und der Familie Alexander Holzmann. width=186width=186

      

Regie
Gil Mehmert
Schauspiel
Vanessa Eckart, Lean Fargel, Thorsten Krohn, James Newton, Sophie Rogall, Nicolas Wolf, Lucca Züchner
Musik
Stefan Noelle
7. Dez. 2019
Musik

Huun-Huur-Tu

  • Tuvinischer Kehlkopf- und Obertongesang ist eine der faszinierendsten Vokaltechniken der Welt und Huun-Huur-Tu beherrschen die verschiedenen Spielarten meisterhaft. Unüberhörbar gibt es einen rituellen Charakter in dieser Musik, aber allen meditativen Tendenzen stellen Huun-Huur-Tu eine stark rhythmische Ausrichtung gegenüber. Zutiefst geheimnisvoll bleibt dieser faszinierende Obertongesang, der bis zu drei Melodien gleichzeitig erklingen lassen kann, dennoch. Traditionell wurde tuvinische Musik meist von Solisten vorgetragen und Musiker spezialisierten sich auf ein bestimmtes Genre oder einen Stil. Diese Genres und Stile wiederum haben ihren Ursprung in bestimmten sozialen Anlässen. Huun-Huur-Tu klingen faszinierend fremdartig, aber gleichzeitig zeitgenössisch und modern. Seit mehr als 20 Jahren führen sie ihre Konzertreisen mehrfach um die Welt, gemeinsame Projekte mit The Bulgarian Voices Angelite und Moscow Art Trio sogar in die größten Konzerthäuser der Welt. Und nun erleben wir diese außergewöhnlichen Vokalkünstler erstmals in Landsberg.

    Auf Youtube haben Huun-Huur-Tu auch einen nicht gerade kleinen Hit mit einer in den USA aufgenommenen Session gelandet, die mittlerweile millionenfach gestreamt wurde. Es sieht so aus, als ob ein neues junges Publikum diese faszinierende Gruppe aus Tuva für sich entdeckt.

      

2. Dez. 2019
Kino

Joker

  • „Joker“ ist tatsächlich auf allen Ebenen ein Meisterwerk: Die Story als Prequel angelegt, das Art-Design beeinflusst vom New York der siebziger Jahre, ein origineller Soundtrack und bewegende Tanz-Choreographien werden noch getoppt von der sensationellen schauspielerischen Leistung von Joaquin Phoenix, in der er der Nemesis von Batman ein Gesicht gibt, das hinter der Clownsmaske einen verstörten Jungen ausmacht. Diese Geburt des Jokers erfahren wir hier nicht nur auf erzählerische Weise, auch visuell setzt Regisseur Todd Phillips eine außerordentliche Initiationsgeschichte in Gang. Aus dem schüchternen Jungen, der wie ein geprügelter Hund durch die Straßen schleicht, wird ein selbstbewusster Clown, der durch die Metropole tanzt wie einst Fred Astaire. Sein Lachen, das anfangs so schmerzerfüllt klang, wird zu einem Lachen der Freude. Alle Demütigungen, die er ertragen musste, kehren sich um in Destruktion und Zynismus. „Filme sind immer ein Spiegel der Gesellschaft“, sagte Todd Phillips in Venedig und tatsächlich können wir uns in seinen Bildern wiedererkennen, erkennen wir die Fratze des Neoliberalismus, die postfaktischen Reden der Politiker und den Aufstand der Massen, den er angelehnt an die Occupy-Bewegung inszeniert. Im Finale laufen alle mit einer Clownsmaske rum und keiner ist mehr in der Lage, die vielzähligen Verbrechen irgendeinem Täter zuzuordnen.

      

1. Dez. 2019
Kino

Das innere Leuchten

  • Sie gilt als eine der häufigsten Krankheiten im Alter und ihre Diagnose ist für die Betroffenen und Angehörigen stets ein schwer zu verkraftender Schock: die Demenz. Die Krankheit sorgt für einen allmählichen sowie immer weiter voranschreitenden Verlust der geistigen Fähigkeiten und kann den Alltag massiv beeinträchtigen. Eine der größten Herausforderungen dabei – die uneingeschränkte Akzeptanz der Demenz mit all ihren Auswirkungen. „Das innere Leuchten“ ist der filmische Versuch, sich in das Innerste, also die subjektive Lebenswirklichkeit von Demenzkranken, hineinzuversetzen. Ein Unterfangen, das schwierig umsetzbar klingt und zunächst herausfordernd anmutet, dem Filmemacher Stefan Sick aber dank einer feinfühligen Umsetzung und geduldigen Herangehensweise sehr gut gelingt. Sick nimmt sich dabei außerordentlich viel Zeit für die Beobachtung der Patienten, ohne das Geschehen zu kommentieren. Oft minutenlang, ohne Schnitt und in nur einer Einstellung ist die Kamera auf die Personen gerichtet, die an dieser nach wie vor unheilbaren Krankheit leiden. Wir sehen Menschen, die ganz in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen. Durch das behutsam Beobachtende und Dokumentierende werden die Erkrankten sowie ihre komplexen, mannigfaltigen Gemütslagen für den Zuschauer erfahrbar.

1. Dez. 2019
Kino

Der Distelfink

  • Ein mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Roman verdient auch eine Verfilmung, die der Essenz des Werks nicht nur gerecht wird, sondern die Stärken des Mediums zu nutzen weiß. Wo Donna Tartts Roman „The Goldfinch“ Bilder vor dem geistigen Auge des Zuschauers entstehen lässt, schwelgt John Crowleys Film in magisch-schönen Bildern, die von Meister-Kameramann Roger Deakins, der häufig mit Sam Mendes, den Coen-Brüdern und Denis Villleneuve gearbeitet hat, prachtvoll umgesetzt wurden. Jedes Bild ist wie ein Gemälde komponiert und trägt die Geschichte eines jungen Mannes, der als Kind seine Mutter durch einen Bombenanschlag verliert und dessen Lebensweg aus der Bahn geworfen wird. John Crowley ist ein Film geglückt, der aufs Herz abzielt, der von einem Leben erzählt, das nicht das ist, was es hätte sein können, das aber auch Momente hat, die das Leben definieren. Die mit purer Emotion aufgeladen sind, die trauern, aber auch lachen, bangen, aber auch hoffen lassen, die in ihrer Wirkkraft mächtig und doch flüchtig zugleich sind. Sie sind das Destillat dessen, was ein Leben sein kann, vielleicht auch sein muss. Am Ende steht ein Film, den man nicht so schnell vergisst.

      

29. Nov. 2019
Familientheater

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

  • Silvester. Der geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, sitzen ganz schön in der Klemme: Sie haben ihr Jahressoll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt, und es ist im wahrsten Sinne des Wortes fünf vor zwölf! Wie sollen sie in einer einzigen Nacht all ihre Rückstände aufarbeiten? Nur ein besonders gemeiner Plan kann ihnen jetzt noch helfen, sonst werden sie in die Hölle verbannt. Und Tyrannia weiß auch schon, wie sie und Irrwitzer ganz schnell erfolgreich sein können …

    „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“, Michael Endes letzter vollendeter Roman, wurde 1989 veröffentlicht und ist heute ein Kinderbuchklassiker. Der Autor sagte 1990 in einem Gespräch mit Joachim Fuchsberger: „Es ist vielleicht von allen Büchern, die ich bis jetzt geschrieben habe, das spaßigste, obgleich es eigentlich ein sehr ernsthaftes Thema behandelt, nämlich unsere ganze Umweltzerstörung.“

    Seit mehr als 10 Jahren zählt Stefan Wilkening zu den prägenden Stimmen des Bayerischen Rundfunks. Zusammen mit Maria Reiter hat er im Herbst 2015 mit „Don Quijote oder die Verzauberung der Wirklichkeit“ das Landsberger Publikum begeistert.

     

28. Nov. 2019
Theater

Herzzeiten mit den ImproLLetten

  • Anlässlich des Jubiläumsjahrs „125 Jahre Herzogsägmühle – Diakonie in Oberbayern“ kümmert sich das Landsberger Improvisationstheater ImproLLetten intensiv um die Lachmuskeln und die Herzen aller Landsbergerinnen und Landsberger, die hoffentlich an diesem Abend die Gelegenheit nutzen den Lokalmatadoren einen Besuch abzustatten. Sie selbst behaupten von sich: „Eigentlich wollen wir doch alle nur spielen! Wir, die ImproLLetten aus Landsberg am Lech, tun das einfach. Ohne Regisseur oder Drehbuch, nur durch die Inspiration des Publikums lassen wir Szenen aus dem Augenblick entstehen. Sie erleben dabei einzigartige Weltpremieren, gewürzt mit improvisierter Situationskomik, Wortwitz und musikalischen Einlagen. Und da keiner, weder Sie noch die Spielerinnen und Spieler wissen was als nächstes passiert, bleibt Impro immer spannend bis zuletzt!“

    Um dem durch das Lachen geschunden Zwerchfell vor dem Heimweg noch etwas Erholung zu gönnen, gibt es vor und nach der Vorstellung im Foyer entspannte Live-Musik im zauberhaften Ambiente des Landsberger Stadttheaters.

    Der Erlös des Abends geht an die Flüchtlingshilfe im Landkreis Landsberg für die Begleitung der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, berufliche Qualifizierung und Ausbildung, Beschaffung von Wohnraum und Unterstützung bei persönlichen Schwierigkeiten, in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Kaufering, der Diakonie Oberland und den Mitarbeitenden von Herzogsägmühle.

26. Nov. 2019
Tanztheater

David Hughes

  • Der britische Tänzer David McInnes Hughes studierte an der London Contemporary Dance School, war Tänzer und Solist in verschiedenen Companies, wie der Company des London Contemporary Dance Theatre oder der Rambert Dance Company. Er choreographierte an der Seite von Adam Cooper die originale Rolle des Schwans im Rahmen von der „in Adventures in Motion Pictures“ bejubelten Produktion „Swan Lake“ und trat in der Zusammenarbeit zwischen PJ Harvey und der Mark Bruce Dance Company „Dance Hall at Louse Point“ auf. 2005 gründete er die David Hughes Dance Company, mit der er bis 2015 sehr erfolgreich tourte. Nach einer kleinen Pause hat David Hughes beschlossen, als Seniortänzer eine neue Soloreihe aufzulegen mit den für ihn bestimmten und miterarbeiteten Werken, die er nun auch in Landsberg zeigt:

    „LAprès Midi Dun Faune“ (Chor. Siobhan Davies) mit dem gleichnamigen Prélude von Claude Debussy, eine Hommage an Sergei Diaghilev: Eine Erforschung der Stille und ein moderner Blick auf das berühmte Nijinsky-Ballett.

    „Adagietto“ (Chor. Robert Cohan): Dieses traditionelle, auf Arbeiten von Martha-Graham basierende Solo erforscht die Geschichte der Untreue des heiligen Sebastian und spielt zur Musik des Adagietto aus Mahlers 5. Symphonie.

    „Soft Center“ (Chor. Lucy Guerrin) Duett mit Gwendolyn Berwick: Das Duett, das Mikhail Baryshnikov darstellen soll, wurde nur wenige Male und vor längerer Zeit aufgeführt. „Soft Center“ weist die sentimentalen Klischees zurück, die männlich-weibliche Beziehungen oft im Tanz beschreiben. Die abstrakte elektronische Komposition ist eine Explosion von weicher und romantischer Musik, welche die abgelöste Sachlichkeit der beiden Tänzer hintergeht.

    Und schließlich wird David Hughes noch ein neues Werk, das er im Moment erarbeitet, in Landsberg zur Uraufführung bringen.

      

Choreographien
Siobhan Davies, Robert Cohan, Lucy Guerrin
Tanz
David Hughes & Gwendolyn Berwick
Technik
Simon Gane
25. Nov. 2019
Kino

Parasite

  • Es ist einfach, mit dem Finger auf die einen zu zeigen, egal, ob es die Reichen oder die Armen sind. Dass es auch anders geht – nämlich in jeder Figur Würde und Menschlichkeit zu finden, zeigt dieser Film: Im Untergeschoss eines völlig heruntergekommenen Hauses leben die Kims in größter Armut. Die Aussichten sind trostlos für die ganze Familie. Zwar ist der Zusammenhalt untereinander groß, aber die Arbeitslosigkeit liegt wie ein großer Schatten über ihnen. Vater Kim Gi-taek, seine Frau Chung-sook und die inzwischen erwachsenen Kinder Ki-woo und Ki-yung machen jeden Aushilfsjob den sie kriegen können. Der Sohn Ki-woo hat eine Idee, wie er an Geld kommen könnte. Er fälscht seinen Lebenslauf, um einen Job als Nachhilfelehrer in einer gutsituierten Familie zu bekommen. Er wird bei der Familie Park eingestellt. Aber es verläuft alles anders als geplant…

       

24. Nov. 2019
Theater

Der Gott des Gemetzels

  • Yasmina Rezas Komödie Der Gott des Gemetzels ist eines der erfolgreichsten Theaterstücke weltweit. Roman Polanski hat es mit Starbesetzung erfolgreich verfilmt. Und die freie Münchner Theatergruppe „Wirtshausmannschaft“ bringt dieses Stück nun in bairischer Sprache auf die Bühne.

    Der Sohn von Alex und Annette Huber hat dem Sohn von Micha und Veronika Rey zwei Vorderzähne ausgeschlagen. Also beschließen die beiden Ehepaare, sich zu treffen und sich gütlich zu einigen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Was als versöhnliche Übereinkunft bei Kaffee und Kuchen beginnt, eskaliert zur verbalen Schlammschlacht, bei der alle Masken des zivilisierten Bürgertums fallen.

    Warum spielt man ein solches Stück auf Bairisch? Die Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, den Dialekt als reine Kunstsprache zu etablieren, ohne Folklore und ohne Klischees. Ein unterstützenswertes Ziel, wie wir finden. Gibt es doch die Möglichkeit, den Dialekt eben dadurch aus seinem Lederhosenimage zu befreien. Die Autorin genehmigte persönlich die Bairischversion als erste Übertragung in einen Dialekt. Die Stadt München verlieh Sebastian Edtbauer und Johannes Rieder dafür den „Innovationspreis Volkskultur“ mit der Begründung, dass „das Stück in ihrer Übertragung der Themen- und Konfliktwelten in einen bairischen Sprachraum, der so authentisch, präzise und mit differenzierendem Fingerspitzengefühl gestaltet ist, (überzeugt), dass nach wenigen Minuten positiv vergessen ist, dass hier Theater im Dialekt stattfindet. Das Ensemble benutzt diesen Sprachraum auf so unprätentiöse und klischeefreie Weise, dass der Brückenschlag zwischen aktuellen gesellschaftspolitschen Themen und dem Volkstheater eine innovative Form bekommt. Hier ist nichts Folklore, sondern Münchner Lebens- und Alltagswelt… Dass das in so künstlerisch hochwertiger Form auf der Bühne stattfindet, gibt dem Volkstheater das, was es dringend braucht: Eine Heutigkeit und Selbstverständlichkeit, die abgelöst von der erstarrten Kollektivsymbolik, mit der das Bairische so oft verwechselnd gleichgesetzt und benutzt wird, neue Räume in der Wahrnehmung des Dialekts aufmacht.“

     

Inszenierung
Johannes Rieder
Schauspiel
Sebastian Edtbauer, Ina Meling, Cornelia von Fürstenberg, Matthias Ransberger
21. Nov. 2019
Junge Bühne

Die Räuberinnen

  • Eine Räuberbande – ist das nicht total altmodisch? Nicht in der Version der Jungen Bühne, die aus Friedrich Schillers „Räuber“ kurzerhand „Die Räuberinnen“ machte, das Setting aktualisierte und die Handlung ins 21. Jahrhundert verlegte. Franz Moor, Abteilungsleiter im eigenen Familien-unternehmen, einer Schokoladenfabrik, muss sich von Kindestagen an gegen seine Schwester Karla behaupten. Die hübsche, allseits beliebte Karla, die von der Mutter zum Studium nach Leipzig geschickt wurde, weil sie später einmal die Firmenleitung übernehmen soll, ist dem Bruder Franz, dem der Weg an die Firmenspitze verwehrt zu bleiben scheint, schon immer ein Dorn im Auge. Er lässt daher keine Intrige aus, um seine Schwester – und gerne auch die Mutter gleich mit – aus dem Weg zu räumen. Und so nehmen dramatische Verwicklungen ihren Lauf…

    Es war vor allem diese unfassbar starke Eifersucht zwischen dem benachteiligten Bruder und seiner scheinbar gesegneten Schwester, seine Intrigen sowie die Abgründe, die sich für alle Beteiligten daraus ergeben, was die Mitglieder der Jungen Bühne so an dem klassischen Stoff faszinierte und weswegen sie sich einstimmig gegen ein modernes Jugendtheaterstück und stattdessen für Schillers „Räuber“ entschieden. Auch wenn einige der Charaktere dieses Werkes, das Schiller eigentlich gar nicht für die Bühne geschrieben hatte, weil er es für unspielbar hielt, die jungen Schauspieler vor große Herausforderungen stellt. Denn: Wer wäre nicht lieber der sympathische Held, der die Schwachen beschützt, die Unterdrückten befreit und dann am Ende mal eben noch schnell im Handumdrehen die Welt rettet? Doch der ist in dieser Geschichte leider nicht zu finden. Stattdessen endet das Ganze in einem großen Desaster, bei dem niemand bekommt, was er sich erhofft – doch jeder das, was er verdient. Oder nicht?

     

Schauspiel
Mitglieder der Jungen Bühne
Textbearbeitung & Regie
Julia Andres
19. Nov. 2019
Kindertheater

1 vor dem anderen

  • Valentin und Waldemar haben eine Geschichten-Schatzkiste gefunden. Stück für Stück spuckt sie auf Papierstreifen eine Geschichte aus und verspricht demjenigen, der sie spielt am Ende einen Schatz. „Das hässliche Entlein“ scheint es zu werden. Mit clownesker Spiellust und Freude an schräger Kostümierung stürzen sich die beiden in die Erzählung. Aber die Ungerechtigkeiten rütteln immer wieder am Verhältnis der Freunde zueinander. Das normale Ende der Geschichte können sie nach diesem Weg nicht mehr übernehmen. Tiefer wollen sie gehen auf der Suche nach dem Miteinander und machen dabei eine wichtige Entdeckung. Es gibt einen S(ch)atz für uns alle – voller Klugheit und Schönheit – von der Würde des Menschen. Einen Schatz, den die beiden bergen wollen, Entdecker im Federkleid!

    Die compagnie nik aus München erhält 2019 den Kinder- und Jugendtheaterpreis des INTHEGA-Vorstandes für richtungsweisendes Kinder- und Jugendtheater in der Fläche.

Schauspiel
Dominik Burki & Niels Klaunick
17. Nov. 2019
Kabarett

Terzinfarkt

  • Seit Jahren zählt „Terzinfarkt“ aus München zur ersten Liga der A-Cappella-Bands im deutschsprachigen Raum. Das Markenzeichen der Gruppe aus München ist ihre Vielseitigkeit.Wer es nicht glaubt, kann sich von den – so die leicht ironische Eigenklassifizierung – „ Schwiergermuttertypen“ überzeugen lassen: Fünf mit erstaunlichen stimmlichen Fähigkeiten gesegnete Herren können problemlos eine Big-Band in Vollinstrumentierung ersetzen. Wenn dann noch eine große Portion komödiantisches Talent dazu kommt, steht einem vergnügten wie abwechslunsgreichen Konzert nichts im Wege. Die Shows von Terzinfarkt gehören seit Jahren zum Besten, was das A-Capella-Genre im deutschsprachigen Raum zu bieten hat. Das liegt vor allem daran, dass sich die 1995 gegründete Gruppe permanent weiterentwickelt hat. Das sowohl was die Verfeinerung der eigenen Stimmtechniken, die Ausgestaltung der Shows und vor allem das musikalische Repertoire anbelangt. Das Markenzeichen der Gruppe aus München ist ihre Vielseitigkeit. So reicht das Spektrum der Stimmkünstler von den A-Cappella-Klassikern der Comedian Harmonists bis in die Gegenwart der  Rock- und Popmusik. Bruno Mars, Max Mutzke, the Boss Hoss, Robbie Williams, die Toten Hosen, Rammstein und viele andere mehr liefern die Vorlagen für atemberaubende A-Cappella-Interpretationen auf höchstem technischen Niveau. 

17. Nov. 2019
Kino

M.C. Escher- Die Reise in die Unendlichkeit

  • „Ich denke, es gibt nur eine Person, die einen guten Film über meine Arbeit machen kann: ich selbst“, schrieb Maurits Cornelis Escher an einen amerikanischen Sammler im Jahr 1969. Die Warnung des genialen Künstlers macht der preisgekrönte Doku-Filmer Robin Lutz zum Konzept und lässt in seinem Biopic das Leben der Kunst-Ikone mit dessen eigenen Worten erklären: Briefe und Notizen schildern aus erster Hand, wie der Maestro tickte. Woher er die Ideen nahm. Wie er scheiterte und triumphierte.   

17. Nov. 2019
Kino

Der Pianist

  • Der Film von Roman Polanski ist eine fast unfassbar authentische Wiedergabe des Alltags im Warschauer Getto. Adrian Brody spielt den gedemütigten Künstler, den gequälten und drangsalierten Juden mit äußerster Intensität. Der Film wurde weltweit mit diversen Film-preisen ausgezeichnet, unter anderem mit drei Oscars in den Kategorien „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, sowie „Bestes Drehbuch“.  

16. Nov. 2019
Musik

Rock-Pop-Chor Mosaix

  • Der Pop-Chor Mosaix aus Rott am Lech startet wieder mit einem neuen Konzertprogramm mit dem Titel „Lebenslinien“. Denn das Leben ist bunt, geht viele verschiedene Wege, bringt uns Höhen und Tiefen und geht – trotzdem – immer weiter!

    Mosaix besteht schon seit 19 Jahren unter der Leitung von Alexandra und Matthias Eideloth, die über 30 Mitglieder und die chorinterne Band sind im Alter von Anfang 20 bis Mitte 70! Die musikalisch hochwertigen Lieder sind meist 5-stimmig, acappella oder werden mit Klavier bzw. der 5-köpfigen Band begleitet! Das letzte Konzert im Stadttheater 2015 war ein buntes Bühnenspektakel mit Musik, Tanz und Comedy. Das neue Konzert geht einen anderen Weg, wird ganz anders – geht tiefer.

    Lassen Sie sich entführen, in Geschichten die das Leben schreibt, mit starken Liedern und berührenden Texten!

    Video vom letzten Konzert: https://www.facebook.com/244333502246634/videos/620472681815334/   

14. Nov. 2019
Theater

Hotel Paradiso

  • Bizarres geschieht im traditionsreichen „Hotel Paradiso“, dem kleinen, von der Seniorchefin mühsam zusammengehaltenen Familienbetrieb in den Bergen. Eine Heilquelle verspricht Linderung seelischer und körperlicher Nöte und über der Eingangstür glänzen vier Sterne. Doch am Himmel ziehen dunkle Wolken auf. Der Sohn des Hauses träumt von der großen Liebe, während er sich mit seiner Schwester einen erbitterten Kampf um die Führung des Hotels liefert. Das Dienstmädchen bestiehlt die Gäste und der Koch zersägt nicht nur Schweinehälften…

    Als der erste Tote auftaucht, geraten alle, Personal und Gäste, in einen Strudel bitterböser Ereignisse. Zwischen Schwindel erregenden Höhenzügen öffnen sich dunkle, bodenlose Abgründe, denen niemand entkommt. Der Niedergang des Hotels scheint besiegelt, denn Leichen sind in jedem Fall schlecht fürs Geschäft.

    Alter Name, neue Version: In Landsberg tritt Familie Flöz mit einer zweiten, neuen Version von „Hotel Paradiso“ auf. Nie war Familie Flöz böser und abgründiger. Ein Alp(en)-Traum voll von schwarzem Humor, stürmischen Gefühlen und einem Hauch Melancholie.

    Die Masken von Familie Flöz verhüllen das lebendige Gesicht mit einer starren Form, um damit lebendige Figuren zu schaffen. Ein Paradox das zugleich Reiz und Herausforderung für die Spieler ist. Doch nicht nur für sie. Lebendig werden die Masken erst in der Imagination des Zuschauers, der damit gewissermaßen auch zum Schöpfer wird.

     

Regie
Michael Vogel
Masken
Thomas Rascher, Hajo Schüler
10. Dez. 2019
Kino

Stan & Ollie English Cinema OmU

  • Der Film ist auf mehreren Ebenen großes Schauspielkino. Vom ersten Augenblick an begeistern Steve Coogan und John C. Reilly mit ihrer präzisen und hingebungsvollen Darstellung. Beide profitieren von maskenbildnerischen Meisterleistungen (Stans abstehende Ohren und Ollies Doppelkinn!) und beherrschen die physischen Tricks und Rituale der Vorbilder absolut perfekt. Noch wichtiger als die äußerliche Anverwandlung aber ist die Chemie der beiden. Mit großer Nonchalance entwerfen Coogan und Reilly die manchmal diffizile, manchmal heikle, aber immer zutiefst vertraute Beziehung von Laurel und Hardy, ein Verhältnis, das zwischen Kollegialität, Sachlichkeit und Freundschaft oszilliert. Nicht nur deshalb ist die Atmosphäre des schönen Films auch zutiefst melancholisch. Es geht ums Altern, um den Verlust von Relevanz und Prominenz, um die leise Verzweiflung, die den Schauspieler packt, wenn er nicht mehr schauspielern darf. DER SPIEGEL nannte den Film ein „wunderbares Biopic, das sehr oft Form und Inhalt zur Deckung bringt. Die beiden Hauptdarsteller spielen das Komikerduo derart intensiv, dass sich ihre Leistung in das Gegenteil von Großschauspielerei verkehrt: Sie zeigen nicht ihre eigen Kunst, sondern die von Laurel und Hardy.“ Sagen wir doch einfach mal: ein toller Film für die ganze Familie.

        

13. Nov. 2019
Kino

Monsieur Claude 2 Cinéma Français OmU

  • Die Fortsetzung des 2014 erschienen Erfolgsfilms „Monsieur Claude und seine Töchter“. Monsieur Claude und Madame Marie kommen ihrem Hochzeitsversprechen nach und besuchen die Familien ihrer Schwiegersöhne in der Elfenbeinküste, in Israel, Algerien und China. Die Weltreise gestaltet sich für die beiden allerdings als schwierig, da sie mit den für sie fremden Kulturen nicht zurechtkommen. Monsieur Claude versucht seine Schwiegersöhne, die nicht gerade erfolgreich ihren Berufen nachgehen können, nach Frankreich zurückzuholen. Er betont, wie schön es sei, wenn alle Religionen und Ethnien in Zeiten der „zunehmenden Islam-Feindlichkeit und des wieder aufkeimenden Antisemitismus“ brüderlich vereint und mit gegenseitigem Respekt am Tisch sitzen würden. In Frankreich konnte der Film 7 Millionen Zuschauer verzeichnen, in Deutschland mehr als 1 Million.

      

12. Nov. 2019
Kindertheater

TRASHedy

  • Wie viele Plastikbecher hast du schon in deinem Leben verbraucht? Und was ist eigentlich ökologische Intelligenz?

    Zwei Darsteller gehen der Geschichte unserer merkwürdigen Evolution nach und wühlen sich durch die Komplexität des Themas „ökologische Intelligenz“. Auf ihrem Weg stoßen sie auf immer neue Fragen und einen stets wachsenden Müllberg. Mit Hilfe von animierten Zeichnungen, Tanz und Klangcollagen wirft TRASHedy einen unverstellten, humorvollen Blick auf unsere Entscheidungsfreiheit und das eigene Konsumverhalten. Denn alles, was wir tun, hat eine Auswirkung. Irgendwo.

    Ausgezeichnet wurde TRASHedy mit dem Fachjurypreis und dem Jugendjury-Publikumspreis beim „Westwind Festival“ 2013 und ausgewählt für das „Augenblick mal! Festival“ 2014.

     

Schauspiel
Marie-Lena Kaiser und Constantin Hochkeppel
Idee & Regie
Leandro Kees
Stückentwicklung
Leandro Kees, Daniel Mathéus, Martin Rascher
Klangkomposition & Video
Martin Rascher
Produktion
Performing Group und tanzhaus nrw
11. Nov. 2019
Kino

Synonymes

  • Sein Land hat Yoav nach dem Militärdienst verlassen und ist, vor allem dem Mythos Paris als Hauptstadt der Kultur wegen, nach Frankreich gekommen. In einer leeren Wohnung findet er Unterschlupf, als er badet wird ihm sein ganzer Besitz gestohlen, nackt rennt er durchs Treppenhaus, bricht zusammen – und wird von einem jungen, bourgeoisen Paar gerettet. Emile und Caroline sind das Klischee eines Pariser Künstlerpaares: Dank dem reichen Vater wohnen sie in einem mondänen Appartement. Emile schreibt an einem Roman und trinkt viel Rotwein. Caroline spielt die Oboe. Fasziniert von Yoav, von seinem wilden Geist, seinem nackten Körper, geben sie ihm Geld und Kleidung, vor allem einen senffarbenen Mantel, den Yoav kaum einmal ablegen wird. Bei der israelischen Botschaft bekommt er einen Job als Sicherheitsbeamter, den er nach wenigen Tagen verliert, als er Wartende ohne Kontrolle in die Botschaft lässt und „Es gibt keine Grenzen“ skandiert. Ein anderer Israeli sieht überall Antisemitismus, den er durch Provokationen geradezu heraufbeschwören will. Schließlich will sich Yoav einbürgern lassen und nimmt an einem Integrationskurs teil. Mit dem Erfolg, dass er nicht mehr die martialische israelische Hymne singen muss, sondern die ebenso blutrünstige französische. „Synonymes“ wurde auf der Berlinale 2019 mit dem Goldenen Bären für den besten Film des Wettbewerbs ausgezeichnet.

      

9. Nov. 2019
Theater

Der Reisende

  • Der Geschäftsmann Otto Silbermann steht mitten in einem wohlgeordneten Leben mit erfolgreichem Geschäft und einem Kreis von vertrauten Freunden und Bekannten. Da schlägt in Deutschland der Antisemitismus in brutale Hetze um. Es werde schon nicht so schlimm kommen, hofft Silbermann, noch während er sich in seiner eigenen Wohnung überfallen und von körperlicher Gewalt bedroht sieht. Für ihn beginnt damit eine Flucht-Odyssee durch Deutschland, in der er schmerzhaft erfahren muss, wie Geschäftspartner und Freunde, auf deren Menschlichkeit er baute, ihn verraten. Er muss seine Frau ziehen lassen, verliert sein Geschäft und schließlich sein gesamtes Vermögen. In Zügen der Reichsbahn durchquert er Deutschland in der Hoffnung einen Fluchtweg zu finden – doch die Grenzen sind bereits geschlossen, und in den Nachbarstaaten wartet niemand auf die jüdischen Flüchtlinge.

    Die Ausgrabung dieses beeindruckenden Romans im Frühjahr 2018 war eine kleine Sensation: 1938 erzählt der junge, deutsch-jüdische Autor Ulrich Alexander Boschwitz – der von Auschwitz noch nicht wissen konnte – erschütternd hellsichtig die Leidensgeschichte des jüdischen Kaufmanns Otto Silbermann, der durch die nationalsozialistischen Novemberpogrome sein Zuhause, seine Familie und schließlich seine Identität verliert. Der Autor, der 1942 im Krieg umkam, zeichnet das beklemmende Bild einer Gesellschaft, die sich in rasender Geschwindigkeit ihrer Mitmenschlichkeit entledigt. Und er beschreibt eindringlich die demütigenden Erfahrungen von Flucht und Vertreibung.

    Das Landestheater in Memmingen wurde im Frühjahr 2019 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet.

    Landestheater-schwaben.de

    Wir haben bewußt für dieses Gastspiel den 09. November gewählt, um mit diesem Theaterabend an die Reichsprogromnacht vom 09. auf den 10. November 1938 zu erinnern. Vor der Aufführung wird es einen kurzen Gedenkakt geben, den das Stadttheater zusammen mit der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e.V. veranstaltet.

     

Inszenierung
Kathrin Mädler
7. Nov. 2019
Theater

A Midsummernight´s Dream

  • Die schöne Hermia ist dem Jüngling Demetrius versprochen, doch heimlich sind sie und Lysander ein Paar. Demetrius wiederum wird in leidenschaftlicher Liebe von Helena verfolgt, die ihn für sich gewinnen will. Und auch im Elfenreich geht es turbulent zu: Der Elfenkönig Oberon hat sich mit seiner Gemahlin Titania entzweit und sinnt schalkhaft auf Rache. Er setzt den gewitzten Gnom Puck auf die Liebenden an, der mit Hilfe magischer Liebestropfen ein unbeschreibliches Gefühlschaos verursacht.

    William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ wurde 1600 uraufgeführt und ist bis heute eines seiner meistinszenierten Stücke. Ein heiter-vergnügliches Spiel mit den Wirrnissen und Narrheiten der Liebe.

    Interesse an Filmen in Originalsprache? Das Filmforum Landsberg zeigt einmal im Monat einen fremdsprachigen Film. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Filmforums unter www.filmforum-landsberg.de

Regie
Paul Stebbings
Schauspiel
American Drama Group Europe & das Ensemble des TNT Theatre Britain
4. Nov. 2019
Kino

Deutschstunde

  • Der Film erzählt auf eindringliche Weise von Deutschland in der NS-Zeit und der Rolle, die bedingungslose Pflichterfüllung darin spielte. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Der als schwer erziehbar geltende Siggi Jepsen ist in einer Besserungsanstalt untergebracht, doch er trotzt auch hier den Lehrern. Als er zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ keinen Aufsatz verfassen kann, wird er in Einzelverwahrung gesteckt, bis die Aufgabe erledigt ist. Und so schreibt Siggi von seiner Kindheit in Schleswig-Holstein während der Kriegsjahre. Er berichtet von seinem Vater, der streng war und dem NS-Regime in treuem Gehorsam folgte. Und von seinem Patenonkel, dem Maler Max Nansen, der eines Tages nicht mehr malen durfte, weil seine Kunst von denen in Berlin als „krank“ bezeichnet wurde. Als Siggis Vater seinen Sohn benutzen will, um den Maler auszuspionieren, gerät der Junge in einen Gewissenskonflikt. Vor über 50 Jahren erschien mit „Deutschstunde“ einer der berühmtesten Romane von Siegfried Lenz – der sich darin nicht nur mit der NS-Zeit, sondern auch mit deren Aufarbeitung im Nachkriegsdeutschland auseinandersetzte. Regisseur Christian Schwochow und der Drehbuchautorin Heide Schwochow ist es gelungen, die dichte Atmosphäre der Vorlage eindringlich auf die Kinoleinwand zu bannen.

      

31. Okt. 2019
Kino

The Dead Dont Die

  • In der kleinen Gemeinde Centerville ist plötzlich alles anders: Uhren bleiben stehen, Mobiltelefone funktionieren nicht mehr, Sonnenauf- und untergang verschieben sich, vor allem aber erwachen die Toten zum Leben. „Das wird nicht gut enden“ sagt Polizist Ronnie  und wird schon bald mit seiner Prognose Recht behalten. Sein Vorgesetzter, Polizeichef Cliff Robertson, ist anfangs irritiert, akzeptiert jedoch schnell die Schicksals-Prognose. Doch der Regisseur Jim Jarmusch bedient die Klischees und Erwartungen des Genres nicht einfach, sondern stellt sie betont offensiv aus. Seine Gesellschaftskritik, sein Bloßstellen einer Kultur, die sich allzu oft in oberflächlicher Zitatenspielerei, Likes und Herzchen ergeht und definiert, ist so unsubtil, dass sie kaum ernst zu nehmen ist. Und das ist vielleicht der Punkt eines Films, der zu klug ist, um zu glauben, dass sich durch ihn etwas an den Zuständen ändern könnte. Aktivismus überlässt Jarmusch lieber anderen. Er und sein illustrer Cast haben lieber 100 Minuten Spaß an grotesken Absurditäten, am Spiel mit Genremustern. Wenn die Welt schon verkommt, sollte man zumindest nicht seinen Humor verlieren.

       

2. Feb. 2020
Konzert

Jasmin Tabatabai & David Klein Quartett

  • Sie ist eine der großen deutschen Fernseh- und Kinostars. Wenn die deutsch-iranische Schauspielerin, Jasmin Tabatabai, in der ZDF-Serie »Letzte Spur Berlin« als Kommissarin Mina Amiri in einer Hauptrolle vor der Kamera steht, schauen regelmäßig Millionen zu. Der quotenstarke Publikumsrenner geht mittlerweile in die 9. Staffel. Ein Ende ist nicht in Sicht. Aber auch als Sängerin weiß die wandelbare Mimin zu begeistern. Ihr Gesangsdebüt gab sie als Rockröhre im Blockbuster »Bandits«, zusammen mit Katja Riemann und Nicolette Krebitz. Der Kultfilm hatte fast eine Million Zuschauer. Der Soundtrack, der größtenteils aus Songs von Jasmin Tabatabai besteht, avancierte mit über 700.000 verkauften Exemplaren nicht nur zum bestverkauften deutschen Soundtrack, sondern ist auch der meistverkaufte Soundtrack eines europäischen Kinofilms. Mit dem Programm »Eine Frau« von ihrer ersten, ECHO-prämierten, CD als Jazz- und Chansonsängerin gastierte Tabatabai bereits einmal im Stadttheater. Nun kehrt sie zusammen mit ihrem musikalischen Partner, dem Schweizer Musiker, Komponist und Produzent David Klein, nach Landsberg zurück. Wir gehören zu den Ersten, denen sie ihr neues Programm präsentiert. Die Veröffentlichung der dazugehörenden CD ist im Mai 2020 geplant. Die Zuhörerschaft darf sich auf einen vielfältigen Abend freuen, auf eine meditative Version von Schuberts »Ständchen«, sowie auf radikale Neudeutungen von »River Man« (Nick Drake) und »If I could« (Simon & Garfunkel). Eine soulige Interpretation von »Sei mal verliebt« (Hildegard Knef/Cole Porter) im Dreivierteltakt findet genauso ihren Platz wie »Schlafen gehen«, ein gänzlich unbekanntes Juwel des Burgschauspielers und Kinderbuchautors Martin Auer, oder David Kleins Vertonung des impressionistischen Textes »Zeit für Lyrik« des Slam-Poeten Sebastian 23´und vieles mehr!

       

28. Mrz 2020
Konzert

Carlos Cipa & Ensemble

  • Carlos Cipa, ehemaliger Schüler an der Landsberger Musikschule, ist heute ein international gefragter Pianist und Filmmusikkomponist. Die Tour zu seinem neuen, bei Warner Classics erschienen, Album „Retronyms“ führte ihn durch zahlreiche Länder. Presse und Publikum zeigten sich beeindruckt. Nun führt er „Retronyms“ erstmals in seiner alten Heimat auf. Der Wahlmünchener Carlos Cipa ist kein alltäglicher Musiker geworden. Niemand von der Stange. Er geht eigene Wege und vereint den klassischen Pianisten und Komponisten mit experimentellen Formen, Jazz, Pop und Rock. Improvisation und Kompositionskunst treffen sich, akustische Instrumente harmonisieren mit elektronischen Produktionsmethoden und analogen Synthesizern. Jeder Ton, jeder Instrumenteneinsatz ist durchdacht und brilliert durch eindringliche Lebendigkeit. Man kann getrost behaupten, dass Carlos Cipa damit heute auf einer Stufe mit Komponisten wie Max Richter, Hauschka oder Jóhann Jóhannsson steht.

    Am 28. März feiern Musikfans weltweit den „International Piano Day“. Ins Leben gerufen wurde dieser von dem Berliner Pianisten Nils Frahm: Seit 2015 wird das Instrument immer am 88. Tag des Jahres – richtig, soviel Tasten hat ein Klavier – mit Konzerten, Events und Workshops rund um den Globus gebührend gefeiert. Alle Landsberger Veranstaltungen zum International Piano Day sind unter www.kulturinlandsberg.de zu finden, weitere Infos unter www.pianoday.org

     

21. Jun 2020
Musik

Stenzel & Kivits

  • Ein unmögliches Konzert zu geben, das schaffen nur die Holländer Stenzel & Kivits. Schon im ersten Moment stimmt hier irgendetwas nicht. Frack und Fliege mögen sitzen, und die ersten Töne erst Recht. Doch dem Blick dieses Pianisten wohnt von Anfang an ein gewisser Wahnsinn inne, und schnell wird klar, dass die Herren weit mehr wollen, als klassische Musik und beliebte Opernarien vorzutragen. Mehr und mehr wachsen aus leichten Verwirrungen und Unstimmigkeiten humoristische Höhepunkte: Das stürzende Piano, ein tanzender Notenständer und das eigentlich unmögliche Duett mit Caruso gehören dazu. Verbunden mit intensivem Spiel und virtuosen Wahnwitz agieren Stenzel & Kivits mitunter anarchistisch und immer rasant. Dabei ist kein klassisches Thema vor ihren Improvisationen und Persiflagen sicher. Stenzel & Kivits nehmen die Welt der Oper grandios auf die Schippe und schaffen Verblüffung mit außergewöhnlichen Musikinstrumenten. Am Ende bekommt ein Flügel tatsächlich Flügel verliehen und wird zum sprichwörtlich fliegenden Holländer – alles, während zwei Komiker höchste Musikalität wahren. Ein Abend für undogmatische Musikliebhaber.

      

13. Mai 2020
Literatur

Gerd Baumann & Marcus H. Rosenmüller

  • Was sucht ein Gondoliere unter dem Eiffelturm? Wie klingt ein Brief an Schiller heute? Wie steht es um das Verhältnis von Schaf und Schäfer? Kuh und Bauer? Brauchen wir Trostlieder und Gruselgedichte? Ja! Und zwar die von Marcus H. Rosenmüller, Regisseur von »Wer früher stirbt ist länger tot«, »Sommer in Orange«, und seinem Haus- und Hofkomponisten Gerd Baumann. Gedichte, die die großen und kleinen Gefühle umkreisen, den Alltag, die Heimat und das »Große und Ganze«, die Sinnfragen stellen und den Sinn austreiben. In ihren Gedichten hinterfragen die beiden die Gesetze des Lebens, des Seins und der Gesellschaft und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis: Es muss alles umgekrempelt werden! Die Frage nach dem Wie wird an einem unvergesslichen Lyrikabend in Tränen und Lachen, Staunen und Grübeln gegossen. Ihre selbst verfassten Gedichte sind im Münchner Antje Kunstmann Verlag erschienen.

     

5. Jul 2020
Konzert

Mulo Francel & Chris Gall

  • Zwei schillernde Gestalten der europäischen Musiklandschaft treffen sich im Dialog.

    Chris Gall hat wie kaum ein anderer deutscher Pianist in den letzten Jahren die Stilgrenzen des Jazz konsequent und originell erweitert und begeistert das Publikum vom legendären Jazzfestival Montreux bis zur JazzBaltica.

    Mulo Francel ist Saxophonist und Weltenbummler. Darüber hinaus bekannt als kreativer Wirbelwind des Ensembles Quadro Nuevo. Seit vielen Jahren bereist der mehrfache ECHO-Preisträger spielend die Länder dieser Erde. Von Bayern über den Balkan bis Bolivien. Im Duo präsentieren sie nun einen faszinierenden Kosmos aus virtuosen Improvisationen, hypnotisierenden Minimal-Music-Elementen, feinsinnigen Grooves, zauberhaft-impressionistischen Klangbildern und Tango.

        

16. Mai 2020
Konzert

Gerd Baumann & Band

  • Zum Ende unserer Baumann/Rosenmüller/Dreiviertelblut Woche gibt es noch eine Premiere fürs Landsberger Publikum. Mit einem handverlesenen Ensemble hören wir Songs aus den Film-Soundtracks von: „Sommer in Orange“, „Beste Zeit“, „Beste Gegend“, „Wer früher stirbt ist länger tot“ und vielen anderen. Alle stammen aus der Feder des Münchner Filmkomponisten Gerd Baumann, die er mit seiner Band nun erstmals auch live auf die Bühne bringt. Zur Band gehören Maria Moling von Ganes und Me And Marie, sowie Dreiviertelblut Bassist Benjamin Schäfer und Sam Hylton am Piano.

       

24. Okt. 2019
Theater

Othello

  • Unbemerkt von der Gesellschaft haben Othello und Desdemona geheiratet, der dunkelhäutige Feldherr und die Tochter eines wohlhabenden venezianischen Senators. Nicht allein seine Hautfarbe schließt Othello aus der Shakespeare’schen Gesellschaft aus, sondern auch seine Fremdheit. Ihn, den erfolgreichen Feldherrn Venedigs. Venedig wurde ihm zur Heimat, er vertraut den Regeln und Gepflogenheiten dieser Stadt. Doch dieses Vertrauen zerbricht jäh, als ihm von seinem Untergebenen Jago eingeflüstert wird, dass Desdemona ihm untreu wäre. Vertrauen wird zum Misstrauen und weckt jene Affekte, die jeden klaren Gedanken verscheuchen und in Eifersucht umwandeln. Eifersucht auf Desdemona oder auf den Status, den die Mitglieder der venezianischen Gesellschaft durch Geburt besitzen. Wie alle Intrigen erzeugt auch die des „Populisten“ Jago die Herrschaft des Verdachts, dem gegenüber sich die Verdächtigten nicht erwehren können, umso weniger, wenn sie nicht einmal wissen, dass sie einem Verdacht ausgesetzt sind.

Inszenierung
Roberto Ciulli
Schauspiel
Jubril Sulaimon, Dagmar Geppert, Steffen Reuber, Petra von der Beek, Klaus Herzog & Fabio Menéndez
22. Okt. 2019
Kino

Loro – Die Verführten Cinema Italiano OmU

  • Abgründig porträtiert die Politfilm-Ikone Paolo Sorrentino nun diesen polarisierenden Polit-Proleten. Der Titel „Loro“ heißt übersetzt „Sie“ und meint jenen opportunistischen Rektal-Hofstaat Berlusconis, der ihn umschleimt, umwirbt und ihn immer wiederwählt. Macht korrumpiert, am meisten sich selbst. Wir betrachten mit voyeuristischem Staunen auf amüsant satirische Manier, wie Bella Italia formvollendet fehlfunktioniert und zum Scheitern verurteilt bleibt, wie die aktuelle Lage der Nation beweist.

       

21. Okt. 2019
Kino

Nurejew – The White Crow

  • Er spielt im Kalten Krieg der 1960er Jahre, als die Sowjets beschlossen hatten, das Kirov-Ballett mit seinem Star Rudolf Nurejew zu einem Gastspiel nach Paris zu schicken. Die Premiere findet am Palais Garnier statt, aufgeführt wird “La Bayadére“. Nurejew tanzt die Rolle des Solor, sein Auftritt wird ein Riesenerfolg und macht ihn mit einem Schlag im Westen berühmt. Mit seinem ungestümen Temperament gelingt es ihm immer wieder, sich seinen Bewachern zu entziehen. Mit Hilfe des Sohnes des französischen Kulturministers André Malraux gelingt Nurejew schließlich auf dem Pariser Flughafen Le Bourget der Absprung in den Westen.

      

21. Okt. 2019
Kindertheater

Lausdirndlgeschichten

  • Leni ist ein richtiger Sau-Fratz. Das sagen zumindest die Leut’ im Dorf. Wenn sie nicht gerade den Hennen beim Eierlegen hilft, stibitzt sie das Obst von den Bäumen, nimmt fürchterliche Rache oder macht dem Pfarrer das Leben schwer. Aber Oma und Opa lieben sie so, wie sie ist. Und das ist die Hauptsache. „Furchtbar schee“ geht´s zu in Lenis Welt. -Wenn jetzt nur nicht ihre Mutter aus der Stadt auftaucht…

    Die anarchische und bittersüße Kindheitsgeschichte der bayerischen Autorin Lena Christ, bekannt durch „Die Rumplhanni“ und „Madam Bäurin“ ist ein bairischer Theaterspaß für Lausdirndl, Lausbuben und Lauserwachsene von 6 bis 100 Jahren.

    Die Schauspielerinnen Pia Kolb und Angela Hundsdorfer – selbst auf dem Land aufgewachsen, bei Bad Tölz und in Garmisch-Partenkirchen- haben glückliche Erinnerungen an das Kinderleben im Oberland. Die Lausdirndlgeschichten haben sie inspiriert, ein dialektal unverfälschtes Kinderstück zu machen und ein noch relativ unentdecktes Buch von Lena Christ auf die Bühne zu bringen. Mit einer weiblichen Heldin! Jedes Kind – und jeder Erwachsene! – kann sich darin wiederfinden. Das Stück ist zwar bairisch, transportiert aber bewusst keinen verklärten Heimatbegriff. Zumal auch Gewalt ein Thema ist, das sie nicht ausklammern wollten.

     

     

20. Okt. 2019
Konzert

Bigband Dachau feat. Jimi Tenor

  • Jimi Tenor? Ja genau dieser Jimi Tenor kommt nach Landsberg. Der große Durchbruch gelang ihm in den 1990er Jahren, als er mit seiner Techno-Hymne „Take me Baby“ die internationale Electro-Szene mitsamt Loveparade-Publikum in seinen Bann zog. Heute begeistert er mit Bigband- und Orchesterprojekten unter anderem in der Elbphilharmonie, veröffentlicht Deep-House-Alben und lebt seine musikalische Leidenschaft für den Afrobeat, die zu einer langjährigen Freundschaft und Zusammenarbeit mit Schlagzeugerlegende Tony Allen führte. Und so kann man letztlich nie genau wissen, was einen an einem Abend mit Jimi Tenor erwartet: Furios bizarre Synthesizer-Läufe, sehnsuchtsvolle Flötentupfer, interstellare Bewusstseinsreisen oder pumpender Afrobeat, einmal durch den finnischen Mixer gedreht und mit einem Hauch Ekstase versehen. Seine Fähigkeiten scheinen schier grenzenlos zu sein – wie auch die Vielseitigkeit seiner Musik. Das finnische Multitalent agiert als Komponist, Saxophonist, Flötist, Sänger und Arrangeur ebenso erfolgreich wie als Fotograf, Kurzfilmregisseur, Modedesigner und Erfinder eigener Instrumente.

    Es ist dem Leiter der Bigband Dachau, Tom Jahn, zu verdanken, dass es zu dieser Kooperation kam. Der ausgesprochene Jimi-Tenor-Fan schickte Partituren und Ideen für gemeinsame Projekte zu seinem finnischen Musikerkollegen. Und Jimi Tenor zeigte sich begeistert und darf sich nun austoben mit dem Klangkörper der Bigband Dachau, dem glitzernden Massiv-Jazz-Funk-Techno-Kollektiv, in dem sich viel von Tenors musikalischer Freiheit und Experimentierfreudigkeit widerspiegelt. Das junge Ensemble, eine Mischung aus Laien und Profis sucht seinesgleichen und wurde nicht zufällig 2017 zum Montreux Jazz Festival eingeladen und 2018 mit dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.

    Live-Videokunstprojektionen von Kanja Visual machen das Konzert außerdem zu einem fulminanten Ereignis der vierten Dimension.

     

     

     

14. Okt. 2019
Kino

Im Winter ein Jahr

  • Der Film behandelt die Verarbeitung einer familiären Katastrophe und den Umgang mit Trauer. Anke Sterneborg schrieb in der Süddeutschen Zeitung: „Kaum ein deutscher Film hat so weite Räume gestaltet. Die Regisseurin Caroline Link umspielt geheimnisvoll und ganz behutsam die Leerstelle, die der Selbstmord eines Achtzehnjährigen in einer Familie hinterlassen hat. Aus einzelnen Tönen entsteht dabei ganz langsam die Melodie des Films, und so wie sich aus vielen Details ein Bild fügt, erwächst aus der Fülle von Erinnerungen die Geschichte. Trotz seiner Tiefe wirkt der Film schwebend und bietet einen seltenen schauspielerischen Reichtum.“ Auch die FAZ-Rezensentin Verena Lueken betont, was für ein großes Kapital das deutsche Kino in seinen Schauspielern habe. Und sie fährt fort: „Der ganze Film hat angesichts des Themas von Tod und Trauer eine verblüffende Leichtigkeit. Es geht um die größten, die ernstesten Gefühle. Aber die Regisseurin zwingt sie dem Zuschauer nicht auf, sie lässt sie ganz bei den Figuren und betrachtet sie mit Diskretion.“ Aus der Geschichte hätte alles Mögliche werden können, etwas Pompöses, Weinerliches, Pathologisches. Stattdessen sehen wir, was früher einmal Trauerarbeit hieß, und haben das Gefühl, ja, so könnte es gehen. Ein großer Film!

       

13. Okt. 2019
Kino

Itzhak Perlman – ein Leben für die Musik

  • Die Eltern des heute 74-jährigen Polio-Überlebenden sind von Polen nach Israel emigriert. 1958 begann er ein Musikstudium an der New Yorker Juilliard-School. Im gleichen Jahr sorgte ein Auftritt in der “Sullivan Show“ für internationales Aufsehen. Während seiner musikalischen Ausbildung hatte Perlman mit Vorurteilen wegen seiner Behinderung zu kämpfen, überzeugte aber mit seinem unglaublichen Talent und gehört heute zu den ganz Großen.

      

13. Okt. 2019
Kino

Yesterday

  • Doch Regiestar Danny Boyle und sein begnadeter Drehbuchautor Richard Curtis nehmen genau dieses Thema und wirbeln es gründlich durcheinander. Beide haben gemeinsam eine Liebeserklärung an die Beatles und ihre Musik geschaffen, eine Verbeugung vor den Fab Four, die vielleicht mehr mit dem künstlerischen Selbstverständnis der beiden Filmemacher zu tun hat, als man denkt, auf jeden Fall aber mit dem alten Wunsch nach Unsterblichkeit. Das hört sich ein bisschen pathetisch an, aber ein bisschen Pathos gehört schließlich in jede Komödie. Manche Szenen könnten unvergesslich werden und damit den Film unsterblich machen. Am Ende heißt es „All you need is Love“, und diese größte aller Beatles-Hymnen setzt den Schlusspunkt unter den Gute-Laune-Film der Extraklasse.

        

13. Okt. 2019
Literatur

Dement oder weise?

  • „Je länger der Mensch Kind bleibt, desto älter wird er“ befand Novalis.

    Das Thema Alter gehört seit jeher zu den wichtigsten Sujets der Weltliteratur.

    Monika Manz und Gerd Lohmeyer, seit nunmehr 39 Jahren verheiratetes Schauspielerehepaar, gehen auf Spurensuche nach der Bedeutung des Alters für die Menschen über die Jahrhunderte.

    Monika Manz, bekannt durch zahlreiche TV-Rollen, und Gerd Lohmeyer, der derzeit vor allem durch die Kultserie „Dahoam is dahoam“ einem großen Publikum präsent ist und bei uns im Stadttheater schon mehrfach auf der Bühne zu erleben war, durchschreiten die Weltliteratur von Vergil über Shakespeare bis hin zu Beckett, Brecht, Valentin oder Gernhardt und schenken uns spannende, lustige, nachdenkliche und aufschlussreiche Momente.

     

     

12. Okt. 2019
Rathauskonzerte Landsberg

Rathauskonzert- Kinderkonzert

  • Mäuserich Anton wohnt in einer Kirche, wo er seine Liebe zur Musik entdeckt. Doch außer ein paar trockenen Breznkrümeln findet sich dort kaum etwas zu essen für ihn. Außerdem ist es Anton auf Dauer zu kalt in dem alten und feuchten Gemäuer, und so beschließt er, an einen anderen Ort umzuziehen, wo es ebenfalls sehr schöne Musik geben soll. Also macht er sich kurzerhand auf den Weg und staunt nicht schlecht, als er nach einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn endlich am Opernhaus ankommt! Dort ist es nämlich äußerst behaglich und warm, und auch das musikalische Programm ist ganz nach Antons Geschmack. Und mit Karl dem Käfer, Mimi der Ballettmaus und der Katze des Kantinenwirts findet er zudem gleich drei neue Freunde…

    Dass Musik nicht nur etwas für kleine Mäuse, sondern auch für ein junges Publikum ist, zeigt das musikalische Mäuseabenteuer Anton aus dem Opernhaus von Fritz Winter und Hannes Mück. Arrangiert für drei Trompeten und drei Posaunen präsentiert das kurzweilige Kinderkonzert einige der bekanntesten und schönsten Melodien des Musiktheater-Repertoires. Ein kurzweiliges Vergnügen für die ganze Familie!

    Ein Sonderkonzert des Fördervereins Rathauskonzerte Landsberg.

Erzählerin
Susanne Seimel
Trompete
Robert Hilz, Michael Herdemerten, Hannes Oblasser
Posaune
Fritz Winter, Alexander Apfler, Hannes Mück
12. Okt. 2019
Theater

Gaia Gaudi

  • Glücklicherweise sterben wir. Es wäre ja sonst viel zu eng auf dieser Erde, auf keiner Parkbank fände sich noch ein freier Sitzplatz, und Theaterkarten für heute Abend hätte man schon vor Jahrzehnten reservieren müssen.

    Der Tod schafft Raum, für die nächsten und weiteren Generationen, und ermöglicht so Verlebendigung. Gardi Hutter, alias Hanna, hat Übung im Sterben. In bisher acht Stücken war sie am Schluss sieben Mal tot. Der Tod des Clowns provoziert das ursprünglichste Lachen, das die Menschen erfunden haben, um sich mit dem unabwendbaren eigenen Ende auszusöhnen. In „Gaia Gaudi“ ist Hanna gleich von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Von so etwas Unwichtigem lässt sie sich nicht aufhalten. Man sagt, die Seele eines Verstorbenen bleibe noch eine Weile im Raum. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: er hört das Rumoren der nächsten Generation. Der Tod ist, wie jeder Schlusspunkt, auch immer ein Anfang, und in diesem Sinne ein Übergang: Für Gläubige in eine andere Welt, für Wissenschaftler in einen anderen Zustand, und für Theaterleute in eine andere Phantasie. In „Gaia Gaudi“ geht es um Wurzeln und um Flügel. Um Beständigkeit und Erneuerung, und um den großen Strom von Generationen, die das Leben immer weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen.

    Und da eine Clownin, eine Sängerin, eine Tänzerin und ein Perkussionist diese Geschichte erzählen, wird der Abend voller Überraschungen sein. So wie das Leben auch. Erleben Sie an diesem Abend mit Gardi Hutter eine der besten Clowninnen der Welt. Sie spielt dieses Stück über den Generationswechsel zusammen mit ihren Kindern in einer Inszenierung von Michael Vogel, dem Kopf und Regisseur von Familie Flöz (Maskentheater), die am Donnerstag 14. November mit „Hotel Paradiso“ im Stadttheater zu Gast sein wird.

    Dieser Abend wird ermöglicht durch unseren Förderverein TILL.width=186

    In Erinnerung an unser verstorbenes Vorstandsmitglied Wolfgang Träger. Wir danken allen Spendern, die mit ihren Zuwendungen anlässlich seines Todes diesen Abend ermöglichen.

Spiel & Konzept
Gardi Hutter, Neda Cainero, Juri Cainero & Beatriz Navarro
Regie
Michael Vogel
8. Okt. 2019
Kino

Dolor y Gloria – Leid und Herrlichkeit Cine Español OmU

  • Spätestens wenn das Plakat zu Fellinis autobiographischen Meisterwerk „8 ½“ an einer Wand zu sehen ist, dürfte deutlich sein, dass der ohnehin stets aus seinem Leben schöpfende Pedro Almodóvar diesmal besonders nah an seinen eigenen Erfahrungen erzählt. Einige Male hatte er schon Episoden aus seiner Kindheit verwendet, zuletzt in „Schlechte Erziehung“, der seine Erfahrungen auf einem katholischen Internat thematisierte, diesmal geht es um einen älteren Künstler, einen weltweit erfolgreichen schwulen Regisseur, der seine wilden Jahre in Madrid verbrachte. Diese Version Almodóvars spielt Antonio Banderas, der seit 30 Jahren mit dem Regisseur befreundet ist und in etlichen seiner Filme mitgespielt hat. Nach Jahren in Hollywood und ein vor wenigen Jahren erlittener Herzanfall hat sich sein Blick aufs Leben geändert, ein neuer Erfahrungsschatz, den er hier einsetzt. So zart und verletzlich wie in “Leid und Herrlichkeit“ wirkte Banderas noch nie. Ohne in Pathos und Melodram zu fallen, zeigt er den Versuch, mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Kurz vor seinem 70. Geburtstag hat Pedro Almodóvar einen Film gedreht, der einerseits sein Œuvre konsequent fortsetzt, andererseits aber auch eine neue Richtung einschlägt: Hin zu einem Kino, das seine Kraft nicht mehr aus Exzess oder melodramatischer Übertreibung schöpft, sondern sich ganz aus den Emotionen seiner Figuren speist. Ein großer Film von einem großen Regisseur!

      

8. Okt. 2019
Kindertheater

Pinocchio

  • Luigi ist Italiener. Carola ist Deutsche. Sie sind verheiratet und betreiben zusammen ein kleines italienisches Restaurant. Eines Abends möchte Luigi seiner Frau die Geschichte von Pinocchio erzählen und holt aus dem Keller seine Pinocchio-Kiste. Denn jeder richtige Italiener hat eine Pinocchio-Kiste, soviel ist sicher. In der Kiste befinden sich die Figuren seiner Kindheit: Die kleine zerbrechliche Holzpuppe Pinocchio, der Kater Caruso, die Füchsin Volpinella, die Fee Caritas, die Grille, der Esel, die Maske des Puppenspielers Francesco Stromboli und der Wal.

    Luigi nimmt seinen Pinocchio und beginnt mit ihm zu spielen. Seine Erzählfreude reißt Carola mit und sie toben sich in ihrer Küche aus: Ein Schlagzeugsolo auf den Topfdeckeln, Fernsehbilder in einer kleinen Kasserolle, ein Stepptanz auf dem Suppentopf – die beiden vergessen Raum und Zeit und durchleben Pinocchios Weg von der Holzpuppe zum richtigen Jungen, der heranwächst, dann eine deutsche Frau heiratet, mit ihr ein kleines italienisches Restaurant aufmacht und… sollte es sich hier etwa doch um die Geschichte von Luigi handeln?

    Das theater 1 hat Carlo Collodis Klassiker vom Staub und der Moral des 19. Jahrhunderts befreit und präsentiert einen zeitgemäßen Pinocchio, der aber den Charme des Originals bewahrt hat. Die Inszenierung besticht durch rasante Wechsel der Erzählebenen, stimmungsvolle Musik, bezaubernde Puppen und eine phantasievolle Umsetzung der weltbekannten Geschichte.

     

     

Christiane Remmert & Jojo Ludwig
Von & mit
7. Okt. 2019
Kino

Once Upon a Time in Hollywood

  • Hollywood, 1969. Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) ist Schauspieler, der sich seit Jahren mit Fernsehproduktionen über Wasser hält. Einst war er auf dem Sprung zum Leinwandstar, doch inzwischen ist seine Karriere absteigend. Sein ständiger Begleiter ist Cliff Booth (Brad Pitt), der früher Ricks Stuntman war, nun jedoch eine Art Mädchen für alles ist. Während Cliff allein mit seinem Hund in einem Wohnwagen wohnt, lebt Rick in den Hollywood Hills. Seit einigen Monaten hat er neue Nachbarn: Der Starregisseur und seine Frau Sharon Tate sind dort eingezogen und genießen das Leben zwischen Palmen und mondänen Partys. Während Rick dank seines umtriebigen Agenten Marvin Schwartz (Al Pacino) das Angebot bekommt, in Rom einen Spaghetti-Western zu drehen, läuft Cliff immer wieder ein junges Hippie-Mädchen über den Weg, mit der er schließlich in eine ehemalige Western-Stadt geht, in der sich eine Hippie-Clique eingenistet hat, angeführt von Charles Manson. Der wahre Hauptdarsteller des Films aber ist Hollywood, vielleicht auch der Mythos eines Hollywoods, wie es in dieser Form nie existiert hat. Es ist die bildreiche Liebeserklärung  an das Kino und eine Filmstadt.

      

5. Okt. 2019
Konzert

Yonathan Avishai Trio

  • Der Pianist Yonathan Avishai hat wichtige Beiträge zur Musik von Avishai Cohen geleistet, dokumentiert auf dessen Alben „Into The Silence“ und „Cross My Palm With Silver“. Das Landsberger Publikum konnte diese besondere Zusammenarbeit im Frühjahr 2018 live im Stadttheater erleben. Parallel dazu hat er mit dem Bassisten Yoni Zelnik und dem Schlagzeuger Donald Kontomanou sein eigenes Trio-Projekt entwickelt. In seinen Kompositionen bezieht sich Yonathan Avishai auf ein breites Spektrum an Musik und Erfahrungen: „Les Pianos de Brazzaville“ ruft seine Reisen in die Republik Kongo in Erinnerung, „Tango“ gibt eine spielerische Antwort auf Dino Saluzzis und Anja Lechners „Ojos Negros“, „When Things Fall Apart” wurde von Avishai Cohen inspiriert. Diese vielfältigen Einflüsse werden durch sein traditionsbewusstes Klavierspiel gefiltert, respektvoll gegenüber den alten Werten von Blues und Swing und doch eigenständig in seiner Entschlossenheit und Präzision. Wir erleben ein Pianotrio vom Feinsten. Kein Wunder, dass das aktuelle Album Joys and Solitudes beim Münchner ECM Label erschien.

     

     

     

Klavier
Yonathan Avishai
Kontrabass
Yoni Zelnik
Schlagzeug
Donald Kontomanou
30. Sep 2019
Kino

Burning

  • Burning“ beruht auf einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami, die der Regisseur Lee Chang-dong jedoch nur als Ausgangspunkt einer tranceartigen Geschichte nimmt, die ebenso vielschichtig wie rätselhaft ist. Es beginnt harmlos: Jongsu träumt von einer Karriere als Schriftsteller, doch davon ist er noch weit entfernt. Als Lieferjunge verdient er sein Geld und begegnet dabei eines Tages Haemi, die sich ebenfalls mit einem Aushilfsjob herumschlägt. Haemi behauptet, dass sie Klassenkameraden sind, woran sich Jongsu zwar nicht erinnern kann, doch der ebenso reizenden, wie verführerischen Haemi kann er nicht widerstehen. Man landet in ihrem winzigen Appartement, hat Sex und schon ist es um Jongsu geschehen. Doch nur kurze Zeit später kündigt Haemi an, nach Afrika zu gehen, wo sie etwas vom Leben sehen will. Jongsu erklärt sich bereit, auf ihre Katze aufzupassen, deren Katzentoilette er regelmäßig reinigt, ohne das Tier jemals zu Gesicht zu bekommen. Während er auf Haemi wartet, versucht er zu schreiben, liest William Faulkner und kümmert sich um seinen Vater, der im Gefängnis sitzt. Als Haemi endlich zurückkehrt und Jongsu sie am Flughafen abholt, ist sie in Begleitung des attraktiven und wohlhabenden Ben und scheint nur noch an einer Freundschaft mit Jongsu interessiert. Doch auch wenn dessen Eifersucht immer stärker wird, lässt er sich auf das zunehmend merkwürdige Dreiecksverhältnis ein. In einem vertrauten Moment verrät Ben ihm sogar, dass er ein merkwürdiges Hobby hat: Er zündet gern verlassene Gewächshäuser an. Und als wäre das nicht seltsam genug, verschwindet plötzlich auch noch Haemi spurlos…

29. Sep 2019
Kino

The Sisters Brothers

  • Leichen pflastern ihren Weg: Die Brüder Eli und Charlie Sisters sind eine feste Größe im Kopfgeldjäger-Geschäft. Ein wichtiger Auftrag gerät außer Kontrolle, als sich ihr Kontaktmann zum Konkurrenten entwickelt. Der renommierte französische Regisseur Jacques Audiard verpasst hier dem Western-Genre samt Hollywood-Stars im Sattel ein existenzialistisches Update. Chapeau! Ein intelligentes, unbedingt sehenswertes Genre-Kino mit Darstellern der allerersten Riege.

29. Sep 2019
Kino

Bildbuch

  • Mit seiner assoziativen Montage aus berühmten Filmszenen, Gemälden und Zitaten aus Literatur und Philosophie entwirft Jean- Luc Godard ein Geschichtsbild, das viele Fragen aufwirft. Fazit am Ende dieses filmischen Bildfeuerwerk – Essays: „Wir sind nie traurig genug, um die Welt besser werden zu lassen“ 

28. Sep 2019
Literatur, Musik

Dorfbanditen

  • Man könnte Oskar Maria Grafs Kindheits- und Jugenderinnerungen als  „Lausbubengeschichten“ abtun. Doch das würde in eine falsche Richtung führen. Da ist nichts harmlos, da gibt es keine folgenlosen Kinderstreiche. So amüsant und anekdotisch heiter diese autobiografischen Texte sind, sie offenbaren dem Zuhörer stets auch eine harte, mitunter brutale dörfliche Lebenswirklichkeit. Die Erlebnisse und Abenteuer graben sich tief in das Herz des Bäckersohnes aus Berg am Starnberger See ein und zeigen: Alles hat Konsequenzen für sein späteres Leben. In den Texten aus der Sammlung „Notizbuch des Provinzschriftstellers Oskar Maria Graf 1932“ reagiert der junge (und damals noch erfolglose) Schriftsteller schließlich mit beißendem Spott auf all die Boshaftigkeiten und Schikanen, die ihm insbesondere von seinem ältesten Bruder angetan werden. Gleichzeitig beschreibt Graf die Menschen in seinem Umfeld auf einerseits gnadenlose, andererseits liebevolle Art und Weise und lässt seine Mutter zur heimlichen und geliebten Heldin werden.

    Mit der musikalischen Lesung entführen Gerd Anthoff und die beiden Musiker der Münchner Philharmoniker, Matthias Ambrosius und Quirin Willert, die Zuhörer in die viel zitierte „gute alte Zeit“ und zeigen, dass früher beileibe nicht alles besser war. Musikalisch werden Oskar Maria Grafs Erinnerungen mit eigens für diesen Abend konzipierten Kompositionen – einer Mischung aus Anklängen bayerischer Volksmusik, Klassik und Jazz – umspielt. Die Musik spiegelt dabei stets den Grundcharakter der gelesenen Geschichten wider und verbindet so Grafs Texte zu einem literarisch musikalischen Gesamtkunstwerk.

     

     

     

       

Rezitation
Gerd Anthoff
Klarinette, Saxophon
Matthias Ambrosius
Akkordeon, Posaune
Quirin Willert
27. Sep 2019
Theater

Demut vor deinen Taten Baby

  • Bettie, Mia und Lore sind auf der Damentoilette eines Flughafens, als ein zurückgelassener Koffer Terroralarm auslöst. Die Toilette wird abgeriegelt, der Flughafen evakuiert, und die drei bleiben hilflos in ihren Kabinen zurück. Die gemeinsam zu überstehende Todesangst schweißt die eben noch unbekannten Frauen zu Freundinnen fürs Leben zusammen. Als die Entwarnung kommt, bemerken sie, dass alle Lebenskrisen ausgelöscht wurden durch das wohlige Gefühl, gerade noch einmal davongekommen zu sein. Und plötzlich ist die Idee da: Ein weibliches Überfallkommando bilden und Anschläge in Diskos und Supermärkten vortäuschen, um den vermeintlichen Opfern das gleiche Glücksgefühl zu bescheren! Pussy Riot, Drei Engel für Charlie, Thelma & Louise haben abgedankt – jetzt kommen Bettie, Mia und Lore! Da das Konzept aufgeht, kauft die Regierung ihnen die Idee ab. Die drei expandieren; die Stimmung im Land steigt, die Geburtenrate steigt und der Leichtsinn macht sich breit. Als das Wirtschaftssystem zu kollabieren droht, soll das Trio, diesmal mit einem echten Anschlag, die Menschen an den Ernst des Lebens, Versicherungen und Rücklagen erinnern…

    Das Stück stellt die hochaktuelle, politisch oft instrumentalisierte Frage, wovor die Menschen ständig Angst haben. Humorvoll und bösartig wird gezeigt, wie verzweifelt jeder nach der besten Version des eigenen Lebens sucht und bereit ist, allen möglichen Utopien der Weltverbesserung nachzulaufen – selbst wenn die Erlösung im Terroranschlagssimulator versteckt ist. „Demut vor deinen Taten Baby“ ist nach „Michael Kohlhaas“ die zweite Inszenierung der jungen Regisseurin Anne Verena Freybott, die bei uns im Stadttheater zu sehen ist. Das Landestheater in Memmingen wurde im Frühjahr 2019 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet.

     

     

Inszenierung
Anne Verena Freybott
23. Sep 2019
Kino

Rocketman

  • „Du wirst wirklich niemals geliebt werden“ bekommt Elton John von seiner Mutter zu hören, als er ihr endlich gesteht, dass er schwul ist. Die Suche nach Liebe ist der rote Faden, der sich durch einen sehr lose biographischen Film zieht, der vor allem eines will: Den Mensch, Musiker und Entertainer Elton John feiern. Nach einer schwierigen Kindheit folgen erste musikalische Gehversuche, die bald zu großem Erfolg führen, der wiederum unweigerlich in Exzesse mit diesen oder jenen Betäubungsmitteln führt. Nach dem Absturz folgt die Läuterung, das Überwinden von Dämonen, die Ausnüchterung und erst dadurch das Finden von Stabilität und Glück. Die Deutsche Film- und Medienbewertung versah den Film mit dem Prädikat „besonders wertvoll.“ In der Jury-Begründung heißt es: „Drehbuch und Regie des Films schufen eine Künstlerbiographie der besonderen Art: Alle privaten Szenen wurden in Musical-Form mit seinen (Elton Johns) Songs und einer brillanten Choreographie verbunden. Dramaturgisch perfekt transportieren somit die Songs die Handlung entscheidend mit und halten den Spannungsbogen.“ Wie auch immer: Die Musikszenen sind mitreißend und sehenswert. Auf dem Cannes-Festival 2019 wackelte so manche Sitzreihe, weil die Zuschauer im Takt mitwippten, und es gab spontanen Szenenapplaus.

      

22. Sep 2019
Theater

Zitronen sind süße Früchte – Satirische Komödie

  • Elli ist eine angesagte Bloggerin, die mit ihrem Ernährungswahn Tochter Lea unter Druck setzt. Siggi, ihr Exmann, befindet sich in der Midlife-Crisis und hat die verklemmte Elli für eine Jüngere verlassen. Elli betüttelt gerade ihren Bruder Emil, als plötzlich Siggi und seine Mutter Rosa aufkreuzen. Die Einzige, die das Leben tiefenentspannt angeht, ist Rosa: Die selbsternannte Familientherapeutin hat sich vorgenommen, die Familie von ihren Ängsten zu befreien. Sie fädelt einen schrägen Road-Trip ein, bei dem jeder an seine Grenzen kommt – und sie überschreitet.

    In von Thebens neuer satirischer Komödie geht es um das unfreiwillige Zusammentreffen einer Familie, die es auf einem skurrilen Trip miteinander aushalten muss. In einer furiosen Satire entblößen die Figuren durch spritzige und messerscharfe Dialoge ihre Fassaden und begegnen dabei sich selbst und den Neurosen unserer Zeit. Das Stück ist beeinflusst von der Positiven Psychologie, die ihren Fokus auf innere Stärken legt.

          

Buch & Regie
Max von Theben
Co-Regie
Emanuel Kasprowicz
Produktion
Julian Pietsch
Spiel
Angelika Engl, Norbert Waldmann, Uli Geske, Tine Polzer, Verena Hamel, Emanuel Kasprowicz, Souhaila Amade und Dr. Regina Kläger
24. Nov. 2019
Konzert

Hänsel & Gretel

  • Ein Werk, das seit seiner Entstehung für Jung und Alt gleichermaßen faszinierend ist: Die Märchenoper „Hänsel & Gretel“ von Engelbert Humperdinck in einer konzertanten Fassung für Blechbläser und Erzähler. Grundlage der heute weltbekannten Oper ist ein Märchenspiel nach der Grimmschen Überlieferung, das von Humperdincks Schwester Adelheid Wette ursprünglich für die Aufführung im kleinen Familienkreis gedacht war und den Komponisten zu einer abendfüllenden Oper inspirierte. In der aufgeführten Fassung wurden Adelheid Wettes Originalversen einige Teile des ebenfalls von ihr stammenden Opernlibrettos hinzugefügt, um die schönsten Melodien und musikdramatisch wesentlichen Stellen der Oper zu verbinden. Bildhafte Sprache und spätromantisch hohe musikalische Ausdruckskraft lassen die bekannten Szenen der Gebrüder Grimm somit mit Leichtigkeit lebendig werden. Unter der Leitung von Hans-Günter Schwanzer zeichnet das Ensemble WeLL-B(Lech) für den musikalischen Part verantwortlich, dessen junge Musiker der Blechbläserklasse von Hans-Günter Schwanzer entstammen und entweder im Musikschulblasorchester Landsberg oder Schülerblasorchester St. Ottilien aktiv sind. Den Erzählpart übernimmt Sepp Wörsching, der nicht nur über die Grenzen der Region als Schauspieler, sondern gerade dem Landsberger Publikum aufgrund seiner langjährigen Zusammenarbeit mit der landsberger bühne sowie dem Landsberger Blechbläserensemble, z.B. als Erzähler von Ludwig Thomas „Heiliger Nacht“, bestens bekannt ist.

16. Sep 2019
Kino

Border

  • Als Zollbeamtin ist Tina eine Idealbesetzung. Noch jeden Schmuggler hat sie überführt, mit ihrem außerordentlichen Geruchssinn kann sie Angstschweiß erriechen. Schön im herkömmlichen Sinne ist sie nicht. Die schweigsame Frau lebt mit ihrem Hunde-vergötternden Mitbewohner in einer Hütte im Wald. Doch dann kommt Vore an Tinas Schalter, beide verspüren sofort eine starke Anziehungskraft zueinander, sicher auch weil dieser Mann auf eine ähnliche Art „schön“ ist wie Tina. Schließlich zieht Vore bei Tina ein – und hat diverse Überraschungen für seine neue Lebensgefährtin parat. Es lässt sich erahnen, dass diese Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern sehr bald  Fantasy-artige Züge annehmen dürfte. Aber mehr soll hier nicht verraten werden. Regisseur Ali Abassi bringt Love-Story und Fantasy in noch nicht gesehener Weise zusammen, hat inhaltlich wie dramaturgisch immer einen überraschenden Dreh parat. Und wer in die Gesichter von Tina und Vore schaut, der versteht, warum „Border“ in der Sparte „Bestes Make-Up“ den Oscar bekam. Ein zutiefst humanes Meisterwerk, das auch in erotischer Hinsicht überrascht.

       

14. Sep 2019
Und mehr

Kunstnacht: Überraschung

  • Das Landsberger Tagblatt verleiht den Ellinor Holland Kunstpreis in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal. Das ist schon ein kleiner Anlass zum Feiern. In diesem Jahr steht alles unter dem Motto Überraschung. Das gilt auch für den Preisträger, der in diesem Jahr von der Redaktion für seine Verdienste im kulturellen Bereich geehrt wird. Mit dabei sind nicht nur die bisherigen Preisträger, sondern auch viele besondere Gäste.

10. Sep 2019
Kino

Green Book – Eine besondere Freundschaft OmU English Cinema

  • Die stärksten Storys schreibt bekanntlich das Leben. So wie diese um einen latent rassistischen Einfaltspinsel, der in den 60er Jahren als Chauffeur für einen sehr gebildeten, schwarzen Musiker anheuert. Die Tour führt in den tiefsten Süden der USA – und in die Abgründe der alltäglichen Diskriminierung. Aber aus dem ungleichen Duo werden alsbald ziemlich beste Freunde. In diese Freundschaft eingeschlossen wird auf meisterliche Weise auch der Zuschauer. Die beiden Helden haben durchaus ihre Ecken und Kanten. Ihrem Charme wird man freilich kaum widerstehen. Ebenso wenig der warmherzigen Botschaft. In zynischen Zeiten von Hass und Häme, werden humanistische, bewegende Filme wieder zu publikumsträchtigen Leuchttürmen auf der Leinwand. Mit zahlreichen Preisen (Oscar und Golden Globe) und besten Kritiken ausgezeichnet: Großartiges Arthouse-Kino!

      

9. Sep 2019
Kino

Die Wiese

  • Nirgendwo zeigt sich unsere heimische Pflanzen- und Tierwelt so vielseitig wie auf einer blühenden Sommerwiese. Dort tummeln sich unzählige Vögel, Insekten Reptilien und andere Tiere auf engem Raum. Umgeben sind sie von Kräutern, Gräsern und Blumen. Ein faszinierender Mikrokosmos, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. Regisseur Jan Haft begibt sich mit dem Zuschauer in eine außergewöhnliche Welt, die jeder zu kennen glaubt, und die doch voller Überraschungen steckt. Was macht die Wiese so besonders? Warum ist die grüne Wunderwelt so bedroht? Jan Haft ist bekannt dafür, seine Filme mit großem technischen Aufwand und modernster Kameratechnik zu realisieren, damit der Zuschauer der Natur so nah als möglich kommt. Das gelingt ihm dank hochauflösender Bilder sowie beeindruckender Zeitlupen-, Zeitraffer- und Makroaufnahmen. Wir kommen in engsten Kontakt mit einer Fülle an unterschiedlichsten Lebewesen der dicht bewachsenen Graslandschaft. Überaus wichtig aber sind die Denkanstöße, zu denen Jan Haft mit „Die Wiese“ verleitet. Nämlich, darüber nachzudenken, wie der Umgang mit diesem wichtigen Lebensraum so vonstattengehen kann, dass dessen fortschreitender Rückgang verhindert wird.

      

8. Sep 2019
Kino

Zwischen uns die Mauer

  • Genau 30 Jahre nach dem Fall der Mauer kommt diese deutsch-deutsche Lovestory fast am Tag der Wiedervereinigung auf dem Festival zu einer eindringlichen Premiere. Die 16-jährige Anna aus dem Westen reist mit einer Jugendgruppe zum Begegnungstreffen nach Ost-Berlin. Schnell verliebt sie sich in den rebellischen Pfarrersohn Philipp. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Aber es ist auch eine fast unmögliche Liebe, denn zwischen ihnen steht die Mauer. Trotz der politischen Umstände und Zwänge versuchen sie, ihre Zuneigung zu leben: Anna und Philipp schreiben sich lange Briefe und treffen sich einige Male für wenige Stunden in Ost-Berlin. Auch gegen den Willen der Eltern reist Anna immer wieder in den Osten. In Erklärungsnöte gerät sie jedoch, als das Schmuggeln einer Punk-Schallplatte an der Grenze auffliegt. Gravierende Probleme folgen, als Anna lieber die Nacht mit Philipp verbringt, als die Visa-Vorschriften einzuhalten. Die dramatischen Ereignisse überschlagen sich. Das junge Paar wird sich nie wieder sehen. Erst als die Mauer fällt, gibt es unerwartet Chancen zur Wiedervereinigung. Basierend auf dem autobiographischen Roman von Katja Hildebrand, erzählt der preisgekrönte Regisseur Norbert Lechner („Toni Goldwascher“) diese deutsch-deutsche Lovestory mit starkem Einfühlungsvermögen sowie spürbarer Liebe zu seinen Figuren. Lea Freund („Die Nachtschwestern“) und Tom Bülow („Unter dem Sand“) geben das Liebespaar mit großer Glaubwürdigkeit samt Empathie-Potential. Wir sind sehr froh, die Premiere im Rahmen des 13. fünf seen filmfestivals zeigen zu können.

      

    Seit über 10 Jahren sind wir, das FILMFORUM,  ein enger Kooperationspartner des fünf seen filmfestivals. Wir haben miterlebt und durften mitgestalten, wie sich das fsff in diesen Jahren auf ein Niveau entwickeln konnte, dass inzwischen über 20.000 Zuschauer in die nahezu 400 Filmaufführungen und Events des fünf seen filmfestivals strömen. Wie schön ist es, gemeinsam im dunklen Kinosaal zu sitzen und einen Film auf einer großen Leinwand zu sehen. (Alle wirklich tiefgehenden Filmerlebnisse hatte ich tatsächlich nur im Kino!) Terminliche Überschneidungen haben es nicht ermöglicht, uns in diesem Jahr wieder freundschaftlich engagiert in die Programmplanung einzubringen. Aber immerhin zeigen wir im FILMFORUM am So. 08.09./20:00 den ffsf-Eröffnungsfilm „Zwischen uns die Mauer“. Und wir begleiten einige hochinteressante Abende zum Thema „Raum im Film“. Unter anderem ein Event in der Politischen Akademie in Tutzing am 08.09./14:00 zum Thema „Verfilmte Räume“: Ein Gesprächsaustausch zwischen der Regisseurin Caroline Link, dem Regisseur Tom Tykwer und dem Szenenbildner Uli Hanisch. Moderation: Sylvia Griss vom BR. Der BR zeichnet das Gespräch auf und sendet es kurzfristig im Kulturmagazin. (Der Eintritt ist frei.)

    Das Gesamtprogramm des 13. fünf seen filmfestivals (Mi.04.09. – Mi.11.09.2019) ist online ab 15.08.19. Und als Programmzeitung ab Ende August bei uns im Theater erhältlich. Freuen Sie sich auf ein großartiges Filmfestival und auf eine intensive neue Spielzeit in unserem FILMFORUM.

    HerzlichstKurt Tykwer

5. Jul 2019
Theater

Der Schwed

  • „Könnten wir nicht versuchen, eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen, und wo sollte man anfangen? Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.“ (Astrid Lindgren, 1978 in ihrer Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels)

    Über dreißig Erwachsene, Jugendliche und Kinder aus Landsberg, Theaterprofis und Laien, haben sich zusammengefunden, um das Ruethenfestspiel 2019 zu gestalten. Die Vorbereitungen für das Stück begannen schon 2018, mit den Proben fingen die Teilnehmer im Februar 2019 an. Ein langer Weg also, bis es am 5.Juli heißt: Vorhang auf für die neue Produktion des Ruethenfestvereins.

     DER SCHWED

    Die Schweden belagern die Stadt. Die Landsberger wollen sich schon ergeben. Da ziehen die Belagerer unvermutet ab. Deshalb soll ein großes Fest gefeiert werden. Die Kinder gehen mit ihrem Lehrer in die Lechauen, um für das Fest Ruten zu schneiden. Sie geraten in ein schweres Unwetter, finden Zuflucht in einer alten Hütte. Im Gewitter erscheinen alle möglichen Bedrohungen, Ängste und Albträume der Kinder, Geister, der Tod, Figuren aus lokalen Sagen, Personen aus der Geschichte Landsbergs. Als das Unwetter vorüber ist, versucht der Lehrer den Kindern Mut zu machen. Er beschwört eine bessere Zukunft, die in ihren Händen liege, weist sie auf die Wunder der Schöpfung hin. Als sie sich auf den Heimweg machen, finden sie einen schwerverwundeten schwedischen Soldaten. Der Lehrer überzeugt die Kinder, diesen Soldaten zu retten und mit in die Stadt zu nehmen. Der Marktplatz der Stadt ist voller Leben. Alle sind erleichtert, dass die Schweden abgezogen sind, der Bürgermeister und der Pfarrer heften sich den Erfolg an ihre Fahne. Da erscheinen die Kinder mit dem Verwundeten. Große Aufregung und die Frage, was tun mit ihm.

    Was weiter passiert, das zeigt das Ruethenfestspiel im Stadttheater, zu dem Sie herzlich eingeladen sind. VERGANGENHEIT UND GEGENWARTVergangenheit lässt sich auf sehr verschiedene Weise erzählen.

    Auch das Ruethenfest selbst ist eine solche Geschichtserzählung, in der sich die Stadt ihrer Vergangenheit vergewissert, einige Höhepunkte wieder aufleben lässt und diese in einer kindlichen Perspektive spiegelt. Das Ruethenfestspiel hat im Lauf der Zeit viele sehr verschiedene Theaterformen gefunden: von den historischen Festspielen (Der Landsberger Bund, Kinder des Regenbogens) bis hin zu den phantastischen Stücken der Stelzer (Die Reise nach Damasia).

    Diesmal kommt noch eine weitere Möglichkeit hinzu: eine fiktive, aber mögliche historische Begebenheit als Märchen mit Musik zu erzählen. Im Märchen finden wir „ hinter den sieben Bergen“ eine utopische Erinnerung. Sich zu erinnern, was nicht war, aber so hätte möglich sein können. Als das Wünschen noch geholfen hat. Und da Geschichte auch immer der ferne Spiegel ist, in dem wir uns fremd vorkommen, aber in dem wir uns erkennen, in dem wir erkennen, woher wir kommen und wohin wir möglicherweise gehen, hat dieses Märchen auch etwas mit der Gegenwart zu tun, mit unseren Problemen, mit dem, was unsere Gesellschaft, unsere Stadt, zusammenhält und was sie spaltet: mit dem Fremden unter uns, mit dem Fremden zwischen uns, mit dem Fremden in uns.

    DER SCHWED erzählt deshalb auch eine zeitlose Geschichte über christliche Nächstenliebe und Fremdenhass und über die Erziehung dazu, über Anpassung und Widerstand.

    (Aber wir erzählen nicht nur diese eine Geschichte, sondern auch viele kleine Geschichten. Für Erwachsene und Kinder, für Erwachsene, die sich noch ein Stück Kindheit bewahrt haben, und für die Kinder, die mehr oder weniger gern erwachsen werden wollen. Und natürlich erzählen wir schöne Geschichten für brave Kinder und Horror-Geschichten für ängstliche Kinder, die sie eigentlich nicht hören wollen, aber von denen sie den Hals nicht voll kriegen können. Und wir erzählen sie mit allen Mitteln, die das Theater zur Verfügung stellt: mit Musik, mit Lichtinstallationen, mit Puppen aller Art, mit Kostümen und Masken, mit Videoprojektionen und leibhaftigen Monstern)

    Alles in allem eine zeitgenössische Geschichte, die „hinter den sieben Bergen“ spielt. Aber wenn wir uns umdrehen, sind diese direkt hinter uns.

17. Sep 2019
Theater

Romeo & Julia – das Musical

  • Wer kennt sie nicht – die tragische Geschichte von „Romeo & Julia“ – den beiden jungen Menschen die sich so sehr lieben und denen das Glück ihrer Liebe am Ende doch verwehrt bleibt. Graf von Weißenstein hat beschlossen seine Tochter zu verheiraten und hat dafür bereits auch einen passenden Mann ausgewählt. Auf einem eigens hierfür gegebenen Fest soll Julia nun ihren Auserwählten kennen und – wenn möglich – gleich auch lieben lernen. Doch der Plan misslingt, denn Julia verliebt sich auf eben diesem Fest unsterblich in den jungen, gut aussehenden Romeo, der sich mit seinen Freunden heimlich dort eingeschlichen hat. Doch nicht genug, dass Julia sich nicht in den vom Vater erwählten Grafen Leopold verliebt – Romeo gehört zu einer Clique, die von Julias Familie, Verwandten und Freunden gehasst und verabscheut wird – ein Jahrhunderte alter Zwist, der den beiden eine gemeinsame Zukunft scheinbar unmöglich macht. So beschließen Romeo und Julia zu fliehen, um ihr Glück in der Ferne ausleben zu können. Doch noch bevor die Beiden sich auf den Weg machen können, geschieht etwas Tragisches, das plötzlich alles ändert…..

    Die neu gegründete Musical-Truppe des Ignaz-Kögler-Gymnasiums hat sich diese literarische Geschichte von William Shakespeare als Basis für ihr erstes selbst geschriebenes Musical gewählt, weil sich darin so viele Emotionen, wie Liebe, Neid, Hass, Eifersucht und vieles mehr finden, die sich hervorragend vertonen und musikalisch umsetzen lassen. Heraus gekommen ist dabei eine Kombination aus klassischem Text, emotionaler Musik und einem modernen Bühnenbild – eine Mischung, die für Auge und Ohr gleichermaßen Unterhaltung bietet.

30. Jun 2019
Kabarett

Jürgen Becker

  • Schenkel sind auch zum Klopfen da.

    Manchmal spielt einem der Zufall die schönsten Überraschungen auf die Bühne. Weil sich im Tourkalender von Jürgen Becker noch eine Lücke aufgetan hat und der kabarettistische Kopf der Mitternachtsspitzen von der großartigen Kleinkunstbühne in Landsberg gehört hatte, kommt nun zusammen, was zusammen gehört: Becker tritt am 30. Juni in Landsberg mit seinem aktuellen Programm „Volksbegehren“ auf.

    Auf die Bühne bringt Becker, hörbar gebürtiger Kölner, sein aktuelles Programm „Volksbegehren“. Dabei geht es nicht – wie man vermuten könnte – um die hohe Politik, sondern, ganz im Gegensatz, um die niederen Triebe: „Volksbegehren“ ist in der Becker´schen Version ganz wörtlich zu nehmen, handelt es sich doch um ein „Kulturgeschichte der Fortpflanzung“. Wer Becker und dessen  hintersinnigen Humor in den „Mitternachtsspitzen“ des WDR erlebt hat, ahnt spätestens jetzt was kommt: in rheinischem Singsang und wunderbar schnoddrig und lakonisch startet der Kabarettist zu einem Parforce-Ritt durch die ältere und jüngere Sexualgeschichte. Die reicht vom Paarungsverhalten der Läuse bis zum notorisch übergriffigen Göttervater Zeus. Das, bescheinigen ihm Kritiker, ist nicht nur äußerst vergnüglich, sondern offenbart auch tiefen Wissenshintergrund und mündet letztlich in einen Appell für Liberalität und gegen den autoritären Besitz-Traum. Letztlich wäre Becker kein Kölner geschähe das nicht mit einem dicken Augenzwinkern. Ganz nach dem Motto: Schenkel sind nicht nur zum streicheln da, man kann sie auch klopfen.

     

6. Jun 2019
Theater

The Who and the What

  • Zarina, eine junge Frau aus einer pakistanischen Einwandererfamilie in Atlanta, schreibt ein Buch über den Propheten Mohammed. Ein konfliktbeladenes Thema. Sie stellt Fragen: Wer war er als Mensch? Welche Leidenschaften und Schwächen hatte er? Wie war sein Verhältnis zu Frauen? Und wie fragwürdig begründet der Islam hieraus die Rolle der Frau in der Gesellschaft? Ihr Vater Afzal, ein strenggläubiger Muslim und erfolgreicher Taxi-Unternehmer, kümmert sich nach dem Tod seiner Frau um die Töchter. Er macht sich Sorgen, da sie noch nicht verheiratet sind. Für Zarina gibt er sogar heimlich eine Kontaktanzeige auf muslimlove.com auf und überprüft die Kandidaten auf Heiratstauglichkeit. So treffen sich Zarina und Eli, ein junger amerikanischer Konvertit, der Zarina versteht und sie beim Schreiben unterstützt. Ein Jahr später sind die beiden verheiratet und das Buch ist fertig. Alles könnte gut sein – bis Afzal das Manuskript in die Hände bekommt. Die Fragen, die Zarina darin stellt, sind für ihn nichts als pure Blasphemie. Der Patriarch befielt die Vernichtung des Buches, Zarina jedoch publiziert es und wird von ihm aus der Familie verstoßen.

    Nachdem das Landestheater Tübingen Ayad Akhtars Debüt „Geächtet“ bereits im April 2017 mit großem Erfolg in Landsberg gespielt hat, folgt nun mit „the who and the what“ ein neues Stück von ihm. Auf pointierte und spannende Weise beleuchtet er hier das Verhältnis des Islam zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. Tiefgründig und komisch zugleich behandelt Akhtar brennende Fragen unserer Zeit, gibt aber niemals einfache Antworten.

     

4. Jun 2019
Kino

1900/ Teil II: Kampf – Liebe – Hoffnung

  • Die Verhältnisse auf dem Landgut sind mittlerweile unruhig: Giuseppe, Alfredos Vater, weist Lohnforderungen zurück und führt Landmaschinen ein, die von den Arbeiterinnen und Arbeitern als Bedrohung gesehen werden. Ein Streik während der Erntezeit demonstriert dem Gutsherrn, dass er im Frühstadium der landwirtschaftlichen Mechanisierung noch völlig von seinen Beschäftigten abhängig ist. Die Arbeiterschaft ist nun zunehmend politisiert durch die „Lega“, die Organisation der Arbeiterbewegung, für die Olmos Frau Anita als Lehrerin arbeitet. Rote Fahnen und Hammer-und-Sichel-Symbole zeigen die kommunistische Ausrichtung an. Man ruft die Polizei gegen die Streikenden. Doch die berittene Truppe bricht einen Angriff auf das Haus eines der Streikführer ab, als sich Frauen und Kinder in den Weg stellen. Es wird eine Schlüsselszene in Bertoluccis Darstellung der Herkunft des Faschismus: Die Gutsherren kaufen sich die faschistischen Schläger, um den Sozialismus der Arbeiter zu bekämpfen. Attila wird zum Anführer der Schwarzhemden. Die Landarbeiter verjagen die Schwarzhemden. Attila wird erschossen. Mit einem Regenbogen über einer Frühlingslandschaft wird der „Tag der Befreiung“ vom Faschismus groß inszeniert. Man sah selten (oder nie!) eine so intensive und engagierte Filminszenierung: Überragende Schauspieler, eine grandiose Kamera, eine großartige Filmmusik, ein wahrhaft großes Filmkunstwerk.

4. Jun 2019
Kindertheater

Zirkus Šardam

  • Hereinspaziert! Manege frei für Akrobaten, Jongleure, Kraftmenschen, einen gefräßigen Hai. Die Musik spielt, der Direktor begrüßt sein Publikum. Doch da entdeckt der Direktor den Bürger Vertunov. Der möchte ständig mitmachen, kann aber nichts so richtig und ist trotzdem immer dabei. Und fortan geht im Zirkus Šardam alles schief, was nur schief gehen kann… Ist das ein Zirkus!

      

Schauspiel
Robert Erby, Peter Papakostidis, Irene Rovan
Regie
Renate Groß
3. Jun 2019
Kino

1900 / Teil I: Gewalt – Macht – Leidenschaft

  • Im ersten Teil einer genial angelegten Interpretation der italienischen Geschichte seit der Jahrhundertwende beschreibt der Film in faszinierenden, oftmals lyrisch inspirierten Bildern aus klassenkämpferischer Sicht die Lebensgeschichte von zwei Freunden, die auf demselben Landgut aufwachsen, der eine als Sohn der Herrschaft, der andere als Kind von Landarbeitern. Die Hauptfiguren sind Exponenten sozialer und politischer Konflikte, in denen die Rollen im Voraus verteilt und die Sympathien eindeutig zugeordnet sind. Bereits bei der Geburt ist beider Lebensziel vorgegeben: Alfredo soll Jurist und Gutsherr werden, Olmo soll ihm, wie schon sein Vater und Großvater, dienen. Beide wachsen auf dem Gut in getrennten Kreisen auf, der eine lebt als verwöhnter zukünftiger Gutsherr in feiner Kleidung in der Villa, der andere treibt sich in den Ställen und auf den Feldern des Landguts herum, vaterlos, doch unter der Obhut seines Onkels Leo. Dennoch entsteht eine  spannungsvolle Freundschaft zwischen Olmo und Alfredo. Olmo zieht 1917 in den Ersten Weltkrieg, Alfredo hat relativ ungefährdet als Offizier gedient. Der erste Weltkrieg, der erste Landarbeiterstreik Italiens sowie die Weltwirtschaftskrise führen bald zu großen Veränderungen. Olmo wird als Sozialist politisch aktiv, während Alfredo ein Bohémian wird, der den Faschismus in Gestalt des Gutsverwalters Attila verachtet.

     

2. Jun 2019
Kabarett

H.G. Butzko

  • Es war einmal, im August 1997, da betrat HG. Butzko, damals noch ein junger, freischaffender Schauspieler (sprich: arbeitslos und ohneEngagement) zum ersten mal in seinem Leben mit einem selbst geschriebenen Programm eine Bühne, um seiner jahrelang aufgestautenLeidenschaft fürs politische Kabarett ein Ventil zu bieten. Heute, rund 20 Jahre später, bietet dieses Jubiläum für HG. Butzkoeinen Anlass, mit seinem 10. Programm „echt jetzt“ ein Zwischenfazit zu ziehen, aber kein „best-of“ mit abgestandenen Nummern, sondern eine frische Bestandsaufnahme: Wo stehen wir heute? Wie sind wir da hin gekommen? Und wem können wir dafür in den Arsch treten? Die richtige Antwort lautet natürlich: Uns selbst. Und so hangelt sich Butzko in seinem neuen Kabarettsolo getreu dem Motto: „logisch statt ideologisch“ vor allem an der Frage entlang, was sich in den letzten 20 Jahren geändert hat, und was nicht, welche Entwicklung zu begrüßen ist, und warum nur diese, und warum man alle anderen getrost in die Tonne kloppen kann. Wie immer bietet auch „echt jetzt“ eine brüllend komische und bisweilen besinnliche Mischung aus schonungsloser Zeitanalyse, Infotainment, schnoddrigen Gags, Frontalunterricht und pointierter Nachdenklichkeit, mit der Butzko einen ganz eigenen, preisgekrönten Stil entwickelt hat, und dabei die großen Zusammenhänge so beleuchtet, als würden sie „umme Ecke“ stattfinden. Georg Schramm sagte mal zu Butzko: „Ich kann gehen, wenn Sie so bleiben.“ Seitdem fragt Butzko sich: Was muss ich also ändern, damit er wieder kommt?“ Bislang ist es ihm noch nicht gelungen. Vielleicht klappt es ja mit diesem Programm. Echt jetzt. Auf die nächsten 20 Jahre!

17. Nov. 2019
Kabarett

Terzinfarkt

  • Wer es nicht glaubt, kann sich von den – so die leicht ironische Eigenklassifizierung – „ Schwiergermuttertypen“ überzeugen lassen: Fünf mit erstaunlichen stimmlichen Fähigkeiten gesegnete Herren können problemlos eine Big-Band in Vollinstrumentierung ersetzen. Wenn dann noch eine große Portion komödiantisches Talent dazu kommt, steht einem vergnügten wie abwechslunsgreichen Konzert nichts im Wege. Die Shows von Terzinfarkt gehören seit Jahren zum Besten, was das A-Capella-Genre im deutschsprachigen Raum zu bieten hat. Das liegt vor allem daran, dass sich die 1995 gegründete Gruppe permanent weiterentwickelt hat. Das sowohl was die Verfeinerung der eigenen Stimmtechniken, die Ausgestaltung der Shows und vor allem das musikalische Repertoire anbelangt. Das Markenzeichen der Gruppe aus München ist ihre Vielseitigkeit. So reicht das Spektrum der Stimmkünstler von den A-Cappella-Klassikern der Comedian Harmonists bis in die Gegenwart der  Rock- und Popmusik. Bruno Mars, Max Mutzke, the Boss Hoss, Robbie Williams, die Toten Hosen, Rammstein und viele andere mehr liefern die Vorlagen für atemberaubende A-Cappella-Interpretationen auf höchstem technischen Niveau.

11. Okt. 2019
Theater

Richard & Macbeth- Die Achse des Bösen

  • Die beiden grandiosen Shakespeare-Schurken vereint in einem Theaterstück!

    Mit ihrer sechsten Produktion widmet sich die Moreth Company einem langgehegten Wunsch: Shakespeare spielen, neu entdecken, vital und modern auf die Bühne bringen.

    Regisseur Ioan C. Toma, dem Landsberger Publikum schon von den Sommerstücken „Sokrates“ und „Liebesrausch“ (Shakespeares italienische Stücke), sowie seinem Faust-Projekt „Faust, die Frauen und das Wasser“ bekannt, führt in seiner Bearbeitung die beiden großen Werke Shakespeares, „Richard III“ (1597) und „Macbeth“ (1609) zusammen.

    Richard III, der missgestaltete „bloody dog“ aus dem Hause York, ist der Idealtyp des Verbrechers, das überragende Exempel der Skrupellosigkeit. Seinem Plan, die Herrscherkrone an sich zu reißen, ordnet er alle menschlichen Bedürfnisse unter. Er besitzt glasklare Intelligenz, kalkulierte Emotion und zynische Menschenverachtung. Frauen werden umgarnt und in den Wahnsinn getrieben, Freunde und Feinde werden wie Spielkarten ausgespielt und abgeknallt, wenn sie seinem Ziel im Weg stehen. Richard nimmt sich die Freiheit, das zu tun, was ihm im Leben am meisten Spaß macht: Morden.

    Macbeth ist der tragische Held schlechthin. Aufgrund einer Prophezeiung tötet er den König, um selbst König zu sein. Und er mordet weiter, um sich seine Herrschaft zu sichern, machtgierig unterstützt von Lady Macbeth. Aber das vergossene Blut lässt sich nicht so einfach von der Seele waschen, die Toten setzen sich in seinen Träumen fest. Macbeth verstrickt sich immer mehr in einen schlaflosen Albtraum, in dem Wahrheit und Lüge, Wirklichkeit und Phantasie, Leben und Sterben zunehmend ineinander verschwimmen.

    Company-Leiter Konstantin Moreth ist als Richard und Macbeth zu sehen, Sven Hussock spielt, wie schon bei „Cyrano“, alle übrigen Männer und die Schauspielerin und Sängerin Nadine Germann spielt Lady Macbeth, Lady Anne und weitere Ladies.

     

     

       

2. Okt. 2019
Konzert

Stoppok & Artgenossen

  • Zum 11.Mal lädt Stefan Stoppok befreundete Künstler – Artgenossen – nach Landsberg ein, um dort einen gemeinsamen Abend zu bestreiten, der neben Folk, Blues und Weltmusik immer auch viel intelligenten Witz sowie berührende Momente verspricht. Und das hat mittlerweile Kultstatus. Wir raten daher zum rechtzeitigen Kauf einer Eintrittskarte, denn man muss kein (Wetter-)Prophet sein, um zu prognostizieren: Das Haus wird wieder voll. Diesmal sind ausschließlich Musiker dabei, die zuvor noch nie im Stadttheater zu erleben waren. So bleibt dieser Abend auch eine Entdeckungsreise und natürlich Pflichttermin für alle Stoppok- Fans.

     

         

5. Nov. 2019
Theater

Clara – Ein Spiel für Ragna Schirmer & Puppen

  • 2019 jährt sich der Geburtstag Clara Schumanns, geborene Wieck, zum 200. Mal. Zu Lebzeiten stand sie häufig im Schatten ihres berühmten Mannes. Doch heute ist sie die vielleicht prominenteste deutsche Frau des 19. Jahrhunderts. Sie war so vieles mehr als nur die Frau von Robert Schumann: Wunderkind, Starpianistin, Komponistin, Liebesgeschichtenheldin, Konzertmanagerin, Künstlergattin, achtfache Mutter, Künstlerwitwe, Briefeschreiberin, Nachlassherausgeberin, Klavierlehrerin. Am Abend ihres letzten Konzertes lässt Sie ihr prall gefülltes Leben Revue passieren. Ihre Triumphe und Tragödien, Wünsche, Träume und Alpträume werden durch die Pianistin Ragna Schirmer und die Puppenspieler für das Publikum zum Leben erweckt.

    Ragna Schirmer gilt als Expertin für die Pianistin und Komponistin Clara Schumann. Sie hat bereits einige CDs mit Werken von Clara und Robert Schumann veröffentlicht, spielt auf Konzerten gerne die Originalprogramme, die Clara Schumann aufgeführt hat. Schirmer besitzt eine große Anzahl historischer Programmzettel, auch den des letzten Klavier-Rezitals von 1872. Wir freuen uns sehr, diese vielfach ausgezeichnete Pianistin bei uns im Stadttheater begrüßen zu dürfen.

    Dieser Abend wird ermöglicht durch unseren Förderverein TILL. width=171

    TILL wird unterstützt von der DELO-HEROLD-Stiftung.

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15. Okt. 2019
Theater

Transit

  • Während des Zweiten Weltkrieges ist Marseille der letzte „freie“ Überseehafen und damit die letzte Chance für wartende Flüchtlinge. Zu Tausenden treffen sie in der Stadt ein, überwiegend Deutsche, die hoffen, dem wahnsinnigen Treiben der NS-Diktatur zu entkommen. Juden, aber auch Regimekritiker und Künstler. Entweder hier oder nirgends. Aber sie müssen warten – auf Aufenthaltsgenehmigungen, einen Schiffsfahrschein, einen neuen Pass, ein Transit-Visum. Und so drücken sie sich auf den Fluren der Konsulate herum, voller Hoffnung auf ein Schiff, das sie aus dem brennenden Europa wegbringt: Der Kapellmeister auf dem Weg nach Caracas, die Schriftstellerin auf der Flucht vor sich selbst, der Arzt und der Ich-Erzähler, der sich das Visum eines verstorbenen Schriftstellers angeeignet hat und an dessen Stelle er reisen will. Wäre da nicht Marie, die Frau des Toten… Im Chaos der Stadt, in den Cafés, auf der Jagd von Behörde zu Behörde kreuzen sich ihre Wege.

    In „Transit“ sind es vor allem Deutsche, die sich auf der Flucht befinden – wie die Autorin Anna Seghers (1900 – 1983), die selbst 1941 über Marseille nach Mexiko floh. Der Roman, erschienen 1944 zunächst nur in englischer und spanischer Sprache, wirft Fragen auf, die heute noch aktuell sind: Was heißt es, sein Land verlassen zu müssen und auf der Flucht zu sein? Was macht eine menschliche Existenz aus? Und was ist ein Papier, wie ein Visum, wert ohne ein wahres Ziel? Chaos, Warten, Hoffnung und Verzweiflung sind auch heute für Millionen von Menschen auf der Flucht bittere Realität.

     

    Neben „Transit“ haben wir am Samstag 09. November mit „Der Reisende“ ein weiteres Stück im Programm, das sich mit diesem Thema befasst. Damit wollen wir ganz bewusst einen Bogen spannen zwischen unserer Geschichte und der heutigen Situation, in der wir uns einem Wechsel von Willkommenskultur hin zu erneuter Fremdenfeindlichkeit ebenso gegenüber sehen, wie neu entflammtem Antisemitismus

     

     

26. Okt. 2019
Konzert

Habib Koité & Bamada

  • Habib Koité aus Mali ist Musiker und Geschichtenerzähler. Mit Charisma und Können macht er seine musikalischen Wurzeln einem breiten Publikum zugänglich. Es ist wohl die unerschrockene und äußerst feinsinnige Verschmelzung aller malischen Nuancen mit Soul-, Blues-, und Flamenco- Reminiszenzen, mit modernem Afro-Groove, die den Zauber seiner Musik ausmacht. Dieses Panorama wird durch die eine oder andere Rock-Injektion in der Rhythmus-Sektion aus westlichem Schlagzeug, Talking Drum und E-Bass noch erweitert. Mit einem Fuß in der Tradition und dem anderen in der Zukunft ist Habib Koité ein Künstler für eine Generation, die das Zusammenbrechen kultureller Barrieren auch als Befreiung erlebt hat. Vor allem wegen seiner mitreißenden Live-Auftritte wurde Habib Koité zu einem der großen Stars der Weltmusik.

23. Nov. 2019
Konzert

Omer Klein Trio & Avi Avital

  • Das Trio um den israelischen Pianisten Omer Klein feierte kürzlich sein fünfjähriges Jubiläum – und es gibt keinen besseren Beweis als „Radio Mediteran“, ihr drittes gemeinsames Album, um zu bezeugen, dass sich Haggai Cohen-Milo (Bass), Amir Bresler (Schlagzeug) und Omer Klein verbundener denn je fühlen. Der Jazzpianist und seine ebenfalls aus Israel stammenden Bandkollegen zählen nicht nur zu den versiertesten Jazzmusikern dieser Zeit – sondern ebenso zu den neugierigsten. Radio Mediteran erforscht die verschiedenen Stile und Kulturen rund ums Mittelmeer. Auf der Basis des Jazz überwindet das Omer Klein Trio Stilgrenzen. Und zwar so, dass wohl auch noch der Letzte begreifen dürfte, dass Jazz kein „Four-Letter-Word“ und schon gar nicht elitär, sondern oft wagemutiger ist, als vieles, was einem auf den Spielfeldern Indie, Rock, Hiphop oder Pop begegnet. Beim zweiten Gastspiel des Omer Klein Trios tritt mit Avi Avital diesmal noch ein ganz besonderer Special Guest auf. Als erster Mandolinist wurde Avi Avital für einen Klassik-Grammy nominiert. Und ähnlich wie Omer Klein dem Jazz, begegnet er der klassischen Musik: Mit Begeisterung, Energie und hohem spielerischen Vermögen. Egal ob Bach, Beethoven, Vivaldi, traditionelle Musik oder Zeitgenössisches, alles lebt im Hier und Jetzt. Und Musik macht das Hier und Jetzt wie keine andere Kunstform erfahrbar. Uns erwartet ein spannender und vitaler Abend. Ein Abend der Begegnung ohne musikalische Grenzen!

     

     

29. Mai 2019
Musik

Otto Lechner meets Sväng

  • Der Titel crazy moments ist ein ganz besonderes Understatement. Denn wenn Österreichs Akkordeonvisionär Otto Lechner auf die finnischen Mundharmonika-Artisten von Sväng trifft, ist nicht nur überbordende Spielfreude und Lust am musikalischen Experiment Programm. Die fünf Herren beherrschen ihre artverwandten Instrumente atemberaubend und verfügen allesamt über schrägen Humor. Aber sie nehmen doch bei aller Neigung zur spielerischen Leichtigkeit ihre Kunst (auch!) ernst und fordern ihr Publikum gerne auf, die Ohren für noch nicht Gehörtes zu öffnen! Gemeinsame Konzerte sind bisher eine sehr rare Angelegenheit, waren aber bei den unüberhörbaren Gemeinsamkeiten nur eine Frage der Zeit. Dass angeblich das Erarbeiten des Repertoires und die Probenarbeit ausschließlich bei kollektiven Saunabesuchen betrieben wurden, weisen Sväng und Otto Lechner entschieden von sich. Für verrückte, aber auch berührende und in jedem Fall intensive Momente ist bei diesem Konzert mit Sicherheit gesorgt! (Saunakleidung nicht zwingend erforderlich.)

Akkordeon, Stimme
Otto Lechner
chromat. & diaton. Mundharmonikas
Eero Turkka
chromat. & diaton. Mundharmonikas
Eero Grundström
Harmonetta
Jouko Kyhälä
Bassharmonika
Pasi Leino
27. Mai 2019
Kino

Vorhang auf für Cyrano

  • Irrungen und Wirrungen sind vorprogrammiert, während im Theater das Chaos herrscht, Widrigkeiten und Hindernisse sich häufen, aber ein Mann seine Vision verwirklicht und ein unsterbliches Meisterwerk erschafft, das – wie man am Ende hört – im Lauf des letzten Jahrhunderts mehr als 20.000-mal überall auf der Welt aufgeführt wurde. Die Geschichte von „Cyrano de Bergerac“ kennt jeder, sie wurde im historischen, aber auch im modernen Kontext mannigfaltig verfilmt. Der Film VORHANG AUF FÜR CYRANO wirft nun einen köstlich-beschwingten Blick darauf, wie dieses Werk zum Leben erweckt wurde. Das Stück ist eine Tragödie mit komischen Elementen, der Film ganz und gar Komödie, aber ohne auf die große Dramatik zu verzichten. Es ist aber vor allem der Wortwitz und die auf hohem Niveau funktionierende Situationskomik, die dafür sorgt, dass die zwei Stunden Laufzeit wie im Flug vergehen. Viel Vergnügen!  

25. Mai 2019
Ballett

Fabelhaftes Danceland

  • „Für alle, die das Träumen wagen.“Träume sind etwas Wunderbares und begleiten uns ein Leben lang. Gehen Sie mit auf eine Reise in das Land der Träume, denn die Träume sind vielfältig, so vielfältig wie unsere Tanzaufführung vom Märchen bis zum Hip Hop.  

22. Mai 2019
Theater

Robin Hood – Reloaded

  • Wieder geht es mit dem legendären Robin Hood in die Vergangenheit; dieses Mal nicht in die Antike wie mit „Lysistrata“, sondern ins Mittelalter nach England, als es sich in Europa nach den Wirren der Kreuzzüge nur noch um Macht und Geld dreht, wie heute. Robin, der Held der Gerechten und Armen, agiert mit seinen Getreuen listig und mutig gegen Prinz John, den Klerus und den Sheriff von Nottingham, die ihre Interimsherrschaft willkürlich, raffgierig und grausam ausüben, während der rechtmäßige Herrscher, Richard Löwenherz, auf dem europäischen Festland gefangen, das Lösegeld erwartet. Hindernisse auf Liebespfaden gibt es natürlich auch, denn Prinz John begehrt die schöne Maid Marian, die Robin Hood liebt. Auch diesmal hat Christina Tobisch den Text ganz frei modernisiert. Mit viel Eifer und Spielfreude bringt die Truppe ein humorvolles Stück mit aktuellen gesellschaftskritischen Bezügen auf die Bühne und freut sich auf sein Publikum, das gut unterhalten werden soll.

     

Regie
Angelika Scholz
Regieassistenz
Michelle Greiner
Schauspiel
Andreas Bahmann, Heike Böhling, Oliver Eger, Viola Griesinger-Hopf, Constanze Günther, Andreas Keller, Andreas Popp, Frank Schrettle, Carola Schuppert, Luis Steer, Robert Steer, Verena Steer, Bernd Steinhausz
20. Mai 2019
Kino

Aufbruch zum Mond

  • Regiewunderkind Damien Chazelle zieht es ins Weltall. Sein Biopic zeigt uns Neil Armstrong von einer Seite, wie wir sie noch nicht gesehen haben – unter anderem in atemberaubenden Bildern. Neil Armstrong ist ein ehemaliger Navy-Pilot, der sich seit dem tragischen Tod seiner zweijährigen Tochter wie wild in die Arbeit stürzt. Er hat klar ein Ziel vor Augen: Als erster Mensch in der Geschichte will er einen Fuß auf den Mond setzen. Als seine Frau ihn eines Tages mit ihrer Angst konfrontiert, steht der junge Mann vor der Entscheidung: Familie oder Karriere? Lange kann er nicht nachdenken, denn schon bald unterbreitet man ihm das Angebot für einen Flug auf den Mond. Der Film ist kein patriotischer Heldenfilm, sondern ein intimes Charakterporträt. Hier geht es nur sekundär um die Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt. Stattdessen steht das Leben der Familie Armstrong im Mittelpunkt. Auch auf einer weiteren, ethischen Ebene wird die Mission hinterfragt. Darf man zu Gunsten der Weltraumforschung Menschenleben aufs Spiel setzen? In welchem Verhältnis stehen die horrenden Summen Forschungssummen zum Nutzen für die Gesellschaft? All diese Elemente bringen eine besondere Intensität in den wunderbaren Film, der obendrein mit einer spektakulären Optik aufwarten kann, mit seinen kristallklaren, aufs Wesentliche reduzierten Bildern.

       

19. Mai 2019
Theater

Ein ganzes Leben

  • Als uneheliches Kind wird Andreas Egger zum Onkel gegeben. In das Tal, in dem er sein Leben verbringen wird. Er ist da vier Jahre alt, ungefähr, so genau weiß das keiner. Es wird ein entbehrungsreiches, karges Leben. Egger wird Hilfsknecht und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Er verlässt für kurze Zeit sein Dorf, um in den Weltkrieg zu ziehen. Früh trifft er seine große Liebe Marie, heiratet und träumt von Nähe und Gemeinschaft, doch eine Naturgewalt nimmt ihm seine junge Ehefrau und das eben gebaute, bescheidene Haus. So wie überhaupt die Natur, der Lauf der Jahreszeiten, das harte Klima der Berge das Leben des Andreas Egger bestimmen. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist Marie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen. Eine einfache und tief bewegende Geschichte.

    Seethalers „Ein ganzes Leben“, 2014 erschienen, ist eine Gegenerzählung zu den rasanten Lebensentwürfen unserer globalisierten und digitalisierten Welt. In der Beschreibung einer untergehenden Zeit und der Konzentration auf die wirklich entscheidenden Momente in einem Leben, weckt der Roman die Sehnsucht nach Entschleunigung und nach der Unmittelbarkeit von menschlichen Begegnungen.

     

Inszenierung
Jana Milena Polasek
18. Mai 2019
Musik

Rymden

  • Wenn der Begriff nicht so effekthascherisch wäre, müsste man an dieser Stelle sagen: Rymden ist die Supergroup des skandinavischen Jazz. Fakt ist, dass der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft schon lange wieder einmal in einem Trio spielen wollte. Und so hat er sich nun die ehemalige Rhythmusfraktion des stilbildenden schwedischen Esbjörn Svensson Trios (e.s.t.) an die Seite geholt. Die Musik des neuen Trios speist sich aus drei Elementen: virtuos gespielter Jazz, melancholisches, atmosphärisches Songwriting und dramatisch aufgeladenen Rhythmen. Hörbar sind die Einflüsse von modernem Jazz, Bach, Filmmusik & sogar rockigen Tönen, verwoben zu einem reifen, unaufgeregten Konzerterlebnis.

Klavier, Keyboards
Bugge Wesseltoft
Bass
Dan Berglund
Schlagzeug
Magnus Öström
17. Mai 2019
Theater

Irena Sendler

  • Warschau 1941. Die junge polnische Sozialarbeiterin Irena Sendler geht im Warschauer Ghetto ein und aus und rettet mit Hilfe ihrer Freunde aus dem polnischen Untergrund 2.500 Kinder aus den Klauen der Gestapo, in dem sie sie in Koffern, Kleintransportern oder Obstkisten an den Wachen vorbei aus dem Ghetto schmuggelt – und bringt dabei jedes Mal ihr eigenes Leben in Gefahr. Der Mut und die Selbstlosigkeit dieser Frau und ihrer Freunde aus dem Widerstand sind das Thema des Theaterstücks, das vom jugendlichen Theaterchor des Musikstudio Robinson unter der Leitung von Nathalie Robinson bei den Kreiskulturtagen seine Uraufführung erleben wird.

14. Mai 2019
Theater

Die Stunde des Unternehmers

  • Walter Weicker ist Chef eines Familienunternehmens, das sich zu einem Imperium gemausert hat: 30 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Dass die Banken ihm nun zur Überbrückung einer akuten Liquiditätskrise einen Kredit verweigern und er sein Unternehmen zerschlagen müsste, um es zu retten, kann Weicker nicht akzeptieren. An den letzten beiden Tagen des Jahres 2008 versucht er mit allen Mitteln, sein Lebenswerk zu retten, ohne dabei, wie so oft, Rücksicht auf seine Familie zu nehmen – oder auf sich selbst. „Die Stunde des Unternehmers“ verdichtet die Geschichte eines schwäbischen Patriarchen, Schaffers und Sturkopfs durch Rückblenden bis in die 1940er-Jahre zu einem Porträt über Deutschland und Schwaben. Inspiration war das Schicksal Adolf Merckles, der die familieneigene Merckle GmbH zu einem weltweit agierenden Konzern ausbaute und sich 2008 das Leben nahm, als seine Unternehmensgruppe in einer schweren Krise steckte.

    Felix Huby, in Dettenhausen bei Tübingen geboren, ist Journalist, Krimiautor und Erfinder der Tatort-Kommissare Bienzle, Palu und Castorff. Mit seinen Theaterstücken wie „Schwabenblues“ oder „Georg Elser – Allein gegen Hitler“ geht er der schwäbischen Seele auf den Grund.

13. Mai 2019
Kino

Eine unerhörte Frau

  • Erzählt. Sie suchen verzweifelt einen verständnisvollen Arzt, um Magdalena zu retten, die unter schweren Kopfschmerzen und  anderen qualvollen Symptomen leidet. Jahrelang will niemand glauben, dass Magdalena schwer erkrankt ist, bis Mutter Hanni die Sache selbst in die Hand nimmt. Endlich wird festgestellt, dass ein Gehirntumor die Ursache für die Leiden des Mädchens ist. Sie reist in die USA, um einen Spezialisten um eine Operation für ihre Tochter zu bitten. Der Mediziner erklärt sich dazu bereit, die Operation in Deutschland vorzunehmen. Magdalena übersteht die Operation – entgegen der Prognose – gut. Parallel läuft die Handlung der jungen Hanni Schwaiger, die bereits als Jugendliche eine Gerichtsverhandlung um einen schweren Missbrauch an ihr durchgestanden hat. Der Film erhielt zu Recht viele wichtige Film- und Fernsehpreise.

      

12. Mai 2019
Kino

Van Gogh – an der Schwelle zur Ewigkeit

  • Viele große Regisseure wie Robert Altman, Vincente Minnelli oder Akira Kurosawa haben sich mit Vincent van Gogh beschäftigt, über keinen Maler gibt es so viele Filme wie über ihn. Sicher kein Zufall, gelingt van Gogh doch etwas, wonach auch die besten Regisseure streben: Nicht zu erzählen, sondern durch Bilder Emotionen zu evozieren. Weniger um eine konventionelle Narration geht es somit auch Julian Schnabel in seinem Film, weniger um ein Abhaken der bekannten Daten von van Goghs Biographie, sondern um den Versuch anzudeuten, wie van Gogh die Welt sah. Weite Passagen des Films bestehen aus impressionistischen Aufnahmen, gefilmt vom brillanten Kameramann Benoît Delhomme, der ebenfalls Maler ist und zusammen mit Julian Schnabel Bilder gefunden hat, die es schaffen, anzudeuten, was van Gogh gesehen haben mag: Gleißendes, mal weiches, mal hartes Licht, satte Farben, geprägt von dem Gelb der Felder, dem Grün der Blätter, dem Blau des Himmels, das van Goghs Gemälde prägt. Zunehmend von Verzweiflung  ist das markante Gesicht von Willem Dafoe gezeichnet, der van Gogh weniger spielt, als mit ganzem Einsatz verkörpert. Selten wurde der Schaffensprozess eines Künstlers so authentisch auf die Leinwand gebracht wie es Schnabel, Defoe und Delhomme gelungen ist.

      

12. Mai 2019

Mark n Simon

  • Einmal gesehen, niemals vergessen!!Es gibt viele “Comedians“, aber echte Komödianten wie Markn Simon sind eher rar. Einmalig mit welcher Geschwindigkeit ein Gag den anderen jagt, professionell die Mischung aus Musik und Slapstick, aus Improvisation und Wortwitz. Ihre Sprache ist international – Dschinglisch: eine auch für des Englischen Unkundige leicht verständliche Kreuzung zwischen Deutsch und Englisch. “MusiComedy“, so nennen die Wahlmünchner ihre Mischung aus Musik und Comedy. Ihr Humor bleibt immer im Positiven, grenzt nicht aus und bezieht alles und jeden ein. Gerade deshalb sollte man sie besser im Auge behalten. So schafft die Dosis an sauber vorgetragener Musikparodie und Slapstick- Kabarett-Comedy genau die Mischung, die ein wahrhaftig unterhaltsames Programm ausmacht. Wohl deshalb zählen Entertainer wie Thomas Gottschalk und Alfred Biolek zu den bekennenden Fans von Mark n Simon. Zum Muttertag gibt es für jeden weiblichen Gast eine kleine Überraschung.

11. Mai 2019
Und mehr

Feierliche Eröffnung der Kreiskulturtage

  • Mit einem bunten Kulturprogramm auf der Bühne und einer Party im Foyer werden die Kreiskulturtage 2019 des Landkreises Landsberg im Landsberger Stadttheater feierlich eröffnet. Landrat Thomas Eichinger wird die Gäste begrüßen und durch das Programm führen. Auf dem Programm der Auftaktveranstaltung stehen kulturelle Highlights wie die japanischen Trommler von Drumaturgia, die Videokünstlerin Manuela Hartel, die Luftakrobatik mit Simone und Theresa Schäfer und Murat Al Said, die Akkordeonistin Annette Rießner und der Gitarrist Johannes Öllinger, der Soloklarinettist David Schöndorfer, das Streicherensemble der Städtischen Sing- und Musikschule Landsberg, und die Stelzer von Hochformat.

    Im Anschluss an das Kulturprogramm auf der Bühne veranstaltet DJ Rupen (rupidoo club, ehemals Jalla Club) mit Massimo Fiorito (visuals) und Luluk Purwanto (Violine), eine bunte Weltmusik-Party im Theaterfoyer. Es darf getanzt werden!

     

7. Mai 2019
Kino

Lazzaro felice – Glücklich wie Lazzaro

  • Auf dem abgeschiedenen italienischen Landgut „Inviolata“ herrscht die Marquesa mit strenger Hand über die Landarbeiter. Lazzaro ist einer von ihnen, ein junger Mann, so gutmütig und hilfsbereit, dass er nicht von dieser Welt zu sein scheint. Eines Tages kommt Tancredi, Sohn der Marquesa, der an seiner Mutter so sehr leidet wie am Landleben in „Inviolata“. Zwischen Tancredi und Lazzaro entwickelt sich eine seltsame, ungleiche Freundschaft, die Lazzaros Leben verändert und ihn wundersam durch die Zeiten trägt, wie ein Fragment der Vergangenheit in der modernen Welt. LAZZARO FELICE ist ein politisches Manifest, ein Märchen über die Geschichte Italiens der letzten fünfzig Jahre, ein Lied. Wunderbar leuchtend gefilmt gewann der Film 2018 die Goldene Palme in Cannes für das Beste Drehbuch.

      

6. Mai 2019
Kino

The Human Scale OmU

  • Thema ist die städtebauliche Konzeption des dänischen Architekten und Städteplaners Jan Gehl. Im Mittelpunkt der Planung steht der Mensch als Wesen, das bestimmte Bedürfnisse im Lebensraum befriedigen will und nicht das Transportmittel Auto. Gehls Ziel ist es, die Lebensqualität der Menschen als Bewohner der Städte zu erhöhen. Der Film betrachtet in fünf Kapiteln verschiedene Metropolen der Welt, in denen versucht wird, diese Konzeptionen umzusetzen. Eintritt: 14 € für beide Veranstaltungen über VHS Kursnummer 5005 Tel. 08191-128111 

6. Mai 2019
Kino

Stadtutopien IV: Stadt und Maßstab

  • „Urban zu leben hat etwas damit zu tun, dass man damit umgehen kann, vollkommen fremden Menschen zu begegnen.“ (Jan Gehl) An diesem Abend stellen wir zwei leidenschaftliche Plädoyers für eine näher an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientierte Stadtplanung vor. Wir beginnen mit einem Vortrag von Meret Hoffmann über das kürzlich erschienene Buch „Die offene Stadt“ des Soziologen Richard Sennett. Anschließend zeigen wir nach einer kurzen Pause den Dokumentarfilm The human scaleEintritt: 14 € für beide Veranstaltungen über VHS Kursnummer 5005 Tel. 08191-128111 oder unter https://www.vhs-landsberg.de/programm/gesellschaft/kurs/Stadtutopien+IV+Stadt+und+Massstab+Vortrag+und+Film/nr/P5005/bereich/details/kat/58/#inhaltEintritt: 7 € für den Dokumentarfilm an der Theaterkasse ab 19:30 Uhr 

5. Mai 2019
Tanztheater

Sprung in die Freiheit

  • Das Bewusstsein entscheidet, wie frei man sich fühlt. Erst wenn man sich der Einschränkungen bewusst wird, schrumpft die Freiheit und neue Gedanken entstehen. Der Prozess vom Bewusstwerden über zündende Gedanken und Entscheidungen bis zur neuen Freiheit und weiteren Konsequenzen wirft ein Feld von Fragen auf: Wie verläuft so ein Weg zu einer Entscheidung, zu einem Sprung in die Freiheit? Gibt es DEN Moment, von dem an es kein Zurück mehr geben kann? Sind es die kleinen Augenblicke, in denen man immer mehr realisiert? Und dieser Sprung – ist er wirklich ein großer Sprung oder am Ende doch nur mehr der letzte Schritt? Gibt es wirkliche Freiheit, wenn sie durch einen Ausbruch erreicht wurde?

    Und was folgt danach? Wie lange hält die Freude über eine gewonnene Freiheit an? Wie kann ein Einzelner gemeinsam mit anderen frei sein? Die neue Situation bringt neue Aufgaben. Vielleicht mussten einige schöne Dinge aufgegeben werden. Freiheit bedeutet loszulassen – Negatives wie Positives. Sie bedeutet ein „Nein“, aber auch ein „Ja“.

    Geht es schlussendlich „nur“ um bewusste Entscheidungen und das Leben damit?

    Die Tänzerin Magdalena Oettl und die Musiker aus dem Duo sophisticated fabulous Sophia Rieth, Fabian Löbhard allesamt aus Augsburg, stellen sich diesen Fragen und der Beschreibung eines möglichen Prozesses hin zu einer Freiheit auf musikalisch-tänzerische Weise. Mit der eindrücklichen, bisweilen drastischen und emotionalen Sprache zeitgenössischer Musik in Werken von Roderik de Man, David Maslanka u. a. und in Improvisationen „sprechen“ sie über die Überlegungen und Emotionen hin bis zu den Momenten nach einem tatsächlichen Sprung in die Freiheit. Basis des Ganzen ist das Lebensrad, das sich unentwegt weiterdreht, dargestellt durch die im Kontrast zeitlos anmutenden Werke aus der minimal music von Peter Hannan und aus der Renaissance von Diego Ortiz. Magdalena Oettl wandelt in den von ihr entworfenen Choreografien die Musik und die Gedanken zur Freiheit in Bewegung um und verschmilzt mit den Musikern zu einem kunstformübergreifenden Trio. Sie mischt sich ein, setzt Akzente und ausdrucksstarke optische Kontrapunkte – mal bleibt sie außen vor, mal ist sie im Mittelpunkt des Geschehens.

Tanz
Magdalena Oettl
Blockflöten
Sophia Rieth
Marimba und Perkussion
Fabian Löbhard
3. Mai 2019
Theater

Michael Kohlhaas

  • Kleists berühmte Novelle mit ihrer bedrückenden Sprache handelt von der übermächtigen Wut eines Einzelnen und der unheimlichen Energie der Enttäuschten. Sie erzählt die Geschichte eines Menschen, dessen Welt angesichts des ihm geschehenen Unrechts aus den Fugen gerät und fragt, wie unerschütterlich unsere Moralvorstellungen sind. Es ist leicht, sich von Bildern der Gewalt bei Demonstrationen, Aufständen und Krawallen zu distanzieren. Aber wie würden wir Mittelstandsbürger auf die Zerstörung unserer Welt reagieren? Würden wir irgendwann auch versuchen, Gerechtigkeit mit Gewalt zu erzwingen?

    Michael Kohlhaas, ein reisender Pferdehändler, muss an einem Schlagbaum in Sachsen zwei prächtige Rappen als Pfand zurücklassen. Als er auf der Heimreise sein Eigentum abholen will, erkennt er die ausgemergelten Pferde fast nicht mehr wieder. Als sein Knecht ihm auch noch berichtet, dass man ihn davon abhielt, die Pferde zu versorgen, er schließlich verprügelt und weggejagt wurde, will Kohlhaas Gerechtigkeit. Er fordert bei Gericht Schadensersatz. Seine Verhandlung wird verschleppt, korrupte Adlige verbünden sich und schließlich wird gegen ihn entschieden. Kohlhaas nimmt das Recht selbst in die Hand. Durch seine fanatische Raserei verliert er alles, Familie und Besitz. Er, ein ehemals unauffälliger Mann, kündigt seinen Vertrag mit der Zivilisation: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde!“

    Das Landestheater Schwaben zeigt den zeitlosen Klassiker in kleiner Besetzung mit drei Schauspielern.

Inszenierung
Anne Verena Freybott
2. Mai 2019
Kindertheater

Albin und Lila

  • Alles läuft prima auf dem Bauernhof. Die Schweine suhlen sich in ihrer Pfütze, die Hühner scharren und picken und der Hahn hat einen prächtigen Misthaufen. Alle sind glücklich und zufrieden. Alle? – Nein, nicht alle. Das Schwein Albin ist unglücklich. Denn alles an Albin ist weiß – Rüssel, Schwarte und Ringelschwänzchen. Kein Schwein will mit dem „Quarkhaufen“ Albin spielen. Gerade als er wieder mal unglücklich in seinem alten Autoreifen hockt, trifft er Lila, ein Huhn, das keine Eier mehr legen kann. Die beiden Außenseiter freunden sich an, erzählen sich Geschichten und betrachten nachts heimlich den Mond. Bald wird ihnen klar, wie wertvoll ihre Freundschaft ist. Als der fiese Fuchs den Hof bedroht, haben alle durch den cleveren Albin und die mutige Lila noch einmal Schwein gehabt.

     

30. Apr. 2019
Und mehr

Tanz in den Mai für einen guten Zweck!

  • Der Landsberger Lions Club veranstaltet zum zweiten Mal seine Benefizveranstaltung „Charity Dance Night und freut sich wieder auf viele Gäste. Die Einnahmen kommen bei dieser Veranstaltung der 9 Jährigen schwerstbehinderten Marie zu Gute, um ihre alleinerziehende Mutter bei der Anschaffung von dringend benötigten Hilfsmitteln für Maries Pflege zu unterstützen.

    Für den richtigen Schwung beim Tanzen sorgt das ORCHESTER KLAUS AMMANN, das seit Jahrzehnten zu den großen Ballorchestern des Deutschen Theater in München gehört. Entsprechend vielseitig ist das Repertoire, das in spezifischen Arrangements des Orchesterleiters von Filmmusik und Musical über Partymusik im James-Last-Stil, Rock- und Popklassikern bis hin zu den typischen Bigband-Titeln wie „In the Mood“ reicht.

     Einlass ist ab 19:30 Uhr die Flanierkarten kosten 30,00 €, darin enthalten ist eine kleine Stärkung für die Tanzenden. 

29. Apr. 2019
Kino

Asche ist reines Weiss

  • Qiao hat sich ihren Rucksack vor den Bauch geschnürt. Er enthält die Habseligkeiten, die ihr geblieben sind, und er schützt sie wie ein Brustpanzer. Die Welt, durch die sie sich bewegt, mutet auf den ersten Blick nicht bedrohlich an, aber sie hat sich radikal gewandelt. Fünf Jahre hat Qiao im Gefängnis gesessen. So hoch ist in China das Strafmaß für illegalen Waffenbesitz. Nach ihrer Entlassung unternimmt sie eine Schiffsreise auf dem Jangtse, durch die berühmten Drei Schluchten, die in naher Zukunft in einem gigantischen Stau-Becken verschwunden sein werden. Jedoch hat sie die Reise nicht als Touristin angetreten, sondern als eine Liebende, die ihren Mann wiederfinden will. Sie hofft, dass Bin in den vergangenen fünf Jahren ebenso loyal zu ihr gestanden hat wie sie zu ihm. Für ihn hat sie die Gefängnisstrafe auf sich genommen; nie wäre es ihr in den Sinn gekommen, ihren Geliebten zu verraten. In der Zwischenzeit soll Bin ein erfolgreicher Unternehmer geworden sein. Er geht nicht ans Telefon und lässt sich verleugnen. Erst durch ein Manöver gelingt es ihr, ihn zur Rede zu stellen. Jetzt gewinnt die Liebesbeziehung zwischen Qiao und Bin eine andere, entschieden unromantischere Gravitas. Der Regisseur bindet sie ein in den rasanten Wandel Chinas. Das Treiben der Kleingangster ist eingangs noch in ländlichen Strukturen aufgehoben. Fünf Jahre später ist das Land endgültig vom Fieber des Kapitalismus ergriffen. Der Werdegang der Figuren ist lesbar als Parabel darüber, wie man sein Leben rekonstruiert, während die Welt drum herum sich für einen ungewissen Fortschritt rüstet. Auf der Suche nach der Zukunft.

15. Apr. 2019
Kino

Beale Street

  • In den 1970ern in Harlem. Der 22jährige Bildhauer Fonny und die 19-jährige Verkäuferin Tish sind ein Liebespaar. Als Fonny fälschlicherweise beschuldigt wird, eine Puertoricanerin vergewaltigt zu haben, obwohl er ein Alibi hat, muss er ins Gefängnis. Dort besucht ihn Tish und sagt ihm, dass sie schwanger ist. Mit absoluter Zuversicht versichert sie ihm, dass sie ihn herausbringen werde, bevor das Kind geboren wird. Ein Film von packender emotionaler Intensität. Vom „American Film Institut“ wurde „Beale Street“ in die Top Ten der Filme des Jahres 2018 gewählt, die Darstellerin der Mutter von Tish, Regina King, erhielt 2019 den Oscar als beste Nebendarstellerin.

13. Apr. 2019
Theater

Zeugin der Anklage

  • England 1952: Londons brillanter Strafverteidiger Sir Wilfrid Robarts kehrt missmutig nach überstandener Herzattacke in Obhut einer Krankenschwester in seine Anwaltskanzlei zurück. Dort bitten ihn zwei befreundete Kollegen um Hilfe in einem Mordfall. Ihr Mandant Leonard Vole wird beschuldigt, eine reiche Witwe ermordet zu haben. Da Vole Haupterbe ist, gilt er als höchst verdächtig. Nur seine Ehefrau Christine kann Vole entlasten. Das Alibi einer liebenden Gattin ist aber in Sir Wilfrids Augen nicht viel wert. Im Gerichtssaal kommt es zum Showdown, als Christine Vole überraschend als Zeugin der Anklage auftritt. Doch Sir Wilfrid zieht alle Register seines Könnens und so kommt es in dem dramatischen Prozess zu immer neuen Überraschungen… Das hochspannende und genial aufgebaute Agatha Christie-Stück wurde unter dem Titel „Witness for the Prosecution“ 1957 von Regisseur Billy Wilder, mit Charles Laughton als Sir Wilfrid, Marlene Dietrich als Christine und Tyrone Power als Leonard Vole, verfilmt.

    Die Schondorfer Jakobsbühne, eine Abteilung des Theater Schondorf e. V., feiert mit dieser Produktion ihr 20-jähriges Bestehen. Schon einmal – vor 10 Jahren – hat die Truppe um Regisseur Alex Dorow das packende Gerichtsdrama zum Besten gegeben. In ihrem Jubiläumsstück treten die Schauspieler fast alle in den Rollen auf, die sie auch schon 2009 innehatten. „Eine interessante Herausforderung für alle“, sagt Dorow. Die Jakobsbühne ist seit 2011 regelmäßig alle zwei Jahre im Stadttheater zu Gast.

     

Regie
Alex Dorow
11. Apr. 2019
Familientheater

remembeRING

  • „remembeRING“ erzählt bruchstückhaft die Geschichte einer Familie vor, während und nach der Shoah. Jenny, die Großmutter von Liora, wird 1943 von den Nazis in Ausschwitz umgebracht. Ihre Kinder fliehen nach Palästina und bauen sich dort ein neues Leben auf. Später, 25 Jahre nach Kriegsende, kehrt Lioras Vater nach Deutschland zurück. Über den gewaltsamen Tod der Großmutter spricht niemand, und doch prägt die Erinnerung daran das Leben dieser Familie. Liora gelangt in den Besitz eines Ringes, der einmal Jenny gehörte, und fängt an, zu forschen. Der Weg dieses Ringes spannt einen Bogen über das Schicksal einer jüdisch-deutschen Familie in drei Generationen.

    Die Schauspielerin und Theatermacherin Liora Hilb hat mit „remembeRING“ ein Theaterstück über die Geschichte ihrer eigenen Familie entwickelt. Der Text des Stückes basiert einerseits auf familiären Überlieferungen und andererseits auf Gesprächen mit Jugendlichen über ihre Sicht auf die Shoah und jüdisches Leben im heutigen Deutschland.

    remebeRing ist eine Vorstellung im Rahmen unseres Familientheaterprogramms. Jugendliche unter 18 Jahren zahlen auf allen Plätzen 7 €. Nach der Vorstellung bietet Liora Hilb ein Nachgespräch an.

    Diese Theateraufführung wird unterstützt von unserem Förderverein TILLwidth=186und der Familie Alexander Holzmann. width=186 

Schauspiel
Liora Hilb, Stella Hilb
Regie, Video
Sabine Loew
9. Apr. 2019
Kino

Call me by your Name OmU English Cinema

  • Der 17-jährige Elio, jüdisch-amerikanischer Abstammung, verbringt den Sommer auf dem Landsitz seiner Eltern am Gardasee. Sein Vater ist Archäologe und forscht vor Ort über antike Skulpturen. Seine südländische Mutter begeistert sich für deutsche Literatur. Die Eltern nehmen den 24-jährigen Amerikaner Oliver bei sich auf. Der attraktive Student von der Ostküste soll  Elios Vater für einige Zeit bei der Forschungsarbeit assistieren. Schon bald freunden sich Elio und Oliver an. Der berührende Film erhielt international viele Auszeichnungen.

8. Apr. 2019
Kino

Capernaum – Stadt der Hoffnung

  • Zain ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern konnten. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt. „Capernaum“ ist eine Beschreibung biblischen Ursprungs, die sich vor allem im Arabischen als Bild für einen Ort voller Chaos und Unordnung etabliert hat. Einen solchen Ort zeigt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki in ihrer hochemotionalen Fabel. In eindrucksvollen Kinobildern erzählt sie von den abenteuerlichen Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Ein Film von großer Empathie und Menschlichkeit, der  beim Filmfestival in Cannes minutenlang mit stehenden Ovationen gefeiert wurde und den Preis der Jury und der Ökumenischen Jury gewann.

7. Apr. 2019
Kino

Renzo Piano – Architekt des Lichts OmU

  • Der gefeierte spanische Regisseur Carlos Saura dokumentiert die Geburt des Centro Botín, entworfen vom italienischen Architekten Renzo Piano, dem Mann hinter weltbekannten Gebäuden wie dem Centre Pompidou in Paris, dem New York Times Tower in Manhattan, The Shard in London oder dem Parco della Musica in Rom und dem Wissenschaftszentrum NEMO in Amsterdam. Carlos Saura begleitet Renzo Piano durch die verschiedenen Entstehungsphasen des Gebäudekomplexes, vom Entwurf bis zum Bau. Dabei entsteht zwischen den beiden Männern ein intensiver Dialog über Kunst, den kreativen Schaffensprozess, und die soziale Funktion von Schönheit. Seinen Ruf als Museumsarchitekt erhielt Renzo Piano mit Projekten wie Fondation Beyeler in Riehen/Basel, Zentrum Paul Klee in Bern, Menil Collection in Houston/Texas, Tjibaou-Kulturzentrum auf der Südseeinsel Neukaledonien. Piano gilt als ein Meister der Bautechnik. Durch den Bau von zahlreichen Gebäuden rund um den Globus mit den verschiedensten Konstruktionen und Baumaterialien beweist er seine Fähigkeiten im Bereich der Bautechnologie. Bei all seinen Projekten dient die Technologie dazu, das Licht zu beleben, das Umfeld zu respektieren und die Integration in die Natur zu ermöglichen.

7. Apr. 2019
Kino

The Favourite

  • England, frühes 18. Jahrhundert. Das Land befindet sich im Krieg mit Frankreich. Königin Anne versteht sich nicht so recht auf Politik. Deswegen hört sie auf den Rat von Lady Sarah Churchill, ihrer engsten Vertrauten. Lady Sarah spricht für die Königin, sie entscheidet für sie – und zieht damit den Groll ihrer politischen Gegner auf sich. Als die Cousine von Lady Sarah, Abigail, als Dienerin am Hof der Königin ihre Stellung antritt, findet diese nach und nach Zugang zu Anne: Je mehr Abigails Stern bei der Königin zu steigen beginnt, desto mehr sinkt der von Lady Sarah. Politik ist ein Kreisen um Macht und um sich selbst – eine Wahrheit, die nicht nur das Heute diktiert, sondern sich durch die gesamte Geschichte zieht. Der meisterhafte neue Film von Giorgos Lanthimos ist ein großes Dekadenzbild, und jedes Mal, wenn der Film ein nicht mehr steigerbares Maß an Bösartigkeit erreicht hat, folgt beiläufig eine noch schlimmere Szene. Ein mit zu viel Macht ausgestattetes, politisch unberechenbares, mit dem Krieg spielendes infantiles Staatsoberhaupt, umgeben von Günstlingswirtschaft und Erpressungen – man könnte erschauern darüber, wie wenig historisch Lanthimos´ Vorspiel zu den Endspielen der Gegenwart anmutet. Das großartige Filmdrama erhielt 2018 auf den Filmfestspielen von Venedig bereits 4 der höchsten Auszeichnungen. Zur Oscar-Verleihung 2019 war THE FAVOURITE für zehn Oscars nominiert, jedoch wurde nur Olivia Colman als beste Darstellerin ausgezeichnet. Da kann man doch nur staunen!

3. Apr. 2019
Theater

Nichts Neues aus Hollywood

  • Gwendolin, die Schauspielerin, und Cliff, der Schriftsteller, sind ein redegewandtes, einander in Hassliebe verbundenes Ehepaar, das sich mit Vorliebe auf Partys amüsante Redeschlachten liefert. Ihre besten Freunde heißen Robert und Louella, ebenfalls ein Ehepaar. Robert ist Gwendolin verfallen, Louella liebt Cliff. Zwar sind die Begehrten einander treu, aber freilich äußerst eifersüchtig, zudem lassen sie die Anbeter am langen Arm verhungern. Und weil sie aufbrausend sind wie junge Liebende, kommt es häufig vor, dass Gwendolin nach einer aktuellen Zankerei über Tage hinweg in der Versenkung verschwindet. Und komischerweise verabschiedet sich zu genau diesen Daten Robert auf Motivsuche. Zu just einer solchen Gelegenheit erklärt Cliff seine Gattin für verstorben, beraumt eine Beerdigung an, sie ihrerseits arrangiert eine Geisterstunde, und zu guter Letzt liegen sich die Liebenden wieder in den Armen, um fürderhin die Welt mit ihren Streitigkeiten zu beglücken.

    Die Komödie Nichts Neues aus Hollywood von Curt Goetz ist eine Abrechnung, die viel näher liegt, als sie scheint. In dem vergeblichen Versuch zu übertreiben übt sie einen besonderen Zauber aus, der bis heute aktuell und unterhaltsam bleibt. 

Regie
Conny Haubrich
1. Apr. 2019
Kino

Der Trafikant

  • Literaturfans werden den Bestseller von Robert Seethaler bereits kennen, doch auch, wer das Buch über Menschen im Wien der 30er Jahre noch nicht gelesen hat, ahnt schon von Anfang an: Hier regiert die Melancholie. Die wehmütige Stimmung überträgt sich schnell. Seethalers Roman spielt vorwiegend in einem Wiener Arbeiterbezirk, im Jahr 1937, kurz vor und kurz nach dem sogenannten „ Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland. Während Franz, ein junger Provinzbursche, von dem knurrigen, aber liebenswerten Veteranen Otto zum Trafikanten ausgebildet wird, erlebt er seine erste große Liebe, freundet sich mit Sigmund Freud (großartig dargestellt von Bruno Ganz!) an – und quasi als Ergebnis des Erwachsenenwerdens – erlebt er immer stärker die gesellschaftlichen Veränderungen um sich herum. Franz verliert zuerst seine Unschuld und landet dann in jeder Beziehung auf dem Boden der Realität. Als Trafikant vom alten Schlag, gut ausgebildet, diskret und loyal, bleibt er jedoch sich selbst und seinem erlernten Beruf treu. Auch gegen alle anderen, die hackenschlagend die neuen Machthaber begrüßen. Es ist eine Geschichte vom Anständigbleiben in einer Welt, die immer unanständiger wird. Und manches erinnert dabei bitter an die Gegenwart. Das ist Absicht und soll so sein.

     

31. Mrz 2019
Und mehr

Mehr Forschung – Mehr Leben

  • Fachvortrag, Tanzinszenierung der Ballettschule Beatrix Klein, Musiktheater des Musikstudios Robinson, musikalische Beiträge der Städtischen Sing- und Musikschule u.v.m.

    An diesem Abend lädt die Gesellschaft für KinderKrebsForschung e. V. zu einem Bunten Abend mit Tanz, Gesang, Zauberei und Theater ein.

    Der Abend beginnt um 17:00 Uhr mit einem Sektempfang im Theaterfoyer, parallel hierzu findet um 17.15 Uhr im Theatersaal für alle Interessierten ein Fachvortrag des Ärztlichen Direktors der Kinderklinik Tübingen zu aktuellen Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Kinderkrebsforschung statt. Um 18:00 Uhr beginnt dann der künstlerische Teil, den zahlreiche Darsteller aus Landsberg und Umgebung professionell und unterhaltsam gestalten. Außerdem wird die Foto-Ausstellung Ein Tag auf der Kinderkrebsstation im Foyer zu sehen sein.

    Seien Sie dabei!

    Nähere Informationen zur Arbeit der Gesellschaft für KinderKrebsForschung e.V. finden sich unter www.kinder-krebs-forschung.de

29. Mrz 2019
Theater

King Charles III

  • Das unfassbare ist geschehen: Queen Elizabeth II ist tot, der ewige Thronfolger Charles soll nun die Monarchie anführen. Charles, durchdrungen von zutiefst idealistischen Werten und Zielen, möchte mehr sein als bloßer Repräsentant der Monarchie. Er verweigert einem Gesetzentwurf zum Schutz der Privatsphäre die formelle Unterschrift, da er befürchtet, das Gesetz könnte die Pressefreiheit einschränken und damit zu Zensur und Schwächung der Demokratie führen. Nichtsahnend setzt er damit ein Drama shakespearschen Ausmaßes in Gang. Der König findet sich in einer alles umspannenden Intrige wieder und muss erkennen, dass die Hauptakteure des Komplotts gegen ihn nicht nur in der Politik, sondern vor allem in der eigenen Familie zu suchen sind.

    In klassischen fünf Akten, geschrieben in Blankversen, beleuchtet der britische Autor Mike Bartlett ganz in der Tradition Shakespeares das intime Seelenleben, Wirken und Machtgebaren der bekannten Royals, wobei auch Lady Diana als zukunftsprophezeiender Geist nicht fehlen darf. Bartlett zeigt die königliche Familie mit all ihren Freuden, Sorgen und Konflikten vor dem Hintergrund großer politischer Vorgänge im Land und reflektiert dabei geschickt über die Rolle der Monarchie in der heutigen Zeit. Zugleich stellt er die wichtigen Fragen nach der Bedeutung von Demokratie, Macht, Loyalität, Werten und deren Vergänglichkeit in einer Welt, die sich mehr und mehr über Schein als Sein definiert. Ein klassisch-modernes Königsfamilien-Drama. King Charles III zeigt, wie zeitlos aktuell „the shakespearean style“ auch heute noch ist. Inszeniert hat dieses beeindruckende Werk der junge Regisseur Philip Moschitz, der das Landsberger Publikum bereits mit seiner Regiearbeit bei „Alice“ überzeugte.

     

Schauspiel
Michael Vogtmann, Ursula Berlinghof, Adi Hrustemović, James Newton, Nathalie Schott, Diana Marie Müller, Tillbert Strahl, Edith Konrath & Butz Buse
Regie
Philipp Moschitz
26. Mrz 2019
Kino

Poesía sin fin / endless Poetry – Cine Español OmU

  • Der junge Alejandro Jodorowsky lebt in Santiago de Chile und hilft seinem Vater in dessen Laden. Entgegen dem Wunsch seiner Familie, ein Studium als Mediziner aufzunehmen, entscheidet er sich jedoch dafür, eine Karriere als Poet zu verfolgen. Nach und nach lernt er andere Künstler und Freigeister kennen, die ihn in seinem Traum, Poet zu werden, unterstützen. Der lose geknüpfte Erzählfaden motiviert eine Reihe von Begegnungen Alejandros´ mit skurrilen Gestalten, die den werdenden Dichter auf unterschiedliche Weise inspirieren. In einer märchenhaft überzeichneten Künstler-WG trifft er auf Seelenverwandte, denen ihre Kunst auf eine jeweils sehenswerte Art zur zweiten Natur geworden ist. Jede dieser Mini-Episoden schwelgt in einer an Fellini erinnernde Bilderfülle. Selten hat man das Gefühl, dass das Kino so sehr zu sich selbst kommt.

      

26. Mrz 2019
Kindertheater

Der kleine Rabe Socke – Alles meins!

  • Alles für einen? – eine frech-fröhliche Freundschaftsgeschichte vom kleinen Raben Socke zum Thema Teilen!

    Auf einer beschaulichen Waldlichtung lebt eine liebenswert skurrile Tiergemeinschaft. Besonders den gewitzten kleinen Raben könnte man wirklich gern haben, wenn er nicht neidisch alles ergaunern würde, was den anderen Tieren lieb und teuer ist. Trickreich nutzt er ihre Arglosigkeit und Schwächen aus, so dass früher oder später jeder Schatz in seinem Rabennest landet. Doch der erfahrene Bär lässt sich nicht aufs Glatteis führen und organisiert den Widerstand der Tiere. Jetzt merkt der kleine Rabe, dass er ALLES eben doch nicht haben kann: Wenn ihm die Freundschaft der anderen Tiere wichtig ist, muss er lernen, ihre Grenzen zu respektieren.

     

25. Mrz 2019
Kino

The Cakemaker

  • Ein junger Deutscher bandelt in Jerusalem mit der Frau seines verstorbenen Lovers an: „Der diesjährige Oscar-Beitrag aus Israel ist der schönste Liebesfilm seit langer Zeit“ sagt DER SPIEGEL. Die Geschichte von THE CAKEMAKER beginnt in Berlin, wo Thomas in einem kleinen Café arbeitet. Einer seiner Stammkunden ist der Israeli Oren, der vor allem Thomas´ Zimtkekse liebt. Bald sind die beiden ein Paar. Allerdings sehen sie sich nur einmal im Monat, denn Oren pendelt zwischen Jerusalem und Berlin und hat zuhause Familie. Er ist Architekt und ist mit Anat verheiratet, der Sohn geht gerade in die Schule. Nach seinem letzten Berlin-Besuch reagiert Oren nicht mehr auf Thomas´ Anrufe. Nach qualvoller Ungewissheit erfährt er: Oren ist in Jerusalem bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Einige Wochen später entschließt sich seine Frau Anat trotzdem, wie schon zuvor geplant, ein kleines Café zu eröffnen. Einer ihrer ersten Gäste ist ein junger Deutscher, der sie nach einem Job als Aushilfe fragt. Er erweist sich als Glücksgriff, denn er backt himmlische Zimtkekse, die bald reißenden Absatz finden. Natürlich handelt es sich um Thomas, und es ist eine der vielen klugen Entscheidungen des Regisseurs, dass er uns Zuschauer lange im Ungewissen darüber lässt, was Thomas eigentlich von Anat will. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Grundkonstellation dramatisch anzuspitzen, aber nichts dergleichen geschieht. Als Thomas und Anat sich zum ersten Mal küssen, scheinen beide verwundert über ihr eigenes Tun. Der Film zeigt zwei Menschen, Versehrte der Liebe, auf der Suche nach dem Ausweg aus der Einsamkeit.

      

24. Mrz 2019
Musik

Stefanie Boltz

  • Stefanie Boltz dürfte den meisten Besuchern des Stadttheaters als Teil des Duos Le Bang Bang bekannt sein. Nur mit Stimme und Kontrabass, geben sie vielen weltbekannten Songs ein ganz neues Gewand. Ihr Duo-Partner Sven Faller ist auch Teil des Quartetts mit dem sie nun ins Stadttheater zurückkehrt. Das Programm besteht hauptsächlich aus Songs von the door! So nennt Stefanie Boltz ihr neues Album mit dreizehn Eigenkompositionen. Wir erleben Stefanie Boltz also nicht nur als einfühlsame und stimmgewaltige Jazzsängerin, sondern in ganz besonderem Maße auch als Songwriterin.

     

Gesang
Stefanie Boltz
Bass
Sven Faller
Gitarre
Martin Kursawe
Schlagzeug
Tilman Herpichböhm
23. Mrz 2019
Theater

Die Streiche des Scapin

  • Argante und Geronte, zwei reiche und gierige alte Kaufleute aus Neapel, sind auf Geschäftsreise und überlassen ihre beiden Söhne den Dienern zur Aufsicht. Denen fällt aber nichts Besseres ein, als sich Hals über Kopf zu verlieben: Leandre, Gerontes Sohn, umgarnt die schöne Zerbinette, ein fahrendes Mädchen fraglicher Herkunft und Octave, der Sohn von Argante, heiratet sogar heimlich die liebliche, aber mittellose Hyacinthe, die nur in Begleitung ihrer Amme an der Küste Neapels gestrandet ist. Aber es kommt noch schlimmer! Denn die beiden Väter haben vereinbart, dass der Sohn des einen die Tochter des anderen ehelichen soll! Was tun? Auftritt: Scapin! Der gerissene und schlagfertige Diener von Leandre soll helfen, Geld zu beschaffen, um Zerbinette vom fahrenden Volk loszukaufen. Gleichzeitig hilft er seinem Kollegen Silvestro, Diener des Octave, dessen Probleme in den Griff zu kriegen: Mit Hilfe von allerlei Tricks und Possenspiel werden die beiden Väter um ihr Geld gebracht und zum Ende erleben alle noch eine Überraschung, mit der selbst das Schlitzohr Scapin in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hat!

    „Die Streiche des Scapin“ wurde für Molières Truppe zum Kassenschlager und gehört seither zu den meistgespielten Stücken des französischen Theaters. Molière schrieb diese Farce im Stile der Commedia dell’arte zwei Jahre vor seinem Tod.

     

Schauspiel
Saro Emirze, Andreas Erfurth, Alexander Jaschik, Rike Joeinig, Dierk Prawdzik, Kai Frederic Schrickel, Laurenz Wiegand und Petra Wolf.
Kai Frederic Schrickel
Regie
21. Mrz 2019
Theater

Schneewittchen auf der Flucht

  • Königin Kunigunde die Erste, auch Kunigunde die Schönste genannt, hat ein Problem: Aufgrund des Testaments ihres verstorbenen Ehemannes, des Königs, muss sie erdulden, dass ihr Sohn Prinz Gerold an seinem 21. Geburtstag heiratet – andernfalls würde Kunigunde ihre Macht verlieren und die Krone ginge an des Königs Schwester Brunhilde die Grässliche. Da Kunigunde die Krone auf gar keinen Fall verlieren möchte, aber keine Schönheit neben sich duldet und daher keine hübsche junge Frau in ihrem Schloss ertragen kann, willigt sie zwar in eine Brautschau ein, versucht dann jedoch hinterhältig, alle jungen Damen, die sich um die Hand des Prinzen bewerben, zu vernichten. Als auch Schneewittchen, die sich unsterblich in Prinz Gerold verliebt hat, dieses Schicksal droht, bleibt ihr keine andere Wahl als zu fliehen, um ihr Leben zu retten….

      

Text & Regie
Julia Andres
18. Mrz 2019
Kino

Stadt neu denken: 100 Jahre Bauhaus

  • Seit Menschen sich niederlassen, ob temporär oder dauerhaft, geht es auch immer um Fragen der Zweckmäßigkeit, der Ordnung, der Struktur, der Symbolik, der Macht und vor allem auch des Wohlgefühls. Globalisierung und Urbanisierung prägen unsere Zeit. Wir erleben Städte im Umbruch. Mit der Stadt verband sich von jeher der Wunsch und die Hoffnung auf mehr Chancen, mehr Geld und ein besseres Leben. Bis heute konzentriert sich die Bevölkerung auf produktive Aktivität und Wohlstand sowie wissenschaftliche, kulturelle und soziale Innovation. Aber erfüllen Städte für alle die Hoffnung auf ein buntes, lebendiges und zufriedenes Leben im Wohlstand? Auch wenn viele dieser Probleme unser idyllisches Landsberg noch nicht erreicht haben – soziale, wirtschaftliche, kulturelle und gestalterische Herausforderungen gibt es auch hier. Vor 100 Jahren hat sich das BAUHAUS in Dessau weitreichend über Fantasie und Utopie auf der Suche nach dem großen Zusammenhang zwischen Architektur, Gestaltung und Gesellschaft beschäftigt. Darüber berichtet im ersten Teil des Abends der Architekt und Dozent ROGER MANDL,  der mit seinen Studenten intensiv untersucht hat, den Wert der Bauhaus-Ideen auch in der Jetztzeit zu nutzen.

    Nach einer kurzen Pause folgt der großartige Dokumentarfilm VOM BAUEN DER ZUKUNFT – 100 JAHRE BAUHAUS über die Geschichte und Gegenwart dieses Ideenprojekts. „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau.“ Mit diesen Worten beginnt Walter Gropius sein Bauhaus-Manifest von 1919. Damit war die legendäre Kunstschule geboren, die Kunst und Handwerk zusammendenkt, den Menschen und die Gemeinschaft ins Zentrum rückt und das radikale, das utopische Denken fördert. Die Filmregisseure Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch zeichnen einerseits die Geschichte der Schule nach: von den Anfängen in Weimar, der Idee des Zusammenlebens und der Gemeinschaft die Gropius, Kandinsky oder Paul Klee formulierten, über den Umzug nach Dessau, die Vertreibung von dort nach Berlin durch die NSDAP und schließlich die Auflösung 1933 infolge der Nazidiktatur. Es ist ein Film über Fantasie und Utopie auf der Suche nach dem Großen Zusammenhang zwischen Architektur, Gestaltung und Gesellschaft.

    Deutschland 2018/19, L:95 Min.  

17. Mrz 2019
Musik

Pam Pam Ida

  • Zufällig bayerisch. Weil man nicht beeinflussen kann, wo man geboren wird und welche Muttersprache man spricht, singen Pam Pam Ida in ihrem Dialekt.Ihre Musik bedient sich bei Georg Ringsgwandl, Paul McCartney und Bilderbuch. Manchmal hört man 80er, manchmal 2017, oft funktioniert die Einordnung nicht. Zu groß ist die Freude am Neues-Entdecken und SichÜberraschen- Lassen. Das Ergebnis klingt nach Pam Pam Ida.Die Heimat von Pam Pam Ida ist der 700-Seelen-Ort Sandersdorf im Naturpark Altmühltal. Das junge Projekt mausert sich gerade zum Geheimtipp bayerischsprachiger Musik zwischen Pop und moderner Wirtshausmusik und war die Entdeckung beim Heimatsoundfestival 2017.

16. Mrz 2019
Theater

Am Rande der Welt

  • Die jugendliche Else, die in den Dolomiten einen sorgenfreien Urlaub verbringen möchte, erhält einen Brief von ihrer Mutter, indem sie ihr mitteilt, dass die Familie vor dem finanziellen Ruin steht. Else könne jedoch den drohenden Bankrott abwenden wenn sie, so der Vorschlag, einen im selben Ferienort weilenden, Geschäftsfreund des Vaters um die nötige Summe bitte. Als sie dies tut, verlangt dieser als Gegenleistung, Else 15 Minuten nackt betrachten zu dürfen. Diese Forderung stürzt Else in einen schweren Gewissenskonflikt. Im Anschluss an ein abendliches Konzert, das er gelangweilt verfolgt hat, gerät Leutnant Gustl in einen Streit mit dem ihm bekannten Bäckermeister Habetswallner. Gustl will seinen Säbel ziehen, wird aber durch den körperlich überlegenen Kontrahenten daran gehindert und als „dummer Bub“ beschimpft. Dem militärischen Ehrenkodex verhaftet, beschließt er, am nächsten Morgen um sieben Uhr Selbstmord zu begehen. Psychologisch schlüssig öffnet Schnitzler den Blick in die Köpfe dieser jungen Menschen und lässt uns an ihrem Seelenleben, ihren Träumen und Nöten teilhaben.

    Zwischen den beiden Erzählungen Arthur Schnitzlers, Leutnant Gustl und Fräulein Else, liegen 23 Jahre: Der innere Monolog des Leutnants – der erste seiner Art in der deutschsprachigen Literatur – stammt von 1901; die Gedanken der höheren Tochter Else, deren Vater ein der Spielleidenschaft verfallener Rechtsanwalt ist, stammen aus dem Jahr 1924. Beide spielen in Wien oder im Magnetfeld Wiens, zwischen beiden liegt die Zäsur des Untergangs der Donau-Monarchie. Schnitzlers Texte erweisen sich als äußerst zeitgemäß, betrachtet man nur die aktuelle Debatte um sexuelle Dominanz von Männern gegenüber Frauen. Ein übersteigertes Ehrgefühl, gar im militärischen Kontext, mag uns zwar heute antiquiert erscheinen, aber junge Männer, vielleicht noch mit mangelndem Selbstwertgefühl, die sich im Namen einer Sache, einer Ideologie indoktrinieren und fanatisieren lassen, kommen einem dann doch nicht ganz unbekannt vor.

       

Inszenierung
Konstantin Moreth
Schaupiel
Hannah und Konstantin Moreth
15. Mrz 2019
Musik

Nik Bärtsch’s Ronin

  • Die Ritual Groove Music, wie der 46-jährige Züricher Nik Bärtsch seine Musik mit einem selbst erfundenen Idiom nennt, ist groovig und eingängig, obwohl äußerst komplex und raffiniert komponiert.

    Bärtsch‘s Stücke sind modular aufgebaut – und nennen sich auch ausschließlich Module, durchnummeriert. Die Instrumentalisten spielen polymetrisch übereinandergelegte, repetitive Figuren oder Patterns. Die musikalischen Motive verschieben sich gegeneinander, um sich an immer wieder anderen Stellen neu zu treffen. Was im ersten Moment immer gleich zu sein scheint, erscheint durch diese Art der Verzahnung und das sich stets entwickelnde klangliche Umfeld immer neu, spannend, groovig! Niemand macht das so wie Nik Bärtsch. Er erfindet eine neue mitreißende musikalische Sprache, in die man auch abtauchen kann, wenn man den gerade erwähnten theoretischen Überbau komplett ignoriert und sich einfach mitnehmen lässt. Das gut eingespielte Ensemble Ronin hatte über die Jahre durchaus einige Änderungen zu verkraften. 2011 ersetzte der Bassist Thomy Jordi  Björn Meyer, der sich dem Ensemble von Anouar Brahem anschloss. Ein Jahr später verabschiedete sich Perkussionist Andi Pupato, so dass die Besetzung vom Quintett zum Quartett getrimmt wurde. Dadurch hat sich Ronin allmählich zu einer subtil anderen Band entwickelt. Zu einer schlankeren, nur noch agileren Kreatur. Awase heißt das aktuelle Album, wieder erschienen bei ECM. Es ist ein weiterer vorläufiger Höhepunkt im Schaffen des Nik Bärtsch, der das Stadttheater nun zum insgesamt dritten Mal besucht.

    Eröffnet wird der Abend von einem ehemaligen Ronin Mitglied, von Bassist Björn Meyer. Der Soloauftritt von Björn Meyer wird sicherlich viele vorgefasste Meinungen darüber, wie eine elektrische Bassgitarre als Soloinstrument zu klingen hat, in Frage stellen. Tief pulsierende Atmosphären, beinahe kosmische Klangwelten, nordisch inspirierte Volkslieder, archaisch klingende Hymnen und stark rhythmische Pattern-Strukturen verschmelzen zu einer unverkennbaren Einheit. Mit den gesammelten Erfahrungen von mehr als 30 Jahren intensiver Auseinandersetzung mit dem Bass als Hintergrund, eröffnet das Programm einen völlig neuen Zugang zu einem Instrument, von welchem man gemeint hat, es bereits zu kennen. In seiner Soloarbeit fasziniert ihn besonders das Zusammenspiel von elektronisch erzeugten Klängen und dem jeweiligen Konzertraum: „Obwohl das Instrument rein technisch gesehen nicht akustisch ist, wird die Musik stark von den Eigenschaften des Raums, in dem sie gespielt wird, beeinflusst. Die ganz unterschiedlichen Weisen, auf die die Akustik auf meine Kompositionen und Improvisationen einwirkt, waren schon immer Quelle der Überraschung und Inspiration. Es gibt definitiv einen zweiten Mitspieler in diesem Solo-Projekt – das ist der Raum!“ (Björn Meyer) Und, dass der Raum des Stadttheaters ein guter Mitspieler ist, hat er schon des Öfteren unter Beweis stellen dürfen.

     

Klavier
Nik Bärtsch
Bassklarinette, Altsaxophon
Sha
Bass
Thomy Jordi
Schlagzeug
Kaspar Rast
Bass
Björn Meyer
12. Mrz 2019
Familientheater

Circus Funestus

  • Manege frei! Willkommen beim Circus Funestus. Die Show hat gerade begonnen und unterhält, wie jeden Abend, das staunende Publikum. Doch heute ist etwas anders: Mr. Flea, der winzige Held, macht dem Elefanten eine Liebeserklärung, vor dem gesamten Publikum. Mr. Whip, heimlich auch in den Elefanten verliebt, rast vor Eifersucht. Er versucht den Zirkus unter seine Kontrolle zu bekommen. Aus der Zirkusshow wird ein Kampf zwischen Gut und Böse, ein Kampf auf Leben und Tod. Gelingt es, die Liebenden und den Zirkus zu retten?

    Wie schon bei „The House“, das bereits im Stadttheater zu Gast war und die Besucher aller Altersgruppen hell auf begeisterte, kreieren Sofie Krog und David Faraco ein lustig-magisches Universum aus Puppen, Film, Sound-Effekten, Licht und merkwürdigen Vorrichtungen.

    „Circus Funestus“ ist eine Vorstellung im Rahmen unseres Familientheater-programms und für Jugendliche ab etwa 10 Jahren mit Englischkenntnissen ab dem zweiten Sprachjahr geeignet. Jugendliche unter 18 Jahren zahlen auf allen Plätzen 7 €.

    Direkt vor der Vorstellung gibt es im Theatersaal eine kurze Einführung in die Geschichte. 

Idee, Produktion, Ausstattung und Spiel
Sofie Krog und David Faraco
11. Mrz 2019
Kino

Der Junge muss an die frische Luft

  • Caroline Link hat dieses Buch nun ganz wundervoll verfilmt und auch gleich den Bayerischen Filmpreis 2019 für die beste Regie zugesprochen bekommen. Mit dem Debütanten Julius Weckauf hat sie einen großartigen Darsteller gefunden, der dem jungen Kerkeling nicht nur verblüffend ähnlich sieht, sondern ihn auch erstaunlich souverän spielt. Tieftraurige Momente sind es, wenn der kleine Hans-Peter verzweifelt singt und tanzt, sich Petersiliensträußchen hinter die Ohren steckt, um seine Mutter am Leben zu halten. Der Film ist – mehr noch als das Buch – auch ein Porträt der ausgehenden Wirtschaftswunderzeit. Von der braunen Fanta-Flasche über die Luftschutzsirenen, die damals noch zur Übung heulten, stimmt jedes Detail. Link ist wie Kerkeling Jahrgang 1964, der Krieg lag da noch keine zwanzig Jahre zurück. Das Drehbuch deutet die Wunden des Krieges an, den Zwangsoptimismus der Überlebenden, den Preis des flotten Wiederaufbaus. Hans-Peters Vater ist etwa viel zu oft bei der Arbeit. Auch an dem Abend, an dem sie sich das Leben nimmt, ist die Mutter allein. Zu Hans-Peter sagt sie, er dürfe so lange fernsehen, wie er wolle. Der ahnt, dass etwas nicht stimmt, hält aber durch bis zum Schluss der Sendung. Danach sitzt er stundenlang wie erstarrt neben der Sterbenden im Bett. Wie kann ein Kind nach einer solchen Erfahrung weiterleben? Eine Antwort liegt in der Familie, deren Mitglieder Caroline Link liebevoll porträtiert. So diskret sie die Erkrankung der Mutter schildert, so ausführlich die lustigen und behüteten Momente dieser Kindheit. Es sind filmische Miniaturen des heiter-resignativen „Trotzdem“.

      

10. Mrz 2019
Kino

Rosa Luxemburg

  • Die behutsame und gefühlsstarke Frauenbiografie legt das Augenmerk weniger auf historische Vollständigkeit, nähert sich vielmehr in erster Linie den persönlichen inneren Beweggründen politischen Handelns. Einfühlsam in Inszenierung, Spiel und Fotografie überzeugt der Film inhaltlich als Besinnung auf Zivilcourage, unbestechliche politische Moral sowie auf den Mut zu utopischem Denken. Gleichzeitig zeichnet der Film ein eindringliches Bild von der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation der Wilhelminischen Ära. Mit Barbara Sukowa als Rosa Luxemburg und Otto Sander als Karl Liebknecht ist der Autorin und Regisseurin Margarethe von Trotta 1986 ein großer Film gelungen, den man unbedingt gesehen haben muss und immer wieder sehen sollte.(Deutscher Filmpreis in Gold für den besten Spielfilm, Filmpreis in Gold für Barbara Sukowa als beste Hauptdarstellerin!)

      

10. Mrz 2019
Kino

Gegen den Strom

  • Nach außen ist Halla eine patente, liebenswürdige Frau in den besten Endvierziger- Jahren, die allein lebt und als Chorleiterin arbeitet. Doch der Eindruck täuscht, denn sie führt ein geheimes Doppelleben. In ihrer Freizeit ist sie eine Umweltaktivistin, die einsam, mutig und zielstrebig die isländischen Berge durchstreift, um Stromleitungen zu zerstören. Der Grund: Sie will die Natur retten, indem sie gemeinsame Machenschaften von Politik und Wirtschaft bekämpft und dafür sorgt, dass der Verkauf der isländischen Aluminiumindustrie nach China gestoppt wird. Auch wenn sie sich vieler Sympathien in der Bevölkerung sicher sein darf – die Obrigkeit betrachtet sie als Bedrohung. Nach vielen Jahren der Wartezeit erfährt sie, dass sie ein Kind aus der Ukraine adoptieren kann. Das verstärkt ihre Aktivitäten: Sie veröffentlicht ein Manifest und riskiert immer mehr. Ihre Anschläge werden gefährlicher. Neben der lokalen Polizei setzen sich auch Geheimdienste auf ihre Spur. Aber sie bleibt unbeirrt und will mit allen Mitteln „den Krieg auf Mutter Erde stoppen“. Spannung und Action, wunderschöne Bilder aus der isländischen Bergwelt, eine Erzählweise, die bei aller Rasanz eine gewisse Gelassenheit behält, machen den Film zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Dazu eine ganz wunderbare Hauptdarstellerin, die als weiblicher Robin Hood die Wildnis durchstreift und für das Gute kämpft. Willkommen in Island!

       

9. Mrz 2019
Theater

Der zerbrochene Krug

  • In einem Dorf bei Utrecht am frühen Morgen: Gerichtsschreiber Licht will Dorfrichter Adam vor dem Eintreffen des Gerichtsrates Walter, bekannt für sein hartes Durchgreifen, warnen. Adam hat eine schlimme Nacht hinter sich. Er tischt Licht eine absurde Geschichte als Erklärung für seinen Zustand und seine Verletzungen auf. Zu allem Übel muss er beim Eintreffen Walters auch noch das Verschwinden seiner Gerichtsperücke feststellen. Es beginnt ein Gerichtstag, an dem sich Adam immer tiefer in unglaubwürdige Lügen verstrickt. Die Verhandlung dreht sich scheinbar um eine Lappalie: Den zerbrochenen Krug der Marthe Rull. Doch es geht um mehr. Eine Verlobung steht auf dem Spiel, die Ehre der jungen Eve ist lädiert, ein nächtliches Gefecht muss entwirrt werden, und die Fußspuren des Teufels wurden entdeckt. Für Dorfrichter Adam wird es eng. Die Anwesenheit des Gerichtsrates macht es ihm unmöglich, den Schuldigen zu bestimmen, ohne dabei selbst in die Schusslinie zu geraten.

    Eine handfeste Komödie voller Sprachwitz und bäuerlicher Derbheit. Ein Kampf um Ehre und Gewissen gegenüber einem trickreichen und lügnerischen Amtsinhaber, der sich einfallsreich bemüht, die Dinge anders erscheinen zu lassen, als sie sind.

    Den Dorfrichter Adam spielt Teo Vadersen, der schon mit seiner Darstellung des Schlomo Herlzs in „Mein Kampf“ das Landsberger Publikum überzeugte.

     

Schauspiel
Teo Vadersen, Andreas Hueck, Thomas Mai, Gundi Anna Schick, Sylvia Rentmeister, Clara Schoeller, Jörg Vogel, Johanna Lesch
Regie
Andreas Hueck
6. Mrz 2019
Tanztheater

Different

  • In dem für 9 Tänzerinnen choreographierten Stück „Different“ enthüllt Olga Pona die Persönlichkeit jeder einzelnen Tänzerin. Die Arbeit in einer Company fordert oft synchrone Bewegungen mit ähnlichen Körpern; eben gerade diese Eigenschaften werden als der wahre Wert gesehen, als Multiplikation eindimensionaler Schönheit. In Wahrheit sind die Tänzerinnen aber doch alle verschieden, jede hat ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen. Die meisten Tänzerinnen des Chelyabinsk CDT wuchsen in Chelyabinsk auf, studierten und lebten dort ihr ganzes Leben. Einige sind Mitglieder der Company seit vielen Jahren.

    Als Olga Pona mit der Umsetzung der Idee zu diesem Stück begann, fragte sie alle ihre 9 weiblichen Tänzer, was es für sie bedeute, Tänzerin zu sein. Sie antworteten, dass für jede von ihnen das Tanzen an sich und das Tanzen in der Company ihr Leben verändert hätte und keine könnte sich ein Leben ohne Tanz vorstellen. Tanz nicht nur als eine Kunst, sondern als eine Notwendigkeit. Olga Pona nahm sich der Geschichten an und schrieb zu jeder einen Text. „Different“ zeigt die Tänzerinnen mit all ihren fortgeschrittenen, physischen Fähigkeiten, aber gleichzeitig sagen sie uns, wer sie sind, sprechen über ihre Ängste, ihre Hoffnungen, aber vor allem darüber, was es bedeutet, Tänzerin zu sein. Olga Pona: „Tanz ist die Überführung vom Gegenständlichen ins Abstrakte. Tanz formte meinen Körper und Geist, genauso wie meine Sinneswahrnehmung, meine Motivationen und Handlungen. Was ist Tanz für mich? Die Suche nach sich selbst mit der Absicht, über sich hinauszuwachsen. Dies sind Beispiele dafür, wie Gedanken der Tänzer durch die Vorstellung leiten. Sie sind Türöffner zu einer Art Kreativlabor, und zeigen den Prozess der Entstehung von Bewegungen vor Publikum und erzählen ihre eigene Geschichte davon, was es für jede von ihnen bedeutet, Tänzer zu sein.“

    Die während der Vorstellung gesprochenen russischen Texte werden übersetzt projiziert.  

Tanz
Svetlana Lvova, Elena Prishvitsyna, Tatiana Lumpova, Maria Abramova, Tatiana Kritskaia, Tatiana Sushchenko, Kristina Leonova, Svetlana Novikova, Maria Khudorozhkova
Choreografie
Olga Pona in Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen
Musik
Sound Collage, Hanno, Arnalds, Takamasa
4. Mrz 2019
Kino

25 km/h

  • Dass Jungs im Vergleich zu Mädchen leicht entwicklungsverzögert durchs Leben stolpern, ist wissenschaftlich bewiesen. Dass dieser Zustand oft bis ins hohe Erwachsenenalter anhält, kann man regelmäßig in Filmen besichtigen – dort wimmelt es vor lüsternen Egomonstern, Null-Checkern oder Fettnäpfchen-Tretern. In gleich zweifacher Ausfertigung kriegt man diese Spezies Mann in “25 km/h“ präsentiert, was furchtbar kling, es aber überhaupt nicht ist. Denn diese Tragikomödie vereint so viel Herz und Humor, wie man es nur selten im deutschen Unterhaltungskino zu sehen bekommt, zumal präsentiert sie mit Lars Eidinger und Bjarne Mädel in den Hauptrollen ein echtes Dream-Team. Die beiden spielen zwei Brüder, die sich nach Jahrzehnten auf der Beerdigung ihres Vaters wiedersehen. Während der eine in die Welt hinauszog und Karriere machte, blieb der andere im Heimatort und wurde Tischler. Als Teenager träumten sie von einer Tour durch Deutschland, sie wollten Frauen flachlegen, schlafende Kühe auf der Weide umschmeißen und in die Ostsee pinkeln. Ein klarer Fall von Entwicklungsverzögerung, doch jetzt haben die Mittvierziger das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Also schwingen sie sich auf ihre alten Mofas und knattern mit 25 Stundenkilometern los…

       

1. Mrz 2019
Musik

LaTriviata

  • Erleben Sie live mit, wie eine Oper entsteht und wie lebendig Oper sein kann!

    Seit 2002 bietet das klassisch ausgebildete Ensemble regelmäßig improvisierte Opern. Ein deutschlandweit einzigartiger, musikalischer Spaß auf höchstem Niveau! Vier Sänger und ein Pianist gestalten jeden Abend völlig neu. Ohne jede Berührungsängste stürzen sich die Solisten auf die Vorgaben aus dem Publikum und komponieren, dichten, singen und spielen simultan Arien, Duette, Chöre oder ganze Opern, die komisch, skurril oder auch traurig sein können, aber garantiert nie langweilig, vorhersehbar oder gar geplant sind.

    Wer einmal miterleben durfte, wie vier Sänger die musikalischen Klippen eines aus dem Stegreif komponierten Rache-Quartetts – das in Text und Musik ja erst im Augenblick des Singens entsteht – mit einer Bravour meistern, die manch „normale“ Opernvorstellung vermissen lässt, der wird dem Wagnis Improoper rettungslos verfallen sein.

26. Feb. 2019
Kindertheater

Urmel schlüpft aus dem Ei

  • Auf der schönen Insel Titiwu, bei dem etwas zerstreuten Professor Habakuk Tibatong, leben der junge Tim Tintenklecks, das Hausschwein Wutz, der ewig traurige Seeelefant Seele-Fant, Ping Pinguin und Wawa der Waran. Der Professor hat den Tieren das Sprechen beigebracht, aber bis auf seine Haushälterin Wutz hat jedes Tier einen Sprachfehler. Und so hat er auf Titiwu eine Sprachschule für Tiere gegründet. Eines Tages passiert etwas sehr Aufregendes: Ein grosser Eisberg wird an den Strand gespült, in dem sich ein riesiges Ei verbirgt. „Was ist da bloß drin?“, fragen sich Ping Pinguin und Wawa. Das Urmel ist drin! Und kaum hat es das Licht der Welt erblickt, sorgt es auch schon für mächtig Wirbel bei Professor Tibatong und seinen sprechenden Tieren.

    Ulrich Schulz, das Herz der complizen, ist ein gern gesehener Gast im Stadttheater Landsberg. Zuletzt fesselte dieser außergewöhnliche Figurenspieler mit „Jim Knopf“ unser junges Publikum.

     

Spiel
Ulrich Schulz
26. Feb. 2019
Kino

Le sens de la fête – Das Leben ist ein Fest / Cinéma Français OmU

  • In dieser facettenreichen Komödie wird, von einem Tag zum nächsten, der Ablauf eines glamourösen Hochzeitsfestes in einem Schloss geschildert – jedoch aus Sicht der Heinzelmännchen hinter den Kulissen, des Chefs einer auf Hochzeitsevents spezialisierten Firma. Bandleader James, der sich als cooler Rocker sieht, muss freundliche Senioren und ihre Wünsche nach Schlager-Schnulzen abwimmeln. Der schmierige Hochzeitsfotograf Guy ärgert sich über die zahlreichen Handy-Fotografen. Und der neurotische Literaturlehrer Julien erkennt in der Braut seinen früheren Schwarm. Es ist ein Ensemblefilm in dem die Macken der einzelnen Charaktere nie an schrillen Klamauk verraten werden. Das Fest wird zur Lebensmetapher, zum Hohelied auf die unermüdlichen Wurstler, hin- und hergerissen zwischen Plan und kreativer Abweichung, deren Selbstbild fortwährend von der Realität korrigiert wird. Mit dieser feingetakteten Mischung aus Poesie und Komik, Sarkasmus und Herz, ist dem Regieduo abermals eine tolle Komödie gelungen.

25. Feb. 2019
Kino

Suspiria

  • „Wenn man den Tanz eines anderen tanzt, dann macht man sich zum Abbild des Schöpfers“, stellt die Tanzlehrerin Madame Blanc fest und will das neue Ensemblemitglied damit auf ihre erste Hauptrolle vorbereiten. Susie ist aus Ohio ins geteilte Berlin gekommen, um sich in der renommierten Tanzschule ausbilden zu lassen, an der die berühmte Madame Blanc unterrichtet. Doch sie merkt bald, dass hier etwas nicht stimmt. Ihre spurlos verschwundene Vorgängerin, Albträume und Gerüchte von Hexentreibern machen sie gleichermaßen misstrauisch und neugierig. Nach seiner großartigen und oscarprämierten Romanadaption von „Call Me By Your Name“ hat sich der italienische Regisseur Luca Guadagnino an eine Neuinterpretation des Klassikers „Suspiria“ von Dario Argento gewagt, die Argentos orgiastische Traumlogik und Splatterästhetik bei weitem übersteigt. Er siedelt seinen Film im Deutschen Herbst 1977 an – die Nachrichten berichten von der Entführung Martin Schleyers, der Entführung des Lufthansaflugzeugs „Landshut“ und den Selbstmorden der RAF-Mitglieder in Stammheim. Die Tanzschule steht direkt an der Berliner Mauer. Ein Hexenzirkel leitet die Schule. Guadignino  setzt damit konträre Ideologien und Gesellschaftssysteme miteinander in Spannung und beobachtet die Reibungsflächen. Der sphärische Soundtrack von Radiohead-Frontmann Thom Yorke lässt Psychoanalyse, okkulte Rituale und Tanzperformances zu einem psychedelischen Strudel ineinanderfließen. Man könnte dem Regisseur eine intellektuelle Kopfgeburt vorwerfen, doch verwebt er seinen Überbau geschickt mit den beinahe akrobatischen Körperhorrorszenen, die sich in ihrer nervenzerrenden Langsamkeit tief ins Unterbewusste  brennen.

24. Feb. 2019
Kabarett

Martin Frank

  • Und wieder hat das katholisch-schwarze Sumpfgebiet Niederbayerns einen herrlichen kabarettistischen Querkopf hervor gebracht. Bei Martin Frank, als „Zivi“ an der Seite von Monika Gruber bereits zu größerer Bekanntheit gekommen, hat zunächst wenig auf eine Bühnen-Karriere hingedeutet: auf einem Bauernhof nahe Passau aufgewachsen, absolvierte der 26-Jährige eine sozial unauffällige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Mit 21 kam die Wende: Frank warf den Job beim Standesamt hin und wurde trotz eines massiven Sprachfehlers (bairischer Dialekt) an der Schauspielschule angenommen. 2015 zog er mit seinem ersten Solo-Programm „Alles ein bisschenAnders“ los. Mit großem Erfolg. Zwischen Hamburg und Salzburg räumte Frank so ziemlich alle verfügbaren Kleinkunstpreise für Nachwuchskräfte ab. Das BR Fernsehen bescheinigt ihm das Temperament einer „unbandige Rampsensau“, die Süddeutsche Zeitung „großes Talent“. In Landsberg gastiert Frank auf Einladung der Kleinkunstbühne s´Maximilianeum mit seinem Programm „Es kommt wie es kommt.

21. Feb. 2019
Musik

The Notwist

  • The Notwist – Mit diesem Namen ist einer der international erfolgreichsten deutschen Musikexporte der Gegenwart verbunden. Gegründet Ende der Achtziger Jahre in Weilheim von Markus und Micha Acher, sind The Notwist heute in vielen Ländern Kult. Nach bald 30 Jahren scheint das Interesse größer denn je. Das liegt sicher auch daran, dass die Band über die Jahre eine höchst organische Entwicklung vollzogen hat. Am Anfang eine Gitarrengewitterband à la Dinosaur Jr., spiegelten sich in der Musik schon bald die vielfältigen Interessen der Acherbrüder wieder: Jazz, Krautrock, elektronische Musik ergänzten den immer noch vorhandenen Grundgedanken, gute Songs schreiben zu wollen. Auch die Verbindung mit Visuellem ist ein wichtiger Faktor. Davon zeugen zahlreiche Filmmusiken, die The Notwist komponiert haben. Zusammen mit dem Videokünstler Anton Kaun führten sie 2018 erstmals ein Programm auf, das hauptsächlich aus Instrumental-Musik bestand, die für Filme, Theater und Hörspiele entstanden sind. Ort des Geschehens war kein geringerer Saal als die (ausverkaufte) Kölner Philharmonie. Benannt ist dieses Programm nach ihrem 2015er Album „messier objects“. Nach weiteren Konzerten im Radialsystem Berlin wird Landsberg erst der dritte Ort sein, an dem dieses Programm zu hören und sehen sein wird, Notwist-Hits inklusive.

    Markus und Micha Acher waren schon des Öfteren zu Gast im Stadttheater. Noch nie aber mit The Notwist. Flankierend zu den beiden Konzerten wird es auch Abende mit Neben- oder sagen wir eher Parallelprojekten aus dem Notwistuniversum geben. Das Filmforum zeigt Filme mit Musik der Acherbrüder. Darunter den Spielfilm „Wackersdorf“ von Oliver Haffner. Am Mittwoch, 20.02. stellt Posaunist Mathias Götz seine Band Le Millipede vor. Mit dabei: Markus Acher. Am Samstag, 23.02. eröffnet Notwist-Mitglied Cico Beck den Abend mit seinem Duo Joasihno. Die Notwistwoche beschließen die Hochzeitskapelle & Kama Aina. Zusammen mit den japanischen Musikern stellt die Hochzeitskapelle von Markus & Micha Acher ihre „wayfaring suite“ vor. Auch das wird ein rarer Moment, den man nicht verpassen sollte.

     

Gesang, Gitarre,
Markus Acher
Bass
Micha Acher
Gitarre, Keyboard
Max Ewald
Elektronik, Gitarre, Keyboard
Cico Beck
Vibraphon
Karl Ivar Refseth
Schlagzeug
Andi Haberl
Posaune
Mathias Götz
Visuals
Anton Kaun
20. Feb. 2019
Musik

Le Millipede

  • Le Millipede, das bedeute Tausendfüßler. Posaunist Mathias Götz hat sich seinen eigenen musikalischen Tausendfüßler geschaffen. Musik, die man nicht so schnell einordnen kann. Die Genres scheinen durcheinanderzuwirbeln und trotzdem bewegt sich Le Millipede erstaunlich in sich ruhend durch verschlungenste Wege. Der direkte Weg ist eben nicht immer der interessanteste, Brüche gehören dazu und so ist Le Millipede zwar auch Jazz, aber auch Minimalmusik, Kammermusik, Krautrock oder gar Neoklassik. Vollkommen egal, denn wer zu sehr über Kategorien nachdenkt, verpasst die genialen Momente und den einzigartigen Lauf des Tausendfüßlers. Mathias Götz verstärkt Notwist meist bei Liveauftritten. In Le Millipede trifft man auch auf Notwist-Sänger und Gitarrist Markus Acher an der Perkussion.

     

Synthesizer
Nico Sierig
Synthesizer
Manu Rzytki
Synth. Bass
Constantin John
Schlagzeug
Markus Acher
Posaune, Synthesizer
Mathias Götz
19. Feb. 2019
Kino

On/Off the Record – The Notwist

  • Ein spannender, interessanter und nicht unamüsanter Einblick in die eigenwillige Arbeitsweise der Acher Brüder. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten hat der Dokumentarfilmer Jörg Adolph die Band The Notwist beobachtend begleitet. Sein Film zeigt die vertrauliche Situation der Studioarbeit (off the record), in deren Verlauf komponiert, eingespielt, gehört, bearbeitet, diskutiert, verworfen, ausprobiert und wieder gehört wird. Durch vielschichtige Arrangements werden die Songs bis zum fertigen Album (on the record) in immer neue Richtungen geschraubt. So entsteht abseits von Mainstream und Starallüren eine Musik, die man als Pop mit Widerhaken bezeichnen kann. Der Film zeigt wie Marktmechanismen der Musikindustrie bewusst gegen den Strich gebürstet werden, denn das künstlerische Schaffen steht im Mittelpunkt. Das eigene Tempo bestimmt den Kreativprozess. Ein Lehrstück über die Wichtigkeit der Individualität in der Kunst. Neon Golden verkaufte sich trotzdem hervorragend und gilt heute als eines der wichtigsten Alben des Indierocks überhaupt. Der Zündfunk wählte es gar zum Album des Jahrzehnts!

      

18. Feb. 2019
Kino

Wackersdorf

  • Heutzutage weiß man nur zu gut um die Risiken, die der Bau einer Wiederaufbereitungsanlage von Kernbrennstoffen mit sich bringt. 1985 befand man sich dagegen noch kurz vor dem ersten großen Super-Gau in der Menschheitsgeschichte und hatte die möglichen Folgen eines Atomunglücks massiv unterschätzt. Die bayerische Gemeinde Wackersdorf wurde in genau dieser Zeit zum Sinnbild aufkeimender Beunruhigung, als sich eine ganze Dorfgemeinschaft gegen den Bau eines solchen Betriebsgeländes engagierte und sich nicht zuletzt aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe ein Jahr nach Baubeginn gegen die Pläne durchsetzen konnte…

    Der Film steht am Anfang einer Woche, die ganz den Brüdern Achern und ihren musikalischen Projekten gewidmet ist. Neben einer der erfolgreichsten Indiebands Deutschlands The Notwist pflegen sie zahlreiche Nebenprojekte, u.a. auch Die Hochzeitskapelle, die für den Soundrack zu Wackersdorf verantwortlich ist. Und samstags darauf auch live der Abschluss der Notwist Days sein werden.

     

16. Feb. 2019
Ballett

Tanzgala

  • Im dargebotenen Programm wird für jeden „Tanzgeschmack“ etwas bereitgehalten. So wird im ersten Teil der Klassiker „Der Nussknacker“ als Suite zu sehen sein. Walzer im Stil von Grete Wiesenthal, temperamentvolle Stepp- und Modern-Jazz-Variationen sowie enthusiastische Charaktertanzstücke runden das Programm ab. Mit Choreografien der Schulpädagogen sowie die von special-guests. Ebenso darf mit zusätzlichen Überraschungen gerechnet werden. Die Ballettschule Beatrix Klein bildet seit 30 Jahren Tanzschülerinnen und -schüler in verschiedenen Stilrichtungen und Schwierigkeitsstufen aus. Mit stimmungsvoller Musik, phantasievollen Kostümen und natürlich mit faszinierenden Choreografien lassen die Tänzerinnen und Tänzer die Tanzgala lebendig werden. Exzellent zeigen die Darsteller ihr Können, welches sie im sorgfältigen Unterricht erworben haben.

    Alle Schüler werden nach der Methode der renommierten „Royal Academie of Dance“® unterrichtet und haben dort bereits erfolgreich mehrere Prüfungen abgelegt. Sie freuen sich darauf, ihre Fähigkeiten in dieser Ballettgala zeigen zu dürfen

     

13. Feb. 2019
Theater

Helden zeugen

  • Michaela und Michael sind ein echtes Vorzeige-Paar. Liebevoll, harmonisch und immer einander zugewandt. Beide wünschen sich ein Kind. Aber von alleine will es einfach nicht klappen. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist das, wie beide finden. Und die sie ziemlich verzweifeln lässt. Da klopft der erste Beziehungs-Härtetest an die Tür …

    Simone ist sich gar nicht so sicher, was ihren Kinderwunsch betrifft. Eines weiß sie aber genau: Ihre Mutter will Enkel! Der kleine Haken an der Sache ist, dass Simone gerade der Mann dazu fehlt. Sie findet das super und ist froh, diesen Jammerlappen endlich los zu sein. Aber das weiß ihre Mutter noch nicht und denkt, alles wäre in bester Ordnung …

    Sandro macht sich über all das keine Gedanken. Schafft er auch gar nicht. Sein geistiger Radius reicht gerade bis zur Ladentür. Fürs Haare machen reicht es aber dicke. Dürften seine Kundinnen wählen, würde Sandro definitiv als bestaussehender Friseur der Stadt das Rennen machen. Warum auch immer, findet er es ziemlich cool, sein Sperma zu spenden. Und genau da beginnt sein Problem …

    In der Kinderwunsch-Behandlungspraxis der Doktoren Nussbaum & Wiener, zwei echten Koryphäen auf dem Fertilisations-Sektor, treffen diese vier Menschen aufeinander.

    Jeder mit seinen ganz individuellen Wünschen, Sorgen und Nöten. Und vor allem mit sehr eigenen Vorstellungen vom Kinderkriegen und Kinderhaben.

    John von Düffel schafft es mit komödiantischer Leichtigkeit, die unter diesem gesellschaftlichen Mittelpunkts-Thema lauernden emotionalen Abgründe einfühlsam transparent zu machen. „Helden zeugen“ ist nach „Martinus Luther“ die zweite Zusammenarbeit der Theaterplattform theaterlust mit einem der erfolgreichsten deutschen Theaterautoren.

Regie
Thomas Luft
Schauspiel
Anja Klawun, Deborah Müller, Florian Thunemann, Sebastian Gerasch
Musiker
Anno Kesting, Georg Karger, Leonhard Schilde
11. Feb. 2019
Kino

Shoplifters / Ladendiebe

  • Für die Jury-Präsidentin Cate Blanchett war die Goldene Palme eine klare Sache: „Das war einer der schönsten, ruhigsten, liebenswertesten und emotionalsten Filme in diesem Wettbewerb.“ Wie so oft geht es dem japanischen Meisterregisseur Hirokazu Kore-eda um Familie und gesellschaftliche Außenseiter. Ein Ladendieb und eine Arbeiterin finden nachts  auf der Straße ein vernachlässigtes Mädchen und nehmen es spontan bei sich auf. Kleine Leute mit großem Herzen demonstrieren wie Würde geht und Solidarität – just in jenem Japan, wo gnadenloser Konkurrenzkampf und rigoroser Leistungsdruck das Leben beherrschen. Ein berührendes Lehrstück in Humanismus und Nächstenliebe. Der kleine Clan um den Bauarbeiter Osamu lebt dicht gedrängt im Häuschen von Großmutter Hatsue. Sechs Menschen aus drei Generationen, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind aber bedingungslos zusammenhalten. Vater und Sohn baldowern beim gemeinsamen Ladendiebstahl im Supermarkt geschickt aus, wie die Einkaufsliste lässig für lau abgehakt werden kann. Als raffinierte Mini-Meisterdiebinnen erweisen sich auch die beiden kleinen Mädchen im Angler-Geschäft. Die Erlöse werden die Patchwork-Familie wieder einige Tage über die Runden bringen. Mit großer Fürsorge und Selbstverständlichkeit kümmern sich auch alle um die Kleine, die Osamu und seine Partnerin Nobuyo auf der Straße vor der Kälte gerettet und zu sich nach Hause genommen haben. Die Idylle wird aber bald durch dramatische Ereignisse erheblich ins Wanken gebracht…

     

10. Feb. 2019
Kino

Roma

  • „ROMA“ ist das bisher persönlichste Projekt des Oscar®-prämierten Regisseurs und Drehbuchautors Alfonso Cuarón („Gravity“, „Children of Men“, „Y Tu Mama Tambien – Lust for Life“). Der Film handelt von Cleo, einer jungen Hausangestellten, die für eine Familie in einem mittelständischen Viertel namens Roma in Mexiko-Stadt arbeitet. Basierend auf seiner eigenen Kindheit erschafft Cuarón ein lebendiges und emotionales Werk über häuslichen Streit und soziale Hierarchien inmitten der politischen Unruhen der 1970er Jahre und kreiert damit einen kunstvollen Liebesbrief an die Frauen, die ihn großgezogen haben. Der Film ist auf Netflix und in ausgewählten Kinos verfügbar.

10. Feb. 2019
Kino

Der Klang der Stimme

  • Ein einmaliges Hör- und Seherlebnis. Die Magie, das Faszinosum und die Möglichkeiten der menschlichen Stimme, beziehungsweise die wunderbare transzendentale Erfahrung des Singens. Der leichte, ebenso assoziativ wie sorgfältig arrangierte Film stellt Vertreter der Stimmforschung, Musiker und eine Sprachtherapeutin vor, die aufzeigen, welche unterschiedlichen Zugänge es zur Stimme geben kann, aber auch welche Anstrengungen ihre klangliche Ausformung erfordert. Die Sopranistin Regula Mühlemann, der Klangperformer Andreas Schaerer, die Stimmtherapeutin Miriam Helle und der Stimmforscher Matthias Echternach loten mit Leidenschaft die Grenzen der menschlichen Stimme neu aus – Grenzen, die sehr weit gesteckt sind. Andreas Schaerer experimentiert mit seiner Stimme, um Klänge zu finden, die ihn bei Live-Auftritten verwandeln. Regula Mühlemann sucht den perfekten 360-Grad-Rundum-Klang, der frei im ganzen Raum schwebt. Matthias Echternach forscht mit ausgeklügelten wissenschaftlichen Methoden nach dem Geheimnis der Stimme. Und Miriam Helle begleitet mit unkonventionellen Methoden Menschen auf dem Weg zu ihrer eigenen Stimme. Der Dokumentarfilm fesselt durch seine Genauigkeit und seine dramaturgisch frische Herangehensweise, wobei er nicht vorgibt, die Magie der Stimme gänzlich ausdeuten zu wollen.

      

8. Feb. 2019
Kindertheater

Kinderimproshow

  • Warst du schon mal in einem Theaterstück, bei dem die Schauspieler weder ihre Rolle noch ihren Text kannten? Und kannst du dir eine Aufführung ohne Bühnenbild, Maske und Kostüm vorstellen? Es ist ganz leicht und macht dabei noch Riesenspaß: Mit Deiner Fantasie und Hilfe werden zauberhafte Orte, lustige Figuren und spannende Geschichten zum Leben erweckt. Für die Schauspieler bedeutet das, mit wachen Sinnen Deine Einfälle zu empfangen und sie dann auf der Bühne zu spielen. Erlebe ein einmaliges Theaterstück – denn beim Improtheater werden Deine Ideen auf der Bühne zu einer Show, die Du selbst mitgestaltest. 

4. Feb. 2019
Kino

Cold War

  • Der junge Musiker Wiktor gründet mit seiner Kollegin und Geliebten Irena kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein Konservatorium für traditionelle Volksmusik, um das kulturelle Leben in Polen zu bereichern. Schon bald erkennt die Partei das propagandistische Potenzial der patriotischen Klänge. Wiktor plagen jedoch ganz andere Probleme: bei einem Vorsingen begegnet er der schönen Zula. Sie verfügt nicht nur über ein grandioses Gesangstalent, sondern versteht zudem sehr genau, sich perfekt in Szene zu setzen. Wiktor ist sofort von ihr fasziniert und schrankenlos begeistert. Irena reagiert naturgemäß weitaus skeptischer. Doch sie wird weder die leidenschaftliche Affäre verhindern können, noch dass daraus die große Liebe entsteht. Für ein (vorläufiges) Unhappy End sorgt jedoch die politische Situation. Wiktor will ein Konzert in Ostberlin zur Flucht in den Westen nutzen. Zula willigt ein, doch dann hat sie plötzlich andere Pläne. Jahre später trifft sich das Paar in Paris wieder. Eine wunderbare Liebesgeschichte in Zeiten des Stalinismus. Brillant inszeniert. Großartig gespielt. Der Stoff, aus dem Klassiker gemacht sind. Und Publikumslieblinge. Und Oscar-Kandidaten. Alles auf höchstem Niveau!

27. Jan. 2019
Kino

Snowdance Independent Film Festival

  • Auch 2020 wird Landsberg wieder einer der weltweiten Brennpunkte für die Macher und Freunde des unabhängig produzierten Films sein. Das Snowdance Independent Filmfestival lädt vom 25.Jan. bis 02.Feb zu nonkonformen Filmgenuss ein. Neben den Machern und Schauspielern der etwa 50 ausgewählten Filme werden sich ausgewählte Musik-Acts, Prominente und hoffentlich wieder viel Publikum bei den etwa ein Dutzend Sonderveranstaltungen des Festivals begegnen und austauschen. Come and have a look!

    Das Snowdance Independent Film Festival wird gefördert und unterstützt von der Stadt Landsberg am Lech. 

27. Jan. 2019
Konzert

Ludwig Seuss Band

  • Nach der fulminanten Premiere im Januar 2018, als die Kleinkunstbühne Landsberg im Rahmen des Snowdance Independent Filmfestival erstmals ein Rockkonzert mit Nick Woodland durchführte, legt s´Maximilianeum heuer nach und holt mit Ludwig Seuss einen der profiliertesten deutschen Rhythm & Blues-Musiker ins Foyer des Stadttheaters. Seuss ist seit 1987 der Mann an den Keyboards bei der Spider Murphy Gang. Darüber hinaus widmet er sich in seiner Solo-Karriere seiner Leidenschaft für Cajun und Zydeco. Er gilt als einer der versiertesten Organisten der Republik und als einer der besten Zydeco-Akkordeonisten und -Komponisten östlich des Mississippis – LUDWIG SEUSS spielt schon lange in der ersten Groove-Liga. In Landsberg tritt Seuss mit einer fünfköpfigen, hochkarätig besetzten Band auf. Der musikalische Schwerpunkt des Abends liegt auf Rock und Blues.

26. Jan. 2019
Kino

Snowdance Independent Film Festival

  • Auch 2020 wird Landsberg wieder einer der weltweiten Brennpunkte für die Macher und Freunde des unabhängig produzierten Films sein. Das Snowdance Independent Filmfestival lädt vom 25.Jan. bis 02.Feb zu nonkonformen Filmgenuss ein. Neben den Machern und Schauspielern der etwa 50 ausgewählten Filme werden sich ausgewählte Musik-Acts, Prominente und hoffentlich wieder viel Publikum bei den etwa ein Dutzend Sonderveranstaltungen des Festivals begegnen und austauschen. Come and have a look!Das Snowdance Independent Film Festival wird gefördert und unterstützt von der Stadt Landsberg am Lech. 

23. Jan. 2019
Kino

Der Affront

  • Der libanesische Regisseur Ziad Doueiri bringt in seinem neuen Film das schwierige Erbe des Libanonkriegs in einem Gerichtsthriller auf den Punkt. „Scharon hätte euch alle auslöschen sollen!“ – Mit wutverzerrtem Gesicht brüllt der libanesische Automechaniker Toni diese sechs Worte, für die der palästinensische Vorarbeiter Yasser ihm mit einem heftigen Schlag zwei Rippen bricht. Es ist die zweite Eskalationsstufe eines Streits in der libanesischen Hauptstadt Beirut, bei dem aus jener sprichwörtlichen Mücke eine ganze Elefantenherde zu werden droht. Auslöser des Streits: Ein kaputtes Abflussrohr an Tonis Balkon, das Yasser eigenmächtig repariert, nachdem Schmutzwasser auf ihn herabgetropft ist. Der cholerische Wohnungsbesitzer schlägt die Konstruktion mit Inbrunst klein, worauf Yasser ihn als Scheißkerl beschimpft. “Was du gesagt hast, ist unakzeptabel. So fangen Kriege an“ bekommt Toni von seinem Vater zu hören. Und: „Das gesprochene Wort kann durch die richtige explosive Mischung die Durchschlagskraft einer Bombe entwickeln.“ Die Mischung in DER AFFRONT ist mehr als explosiv. Der Streit zwischen den beiden von vornherein ein Stellvertreterkonflikt: stellvertretend dafür, dass der libanesische Christ Toni aus ganz eigenen Gründen palästinensische Flüchtlinge wie Yasser hasst, stellvertretend auch für die möglichen Folgen einer nie aufgearbeiteten historischen Grausamkeit. Der Streit eskaliert und landet vor Gericht. Während die Anwälte streiten, während sich allmählich die Medien einmischen, während am Ende rechte Libanesen und palästinensische Flüchtlinge auf der Straße randalieren wird aus dem Film mehr als eine spannende Parabel über Ursache und Wirkung oder über die Auswüchse männlicher Egos – der Film zeigt die Traumata eines Landes und seiner Bewohner, die aus der Vergangenheit heraus bis in die Gegenwart wirken.

       

22. Jan. 2019
Kino

Nach einer wahren Geschichte

  • Bedrängnis und Zweifel an der Wirklichkeit stehen im Hintergrund der Geschichte um eine Erfolgsautorin mit Schreibhemmung. Ironischer könnte der Titel NACH EINER WAHREN GESCHICHTE kaum sein. Denn um Wahrheit und deren Wahrnehmung geht es in diesem Film, darum, was sein kann und was sein muss. Und in der Folge natürlich auch um die Wahrheit der Kunst, des Films. Die Erfolgsautorin Delphine trifft auf einer Signierstunde auf eine schöne junge Frau, die ihr selbst nicht unähnlich sieht und sich Elle nennt. Elle ist alleinstehend, arbeitet als Ghostwriterin und wird für Delphine dadurch in jeder Hinsicht eine Projektionsfläche. Als sich beide auf einer Party wiedertreffen, freunden sie sich an. Elle lädt Delphine zu ihrem Geburtstag ein – wo sie der einzige Gast am übervollen Buffet ist. Alle anderen Gäste hätten abgesagt, behauptet Elle. Das Mysteriöse, das man aus vielen früheren Polański-Filmen wie “Der Mieter“ oder “Rosemaries Baby“ kennt, stellt sich sofort ein, unterschwellig und atmosphärisch. Man weiß nicht genau, was wirklich passiert. Wahrheit und Wahrscheinlichkeit werden austauschbar. Für Delphine, die seit dem Erfolgsroman über ihre Mutter unter einer Schreibhemmung leidet, wird diese grotesk verzerrte Geschichte zur neuen Inspiration. Ihr Text erhebt sich metaphorisch über die Autorin. Der Prozess der Verwandlung von Wirklichkeit in Kunst ist nicht nur unumkehrbar, er ist auch immer ein künstlerischer. Mit den beiden großartigen Darstellerinnen ist Roman Polanski eine eindringliche, intensive Verfilmung der Romanvorlage gelungen.

       

21. Jan. 2019
Kino

Touch me not

  • Wollte man TOUCH ME NOT  auf eine narrative Handlung reduzieren, würde sich das ungefähr so lesen: Laura kann sich nicht berühren lassen. Sie schreckt zurück, wenn jemand sie anfasst oder ihre Hand ergreift. Sie sucht einen Therapeuten auf, bestellt sich einen Callboy, doch ihr Körper bleibt ein Panzer. In losen Szenenfolgen werden weitere Menschen auf der Suche nach Intimität begleitet. Christian, der mit vielen körperlichen Einschränkungen leben muss, spricht unbefangen von seinen Vorlieben, Abneigungen und über sein Liebesleben mit der langjährigen Freundin. Das Paar besucht einen Workshop für Körperwahrnehmung. Menschen jeden Alters mit und ohne Behinderung nehmen daran teil. So auch Tómas, der mit seinem kahlen Kopf seltsam verletzt wirkt und die verschiedenen Formen seines Begehrens erst noch finden und akzeptieren muss. Eine laborartige Atmosphäre und kühle Bilder helfen dem Zuschauer, sich von vorgefassten Meinungen und Vorstellungen von Intimität zu befreien. Der Film begibt sich auf eine emotionale Expedition, um die verschiedenen Facetten von Sexualität jenseits aller Tabus auszuleuchten. Dabei entwickelt jede Szene, unabhängig davon, ob die Situation gespielt oder dokumentarisch ist, ihre eigene Wahrhaftigkeit. Völlig überraschen wurde Adina Pintilies erster Langfilm bei der Berlinale 2018 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, eine Auszeichnung der Jury um Tom Tykwer, die teils mit Begeisterung, teils mit Unverständnis bewertet wurde. Er zielt auf ein Publikum, das Zumutungen aushält, wie sie beispielsweise die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović bereithält. Eine Herausforderung, die anzunehmen sich lohnt.

        

16. Jan. 2019
Kino

Bohemian Rhapsody

  • „Im Kino gewesen. Geweint.“ Franz Kafkas lakonische Tagebucheintragung (inzwischen zu Tode zitiert) verrät allerdings nicht, was genau den Schriftsteller so sehr rührte. Tränen fließen oft im Kino oftmals aufgrund von trivialen Motiven, deren Tiefe sich erst in dem forschenden Nachdenken erschließt. So ergeht es einem auch in „Bohemian Rhapsody“, dem Biopic über den „Queen“-Sänger Freddie Mercury. Der Film ist mitreißend, witzig und visuell ansprechend. Die Kostüme und die Ausstattung sind eine Augenweide. Trotz zweieinviertel Stunden Länge erscheint die wundervolle Zeitreise in die Popwelt der 80er Jahre absolut kurzweilig. Woraus bezieht der Film vor allem seine emotionale Kraft? Es ist die Musik! In dem fast ausschließlich aus Original-Aufnahmen bestehenden Soundtrack befinden sich die meisten der größten Hits von „Queen“, einschließlich aller elf Songs, die Platz eins der Charts erreicht hatten. Auch wenn es zunächst  wie eine unmögliche Aufgabe klingt, Leben und Karriere des Ausnahmekünstlers Freddie Mercury auf gut zwei Kinostunden zu beschränken: es ist in jeder Weise gelungen. Der Schauspieler Rami Malek meistert die schwierige Gratwanderung zwischen künstlerischem Genie und spleenigem Sonderling dabei bis zur Perfektion. Der Mythos des Sängers und Performers Freddie Mercury wird als gefühltes Evangelium beschworen. So endet seine Geschichte nicht mit seinem Tod im Jahr 1991, sondern 1985 mit dem legendären „Live Aid“-Konzert im Wembley-Stadion. Der von der Musikpresse als bester Liveauftritt aller Zeiten umjubelte Gig wird im Film akribisch nachgestellt – als Popgottesdienst. Im Kino gewesen. Geweint.

      

2. Feb. 2019
Kino

Snowdance Independent Film Festival

  • Die Verleihung der Preise für die besten Filme und Akteure des Festivals im prächtigen Stadttheater ist
    einer der Höhepunkte des Festivals. Beim anschliessenden „Ball der Filmemacher“ treffen Schauspieler,
    Autoren, Regisseure, Produzenten und Publikum aufeinander und feiern. Special Guests sind u.a. die
    Schauspieler Ulrike Folkerts, Max Tidof, Götz Otto, Ursula Karven, Heinz Hoenig u.v.a
27. Jan. 2019
Kino

Snowdance Independent Film Festival

  • Das Snowdance Independent Film Festival ist das national und international angesehenste neue Festival in Deutschland. Es zeigt vor allem Produktionen, die mit wenig oder keiner staatlichen Förderung produziert wurden. Außerdem liebt Snowdance Filme, die nicht vom Einfluss der Fernsehstationen oder großen Studios dominiert werden. Snowdance versteht sich als das deutsche Festival für unabhängige, frei denkende Filmemacher. So wird dieses Festival von engagierten Filmschaffenden für engagierte Filmschaffende und deren Publikum gemacht. Snowdance bietet keinen roten Teppich oder eine VIP-Ecke. Es ist ein Treffpunkt und ein Schmelztiegel für Schauspieler, Regisseure, Produzenten und alle, die sich für Film und für das Filmemachen interessieren.Special Guests sind dieses Jahr: Ulrike Folkerts, Meret Becker, Heinz Hoenig, Götz Otto, Max Tidof, Valerie Niehaus und Ursula Karven.Das Snowdance Independent Film Festival wird gefördert und unterstützt von der Stadt Landsberg am Lech.Das Programm finden Sie unter Snowdance.net

15. Jan. 2019
Kino

Leto (Sommer)

  • Sommer zu Beginn der 80er Jahre: Willkommen im Leningrader Rock Club, dem Mekka der damaligen russischen Underground-Rockszene. In Kirill Serebrennikows Musikfilm wird der Club zur architektonischen Manifestation eines Russlands kurz vor der Perestroika, in dem es mit künstlerischer und persönlicher Freiheit nicht gut bestellt ist. Der Anfang ist reine Energie, eine unterdrückte, gewaltige, potenziell systemgefährdende Kraft. Noch sitzen die Jungen und Mädchen wie festgeschraubt auf ihren Stühlen, aber ihre Augen sind Glühwürmchen, die Knie vibrieren, in letzter Sekunde dringen Bewunderinnen durchs Fenster. „Schlimm!“, schimpfen die Aufpasser, „diese Kakerlaken!“ Man ahnt: Der Applaus am Ende wird erzwungen brav dahinplätschern, als hätten Mike Naumenko und seine Band „Zoopark“ zur Balalaika gesungen und nicht einen Song namens „Blajad“, was mit „Schlampe“ eher kinderfreundlich übersetzt ist. Etwas liegt in der Luft, vielleicht kein Aufruhr, aber etwas Unbezähmbares, Niedagewesenes. Die Erinnerung daran hat der Regisseur in eine der schönsten Liebeserklärungen an die Macht der Musik verwandelt. LETO ist vieles: Musikerbiografie, Videoclip, aber vor allem eine fast zeitlose Dreiecksgeschichte. Der Rockstar Mike ist mit Natascha verheiratet, als an einem trägen, verspielten und selbstverständlich leicht besoffenen Tag am Strand Wiktor Zoi auftaucht. Er spielt ein Lied, Mike steuert eine Idee bei, so werden zwei Entwicklungen in Gang gesetzt: Die beiden Musiker werden Freunde. Und Natascha verliebt sich in Wiktor. Wird die Liebe über die Kunst siegen? Musik ist in Serebrennikows Film der ultimative Katalysator. Die Lieder der Rocker strotzen vor Rotzigkeit und Anti-Establishment. Zwischendurch entlädt sich die gewollte (musikalische) Revolution in knalligen Videos zu Songs von den Talking Heads, Lou Reed, Iggy Pop. Die Botschaft ist eindeutig: Man muss heute überall die Sau rauslassen dürfen! LETO ist ein bild- und musikgewaltiges Plädoyer dafür.

    Der Regisseur Kirril Serebrennikow wurde während der finalen Dreharbeiten festgenommen und durfte an der Weltpremiere in Cannes im Mai nicht persönlich teilnehmen. 

14. Jan. 2019
Kino

Shut up and play the Piano

  • Man muss nicht mal mehr Klassik-Fans erklären, wer dieser Chilly Gonzales ist. Der einstige kanadische College-Rocker und Berliner Punk-Rapper tritt längst vor ausverkauften Rängen in den Philharmonien der Welt auf – in Bademantel und Pantoffeln, schwitzend und wie ein Schimpanse aufs Klavier einhauend. Er spielt mit dem Wiener Radio Symphony Orchestra und hat durch „Solo Piano“-Platten und seine Musikschule „Gonzervatory“ Tausende ehemalige Klavierschüler zurück ans Instrument gebracht. Wie der als Jason Beck geborene Lümmel mit den großen Händen und der großen Nase und dem noch größeren Ego zum Muhammad Ali der Musik, zum selbsternannten „Musical Genius“ wurde, erzählt endlich der launige wie laute Film. Dem Regisseur Philipp Jedicke hat er für diesen Film jeden Einblick ins Private verweigert – aber ihm zwei Kisten Privatvideos seines Schaffens geöffnet. Überrumpelnde Rap-Performances in Torontoer oder Berliner Clubs zusammen mit seinen Kumpanninnen Mocky, Peaches und Feist sind zu sehen. Wie auch eine Pressekonferenz in Berlin, bei der er im rosa Anzug sein Manifest sein Manifest als „Underground President“ verkündet und nach einer Reporterfrage völlig austickt. Alles rinnt zusammen wie der Schweiß von der Stirn mit dem Blut an den Händen beim Klavierspielen. Alles Hohe Kunst.

       

11. Jan. 2019
Theater

4Min 12Sek – Social Media und echtes Leben?

  • Was zeigen Bilder? Diese Frage hat sich durch die Jahrhunderte vielen Betrachtern gestellt. Kann man glauben, was man sieht? Und ist, was man sieht, die Wahrheit? Ist das Medium Film als Augenzeuge nicht über alle Echtheitszweifel erhaben? Wie vergesslich ist die digitale Welt tatsächlich und was lässt sie sich vorgaukeln? Gibt es eine einzige Wahrheit und wenn ja, welche Konsequenzen zieht sie nach sich? Und falls nein, was folgt daraus?

    James Fritz sorgte bereits mit seinem ersten Stück für Furore: 2013 gewann „4Min 12Sek“ beim Verity Bargate Award des Soho Theatre den zweiten Preis, der Guardian bezeichnete es als erschreckend komisches Drama über das digitale Zeitalter und der Autor selbst erhielt 2015 beim Critics Circle Theatre Award die Auszeichnung in der Kategorie vielversprechendster Autor. Auch die deutsche Uraufführung am Landestheater Schwaben im Januar 2017 wurde begeistert aufgenommen. In der Januarinszenierung der landsberger bühne e. V. stellen sich nun Diedke Moser, Thomas Bauer, Ann Machacek und Jonas Echterbruch unter der Regie von Sabine Kittel und in einem Bühnenbild von Martin Paulus den Fragen, die die digitale Welt aufwirft. Antworten darauf und auf weitere Fragen darf jeder für sich selbst finden.

     

5. Jan. 2019
Konzert

Neujahrskonzert 2019

  • Nach dem großen Erfolg der beiden Neujahrskonzerte 2018 freuen wir uns, auch 2019 den traditionellen musikalischen Jahresbeginn gleich zweimal anbieten zu können: als klassische Neujahrsmatinée am Sonntag, den 06. Januar um 11:00 Uhr und am Vorabend, Samstag, den 05. Januar als festliches Neujahrskonzert um 19:00 Uhr. Man kann sicher sein, dass das Ensemble der „Landsberger Salonmusik“ um Julian Johannes, Franz Lichtenstern und Toyomi Suzuki (Leitung und Solovioline) wieder ein wunderbares und abwechslungsreiches Programm mit dem bewährten Mix aus Bekanntem, Beliebten und der ein oder anderen Überraschung überlegt hat. Natürlich wieder mit dabei ist Herbert Hanko, der gewohnt charmant durch das Programm führen wird.

Moderation
Herbert Hanko
23. Dez. 2018
Kabarett

s´ Weihnachtsbrettl

  • Was wäre der 4. Advent und die Einstimmung aufs Weihnachtsfest ohne unseren Klassiker, dem Weihnachtsbrettl. Bei Kerzenschein, dem original Orangenpunsch und Plätzchen werden wir wieder genau den Nerv dessen treffen, was den besonderen Charme des Weihnachtsbrettl ausmacht – besinnlich, aber bitte mit Witz – und das genau einen Tag vor dem Feste.Die Dreieckmusi wurde 2014 gegründet. Der Name steht für das Dreieck der Orte Epfach, Reichling und Apfeldorf im Lechrain, aus welchen die Dreieckmusikanten stammen. Die Stücke reichen von traditioneller bis zur neuen alpenländlischen Volksmusik. Darunter finden sich viele Stücke von Herbert Pixner, welche auch die Art der Eigenkompositionen beeinflussen.Maria Schweiger, geboren 1958, wohnt in Epfach am Lech und ist dort auch aufgewachsen. Lebt mit ihrem Mann und den drei Kindern sehr gerne in dem kleinen Dorf mit der großen geschichtlichen Vergangenheit. Sie schreibt gerne im Lechroaner Dialekt. In ihren Gedichten spiegelt sich die ganze Breite des Lebens wieder, von Heiterem und Humorvollem bis hin zu ihren Gedanken über Gott und die Welt.Daneben ist sie auch Autorin zahlreicher Theaterstücke. Für das Festspiel Feuer und Flamme – Bauernaufstand anno 1525 anläßlich des 100-Jährigen des Lechgaues 2008 hat sie nicht nur die Vorlage aus dem Jahre 1912 komplett neu erarbeitet, sondern fungierte auch als Spielleiterin bei den Aufführungen in Schongau

17. Dez. 2018
Kindertheater

Die Bremer Stadtmusikanten

  • Geschlagen! Gefeuert! Zu alt! Dieses gemeinsame Schicksal verbindet Esel, Hund, Katze und Hahn. Aber sie haben Träume und einen Plan, denn: Etwas Besseres als den Tod finden wir allemal“. So machen sie sich zusammen auf den Weg nach Bremen. Jedes Tier spricht eine andere Sprache. Das  Kennenlernen wird so besonders lustig. Auf der Reise bemerken sie wie musikalisch sie sind und gründen eine Band. Zwar kommen sie nicht dort an wo sie hin wollten, haben aber das Beste überhaupt gefunden – nämlich Freunde.

    Ein buntes Gemisch aus verschiedenen Sprachen, Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch, lässt erleben, wie bunt unsere Welt ist und, dass manche Probleme irgendwie alle betreffen. Während der große Esel natürlich von der Darstellerin selbst gespielt wird, tauchen alle anderen als Puppenfiguren auf. Die Musik kommt auch nicht zu kurz, wie es sich für die Stadtmusikanten gehört. Jede der Figuren hat ihr eigenes musikalisches Erkennungsmerkmal, zusammen gibt das Ganze am Ende dann einen buntgemischten Song. Der freche Spielstil von Rike Schuberty mit ihrem Berliner Temperament schüttelt auch noch den letzten Staub eines klassischen Märchens ab.

        

Konzept und Spiel
Rike Schuberty
Regie
Tilla Kratochwil
Musik
Masha Qrella
16. Dez. 2018
Kino

Mackie Messer -Brechts Dreigroschenfilm

  • Am  31. August 1928 hat “Die Dreigroschenoper“ ihre Premiere in Berlin. Die Proben am Theater am Schiffbauerdamm verlaufen chaotisch. Doch Brecht bleibt cool. Zu Recht: Das Stück wird zum Sensationserfolg, die Lieder zu Gassenhauern, Filmproduzenten klopfen an. Damit fangen die Probleme aber erst richtig an, denn Bertolt Brecht hat völlig andere Vorstellungen vom Kino, das in seinen Augen nicht einfach nur abgefilmtes Theater sein kann.

     

    „Wir zeigen den Film, der nie gemacht wurde, die Rahmenhandlung ist eine Art Making-of dieses Films und zeigt Brechts Kampf mit der Filmindustrie“, sagt Lang, der Filmregisseur. Er bezieht sich auf den sogenannten Dreigroschenprozess, den der Autor 1930 gegen die Filmproduzenten führte um ein Aufführungsverbot erreichen. Die Premiere des Films im Februar 1931 konnte er trotzdem nicht verhindern. Der Regisseur Joachim A. Lang kennt sich mit der Materie bestens aus. Er hat über Brechts episches Theater promoviert, drehte  eine Doku über ihn (Brecht – Die Kunst zu leben) und war acht Jahre lang künstlerischer Leiter des Brechtfestivals in Augsburg. Ein besonderer Coup ist, dass er den Dichter in seiner eigenen Sprache reden lässt. Gestrig wirkt der Film dadurch nicht, im Gegenteil: Mit seiner offenen Form, der künstlerischen Überhöhung und den aktuellen politischen Bezügen holt Joachim A. Lang die Dreigroschenoper ins 21.Jahrhundert. Unbedingt sehenswert!

      

15. Dez. 2018
Konzert

landsberg music school – Jahreskonzert 2018

  • Unter der Leitung von Schulleiter Rainer Kränzlein veranstaltet die landsberg music school ihr Jahreskonzert 2018 im Stadttheater Landsberg. Das Konzert erstreckt sich über den ganzen Tag und beinhaltet drei Programmpunkte:

    Im ersten Teil treten ab 11:00 Uhr Schüler verschiedener Altersgruppen der Instrumental-, Gesangs- und Ensemblefächer im Theatersaal auf. Sie präsentieren Solo und in Ensemblegruppen Stücke aus der Klassik und aus der Populärmusik. Das „lms Akustik Ensemble“, bestehend aus zwei Gitarristen, fünf Violinistinnen, einem E-Bassisten, einem Schlagzeuger, einer Saxophonistin, einer Pianistin und zwei Sängerinnen, spielt den Klassiker „Music“ von John Miles. Eröffnet wird das Konzert von der „lms Percussion Gruppe“.

    Im zweiten Teil präsentieren Schulbands ab 15:00 Uhr im Foyer eigene Songs und Songs bekannter Bands und Künstler. Der Gitarrenschüler Korbi Resch und der Gitarrist Chris Orth präsentieren mit ihrem Ensemble „Mission Maibaum“ eigene Songs mit viel Witz und Spielfreude, gewürzt mit einer Portion Bayerischem Dialekt. Außerdem wird an dem Nachmittag noch eine Newcomer Band auftreten.

    Um 20:00 Uhr beginnt im Foyer der dritte Teil mit dem Abendprogramm „Auf die Bühne!“ mit Gesangsschülern der Klassen von Olga Frey und von Gary Guggomos. Die Künstler werden bei ihrem Auftritt von der Lehrerband der Schule begleitet. Freuen wir uns auf einen musikalisch abwechslungsreichen Abend mit echtem Live Gesang, vorgetragen von motivierten und begabten Nachwuchssängern – ganz authentisch und ohne technische Mogeleien.

    Weitere Informationen zu dem Jahreskonzert und über die Schule: landsbergmusicschool.de

11. Dez. 2018
Literatur

Oh, du schöne Weihnachtszeit

  • Stimmen, die verzaubern  – unter diesem Motto gastiert BR-Moderator und Autor Georg  „Schorsch“ Ried mit seiner unverwechselbaren Stimme als Erzähler im Stadttheater. Geschichten und Gedichte aus seinem neuen Buch – in Vers und Prosa –beleuchten die Vorweihnachtszeit humorvoll und nachdenklich. Gemeinsam mit den Sängerinnen Anna-Magdalena Perwein (Sopran) und Maria Hegele (Mezzo-Sopran)-  beide vom Mozarteum Salzburg –sowie Marlies NeumannHarfenistin der Bayerischen Staatsoper,  erleben Sie ein vielseitiges und wundervolles Programm  – von Tradition bis modern, von Klassik bis Swing!

    Freuen Sie sich auf  unvergessliche weihnachtliche Klänge, Lieder und Worte – mit Stimmen, die verzaubern!

     

Autor & Sprecher
Georg „Schorsch“ Ried
Sopran
Anna-Magdalena Perwein
Mezzo-Sopran
Maria Hegele
Harfe
Marlies Neumann
10. Dez. 2018
Kino

Styx

  • Die 40-jährige Rike ist eine erfolgreiche Notärztin, deren Dienst ihr alles abverlangt. In ihrem seltenen Urlaub möchte sie sich einen lange gehegten Wunsch erfüllen: sie begibt sich alleine mit ihrer Yacht auf einen Törn von Gibraltar nach Ascension  im Südatlantik. Auf der Tour wird sie von einem Containerschiff in ihrer Nähe darüber informiert, dass sie sich auf ihrer Route auf einen starken Sturm mit starkem Regen einstellen muss. Nach dem heftigen nächtlichen Unwetter entdeckt sie in der Nähe ihres Bootes einen havarierten und hoffnungslos überladenen Trawler. Über 100 Menschen sind vom Tod  durch Ertrinken bedroht. Rike versucht das Schiff per Funk zu kontaktieren. Als sie keinerlei Antwort erhält, versucht sie, Rettung zu organisieren. Die alarmierte Küstenwache lässt auf sich warten. Vom Kapitän eines Transportschiffes erhält sie die Mitteilung, dass dessen Reederei jede Beteiligung an der Seenotrettung von Flüchtlingen verboten habe. Die Passagiere des Fischerbootes springen in höchster Not ins Wasser.

    Einen völlig erschöpften Jungen kann sie mit einem Rettungsring aus dem Wasser ziehen und an Bord nehmen. Als er zu Bewusstsein kommt, drängt er Rike zu einer  weiteren  Rettungsaktion. Sie aktiviert den Notfunk und feuert mehrere Signalraketen ab. Die gnadenlose Überlebensgeschichte zeigt gebündelt das Dilemma der westlichen Gesellschaften. Entstanden ist auf diese Weise nicht nur ein unheimlich authentischer Film sondern auch ein tief aufrichtiger. Es findet sich in STYX kein falscher Ton und keine tröstende Lüge.

      

9. Dez. 2018
Theater

Solitudes

  • Nach dem Tod seiner Frau fühlt sich der alte Mann von der Welt unverstanden. Er ist einsam und erfreut sich an kleinen Dingen, für die die Menschen in seinem Umfeld kein Verständnis aufbringen. Sie erkennen die Bedeutung nicht. Doch der alte Mann kämpft entschlossen und mit Würde für seine kleinen Wünsche. Und das hat Konsequenzen für alle Beteiligten.

    Die Darsteller schlüpfen in Solitudes in viele verschiedene Rollen, loten die Dimensionen der Einsamkeit aus. Denn nicht nur der alte Mann vereinsamt. Das Stück macht ohne ein einziges Wort soziale Kälte in der Gesellschaft spürbar. Es gibt keinen Raum mehr für Verlierer, für die Langsamen und Schwachen, für echte Empathie.

    Das baskisch-spanische Maskentheater Kulunka war bereits mit „André & Dorine“ an einem gefeierten Abend zu Gast im Stadttheater. Durch ihr versiertes, technisches Spiel mit allen Möglichkeiten der Maske erzählen die Künstler mehr, als andere Theaterstücke mit Worten zu sagen vermögen. Auch „Solitudes“ wird wieder ein ergreifender Abend werden, den Sie in Erinnerung behalten.

José Dault, Garbiñe Insauti und Edu Cárcamo
Mit
Iñaki Rikarte
Regie
8. Dez. 2018
Tanztheater

Correr o Fado

  • Fado ist die ausdrucksstärkste und repräsentativste musikalische Form traditioneller portugiesischer Kultur.

    Als Vertreter seiner Kultur und seines Landes setzt sich Daniel Cardoso mit eben diesem Thema auseinander und stellt zwei Bilder einander gegenüber: Einerseits den Fado in seiner getragenen, melancholischen und sehnsüchtigen Art, eher langsam wunderschön vorgetragen von Joana Melo, und andererseits zeitgenössische Choreographie, die sich dem Thema Beziehung stellt, in all seiner Ausprägung. Dass diese beiden Bilder zusammengehen und sich am Ende vereinen, ist einer starken Verbindung zu verdanken. Alles ist verbunden: Die Menschen, die Musik, die Landeskultur, allerdings in unterschiedlichen Rhythmen und Tempi. In einer großen Zahl von Bewegungsabläufen, Klängen, Wahrnehmungen und Gefühlen vermitteln uns die Tänzer ihre Kunst extremer Schönheit, unübertroffener Sensibilität mit scheinbarer Leichtigkeit, die unsere Sinne anspricht und das Herz erfüllt. Diese Art entmystifiziert die nostalgische und melancholische Bedeutung, die dem Fado anhängt.

     

Künstlerische Leitung und Choreographie
Daniel Cardoso
Tanz
Daniel Cardoso, Elson Ferreira, Filipe Narciso, Luis Maraquias, Inês Godinho, InêsPedruco, Mathilde Gilhet, Theresa da Silva Cardoso
Gesang
Joana Melo
portugiesische Gitarre
Filipe Rebelo
Gitarre
André Santos
Bassgitarre
Max Ciuro
6. Dez. 2018
Theater

Faust – Der Tragödie erster Teil

  • Alles hat Faust schon versucht: Er hat Bücher gewälzt, Geister beschworen und mit Selbstmordgedanken gespielt. Die Unzulänglichkeit des eigenen Denkens und die Beschränktheit seiner Mitarbeiter bringen ihn zur Verzweiflung. Da kommt der Teufel gerade recht, der verspricht, ihn aus seiner Misere zu erlösen. Faust ist sich sicher, dass auch Mephisto seinen Wissensdurst und seine Erlebnissucht nicht restlos befriedigen kann. Er schließt mit ihm einen Pakt, der verhängnisvoll ist. Denn auf der rücksichtslosen Suche nach Genuss und Lust, nach Selbstverwirklichung und Selbstbefreiung bleiben nicht nur die „kleinen Leute“ auf der Strecke, sondern auch das Heiligste: Die Liebe.

    Die Faust -Tragödie ist einer der großen Versuche, die Welt mit den Mitteln des Theaters zu verstehen. Sie ist Goethes Lebenswerk, in dem er sich über 60 Jahre lang mit unserer Geschichte und Lebensweise auseinandergesetzt hat. Faust ist ein moderner Mensch voller Ungeduld und Ruhelosigkeit, mit einem Riesenhunger nach mehr und immer mehr.

    Christoph Roos, Oberspielleiter des LTT, legt seinen Schwerpunkt auf die Erlebnissucht des modernen Menschen und nutzt einen Kunstgriff in der Verschaltung der Figuration, in seiner sehr auf kleinen Raum konzentrierten Inszenierung mit reduziertem Ensemble: In der „Hexenküche“ tauschen der alte Faust und der junge Mephisto die Rollen. Faust und Mephisto sind zwei Seiten eines Menschen, die untrennbar zusammengehören. Deshalb sollte man sich diesen Faust ansehen.

     

Regie
Christoph Roos
Faust alt / Mephisto alt
Andreas Guglielmetti
Mephisto jung / Faust jung
Jürgen Herold
Margarete
Mattea Cavic
Direktor / Wagner / Hexe / Stimme Böser Geist
Siegfried Kadow
Lustige Person / Erdgeist / Marthe / Stimme Böser Geist
Susanne Weckerle
Dichter / Schüler / Valentin
Daniel Holzberg
27. Feb. 2019
Musik

hailix bLECHle!

  • In liebgewonnener Tradition, jährlich am Vorabend des Lumpigen Donnerstags, starten die mehrfach ausgezeichneten Musiker des Landsberger Blechbläserensembles mit einem wahren Feuerwerk in die Prime Time der fünften Jahreszeit – ein musikalischer und stets frecher Streifzug quer über den Globus: Das Ensemble zeigt sich unter der bewährten Leitung von Hans-Günter Schwanzer im Swing oder in lateinamerikanischen Rhythmen ebenso zu Hause wie bei Rock’n’Roll und klassischer oder traditioneller Blechmusik. Doch letztlich weiß man bei den 18 Blechbläsern sowie ihrem Schlagzeuger mit dem Programm „hailix bLECHle!“ ja nie, was passiert…

     

5. Dez. 2018
Konzert

Bugge Wesseltoft

  • Eine ganze Reihe norwegischer Jazzmusiker war bereits zu Gast im Stadttheater. Der hier fehlte noch: Bugge Wesseltoft, Pianist, Produzent, Mastermind hinter vielen Produktionen aus dem hohen Norden.

    Ganz nebenbei hat er auch eines der erfolgreichsten Jazz-Weihnachtsalben aller Zeiten veröffentlicht: Its Snowing On My Piano läuft jedes Jahr zu Weihnachten in Wohnzimmern auf der ganzen Welt. Wesseltoft improvisierte über weihnachtliche Themen, virtuos und sehr geschmackvoll. Ein kitschbefreites Weihnachten sozusagen und trotzdem kontemplativ und einfach durch und durch schön. Wir hören Titel aus diesem Erfolgsalbum und auch aus dem Nachfolger Everybody Loves Angels.

      

Klavier
Bugge Wesseltoft
4. Dez. 2018
Kino

Pio OmU Cinema Italiano

  • Der 14-jährige Pio ist in einer Roma-Familiengemeinschaft aufgewachsen, die mehrere Wohnblocks in einer italienischen Küstenstadt bewohnt. Pios Vater und sein älterer Bruder sitzen im Gefängnis und so hat Pio für seine Mutter und seine kleineren Geschwister zu sorgen. Dass er noch ein Heranwachsender ist, möchte der Junge nicht einsehen. Immer wieder versucht er, als vollwertiger Mann und ernstzunehmender Versorger der Familie anerkannt zu werden. So gut wie jeder hier wird auch er in illegale Tätigkeiten verwickelt. Zwischen pubertärer Entschlossenheit und kindlicher Verzweiflung begibt sich Pio auf den gefährlicheren Weg in Richtung Erwachsenwerden. Und muss bald feststellen, dass der bedingungslose Zusammenhalt der Familie nicht alles ist. Hin- und hergerissen zwischen moralischer Integrität und familiärer Verpflichtung, zwischen weit entfernten Sehnsüchten und harter Realität wird ihm kein Raum gelassen, auch noch Kind zu sein. Mit neorealistischen Anklängen verschafft sich dieser eindrucksvolle Film Zugang zum sogenannten Rand der Gesellschaft, der für seine Bewohner den Mittelpunkt der Welt darstellt: eine Filmdichtung, die sich mit voller Hingabe ihren Figuren verschreibt.

      

3. Dez. 2018
Kino

Why are we creative?

  • Kreativität ist eine Sucht, sagt Frank Gehry, Yoji Yamamoto stimmt ihm zu. Man kann einfach nicht aufhören. Sonst werde er verrückt, sagt Mel Gibson und Nick Cave beschreibt, wie alle anderen darunter leiden, Freunde, Familie, das gesamte Umfeld. Es ist eine ungeheure Kraft, die Basis der Wissenschaft sagt Stephen Hawking mit seinem Sprachcomputer und, so Quentin Tarantino, eine Gabe Gottes. Kreativität ist besser als Sex, größer als der Mensch und die einzige Möglichkeit, etwas zu verändern. Politiker, so Vivienne Westwood, tun alles, um im Amt zu bleiben. Wenn überhaupt, können nur Diktatoren etwas verändern. Oder die Kunst! Seit Jahrzehnten treibt Hermann Vaske die Frage nach der Kreativität um, die einzige Frage, die sich zu beantworten lohnt. Er hat dazu Dutzende von Künstlern, Wissenschaftlern oder Politikern befragt, hat Antworten bekommen oder ist, wie von Bill Gates, einfach ignoriert worden. Der Film ist jenseits der Chronologie streng komponiert, ja durchdacht. Er selbst ist das Ergebnis eines kreativen Prozesses und beantwortet die Frage, was Kreativität ist, wunderbar. Nicht ohne die andere, die nach dem Warum, schelmisch offen zu lassen. In der Überfülle der prominenten Antworten entsteht ein kleiner Strudel, der bei einem selbst endet: Warum bin ich eigentlich nicht kreativ? Oder vielleicht doch?

      

2. Dez. 2018
Kino

Die Seele der Geige

  • Der Geigenvirtuose Frank Peter Zimmermann vertraut auf Stradivari – der Geigenbauer Martin Schleske glaubt an Weiterentwicklung. Doch beide eint das leidenschaftliche Ringen um Perfektion.

    Seine große Liebe ist aus Holz und über 300 Jahre alt: Die Stradivari „Lady Inchiquin“ ist die Stimme des Star-Geigers Frank Peter Zimmermann. Zwei Jahre lang musste er auf das 6-Millionen-Instrument durch die Insolvenz der Eigentümerin, einer Bank, verzichten. Der Dokumentarfilm begleitet den gefeierten Solisten bei der Wiederannäherung an seine verloren geglaubte Liebe. „Das ist meine Stimme! Jetzt habe ich sie wieder“ sagt Zimmermann, als er die Geige endlich wieder in den Händen hält.

    Wie aber entsteht eine solche Stimme, wie erschafft man den perfekten Klang? Der weltbekannte Geigenbauer Martin Schleske bezeichnet seine Werke als Klangskulptur. Für ihn ist es eine existenzielle Erfahrung, wenn aus einem Baum eine Geige, aus Material schließlich Musik wird. “Es geht darum, dem Musiker mit meinem Instrument seine Stimme zu geben“, beschreibt Schleske seine Berufung.

    Eng miteinander verwoben werden zwei Geschichten vom Suchen und Finden des perfekten Klangs erzählt. Virtuose Konzertszenen, persönliche Interviews und außergewöhnlich nahe Einblicke in das Geigenbau-Atelier zeichnen das Porträt eines Instruments zwischen Mythos und Messbarkeit, zwischen Tradition und Innovation.

    Der international renommierte Geigensolist Ingolf Turban wird im Anschluss an den Film live auf einer Stradivari und einer Schleske-Violine aus den Beethoven Violinsonaten spielen. Abgerundet wird diese besondere Matinee durch ein Gespräch mit dem Regisseur Benedikt Schulte und dem Geigenbaumeister Martin Schleske.L: 52 Min. + ca. 50 Min. Konzert & Gespräch

Violine
Ingolf Turban
Regie
Benedikt Schulte
Schnitt
Eva Hartmann
Produktion
Grete Liffers
2. Dez. 2018
Konzert

Rathauskonzert: Hartmann und Lichtenstern Seite an Seite

  • Ein Rathauskonzert ausser der Reihe und etwas ganz besonderes: die beiden künstlerischen Leiter werden am Sonntag, den 2. Dezember gemeinsam auf der Bühne stehen und den Abend mit ihren Kollegen Tilbert Weigel und Tomoko Nishikawa gestalten.

    Der neue Konzertflügel ist fast in Reichweite, daher haben sich die beiden künstlerischen Leiter Franz Lichtenstern und Christoph Hartmann entschlossen, ein gemeinsames Konzert zu veranstalten und haben dazu ihre Kollegen Tilbert Weigel (Viola) und Tomoko Nishikawa (Klavier) gewinnen können. Tilbert Weigel spielt eine Viola aus der Werkstatt des Landsberger Geigenbaumeisters Martin Schleske. Auf dem Programm des Abends stehen unter anderem Werke von Charles-Marie Widor, Johannes Brahms und August Klughardt.

     

2. Dez. 2018
Konzert

Tord Gustavsen Trio

  • Der norwegische Pianist Tord Gustavsen war schon mehrmals zu Gast im Stadttheater. Zuletzt mit der Sängerin Simin Tander. Nun kehrt er wieder zurück zu seiner ursprünglichen Formation, dem Instrumental-Trio. Neu dabei ist Bassist Sigurd Hole. Die feste Größe bei allen Formationen bleibt Schlagzeuger Jarle Vespestad. Tord Gustavsen steht für eine außergewöhnliche Verbindung des Jazzpianos mit skandinavischem Folk und hymnischen, fast meditativen Melodien. Diese Mischung hat den Begriff des Nordic Blues geprägt. Auf seiner neuen CD sind zudem drei beeindruckende Bearbeitungen von Bach-Chorälen zu hören.

Klavier, Electronics
Tord Gustavsen
Schlagzeug
Jarle Vespestad
Bass
Sigurd Hole
1. Dez. 2018
Theater

Verlorene Liebesmühe

  • Es ist was faul im Staate Navarra? Da braucht es eine neue Ordnung! König Ferdinand ist fest entschlossen, sich drei Jahre nur dem wissenschaftlichen Studium zu widmen – und das  ganz ohne störende Faktoren wie: Freude, Luxus und vor allem Frauen. Er überredet seine Gefährten Biron und Longaville einen Eid abzulegen: Die nächsten drei Jahre zu fasten, zu studieren und auf Frauen zu verzichten. Und das ausgerechnet, als die Prinzessin von Frankreich mit ihren charmanten Hofdamen zu Besuch kommt…

    Für die neue Inszenierung der romantischen Komödie arbeitet die Shakespeare Company Berlin wie gewohnt mit Live-Musik, rasanten Rollenwechseln und ungezähmter Spielfreude. Die poetische Übersetzung von Christian Leonard lässt Shakespeares jahrhundertealten Wortwitz ganz heutig erscheinen und zeigt auf, wie fehlbar und verletzlich wir alle sind, wenn wir uns verlieben.

     

30. Nov. 2018
Konzert

Andrea Pancur

  • Andrea Pancur hat ein neues, musikalisches Genre begründet: Alpen Klezmer. Darin verbindet die Münchener Sängerin jiddische und bayerische Volksmusiktraditionen zu einer spannenden, bisher nie dagewesenen Mischung. Für diese Leistung wurde sie zusammen mit dem herausragenden, lettischen Multi-Instrumentalist Ilya Shneyveys 2014 mit dem Deutschen Weltmusikpreis ausgezeichnet. Wir erleben nun erstmals in Landsberg die Alpenklezmer Band, in der auch Klarinettist Christian Dawid und Bassist Alex Haas mit dabei sind. Diese multinationale Formation hat natürlich auch neuen Alpenklezmer aus ihrem aktuellen Album Zum Meer mit dabei und einige andere Überraschungen.

     

Gesang
Andrea Pancur
Akkordeon, Melodika, Klavier
Ilya Shneyveys
Dawid Klarinette
Christian
Kontrabass
Alex Haas
26. Nov. 2018
Kino

Das schweigende Klassenzimmer

  • Im Mittelpunkt der Handlung steht eine ostdeutsche Abiturklasse, die sich anlässlich des Ungarischen Volksaufstands 1956 im Unterricht zu einer Schweigeminute für die Opfer entscheidet. Die Solidaritätsbekundung hat Reaktionen zur Folge, mit denen weder die Schüler noch ihre Eltern gerechnet haben. Und wo stehen wir heute? Dietrich Garstka, Verfasser der Buchvorlage sagte über den Film, der 2018 den Friedenspreis Deutschen Films erhielt: „Alles treffsicher“!?  

25. Nov. 2018
Kino

Kindeswohl

  • Fiona Maye (Emma Thompson) ist eine renommierte Familienrichterin am Londoner High Court. Sie verhandelt überwiegend besonders heikle Familienangelegenheiten. Mit ihrer Ruhe, ihrer Kompetenz, ihrer Fähigkeit, Argumente sachlich einleuchtend zu gewichten, hat sich die verheiratete, kinderlose Juristin einen Namen gemacht. Ihr intensives, berufliches Engagement belastet aber die Ehe mit ihrem Mann Jack (Stanley Tucci), der als Universitätsprofessor tätig ist. Dank der subtilen Darstellung von Thompson und Tucci wurde aus dem Drama ein sehenswertes Porträt über Gesetz und Religion in einer modernen Gesellschaft.  

23. Nov. 2018
Und mehr

Kulturförderpreis

  • Der Preis konnte seit seiner Einführung bereits über 60mal an Einzelpersonen und Gruppen vergeben werden. Der Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg am Lech wird seit 1997 jährlich vergeben. Mit diesem Preis sollen insbesondere junge Künstlerinnen und Künstler gefördert werden, welche auf den Gebieten der Heimat- und Brauchtumspflege, der Musik, Literatur sowie der bildenden und darstellenden Kunst besonders hervorragende Leistungen erbracht haben.

    Aktuelle Informationen finden Sie unter .landkreis-landsberg.de/kultur-tourismus/kultur/kulturfoerderpreis/

22. Nov. 2018
Theater

Das Ende des Regens

  • Keiner ist frei geboren. Ob wir es begreifen oder nicht, tragen wir doch von Beginn an die Biografien unserer Mütter und Väter, Großmütter und Großväter in uns. Ihre Ängste und Sehnsüchte, Taten und Untaten spiegeln sich in unseren. Den Kindern bleibt diese Wahl: Das von den Eltern aufgeladene Erbe als Last erdulden und dabei deren Fehler wiederholen, oder es als Aufgabe annehmen und darin eine eigene Biografie finden. Kreislauf oder Lebenslauf, Freiheit wird erst möglich, sobald einer den Mut hat, zu vergeben.

    Die Geschichte sucht nach sich selbst, taumelt aus der Zukunft in viele Vergangenheiten, um endlich eine Gegenwart zu finden und springt zwischen den Jahrzehnten. Menschen begegnen sich über Generationen hinweg, die die Zeit auseinander gerissen hatte, und lernen einander zu verstehen.

    Der australische Dramatiker und Drehbuchautor Andrew Bovell (der morgen 56 Jahre alt wird) hat in „Das Ende des Regens“ zwei Familiengeschichten miteinander verknüpft, die insgesamt vier Generationen umspannen. Erzählt wird in nicht chronologischer Reihenfolge. Beginnend in Alice Springs im Jahr 2039 führt uns die Geschichte zurück in ein klaustrophobisches London der 1950er und 1980er Jahre.

       

Vanessa Eckart, Lilly Forgách, James Newton, Hubert Schedlbauer, Thomas Schrimm, Dascha von Waberer, Eli Wasserscheid
Es spielen
Jochen Schölch
Regie
20. Nov. 2018
Kindertheater

Serafin und seine Wundermaschine

  • Serafin arbeitet als Fahrkartenknipser in der U-Bahn. Aber eigentlich ist er ein Träumer und Phantast, vor allem aber ein genialer Erfinder. Am liebsten bastelt und phantasiert er mit seinem besten Freund Plum und dessen Hamster Herkules. Als die beiden eines Tages eine völlig heruntergekommene Villa finden und der Bürgermeister nichts gegen eine Nutzung hat, sind sie überglücklich: Endlich können sie all ihre Ideen verwirklichen und so leben, wie sie es sich vorstellen! Und es wird ein wahrhaftiges Traumhaus, in dem sogar die Bücher lebendig werden. Als die Erwachsenen mit ihren Baumaschinen und Verboten kommen und das Paradies zerstören wollen, gibt es nur einen Ausweg: Ab in den Himmel!

    Serafin ist eine Geschichte von Freiheit. Der Freiheit zu leben, sein Leben selbst zu bestimmen und zu gestalten. Es ist gleichzeitig auch eine sehr moderne Geschichte mit Gedanken der Nachhaltigkeit, in einer Zeit, in der Utopien durch Konsum ersetzt worden sind. In einer vollkommenen Mischung aus Schauspiel, Figurentheater und mechanischem Bühnenbild erschafft die compagnie nik eine neue Form des Theaters, die der traumhaften Geschichte aus Philippe Fixs Buch in nichts nachsteht.

      

Dominik Burki und Niels Klaunick
Es spielen
Veronika Wolff
Regie
19. Nov. 2018
Kino

It must schwing! – The Blue Note story

  • Das Plattenlabel Blue Note zählt zu den bekanntesten Marken der Jazzgeschichte. Es wurde 1939 von dem aus Berlin in die USA emigrierten deutschen Juden Alfred Lion (Alfred Löw) gegründet. Später stieß dann sein Freund aus Berliner Tagen Francis Wolff (Franz Wolff) hinzu, der maßgeblich für die innovative Gestaltung der Plattencover zuständig war, die später zu einem oft kopierten Vorbild wurden. Es entstanden eindrucksvolle Porträts von Musikern wie Miles Davis, Charlie Parker oder Thelonious Monk, die die Cover zierten. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren wurde “Blue Note“ zum Karrieresprungbrett zahlreicher Jazzgrößen wie Horace Silver, Herbie Hancock, Art Blakey, Jimmy Smith, Wayne Shorter, Lou Donaldson und vieler anderer, deren Aufnahmen für das Label heute zu den essentiellen Werken des Jazz gehören. Die Geschichte von “Blue Note Records“ ist sicherlich auch die von Außenseitern und die von einer großen Solidarität, mit der sich zwei aus Deutschland geflohene Juden in der „neuen Welt“ , in ihrem neuen Leben jenen annahmen, die in den USA als ausgestoßen galten – den Afroamerikanern. Ihnen waren sie nahe über die gemeinsame Liebe zur Musik. Ihnen galt ihre Solidarität und manchmal fast schon familiäre Fürsorge. Eric Fiedlers Film erzählt die Geschichte von „“Blue Note Records“ zwar vorwiegend chronologisch, doch er nimmt sich immer wieder die Freiheit Nebenwege und eher Anekdotisches in den Fluss der Bilder einzuflechten und der nostalgischen Verklärung der guten alten Zeit des Jazz einen würdigen Rahmen zu geben.

      

18. Nov. 2018
Kino

Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus

  • Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau. Mit diesen Worten beginnt Walter Gropius sein Bauhaus-Manifest von 1919. Damit war die legendäre Kunstschule geboren, die Kunst und Handwerk zusammendenkt, den Menschen und die Gemeinschaft ins Zentrum rückt und das radikale, das utopische Denken fördert. Der Film ist Teil eines crossmedialen, zum Jubiläum realisierten Projekts. Die Filmemacher zeichnen einerseits die Geschichte der Schule nach: von den Anfängen in Weimar, der Idee des Zusammenlebens und der Gemeinschaft die Gropius, Kandinsky oder Paul Klee formulierten, über den Umzug nach Dessau, die Vertreibung von dort nach Berlin durch die NSDAP und schließlich die Auflösung 1933 infolge der Nazidiktatur. Es ist ein Film über Fantasie und Utopie auf der Suche nach dem großen Zusammenhang zwischen Architektur, Gestaltung und Gesellschaft.

     

18. Nov. 2018
Konzert

Renaud Garcia-Fons

  • Wer einmal Renaud Garcia-Fons live erleben konnte, braucht diese Einleitung nicht. Man kann wohl nicht auf einem seiner Konzerte gewesen sein, ohne restlos begeistert und überwältigt zu sein. Müsste man einen nennen, der es versteht, den Kontrabass zu spielen wie kein anderer, dann wäre es wohl Renaud Garcia-Fons. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Der Kontrabass liegt irgendwo zwischen der Laute/Gitarre und der Viola da Gamba, und durch den Klang des gestrichenen Bogens tun sich sogar Ähnlichkeiten zu dem indischen Streichinstrument Sarangi auf. Ich habe die verschiedensten Arten von Musik studiert, … Klassik, Jazz, orientalische Musik. Das bewirkte, dass ich mich heute auf ganz unterschiedlichen Terrains bewege, auch wenn es eine kontinuierliche Entwicklung gibt. Was mein Spiel auf dem Kontrabass besonders charakterisiert, ist, dass ich häufig den Bogen einsetze. Es hat mich immer sehr fasziniert, den Bass zum Singen zu bringen.“ Und hinzufügen sollte man, dass das Zusammenspiel mit dem Akkordeonisten David Venitucci und dem Schlagzeuger und Vibrafonisten Stephan Caracci diese musikalische Hommage an das alte und neue Paris zu einer bereits auf vielen Bühnen der Welt umjubelten Sternstunde macht!

         

Kontrabass
Renaud Garcia-Fons
Akkordeon
David Venitucci
Schlagzeug, Vibraphon
Stephan Caracci
17. Nov. 2018
Und mehr

Opern auf Bayrisch

  • Der 3. Teil der Opern auf Bayrisch mit den Opern: Tannhäuser – oder. De Venus in der Kampenwand & Turandot – oder: Wia a chinesische Prinzessin à la tatar kloakriagt worn is

    Seit mittlerweile über 35 Jahren sind die vom Münchener Schriftsteller und Heimatdichter Paul Schallweg mit viel Herz und Humor verfassten »Opern auf Bayrisch« fester Bestandteil auf Bühnen in ganz Bayern und über die Grenzen Bayerns hinaus Grund dafür sind nicht nur die von Schallweg in originelle Mundart-Verse gegossenen Texte, sondern auch die bekannten bayrischen Schauspieler Gerd Anthoff, Conny Glogger und Michael Lerchenberg.

    Das Trio verlegt weltbekannte Opernstücke ins Bayrische Land und bringt sie gemeinsam mit dem Percussionisten Andreas Moser und dem »Musikensemble Opern auf Bayrisch« unter der Leitung von Andreas Kowalewitz in original boarischer Mundart sowie mit viel Charme und Leidenschaft zur Aufführung.

Texte
Paul Schallweg
Musik
Friedrich Meyer, Rolf Wilhelm
Sprecher
Conny Glogger, Gerd Anthoff, Michael Lerchenberg
Perkussion
Philipp Jungk
Leitung: Andreas Kowalewitz
Musikensemble Opern auf Bayrisch
16. Nov. 2018
Kabarett

Kultur wider das Vergessen – Kabarett

  • Der Titel des Kabaretts Schwarz – Rot – Koscher ist Programm: Alexej Boris ist Deutscher, gebürtiger Russe und Jude. Eine brisante Mischung, die viel (Spreng-) Stoff liefert für aberwitzige Situationen, deren Komik sich keiner entziehen kann. Der Kabarettist bietet Kostproben typisch jüdischen Humors, wie man ihn sonst nur von Woody Allen kennt: Alexej Boris zieht sein Handy aus der Tasche und sagt lapidar: „Ich habe eine Flatrate zu Gott.“ Das Soloprogramm steht in der Tradition des Typenkabaretts: Da ist die liebenswerte, aber auch nervige Tante Marina, der nobelpreisverdächtige Großonkel und Cousin Victor, ein Prolet, der zu Höherem berufen ist. Von einer Minute zur anderen schlüpft Boris in eine neue Figur: Er ist ein Meister der Wandlungsfähigkeit.Alexej Boris, 1973 in Leningrad geboren, studierte an der Hochschule für Theater und Film in Leningrad. In Deutschland war er an der Schule für Schauspiel und Improvisationstheater bei Frieder Nögge. Er hatte unter anderem Engagements im Staatstheater Stuttgart, dem Stadttheater Fürth, dem Theater der Stadt Aalen und wirkte in Film- und Fernsehproduktionen mit. 2003 gründete er das Ensemble Boris & Konsorten, dessenSchwerpunkt auf Kabarett-Theater liegt. Alexej Boris arbeitet auch als Regisseur.

    in Zusammenarbeit mit width=186

13. Nov. 2018
Tanztheater

1913 – Der Sommer des Jahrhunderts

  • 1913, das Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. 1913, das Jahr vor dem Ausbrechen des ersten industriellen Weltkriegs. „Der Sommer des Jahrhunderts“, so bezeichnet der Schriftsteller Florian Illies das Jahr 1913 in seinem gleichnamigen Buch. Monat für Monat blättert er den Kalender auf und enthüllt das gesellschaftliche Leben eines widersprüchlichen Jahres zwischen zwei Epochen: Hitler und Stalin könnten im Park von Schönbrunn aneinander vorbeigelaufen sein. Oskar Kokoschka liebt Alma Mahler, die ihn nur erhören will, wenn er ein Meisterwerk schafft. Franz Kafka wirbt um Felice Bauer und hat die größte Sorge, dass sie in die Heirat einwilligt. Sigmund Freud und Carl Gustav Jung verfeinden sich. Es begegnen uns Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, die Brüder Heinrich und Thomas Mann, Karl Kraus, Franz Werfel. Das Who-is-Who der klassischen Moderne – oftmals hatten die heute unbezahlbaren Künstler kaum das Geld, um die Miete zu begleichen. Aus der Fülle an Materialien, Charakteren und Begegnungen destilliert dieser Abend Figuren und belebt Puppen in einer Séance, in der die Endlichkeit aufgehoben wird.

    Regisseur Christoph Werner hat einen Satz von Albert Einstein im Blick, der besagt, dass die gesamte Energie des Universums nicht ausreicht, um die Zeit auch nur um eine einzige Sekunde zurückzudrehen. Dem Theater immerhin gelingt bisweilen das Wunder eines Abends, an dem die Vergangenheit in die Gegenwart leuchtet.

    Wir freuen uns, das Puppentheater Halle nach „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ heuer ein zweites Mal zu Gast zu haben und den Landsberger Puppentheaterfans diese außergewöhnliche Bühne mit dem gleichen Ensemble und einem wunderbaren Stück präsentieren zu können.

      

12. Nov. 2018
Kino

Dont worry

  • John hat eine Vorliebe für schräge Witze – und ein Alkoholproblem. So kann er einfach nicht Nein sagen, als ihn eine Partybekanntschaft zur Sauftour quer durch L.A. überredet. Betrunken schläft er auf dem Beifahrersitz des Zechkumpans ein und erwacht am nächsten Morgen querschnittsgelähmt im Krankenhaus. Mit 21 Jahren an den Rollstuhl gefesselt, braucht er all seinen Humor, um wieder Sinn in seinem Leben zu finden. Dabei hilft ihm Annu, die seine Lebenslust zurückkehren lässt, genauso wie der Hippie Donny, in dessen unkonventionellen Meetings Menschen mit den unterschiedlichsten Schicksalen aufeinandertreffen und lernen, ihr Dasein aus anderen Perspektiven zu betrachten. John erkennt Schönheit und Komik in den Abgründen menschlicher Erfahrungen und nützt sein künstlerisches Talent, um sie in scharf beobachtete Cartoons zu verwandeln. Gus Van Sants biografisches Drama basiert auf den Memoiren des Cartoonisten John Callahan. Das fiktive Porträt erzählt zärtlich, melancholisch und mit hoffnungsvoller, bejahender Energie von einem Leben mit Einschränkungen. Wie in vielen seiner Filme thematisiert Van Sant auch hier die Suche nach Identität im Umfeld sozialer Subkulturen und ungewöhnlicher Milieus.

      

11. Nov. 2018
Kabarett

Thomas Fröschle

  • Er ist gern gesehener Gast bei Dieter Nuhr und überall dort, wo erstklassiges Comedy-Entertainment geboten wird. Was den gebürtigen Schwaben einzigartig in der Szene macht: der Stand-up-Comedian bettet seine Gagsalven und Pointen in nicht minder verblüffende Zaubertricks ein. Armin Federl, Programmmacher der Kleinkunstbühne hat Fröschle selbst in Tübingen erlebt und quasi vom Fleck weg verpflichtet. Der „Spezialist für Täuschungen aller Art“ bringt dabei sein Programm „Ende-Legende“ auf die Bühne, bei dem er radikal mit den Missverständnissen des Alltags aufräumt. Wie uns Hotelzimmer Frische vortäuschen. Was der Vogel des Jahres bei der Preisverleihung sagen würde. Es erwartet Sie ein Abend voller verblüffender Erkenntnisse.

10. Nov. 2018
Konzert

Kinga Głyk

  • Und plötzlich war sie da: Eine echte Musikerin, hochtalentiert, jung, hübsch und mit einem für Frauen immer noch relativ ungewöhnlichem Instrument im Jazz, dem Bass. Kinga Głyk, die auf YouTube mit ihrer Interpretation des Eric Clapton Hits „Tears in Heaven“ viral ging. Das passiert sonst nur im Pop oder Hip Hop, ist im Jazz beispiellos.

    Ihr großes Idol ist Jaco Pastorius. Eigentlich begann ihre Karriere mit 12 Jahren, als ihr Vater – selbst Schlagzeuger – ihr Talent entdeckte und sie zum Mitglied des Głyk Familientrios PIK machte. Heute – mit ihrer neuen, bei Warner Music erschienen, dritten Platte „Dream“ und vielen Konzerten im Rücken – ist die junge Polin ein Star in ihrem Land und erobert gerade die europäischen Club- und Festivalbühnen. Und jetzt auch das Stadttheater.

       

Bass
Kinga Głyk
Schlagzeug
Irek Głyk
Klavier
Rafal Stepien
9. Nov. 2018
Musik

Kultur wider das Vergessen – Klezmer- Konzert

  • Massel-Tov – Mehr als Klezmer!Juden sind auf der ganzen Welt zu Hause – das erkennt man nicht zuletzt an ihrer Musik. Hebräische Lieder und Tänze der israelischen Juden, osteuropäische Tänze und das jiddische Liedgut der Ashkenasim, spanische Stücke der sephardischen Juden und swingende aus Amerika – Massel- Tov nimmt Sie mit auf eine Reise zwischen den Welten, auf der man in die bunte Mischung all dieser Stile eintauchen kann. Mit ihrer Vielfalt gehen die Musiker über die traditionellen Spielweisen reiner Klezmerbands hinaus. So gelingt es der Gruppe, mit ihren fantasievollen und farbenreichen Arrangements,innig empfunden und virtuos intoniert, das Publikum zu begeistern. Bei schwungvollen Liedern, oft mehrstimmig vorgetragen, möchte so mancher Zuhörer nicht auf seinem Platz sitzen bleiben, sondern aufspringen und tanzen – was, soweit es der Platz erlaubt, durchaus passieren kann… Jeder Einzelne ein herausragender Solist, sind sie gemeinsam: Massel-Tov!

    Begrüßung durch die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jhd. e.V.     

Querflöte und Gesang
Tatjana Mischenko
Klarinette, Bassklarinette, Saxofon und Gesang
Florian Ewald
Perkussion und Gesang
Harald Starken
Kontrabass
Steffen Müller
Gitarre und Gesang
Zarko Mrdjano
8. Nov. 2018
Theater

Die letzte Karawanserei

  • Über 40 Millionen Menschen befinden sich heute weltweit auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Not, Missachtung der Menschenrechte, Auslöschung des Individuums und der Zerstörung der Kultur in ihren Heimatländern. Von ihnen und ihren ganz persönlichen Odysseen erzählt „Die letzte Karawanserei“: In Afghanistan ist die Liebe zwischen Fahwad und Azadeh für die Taliban Sünde – und Azadeh bezahlt dafür mit dem Leben. Im Iran wird Parastou nach einer Demonstration für mehr Demokratie ausgepeitscht. Ihr Vater verkauft sein Haus, um seinen beiden Kindern die Flucht zu ermöglichen. Irgendwo an der Grenze zwischen Kasachstan und Kirgisien auf einem reißenden Fluss: ein Boot mit Menschen, eine Nussschale, der gnadenlosen Macht der Elemente ausgeliefert…

    Ariane Mnouchkine, Mitbegründerin und Leiterin des Théâtre du Soleil, hat von 2001 bis 2003 mehr als 400 Interviews mit Geflüchteten und Asylsuchenden geführt. Daraus entstand eine Sammlung von Szenen, die diesen Menschen Gesichter und ihren Geschichten einen Raum gibt. „Die letzte Karawanserei“ ist ein zeitloses Kaleidoskop menschlicher Entwürdigung, das aber auch Momente der Hoffnung und Humanität aufscheinen lässt und unseren Blick lenkt auf die Würde und Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens. 2017 erhielt Ariane Mnouchkine den Goethepreis für ihr Lebenswerk.

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Regie
Christoph Roos
26. Jan. 2019
Kino

Snowdance Independent Film Festival

  • Das Snowdance Independent Film Festival ist das national und international angesehenste neue Festival in Deutschland. Es zeigt vor allem Produktionen, die mit wenig oder keiner staatlichen Förderung produziert wurden. Außerdem liebt Snowdance Filme, die nicht vom Einfluss der Fernsehstationen oder großen Studios dominiert werden. Snowdance versteht sich als das deutsche Festival für unabhängige, frei denkende Filmemacher. So wird dieses Festival von engagierten Filmschaffenden für engagierte Filmschaffende und deren Publikum gemacht. Snowdance bietet keinen roten Teppich oder eine VIP-Ecke. Es ist ein Treffpunkt und ein Schmelztiegel für Schauspieler, Regisseure, Produzenten und alle, die sich für Film und für das Filmemachen interessieren.Special Guests sind dieses Jahr: Ulrike Folkerts, Meret Becker, Heinz Hoenig, Götz Otto, Max Tidof, Valerie Niehaus und Ursula Karven.Das Snowdance Independent Film Festival wird gefördert und unterstützt von der Stadt Landsberg am Lech. 

6. Apr. 2019
Musik

Aeham Ahmad & Edgar Knecht Trio

  • Aeham Ahmad wuchs als palästinensischer Flüchtling im syrischen Flüchtlingslager Jarmuk in Damaskus auf. Hier sorgte er durch sein Klavierspiel inmitten der Trümmer des umkämpften Lagers für internationale Aufmerksamkeit. Fast täglich hat er mit seinen Freunden sein Klavier in die Ruinen gezogen und gespielt, um den Menschen und vor allem den Kindern Mut zu machen. Freunde haben ihn dabei gefilmt und die Videos über das Internet verbreitet. Er wird als Pianist aus den Trümmern weltweit berühmt. Als das Flüchtlingslager im April 2015 von den Kämpfern des „Islamischen Staates“ eingenommen wird, zerstören diese bei einer Kontrolle sein Klavier. Aeham Ahmad flieht und sucht Schutz in Deutschland. Er erzählt seine Geschichte in einem Buch: Und die Vögel werden singen. In Deutschland lernt er den Jazzpianisten Edgar Knecht kennen. Die beiden starten ein gemeinsames musikalisches Projekt: Keys to friendship.

    Edgar Knecht hat sich mit seinen einzigartigen Volksliedbearbeitungen weltweit bereits einen Namen gemacht. Er begegnet mit seinem virtuosen Trio dem Sänger und Pianisten, Aeham Ahmad, in einer mitreißenden Kombination. So trifft syrischer Gesang auf deutsches Volkslied, Jazz und Latin verbinden sich mit arabischen Rhythmen. Das gemeinsam aufgenommene Album erhielt viel Publikumszuspruch und den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Aeham Ahmad bekam zudem 2015 den Beethovenpreis für Menschenrechte verliehen.

    Diese Geschichte, diese Musik gehören zu unserer Zeit. Wir erleben an einem ganz konkreten Beispiel, was Krieg, was Flucht und Vertreibung, aber auch, was Menschlichkeit im Einzelfall bedeuten kann.

    Dieses Konzert wird ermöglicht durch unseren Förderverein TILL. width=186TILL wird unterstütze von width=186

7. Nov. 2018
Kino, Musik

Kultur wider das Vergessen – Filmabend mit Livemusik

  • „Das Cabinet des Dr. Caligari“ ist einer der Ahnväter des Horrorfilms und dazu einer der berühntesten. Der Regisseur dieses Meisterwerks, Robert Wiene, war jüdischer Herkunft, er ging 1934 ins Exil.

    R: Robert Wiene K: Willy Hameister D: Werner Krauß, Conrad Veidt, Lil Dagover u.a. Dtl. 1920 L: 74 MIn

    Nach einer Pause zeigen wir „Die Austernprinzessin“ eine herrlich absurde Komödie von Ernst Lubitsch, einem ebenfalls jüdischen Regisseur.

    R: Ernst Lubitsch K: Theodor Sparkuhl D: Victor Janson, Ossi Oswalda, Curt Bois u.a. Dtl. 1919 L: 60 Min

    Unter dem Motto “Jazz von heute für Filme von vorgestern” greifen Küspert & Kollegen die Atmosphäre des klassischen Horror-Stummfilms ebenso auf wie von Slapstick und Melodram. Und richten sich an ein Publikum des Jahres 2018: „Unsere Musik klingt nicht wie traditionelle Stummfilm-Musik, sondern zeitgenössisch und unvorhersehbar“, sagt der Gitarrist und Komponist Werner Küspert. Die Kollegen sind international renommierte und kino-erfahrene Musiker, die hohe Kunstfertigkeit mit viel Gefühl für die Filmsituationen verbinden. Werner Küspert schreibt für sie zeitgemäß-jazzige Musik – teilweise auf punktgenauen Einsatz komponiert, während andere Passagen viel Raum für Improvisation lassen.

        

Gitarre
Werner Küspert
Schlagzeug
Bastian Jütte
Saxophon
Till Martin
Kontrabass
Dietmar Fuhr
23. Feb. 2019
Musik

Hochzeitskapelle & Kama Aina

  • Der Bandname Hochzeitskapelle ist eigentlich gar kein Witz. Denn gegründet hat sich diese Combo spontan bei Notwist Sänger und Gitarrist Markus Achers Hochzeit. Eine einmalige Sache, aber alle hatten so viel Spaß, dass daraus eine feste Formation entstanden ist. Regelmäßige Auftritte im Fraunhofer, im Herzkasperlzelt der Oiden Wiesn oder einfach auf der Straße und an Isar und Ammersee sind seitdem feste Bestandteile des Kulturlebens Münchens und des Umlands. Kama Aina, alias Takuji Aoyagi, wurde in Europa durch sein Album „club Kama Aina“ bekannt, einer kostbaren Sammlung verspielter Instrumentaltracks. Die Hochzeitskapelle hat Kama Ainas „wedding song“ zu einem Klassiker ihres Repertoires gemacht. So kam es zu dieser Zusammenarbeit zwischen Japan und Bayern. Die Kompositionen Kama Ainas, die zahlreiche Strukturen der elektronischen Musik entlehnen, treffen hierbei auf den sanftmütigen Rumpeljazz der Hochzeitskapelle. Das Dokument der gemeinsamen Arbeit ist das zweite Album der Hochzeitskapelle Wayfairing Suite. Aufgrund der räumlichen Distanz kommt es eher selten zu gemeinsamen Auftritten. Wir freuen uns daher sehr, dass es für Landsberg geklappt hat. Wir hören also die „Wayfairing Suite“ mit Kama Aina und dazu auch den ein oder anderen Hochzeitskapelle-Klassiker.

     

    Joasihno, ist das Soloprojekt von Cico Beck, bekannt als Mitglied der Notwist Liveband oder durch Aloa Input. Live wird er unterstützt von Perkussionist Nico Siering. Joasihno, das ist ein musikalisches Feuerwerk en miniature. Mit elektronischem Soundscaping, verruckelten Rhythmen und krautrockartigen Spielereien passt Joasihno bestens ins Notwistuniversum, oder sagen wir in die Traditionslinien deutscher zeitgenössischer Musik à la Can/ Holger Czukay und Artverwandten.

     

6. Nov. 2018
Kino

Una mujer fantástica / eine fantastische Frau OmU Cine Español

  • Intimes Porträt einer Transfrau: Die Sängerin Marina ist in den Augen vieler keine richtige Frau. Dabei ist sie in Wirklichkeit eine starke, lebenskluge, eben eine fantastische Frau. Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Orlando ist 20 Jahre älter als Marina und hat ihretwegen seine Familie verlassen. Als er plötzlich stirbt, überschlagen sich die Ereignisse. Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert und Orlandos Familie begegnet ihr mit Misstrauen und Zorn. Sie untersagt ihr die Teilnahme an Orlandos Totenmesse und Beerdigung. Als Marina trotzdem gegen den Willen der Familie bei Orlandos Totenmesse erscheint, wird sie von drei Männern entführt und mit Klebeband  gefesselt aus dem Auto gestoßen. Wieder befreit beginnt sie sofort, für ihr Recht auf Trauer zu kämpfen. Der Geist Orlandos führt sie ins Krematorium. Dort kann sie von ihrem Geliebten Abschied nehmen. Monate später steht sie wieder auf der Konzertbühne und interpretiert in Perfektion Händels Opernarie “Ombra mai fu“.

       

5. Nov. 2018
Kino

Offenes Geheimnis / Everybody Knows

  • Die gebürtige Spanierin Laura lebt mit ihrem argentinischen Ehemann und ihrer Tochter in Buenos Aires. Für die Hochzeitsfeier ihrer Schwester reist sie mit ihrer Tochter in die Heimat zurück. Bei dem ursprünglich geplanten kurzen Aufenthalt auf dem Weingut ihrer Familie in der Nähe von Madrid trifft Laura auch Paco, ihre Jugendliebe, wieder. Als ihre Tochter über Nacht spurlos aus dem Haus verschwindet, gerät die Familie in Panik und Laura verständigt ihren Ehemann Alejandro, der aus Buenos Aires nachkommt. Paco ist sich bald sicher, dass hinter dem Verschwinden des Mädchens im Teenageralter kein Außenstehender steckt, und verdächtigt Alejandro. Die ans Licht kommenden Geheimnisse verändern das Leben von Laura und ihrer Familie für immer. In dieser Mischung aus Melodrama und Thriller bewegt sich der zweifache Oscar-Gewinner Ashgar Farhadi thematisch auf bewährten Pfaden: Er erzählt einmal mehr von komplizierter Familien-Dynamik, sozialen Unterschieden, schwerwiegenden Geheimnissen, die auch nach vielen Jahren noch ebensolche Folgen haben, und der Korrumpierbarkeit durch Geld.

      

4. Nov. 2018
Kino

Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

  • Wim Wenders hat einen Dokumentarfilm über Papst Franziskus gedreht. Er kam dem Menschen dabei sehr nahe – und hat absichtsvoll die Distanz verloren. „Jesus Christus war der erste Sozialist“, sagte Evo Morales, Boliviens sozialistischer Präsident, vor einigen Jahren. Möglicherweise betrachtet der Politiker den Papst als eine Art Genossen. Dass Franziskus zumindest ein besonders politischer Papst ist, dem an einem globalen gesellschaftlichen Wandel gelegen ist – das ist die Stoßrichtung von Wenders´ Film. Relativ früh im Film antwortet der Papst auf die Frage eines Kindes, dass wir „in einer Welt leben, in der es so viele Ressourcen gibt, um andere zu ernähren“. Und weiter: „Wenn wir unser Essen teilen, werden wir nicht ärmer, sondern reicher.

    Der Film besteht aus drei Teilen: Wir begegnen dem Papst unterwegs, auf Veranstaltungen, während Besuchen in Gefängnissen und Flüchtlingslagern – oder im Flugzeug während einer Fragerunde mit Journalisten. Wenn der Papst auf die Bevölkerung trifft haben diese alle ein ähnliches Muster. So hoffnungslos die Lage der jeweiligen Menschen ist: der Papst verzückt sie alle. Auch raubeinige Männer im neapolitanischen Knast skandieren: „Pa-pa Fran-ces-co“. Den Kern des Films machen Wenders´ Interviews aus, die er mit dem Papst über mehrere Jahre an verschiedenen Orten im Vatikan geführt hat. Als Rahmenhandlung hat Wenders schließlich Szenen aus dem Leben des von der katholischen Kirche als Heiligen verehrten Franz von Assisi nachgestellt, den Wenders als eine Art Vorbild für den aktuellen Papst sieht.

       

4. Nov. 2018
Kino

Vom Ende einer Geschichte

  • Julian Barnes´ Roman handelt von der Tücke der Erinnerung und davon, dass unsere Vergangenheit eine mehr oder weniger gut erfundene Geschichte ist, die wir uns selbst erzählen. Es gehört zu jenen Büchern, die den Leser nicht mehr loslassen, weil es am Ende keine Auflösung gibt: Tony, der mit über 60 durch eine Erbschaft dazu gebracht wird, Ereignisse aus seiner Studentenzeit zu überdenken, hat auch am Schluss keine Klarheit darüber, was wirklich war. Wie adaptiert man eine solche Geschichte für die Leinwand, von der man nicht genau weiß, wie sie sich zugetragen hat? Eine erste Antwort auf diese Frage gibt der Film durch seine Besetzung: Jim Broadbent und Charlotte Rampling in den Hauptrollen signalisieren, dass man gewillt ist, mit Sorgfalt der literarischen Vorlage die Ehre zu erweisen. Mit dem Inder Ritesh Batra hat man einen Regisseur gefunden, der bereits in seinem Spielfilmdebüt “Lunchbox“ großes Talent darin gezeigt hat, von der Gefühlswelt seiner Figuren durch kleine, alltägliche Abläufe zu erzählen. Der Film bewegt sich einfühlsam zwischen Gegenwart und Vergangenheit, er illustriert die schwierige Beziehung zwischen dem unsicheren, übereifrigen jungen Tony und der schönen, aber auch sehr launigen Veronica. Die ungleiche Freundschaft, die Tony mit dem hochbegabten Adrian, der sich das Leben nahm, wird behutsam und respektvoll angedeutet. Der Film konzentriert sich aber größtenteils auf die Gegenwart, in der Tony zunehmend den Kokon seiner Selbstgenügsamkeit durchbricht und sich seinen Nächsten zu öffnen beginnt.

      

31. Okt. 2018
Kino

Drei Farben: WEISS

  • Die Beziehung zwischen Karol, einem polnischen Friseur, und der schönen Dominique, von der er sich abhängig erweist, erscheint als Gegenentwurf zur Gleichheit. Als Dominique Karol verstößt, da er ihren sexuellen Leidenschaften nicht mehr gerecht wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Hoffnungslos verlässt er Frankreich und geht zurück nach Polen. Dort kauft er eine nicht mehr identifizierbare Leiche und inszeniert seinen eigenen Tod, um Dominique nach Polen zur Beerdigung zu locken. Der Plan gelingt, zunächst sieht es nach einer Racheintrige aus, doch letztlich ist die Wiederherstellung der Gleichheit sein Motiv.

      

31. Okt. 2018
Kino

Drei Farben: ROT

  • Valentine, eine Studentin, die als Fotomodell ihr Geld verdient, steckt gerade in einer Beziehungskrise. Auf dem Heimweg von einem Fototermin fährt sie den Schäferhund eines pensionierten Richters an. Auf der Suche nach dem Besitzer des verletzten Tiers begegnet sie einem älteren, zynischen Mann, der sich scheinbar aus der Welt zurückgezogen hat. Es beginnt eine sonderbare Beziehung zwischen den beiden, die die Grenzen zwischen Zufall und Schicksal verschwimmen lässt. Die Filmkritik feierte den Film als glänzenden Abschluss seiner Trilogie, als ein stets tiefgründiges und vielschichtiges Panorama menschlicher Verständigungs- und Entfremdungsformen, geprägt von einem humanen Interesse am Schicksal der Mitmenschen.

     

30. Okt. 2018
Kino

Drei Farben: BLAU

  • Drei Farben: BLAU ist der erste Teil der Spielfilm-Trilogie (Drei-Farben-Trilogie) des großen polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski über die Schlagworte der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – benannt nach den drei Farben der Flagge: Blau, Weiß, Rot. Das Thema des ersten Films der Trilogie ist die Freiheit.

    Der Film beginnt mit einem schweren Verkehrsunfall. Die allein Überlebende Julie, die dabei ihre einzige Tochter und ihren Mann, einen berühmten Komponisten, verliert, versucht danach nicht, sich mit der Situation zurechtzufinden und ihre Trauer zu bewältigen. Sie scheitert an einem Suizidversuch. Anschließend bricht sie radikal mit dem bisherigen Leben, versucht vor der eigenen Erinnerung zu flüchten und baut sich eine vollkommen neue Existenz auf. Die Freiheit, die die Protagonistin wählt, indem sie sich von allen Dingen des vorherigen Lebens trennen möchte, führt nicht zum gewünschten Ziel. Erst als sie sich auf die Vergangenheit einlässt, Kontakt zu einem alten Freund aufnimmt und an der unvollendeten Komposition ihres Mannes weiterarbeitet, gelingt es ihr, sich von ihrem Schmerz zu befreien. Der Film wurde in den Jahren 1993/94 mit vielen wichtigen Hauptpreisen für die Regie, das Drehbuch, die Kamera, die Musik und die Hauptdarstellerin Juliette Binoche für ihre Darstellung gewürdigt.

     

29. Okt. 2018
Kino

In den Gängen

  • Der wunderbare Film erzählt von einer zarten Liebe, die in dem geschützten Kosmos eines Großmarkts, inmitten einer Atmosphäre von familiärer Freundschaft und Zugehörigkeit, gedeiht und außerhalb des Marktes keine Chance hätte. Christian ist neu im Großmarkt. Schweigend taucht er in das unbekannte Universum ein: die langen Gänge, die ewige Ordnung der Warenlager, die surreale Mechanik der Gabelstapler. Bruno, der Kollege aus der Getränkeabteilung, nimmt sich seiner an, zeigt ihm Tricks und Kniffe, wird ein väterlicher Freund. Und dann ist da noch Marion von den Süßwaren, die ihre kleinen Scherze mit Christian treibt. Als er sich in sie verliebt, fiebert der ganze Großmarkt mit. Doch Marion ist verheiratet – nicht sehr glücklich, wie es heißt. Plötzlich ist sie krankgeschrieben. Christian fällt in ein tiefes Loch. Sein altes, elendes Leben droht ihn wieder einzuholen. Der Film öffnet den Blick für die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der Provinz. In streng komponierten Bildern entfaltet sich eine Choreografie von Menschen und Dingen, Realität, Sehnsucht und Traum. Alltägliches verwandelt sich in magischen Realismus, der über die zarte Liebesgeschichte hinaus vorsichtig auf das Prinzip Hoffnung verweist.

        

28. Okt. 2018
Kabarett

Andreas Martin Hofmeir

  • Mitgründer der legendären Gruppe „LaBrassBanda“, 2013 mit dem Echo Classic als „Instrumentalist des Jahres“ ausgezeichnet und dazu „Tuba“-Professor am Mozarteum in Salzburg. Weil Andreas Martin Hofmeir sich sein Studium zudem mit dem Verfassen satirischer Schriften und Auftritten auf der Kabarettbühne verdiente, zählt der gebürtige Münchner zweifellos zu den spannendsten und schillerndsten Figuren der deutschen Kulturszene. Es war ein fulminantes Comeback, als Andreas Martin Hofmeir zudem im Frühjahr 2013 wieder einen Fuß respektive seinen Hintern auf eine Kabarettbühne setzte, denn nach ein paar Jahren in der Diaspora klassischer Ernsthaftigkeit zog es ihn wieder zurück ins humoristische Fach. Gott sei Dank! In Landsberg gastiert Hofmeir mit seinem musik-kabarettistischen Programm „Kein Aufwand Teil 2“. Die Tuba, so viel sei verraten, spielt darin eine zentrale Rolle, Schuhe beim bekennenden Barfuß-Musiker eher nicht

27. Okt. 2018
Theater

Margarete Maultasch

  • Vom belächelten Mädchen zur respektierten Machtpolitikerin – Margarete Maultasch, Landesfürstin von Tirol im 14. Jahrhundert, war eine frühe Angela Merkel. Und schon damals muss sie als einflussreiche Frau gegen männliche Bevormundung, die eigenen Minderwertigkeitsgefühle und sexistische Rollenklischees ankämpfen. In unruhigen Zeiten wird die pubertierende Margarete gegen ihren Willen verheiratet und auf die politische Bühne gestellt. Dort findet sie erst langsam ihren Platz, unterstützt von einem aufklärerischen, jüdischen Berater, gefährdet durch die Intrigen machthungriger Männer. Die schöne junge Frau muss sich gegen unerwünschte Liebes-Avancen ebenso wehren wie gegen politische Übergriffe. Die eigenen Lebenswünsche und Sehnsüchte haben wenig Platz. Schließlich aber gewinnt Margarete an Machtbewusstsein und führt ihr Land zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Bis die Pest hereinbricht und alles zerstört…

    Christoph Nußbaumeder ist einer der erfolgreichsten, jungen, deutschen Dramatiker und bekannt für seine modernen Volkstheaterstücke, die sich mit unserer sozialen Realität kritisch auseinandersetzen. Seine Figuren sind psychologisch fein gezeichnet, seine Dialoge spannungsreich und lebensnah. In „Margarete Maultasch“ hat er eine mittelalterliche Herrscherin zur höchst modernen Hauptfigur eines fast klassisch anmutenden, historischen Dramas gemacht. Anders als Lion Feuchtwanger in seiner Prosaportraitierung der hässlichen Margarete, macht er aus ihr eine schöne junge Frau. Die raffinierte Mischung aus Frauenbiographie, Politthriller und Volkstheater lässt ebenso an Shakespeares Königsdramen denken, wie an Polit-Analysen à la „House of Cards“.

    Nachlese zur Premiere in Memmingen https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Die-Waffen-der-Frauen-id52379366.html  

Regie
Kathrin Mädler
23. Okt. 2018
Kino

Könnte nicht mehr besser sein / 2018 / Dokumentarfilm

  • Theater mit einem ganz besonderen Ensemble – auch jenseits der Bühne. Wünsche und Träume entstehen..

    Ein feinfühliger Dokumentarfilm, der die Herzen berührt ohne sentimental zu sein – der Mut macht und positiv stimmt. Der Zuschauer bekommt einen ungefilterten Einblick in die Lebenswelten der einzelner Darsteller. Uwe (52) und Fabian (30) stehen im Mittelpunkt.

    Fabian, der sich so souverän auf der Bühne bewegt und ganz natürlich vor der Kamera steht, malt beeindruckende Bilder und schreibt Gedichte, aber kommt bei der Bedienung eines Fahrkartenautomaten an seine Grenzen. Der Film zeigt, wie die Proben den beiden und weiteren Schauspielkollegen der „Lebenshilfe“, zu mehr Selbstvertrauen verhelfen und wie es „einen puscht und Lebensfreude gibt“, wie Uwe es formuliert. Uwe hatte vor zehn Jahren einen lebensverändernden Unfall. Er erzählt seine Geschichte und wir erleben seinen grenzenlosen Optimismus – könnte nicht mehr besser sein – eben…

     Trailerhttps://vimeo.com/277274145 Dauer: 59:00       

22. Okt. 2018
Kino

Foxtrot

  • Ein Klopfen an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Paares aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut, geprägt von Unsicherheiten und Traumata. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt. Neben den Elementen des Antikriegs-Dramas und einer Tragikomödie beinhaltet der Film auch Elemente eines Familiendramas, ist dabei aber durchgehend mit einem speziellen Humor und einer gewissen Satire gespickt. Von der internationalen Kritik gefeiert und mit zahlreichen Auszeichnungen auf den internationalen Filmfestivals (Venedig, Toronto, Sundance) prämiert, wurde der Film zunächst sehr umstritten aufgenommen, vor allem in Israel, erhielt aber im Laufe der Rezeption die hochverdiente Anerkennung.

20. Okt. 2018
Theater

Funny Girl

  • Eine junge Frau zwischen Tradition und Moderne, europäischer Spaßgesellschaft und vorderasiatischer Gebetsdiktatur und ihr Versuch um Selbstbehauptung: Darum geht es in „Funny Girl“. Azime ist eine junge, moderne Londonerin und stammt aus einer traditionsbewussten kurdischen Familie. Diese ist fester Teil der kurdischen Gemeinde, der Vater betreibt ein Möbelgeschäft, in dem ausschließlich Bagdader Barock verkauft wird, wie Azime diesen Stil nennt. Ihre Mutter will sie schnellstens verheiraten. Ost und West, Islam und Laizismus, Burka und bauchfrei – in Azimes beiden Welten gibt es klare Regeln, wie sie zu sein hat und was sie darf. Wie soll sie ihre beiden kulturellen Welten vereinbaren und emanzipiert und selbstbestimmt leben? Heimlich besucht sie einen Comedy-Kurs, schlüpft in eine Burka und tritt auf: Als weltweit erste muslimische Komikerin. Der Auftritt ist wie Sprengstoff. Ihre Familie ist schockiert, die englische Presse feiert sie als Sensation, im Internet hagelt es Morddrohungen. Es wird ernst. Und doch immer komischer. Und ganz anders, als man denkt.

    Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit „Ladies Night“. Es folgten Romane und Drehbücher (u. a. „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ basierend auf dem Leben Stephen Hawkings und „Die dunkelste Stunde“). In „Funny Girl“ feiert er die verbindende Kraft des Lachens angesichts von Hass, Intoleranz und interkulturellen Konflikten.

    Die junge Israelin, Sapir Heller, kam mit 20 Jahren nach Deutschland, studierte an der August Everding Theaterakademie in München Regie und erhielt ein Stipendium der Heinrich Böll Stiftung. Sie arbeitete bereits an mehreren Häusern, mehrmals am Gorki in Berlin und ihre Inszenierung von Tuǧsal Moǧuls „Auch Deutsche unter den Opfern“ über die NSU-Morde wurde in mehreren bayerischen Städten aufgeführt.

Regie
Sapir Heller
17. Okt. 2018
Theater

Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran – Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

  • Die hinreißende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Manchmal klaut der zwölfjährige Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser nichts merkt. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur „der Araber an der Ecke“ ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt – auch die des Glücks und des Lächelns. Ein skizzenhafter Gegenentwurf zur hasserfüllten, rachsüchtigen Gedankenwelt islamistischer Fundamentalisten, ein mit zivilisationskritischen Spitzen gespickter Aufruf zur Entdeckung der Langsamkeit, zu Nonkonformismus und Antirassismus, zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden, anderen Religionen, anderen Generationen, voller Ernsthaftigkeit, Melancholie und feinem Humor.

    Das nächste Theater in englischer Sprache: „A Christmas Carol“ am Do 29. Nov 19:00 Uhr

    Interesse an Filmen in Originalsprache? Das Filmforum Landsberg zeigt einmal im Monat einen fremdsprachigen Film. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Filmforums unter www.filmforum-landsberg.de

Bearbeitung und Regie
Gaspard Legendre
16. Okt. 2018
Familientheater, Theater

Netboy

  • Es gibt Tage, an denen nervt alles: die geschiedenen Eltern, die Lehrer und manchmal sogar die besten Freunde. Und dann braucht es nur noch eine Kleinigkeit und man fühlt sich so richtig beschissen. In solchen Momenten zieht sich Marie in den Chatroom MeetYou zurück. Dort lernt sie Netboy kennen. Durch ihn bekommt Marie einen anderen Blick auf die Welt. Er ist charmant, hört zu und hat Verständnis für Maries Probleme, gibt ihr das Gefühl, etwas bewegen zu können. Ihre Internetfreundschaft verändert immer mehr in Maries Leben. Als Netboy sie schließlich erpresst, sucht Marie verzweifelt einen Weg aus diesem Alptraum. „Netboy“, 2013 uraufgeführt, zeigt aus Maries Perspektive, in welche ungeahnten Abhängigkeiten Jugendliche im Internet geraten können, wie aus erst ganz unverfänglichen Geschichten lebensbedrohliches Cybermobbing wird, wie wichtig und wie anfällig Freundschaften sind und wie hilfebedürftig man sein kann. Die Inszenierung von Michael Neuwirth spürt der Sehnsucht nach, sich der Realität zu entziehen, anonym und scheinbar ungefährdet seine Fantasien auszuleben. Es geht um Macht, um das Gefühl, Dinge verändern zu können, es geht um Bestätigung, Anerkennung und die Verlorenheit in einer Welt, der die verlässlichen Systeme abhandengekommen sind.

    Dieses Familientheaterangebot eignet sich für Jugendliche ab 12 Jahren. Es gibt einen gesonderten U18-Preis.  

Inszenierung
Michael Neuwirth
15. Okt. 2018
Kino

Transit

  • Anna Seghers´ Roman “Transit“ handelt von der Flucht eines Deutschen, der während des Zweiten Weltkriegs vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flieht. Christian Petzold hat das Buch verfilmt, als spiele es in der absoluten Gegenwart. Die deutschen Truppen stehen bereits vor Paris. Georg entkommt noch im letzten Moment nach Marseille. Der Film erzählt nun die Geschichte einer großen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist. Es ist eine umwerfende Literaturverfilmung, der das Kunststück gelingt, einen historischen Stoff zeitlos zu erzählen. „Eine Windstille der Geschichte“ spüre er darin, sagt Christian Petzold zu diesem unbedingt sehenswerten Film. Die Hauptrollen spielen Franz Rogowski (European Shooting Star 2018) und Paula Beer (nominiert zum Europäischen Filmpreis für ihre Hauptrolle in François Ozons „Frantz“). Matthias Brandt spielt die erzählende Figur, die die Bilder des Films mit Sätzen von Anna Seghers aus dem Off kommentiert.

     Moderiert wird der Abend von Matthias Helwig, Betreiber der Arthouse-Kinos BREITWAND und Leiter des “fünf seen film festivals“. Nach dem Film sind die Zuschauer eingeladen, mit Matthias Helwig zu diskutieren.    

14. Okt. 2018
Theater

König Lear

  • Der König ist alt geworden, auf alles will er verzichten: Auf Macht, Politik, Verwaltung, seine Untertanen. Einzig auf den Titel und seinen Namen besteht er: König Lear. Das Reich teilt er in drei Teile, jede seiner Töchter soll einen davon erhalten, seine liebste Tochter Cordelia jedoch das schönste Drittel. Einzige Bedingung an die Drei: Sie sollen ihre Liebe zum Vater bekunden, aussprechen, wer von ihnen den Vater am meisten liebt. Während sich die älteren Schwestern Goneril und Regan im Schönreden zu übertrumpfen suchen, gibt Cordelia sich geschlagen: Nicht mit Worten liebe sie den Vater, sondern mit dem Herzen, wahrhaftig, ehrlich und direkt. So, wie eine Tochter ihren Vater lieben muss. Nicht mehr, nicht weniger. Für den König aber ist das zu wenig.

    Das Ensemble des Neuen Globe hat sich in all ihren Produktionen eine freche, im ursprünglichen Sinn komödiantische Spielfreude zu eigen gemacht. In der Tradition des Elisabethanischen Theaters bringt es den Lear mit einem All-Male-Ensemble auf die Bühne. Acht Männer (!!) spielen 14 Rollen, beschwören die Elemente, lassen Sturm, Donner und Orkan vor den Augen und Ohren der Zuschauer entstehen und stürzen sich wie damals in wilde Kämpfe und Gefechte. Die Darstellung des Königs bewegt sich zwischen Altersstarrsinn und Demenz. Wer eine gediegene Inszenierung erwartet, wird vielleicht enttäuscht, wer aber Freude an den früheren Abenden mit der Truppe, die sich vormals Shakespeare und Partner nannte, wie etwa der „Komödie der Irrungen“, hatte, kann einen extravaganten Theaterabend in bester Shakespearemanie genießen.

     

Regie
Kai Frederic Schrickel
12. Okt. 2018
Tanztheater

Sigh Memory

  • In „Sigh Memory“ wird die Geschichte eines Mannes und seiner Erinnerung erzählt. Der Mann wirft einen Blick in seine Vergangenheit, um sich seiner Existenz in der Gegenwart zu vergewissern. Doch die Erinnerungen, die er findet, gehören nicht zu ihm, sie führen ein Eigenleben, haben keine Form, die er berühren oder festhalten kann. Deshalb beschließt er, in sie einzutauchen mit ihnen in Dialog zu treten. Auf der Bühne findet dieser Dialog seine Form durch die Tänzer, die innerhalb und außerhalb eines Kubus agieren. Die Erinnerungen tauchen auf und verschwinden, haben Einfluss auf das alltägliche Leben. Le Vu Long begegnet in „Sigh Memory“ natürlich auch der Geschichte seines Landes und seiner Heimat und gibt diesen Gefühlen eine Form der Nachhaltigkeit. Schaut hin und seid mutig, denn nicht jede Erinnerung ist positiv.

    Die Together Higher Dance Company besteht ausnahmslos aus gehörlosen Tänzerinnen und Tänzern, die bei den Choreographien von Le Vu Long ihr grandioses tänzerisches Können zur Schau stellen. Ihre Handgesten verschmelzen mit dem Vokabular des modernen Tanzes zu einer ganz eigenen Bewegungssprache. Le Vu Long arbeitet seit 2000 als Choreograph an dem staatlichen, vietnamesischen Opernhaus und der dazugehörigen Ballettsparte und gründete zusammen mit seiner Frau Luu Thi 2002 seine eigene Company. „Auf meinem Weg auf der Suche nach der Schönheit der Kunst des Tanzes traf ich auf diese stummen Menschen in ihrer stillen Welt. Sie lehrten mich, das Leben zu hören und ich gab Ihnen meine Stimme, meine Körperstimme…“ sagt Le Vu Long über seine Arbeit.

    Am So 8. Dez kommt ein weiteres Tanztheater zu uns: Das Quorum Ballet, das bereits mit „Elements“ unser Publikum begeisterte, zeigt sein Programm „Correr o Fado“ mit Livemusik.

     

Choreographie
Le Vu Long
9. Okt. 2018
Kindertheater

Freunde

  • Auf einem Bauernhof leben Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar. Die drei sind richtig dicke Freunde und erleben gemeinsame Abenteuer. Mit dem Fahrrad radeln sie in den Morgen hinein. Keine Kurve ist ihnen zu scharf, keine Pfütze zu tief. Am Dorfteich beschließen sie, Seeräuber zu werden, doch der Hunger treibt sie wieder an Land. Nichts kann die drei Freunde trennen – nur eine gemeinsame Schlafgelegenheit lässt sich nicht finden. Aber dafür träumen sie voneinander…

    Die drei Freunde von Mullewapp zählen zu den unsterblichen Bilderbuchhelden dieser Welt. Sie zeigen, wie man zu dritt alle Höhen und Tiefen des Lebens meistert, denn richtige Freunde sind unbesiegbar. Christiane Remmert schlüpft in die Rolle des dicken Waldemar und spielt die Geschichte fantasievoll und mit feinem Gespür für Komik, sodass die jungen Zuschauer den Eindruck bekommen, die Abenteuer selbst mitzuerleben.

    Dauer: ca. 45 Min. 

9. Okt. 2018
Kino

Otez-moi dun doute / Eine bretonische Liebe OmU Cinema Français

  • Jede Familie hat ihre Geheimnisse, lebt mit den kleinen und großen Lügen, den Brüchen des eigenen Daseins. Die einen halten sie unter der Oberfläche der bürgerlichen Existenz verborgen, andere tragen sie offen zur Schau und wieder andere wissen gar nichts von den eigenen Geheimnissen – so wie Erwan. Er ist Bombenentschärfer. Einst rettete er Leben in den Kriegsregionen dieser Welt, doch als seine Frau starb, kehrte er nach Frankreich zurück, um sich um die gemeinsame Tochter Juliette zu kümmern. Die ist nun erwachsen – und schwanger. Von wem, weiß sie nicht oder gibt vor, es nicht zu wissen. Um einen genetischen Defekt auszuschließen, den einige Familienmitglieder tragen, machen sie und Erwan einen DNA-Test. Der bringt zutage, dass der Mann, den Erwan seit mehr als 40 Jahren für seinen Vater gehalten hat, gar nicht sein biologischer Vater ist. Selten hat jemand mit so viel Witz und Ernsthaftigkeit zugleich von den Tragödien der menschlichen Existenz erzählt. Banale Familiengeschichten? Die gibt es nicht – schon gar nicht so klug und schön erzählt.

      

8. Okt. 2018
Kino

Es geht durch die Welt ein Geflüster

  • Zwischen dem 7. November 1918 und dem 1. Mai 1919 ändert sich das politische Gesicht Bayerns vollständig. In München, dem Hauptschauplatz des Umbruchs wird die Monarchie gestürzt. In der Nacht zum 8. November in der ersten Sitzung der Arbeiter- und Soldatenräte ruft Kurt Eisner den „Freistaat Baiern“ aus und wird erster Ministerpräsident: „Die Dynastie der Wittelsbacher ist abgesetzt und „Baiern“ ist fortan ein Freistaat!“ In der Folge kämpfen revolutionäre und konservativ-reaktionäre Kräfte ein halbes Jahr lang mit allen Mitteln um die Macht. Die Räterepublik wird mit äußerster Gewalt niedergeschlagen.

    Diese ungewöhnlich und gut recherchierte Doku der Autorin und Regisseurin Ulrike Bez ist mit 50 Minuten der erste Teil dieses Abends dem sich ein Gespräch mit der Regisseurin und der Historikerin Dr. Edith Raim anschließt. Danach ist ein Austausch mit dem Publikum vorgesehen. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und wünschen einen intensiven Abend.

5. Okt. 2018
Theater

Der Krawattenclub

  • Bernard und Adrien, Partner eines erfolgreichen Architekturbüros, sind seit zehn Jahren Freunde – bis zum Abend von Bernards 40. Geburtstag, als dieser erfährt, dass Adrien nicht zu seiner Geburtstagsfeier kommt. Adrien verheimlichte seinem Kompagnon, dass er Mitglied eines Clubs ist, der allmonatlich am ersten Donnerstag zum Treffen lädt. Ein Club ohne Formalitäten, ohne festgeschriebene Statuten – außer: Wer ein einziges Mal nicht zum monatlichen Essen erscheint, fliegt raus. Brüskiert von diesem Vertrauensbruch und eifersüchtig auf die vermeintliche Exklusivität, die Adrien ihm vorenthält, bricht Bernard einen Streit vom Zaun, der nicht nur die Männerfreundschaft auf eine harte Probe stellt, sondern sein komplettes wohlsituiertes Lebensgefüge erschüttert…

    Die französische Literaturszene bringt immer wieder große Meister darin hervor, menschliche Beziehungen zu sezieren und auf zugleich humorvolle wie dramatische Weise in ihre Einzelteile zu zerlegen. Fabrice Roger-Lacan ist einer von ihnen und sein Debüt-Stück, das auch für den französischen Theaterpreis „Prix Molière“ nominiert war, beweist dies eindrucksvoll. In bissigen, pointierten Dialogen liefern sich die Protagonisten ein bös-heiteres Duell, in dem es um die großen grundsätzlichen Themen geht: Freundschaft, Loyalität, Vertrauen, Liebe.

    Dies ist die vierte Produktion der Moreth Company, die in Landsberg aufgeführt wird und der erste Gegenwartsstoff, den sie auf die Bühne bringt. Zu sehen sind bekannte Gesichter: Company-Leiter Konstantin Moreth selbst als neurotischer, hypersensibler Bernard und Sebastian Feicht als sein bodenständiger Kumpel Adrien.

       

Bernard
Konstantin Moreth
Adrien
Sebastian Feicht
Ausstattung
Christina Burde
Spielleitung
Robert Spitz
4. Okt. 2018

Deine Stimme – Deine Bühne

3. Okt. 2018
Kabarett

Frank Lüdecke

  • Traditionell eröffnet s´Maximilianeum auch die Spielzeit 2018/19 mit politischem Kabarett. Opener heuer ist Frank Lüdecke, der seit Jahren zur ersten Riege des deutschen Kabaretts zählt. Der mit dem Deutschen Kabarettpreis (2009), dem Bayrischen Kabarettpreis (2010) und dem Deutschen Kleinkunstpreis (2011) dekorierte Lüdecke war viele Jahre Mitglied beim „Scheibenwischer“ und Hauptautor für Dieter Hallervorden. In Landsberg gastiert Lüdecke mit seinem aktuellen Programm „Über die Verhältnisse“. Frank Lüdecke redet dabei über die Selbigen und wirft einen vergnüglichen Blick in die Seele zivilisationsgestresster Mitteleuropäer. Das Digitale, die Demokratie, Europa – all das kann Spuren von Pointen enthalten. Und jede Menge Hoffnung. Denn bei allen Schwierigkeiten sollten wir nicht vergessen: es ist doch für alle noch genug Schaum auf dem Cappuccino! Geboten wird dabei hintersinniges Polit-Kabarett mit höchstem Unterhaltungswert.

1. Okt. 2018
Junge Bühne

Schauspieltraining

1. Okt. 2018
Kino

Isle of Dogs- Ataris Reise

  • Erzählt wird die Geschichte von Atari Kobayashi, dem 12-jährigen Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als durch einen Regierungserlass alle Hunde der Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie verbannt werden, macht sich Atari allein in einem Miniatur-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island auf der Suche nach seinem Bodyguardhund “Spots“. Dort freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an und bricht mit ihrer Hilfe zu einer epischen Reise auf, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird. Nach “Der fantastisch Mr. Fox“ ist dies Wes Andersons zweiter Animationsfilm. Wieder erschafft der Regisseur ein detailreiches Universum, das seine ganz eigenen Wirklichkeiten und Gesetze entwickelt. Auch wenn böse Schurken auftreten und die Vierbeiner brutal jagen, bleibt der Film eine Fabel. Wundersamerweise verstehen wir die Tiere, während das, was die Menschen sagen, zum größten Teil übersetzt werden muss. Ataris skurrile Gefährten King, Duke, Rex, Bob und Chief konfrontieren uns mit den wesentlichen und alle betreffenden Fragen: „Wer sind wir? Und wer wollen wir sein?“. Für diesen wunderbaren Animationsfilm erhielt Wes Anderson im Februar 2018 auf der Berlinale den Silbernen Bären.

      

29. Sep 2018
Kino, Und mehr

Babylon Berlin

  • Berlin im Frühjahr 1929: Eine Metropole in Aufruhr. Ökonomie und Kultur, Politik und Unterwelt – alles befindet sich in radikalem Wandel. Spekulation und Inflation zehren bereits an den Grundfesten der immer noch jungen Weimarer Republik. Wachsende Armut und Arbeitslosigkeit stehen in starkem Kontrast zu Exzess und Luxus des Nachtlebens und der überbordenden kreativen Energie der Stadt.

    Auf Basis der international erfolgreichen Bestseller-Serie von Volker Kutscher erzählt „Babylon Berlin“ in 16 Episoden das ganze Panoptikum der aufregendsten Stadt der Welt in den 1920er Jahren zwischen Drogen und Politik, Mord und Kunst, Emanzipation und Extremismus.

    Als Regisseure und Autoren für dieses Serienmeisterwerk (Der Spiegel) zeichnen Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borries verantwortlich. In den Hauptrollen brillieren Volker Bruch und Liv Lisa Fries neben Peter Kurth, Matthias Brandt, Leonie Benesch, Lars Eidinger, Fritzi Haberlandt, Jördis Triebel, Christian Friedel, Hannah Herzsprung, Benno Fürmann, Udo Samel, Hanns Zischler, Günther Lamprecht u.v.a. Kamera: Frank Griebe, Bernd Fischer, Phillipp Haberlandt – Musik von Tom Tykwer, Jonny Klimek.

    Pressestimmen: Die Serie der Stunde! (DIE ZEIT), Der Beginn von etwas Kolossalem. Es könnte der erste deutsche Serien-Welterfolg werden! (DIE WELT), Außergewöhnlich und bahnbrechend. Etwas Großes, über das die ganze Fernseh-Welt spricht! (BILD AM SONNTAG) BABYLON BERLIN ist das große deutsche  Serienereignis dieses Jahres! (DER TAGESSPIEGEL), Von Anfang an haben die Bilder einen Sog, der einen nicht mehr loslässt. Der süchtig macht. Am liebsten möchte man alle Folgen am Stück sehen! (BERLINER MORGENPOST).

    Wir freuen uns und sind sehr stolz, Ihnen bereits am Sa 29. und So 30. September im FILMFORUM im Stadttheater alle 16 Episoden in Anwesenheit von Tom Tykwer auf großer Leinwand aufführen zu können.Zeitplan Sonntag:11:00 – 12:30 Episode 9&10 / 12:30 – 13:00 Pause / 13:00 – 14:30 Episode 11&1214:30 – 15:00 Pause / 15:00 – 16:30 Episode 13&14 / 16:30 – 17:00 Pause17:00 – 18:30 Episode 15&16

27. Sep 2018
Konzert

Pablo Ziegler Trio

  • Mit 24 kam der heute 73-jährige Pablo Ziegler in die Band des großen Tango-Meisters Astor Piazzolla. Es folgten 15 Jahre in denen das Astor Piazzolla Quintett den Tango Nuevo prägten und endgültig zu einer weltweit anerkannten, ganz speziellen Kunstform machten. Pablo Ziegler hat daran wesentlichen Anteil. Er steht für die Verbindung des traditionellen Tangos Argentiniens mit der internationalen Jazzwelt New Yorks. Sein Trio zählt auch heute noch zu den wichtigsten Latin Jazz Formationen aller Zeiten. Davon zeugt auch die Auszeichnung mit einem Grammy für sein aktuelles Album „Jazz Tango“! Uns erwartet also ein echtes Highlight!

Klavier
Pablo Ziegler
Gitarre
Quique Sinesi
Bandoneon
Walter Castro
25. Sep 2018
Kino

The Happy Prince OmU / English cinema

  • Der Titel des Films bezieht sich auf die im Jahr 1888 erschiene Sammlung von fünf Kunstmärchen des Schriftstellers mit dem Titel “Der glückliche Prinz und andere Märchen“. Nahezu 10 Jahre später war Wilde gesundheitlich schwer angeschlagen aus der Haft entlassen worden. Am gleichen Abend floh er vor der gesellschaftlichen Ächtung als Homosexueller nach Paris und betrat nie wieder britischen Boden. Der Film porträtiert einfühlsam den Lebemann mit selbstzerstörerischen Neigungen und stellt seine Epoche in  opulenten Bildern und anspruchsvoller Sprache dar.

        

15. Okt. 2018
Kino

Transit

  • Anna Seghers´ Roman “Transit“ handelt von der Flucht vor den Nazis. Christian Petzold hat das Buch verfilmt, als spiele es in der absoluten Gegenwart. Das ist erschreckend plausibel. Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In der Hafenstadt darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Einreisegenehmigungen für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht. Georg nimmt die Identität von Weidel an, versucht eine der wenigen Schiffspassagen zu ergattern. Schauplatz des Films ist das heutige Marseille, in dem sich die Figuren aus der Vergangenheit bewegen. Geflüchtete von damals treffen auf Geflüchtete von heute, die Geschichte trifft auf die Gegenwart, und alle Erzählungen verbinden sich zu einem ewigen Transitraum. „Eine Windstille der Geschichte“ spüre er darin, sagt Christian Petzold. Unbedingt sehenswert!

      

24. Sep 2018
Kino

Poem

  • Der Film ist eine faszinierende Zusammensetzung von 19 unterschiedlich interpretierten und wunderbar verfilmten Gedichten mit großartigen Darstellern/innen. Gedichte von: Antonia Keinz, Hermann Hesse, Claire Goll, Ernst Jandl, Heiner Müller, Johann Wolfgang von Goethe, Selma Meerbaum-Eisinger, Mascha Kaléko, Ingeborg Bachmann, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Hans Arp, Else Lasker-Schüler, Heinrich Heine, Georg Trakl, Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Isabel Tuengerthal und Friedrich Schiller. Ein guter Rat: Unbedingt anschauen!!!   

22. Sep 2018
Konzert

Andreas Hinterseher // Evelyn Huber

  • Zwei Musiker von Quadro Nuevo stellen uns an einem Abend Soloprogramme vor.

    Den Abend eröffnet Andreas Hinterseher mit einem der sehr seltenen Soloauftritte des Akkordeonisten. Man erlebt ihn in seiner ganzen, puren, lyrischen Virtuosität.

    Nach der Pause dann die Harfenistin Evelyn Huber mit ihrem aktuellen Programm Inspire. Vier akustische Instrumente – vier Musikerpersönlichkeiten, die sich durch ihre unkonventionelle Art zu spielen gegenseitig inspirieren. Kammermusikalische Traumbilder – kraftvoll feinsinnig. Im kreativen Dialog. Mit Matthias Frey am Flügel und Christopher Herrmann am Cello hat sich Evelyn Huber dafür ausgesprochen empathische Musiker an die Seite geholt, die trotzdem auch ihre eigene Farbe mit an Bord bringen. Perkussiv ergänzt von Ramesh Shotham.

     

Akkordeon
Andreas Hinterseher
Harfe
Evelyn Huber
Klavier
Matthias Frey
Cello
Gabriel Mientka
Perkussion
Ramesh Shotham
20. Sep 2018
Theater

Homohalal

  • Deutschland im Jahr 2037: Man lebt im tolerantesten Land der Welt, harmonisch und erschreckend wenig islamisiert. Gut zwanzig Jahre nach der sogenannten Flüchtlingskrise treffen einstige Asylsuchende, Aktivisten und Helfer bei einer Trauerfeier wieder aufeinander. Im Kampf um mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen für Geflüchtete war man sich damals sehr nahe gekommen, verliebte sich, heiratete fürs Bleiberecht oder trennte sich aufgrund der dann scheinbar doch unüberwindbaren kulturellen Gegensätze.

    Das Zusammentreffen lässt zuerst eine nahezu euphorische Stimmung aufkommen. Man schwelgt in Erinnerungen an aufregende Zeiten. Gemeinsam Errungenes wird in der rosaroten Rückblende zum großen Sieg einer ganzen Bewegung. Aber der Putz bröckelt schnell, und alte Wunden brechen wieder auf. Lebt man heute das Leben, von dem man damals träumte? Hat man sich damals wirklich integriert und zueinander gefunden? Und wurde politisch irgendetwas erreicht? Was völlig harmlos beginnt, entwickelt sich mit scharfem Witz und äußerst erfrischender „Political Incorrectness“ zu einem Showdown, der sich gewaschen hat. Hier kommt keiner ungeschoren davon, weder die einstmals helfenden Gutmenschen, noch die damals so gefürchteten Überfremder. Alle bekommen ihr Fett ab. Messerscharfes und blitzgescheites Unterhaltungstheater, voll auf der Höhe unserer Zeit.

    Die Theaterplattform theaterlust, die schon häufiger Gast im Stadttheater war, beschert dem Landsberger Publikum wieder einmal eine richtige Theaterpremiere.

       

Regie
Thomas Luft
Edith Konrath, Evelyn Plank, Benjamin Hirt, Gabriele Graf, u. a.
Es spielen
15. Sep 2018
Und mehr

Kunstnacht: Ungewöhnlich – in jedem Format

  • Heuer wird der Ellinor Holland Kunstpreis zum neunten Mal verliehen. Die Veranstaltung im Stadttheater steht unter dem Motto „Ungewöhnlich – in jedem Format“. Und das wird den Landsbergern in verschiedenen Kunstformen vorgestellt: in Film, Theaterperformance, Musik und Malerei. Nominiert sind: die Filmemacherin Ulla Geiger und ihr Film „Wir drehen keinen Film“, die Gruppe „Randerscheinungen“ und ihr Projekt „Mandragora“, der Musiker Markus Philipper, das Projekt des Regionalverbands Bildender Künstler und die Malerin Gabriele Lockstaedt. In der Jury sind Filmregisseur und Snowdance-Chef Tom Bohn, Kulturbürgermeister Axel Flörke und LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger.

13. Sep 2018
Kino

Rhythm is it!

  • Im Februar 2003 begannen die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Sir Simon Rattle ein Projekt mit 250 Kindern und Jugendlichen aus 25 Nationen. Unter Anleitung des Choreografen und Tanzpädagogen Royston Maldoom proben sie die Aufführung von Igor Stravinskys Ballett “Le sacre du printemps“. Nur sechs Wochen haben die Schüler, die überwiegend aus Berliner Problemschulen stammen. Keiner ist vertraut mit klassischer Musik und Tanz. Maldoom hatte zuvor bereits unter anderem mit Straßenkindern in Äthiopien und mit jugendlichen Strafgefangenen in England Stravinskys Ballett erfolgreich inszeniert. Der Film zeigt die Entwicklung der jungen Menschen, die aus den wachsenden Erfolgen Selbstbewusstsein ziehen und als Persönlichkeit reifen. Er zeigt aber auch das Chaos der Proben, den unmotivierten Beginn der Jugendlichen und die Interventionen der besorgten Lehrer, die fürchten, ihre Schüler würden von dem Projekt überfordert. Das glückliche Ende und der große Höhepunkt ist der umjubelte Auftritt in der Berlin-Arena. RHYTHM IS IT! verfolgt einfühlsam diesen Prozess der Entstehung eines Kunstwerkes. Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern, Royston Maldoom und die beiden Regisseure Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch des mitreißenden Dokumentarfilms haben viel gewagt und ganz offensichtlich grandios gewonnen.

      

11. Sep 2018
Kino

Der menschliche Makel

  • Coleman Silk ist Professor für Literaturwissenschaften und vermeintlich der erste Dekan jüdischer Abstammung am “Athena College“ in einer Stadt in Massachusetts. Tatsächlich ist Silk aber Afroamerikaner mit heller Haut – eine Tatsache, die er seit seiner Studentenzeit verheimlicht, um Diskriminierung zu vermeiden. Während einer Vorlesung bezeichnet Silk zwei nie anwesende Studenten als „dunkle Gestalten“. Als sich die zwei Studenten als Afroamerikaner erweisen und Klage gegen die abfällige Bezeichnung als „Schwarze“ erheben, wird Silk des Rassismus bezichtigt. Empört kündigt er seine Professur auf. Seine Ehefrau Iris stirbt kurze Zeit später infolge der Aufregungen. Er bittet den befreundeten Schriftsteller Nathan Zuckerman, ein Enthüllungsbuch über seinen Fall zu schreiben, was dieser jedoch ablehnt. Im weiteren Verlauf geht Silk eine ausgeprägt sexuell orientierte Beziehung mit der viel jüngeren Faunia Farly ein. Diese Verbindung entwickelt sich als sehr kompliziert und verletzend – und führt zu einem dramatischen Ende. Schließlich schreibt Nathan Zuckerman doch ein Buch mit dem Titel “Der menschliche Makel“ über Coleman Silk, der sein Leben um eine Lüge aufgebaut habe. Eine großartige Literaturverfilmung mit großartigen schauspielerischen Leistungen.

      

10. Sep 2018
Kino

Cäsar muss sterben

  • Darin sind sich Shakespeare und die Taviani-Brüder einig: Der Mensch und seine Rechte stehen immer im Mittelpunkt, seine Einsichten, Irrtümer, seine Selbstkritik, und nicht nur die hehren ideologischen und moralischen Prinzipien. Das macht auch die Überzeugungs-kraft dieses ungewöhnlichen Films an diesem ungewohnten Ort mit seinen ungewöhnlichen Darstellern aus. Die kunstvolle Filmgestaltung der Taviani-Brüder würde aber nicht allein funktionieren, wenn die Gefängnisinsassen nicht “geborene Schauspieler“ wären. Sie sind Naturtalente mit sehr intensiver Ausstrahlung und Mimik. Der Film wurde im Februar 2012 im Rahmen der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin uraufgeführt und mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet. Außerdem Nominierungen für den Europäischen Filmpreis in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt. Wir widmen die Aufführung Vittorio Taviani, der im Mai 2018 verstarb.

9. Sep 2018
Kino

Maria by Callas OmU

  • Der Regisseur Tom Volf lässt seine Heldin viel in ihren eigenen Worten sprechen. Interviews, Briefe, Fotos, Opern- und Konzertmitschnitte komponiert er zum Bild einer Frau, die auch heute noch, mehr als 40 Jahre nach ihrem Tod, ihr Geheimnis wahrt. Sein akribisch recherchierter Film ist beinahe so elegant wie Maria Callas selbst. Dabei spielt auch die Musik eine wichtige Rolle: Einige Arien werden komplett eingespielt und zeigen die Kraft und Dramatik ihrer ausdrucksvollen Stimme, die bis heute fasziniert. Schon allein diese Töne von den Bühnen der Welt machen den Film zum Muss für alle Opern- und Klassikfans.

       

9. Sep 2018
Kino

Amadeus

  • Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Shaffer über das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Film beginnt in Wien im Winter 1823, 32 Jahre nach Mozarts Tod und erzählt Mozarts Leben nach den Erinnerungen des alten Hofkomponisten      Antonio Salieri. In exzellenten Interpretationen hören wir während der gesamten Filmhandlung Ausschnitte aus den berühmtesten Werken Mozarts. Wir danken Miloš Forman, der im Mai 2018 verstarb, für dieses grandiose Filmwerk, das ungezählte internationale Auszeichnungen erhielt.

       

8. Sep 2018
Und mehr

Poetry Slam

  • Nach über 8 Monaten Pause geht der beliebte Dichter*innenwettstreit nun endlich in die nächste Runde. SlamMaster Ko Bylanzky und 8 motivierte Slammerinnen und Slammer von Nah und Fern freuen sich endlich wieder vor das Publikum treten zu können und ihm mit geistreichen Texten voller Witz und/oderTiefgang einen schönen Abend zu schenken – natürlich unter Wahrung aller Abstands- und Hygienevorschriften.Am Start sind diesmal Starslammer Kaleb Erdmann aus Leipzig, einer der stilprägendsten Bühnenpoeten der letzten Jahre, dessen polarisierender Humor auch in Landsberg inzwischen bestens bekannt sein dürfte.Zum ersten Mal im Stadttheater ist der Thüringer Vizemeister und Finalist der letzten Deutschsprachigen Meisterschaften Marcel Schneuer, der frisch nach München gezogen ist.Ein Shooting-Star in der Bayerischen Kabarettszene ist die Regensburgerin Eva Karl-Faltermeier, die sich jedoch auch auf Slambühnen zuhause fühlt. Bei ihr ist es jedenfalls nicht von Nachteil bayerische Mundart zu verstehen.Nicht näher vorstellen muss man wohl den Münchner Yannik Sellmann. Der zweifache Bayerische Poetry Slam-Champion ist Stammgast im Stadttheater und konnte den Landsberger Slam bereits dreimal für sich entscheiden.Das Line-Up komplettieren der Münchner Reimpoet und Aufsteiger der letzten Saison Henri Kruse, die Finalistin der letzten Bayerischen U20-Meisterschaften Alexandra Heidel sowie die Lokamatador*innen Wendelin Schlicker und Sina Boujdaa.Damit sind alle Startplätze vergeben, man kann sich mit seinen Gedichten, Storys oder seinen Raptexten unter landsberg@planetslam.de aber bereits für den darauffolgenden Slam am 13.11. einen Startplatz sichern.Denn trotz großer Namen im Aufgebot entscheidet immer noch der Applaus der Zuschauer über den Sieger des Abends. Überraschungen sind dabei an der Tagesordnung, schon oft haben Außenseiter den Stars der Szene die Show gestohlen.Ungewohnt ist sicher die aktuelle Situation mit nur ca. 100 zugelassenen Besuchern. Deshalb wird es erstmals beim Landsberger Poetry Slam einen Kartenvorverkauf zu den Öffnungszeiten des Theaterbüros (Montag bis Donnerstag von 10-14 Uhr sowie Freitag von 12-17 Uhr) geben oder im Reisebüro Vivell. Der Verkauf beginnt ab Donnerstag, 01.10.2020. Personen, die zusammen sitzen wollen, werden gebeten, sich die Karten auch gemeinsam zu kaufen, da ansonsten ausschließlich Einzeltickets verkauft werden können. Im Theater gilt die Verpflichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Auf dem zugewiesenen Sitzplatz kann diese abgenommen werden. Auch auf die Einhaltung des Mindestabstandes ist natürlich zu achten. 

1. Aug. 2018
Konzert

Rosanne Cash

  • Rosanne Cash (geb. 1955) ist mehrfache Grammy Preisträgerin und ganz vorne in der Speerspitze der amerikanischen Singer-Songwriterinnen. Sie pflegt einen eigenen unverkennbaren Stil des Geschichtenerzählens und wenn sie nicht gleich Kurzgeschichten schreibt, packt sie ihre Stories zusammen mit ihrem Mann John Leventhal musikalisch in ein Gewand aus Folk, Country Music, Rock und Popmusik. Johnny Cash kaufte wenige Jahre vor ihrer Geburt seine erste Gitarre in Landsberg. Damals hatte er noch keine Karriere. Seine älteste Tochter besucht nun erstmals Landsberg, wahrscheinlich auf dem Zenith ihres Schaffens. Wir freuen uns sehr auf diesen ganz besonderen Tag für Rosanne Cash, fürs Stadttheater und für Landsberg.

    päsentiert von  width=186Dieses Konzert wird ermöglicht durch unseren Förderverein TILL.width=186  TILL wird unterstützt von der width=186

Gitarre, Gesang
Rosanne Cash
Gitarre
John Leventhal
28. Jul 2018
Konzert

Bigband Dachau

  • Bestehend hauptsächlich aus Laien und Musikschülern, wird sie geleitet von einem, der sehr genau weiß, was er tut: Tom Jahn. Ein für sein genreübergreifendes Verständnis geschätzter Musiker, Komponist und Arrangeur. Auch LaBrassBanda holten ihn bereits an Bord. Das Montreux Jazz Festival lud die Bigband Dachau letztes Jahr ein und da kann man getrost davon ausgehen, dass dies kein Zufall war. 2016 begeisterte die Bigband Dachau auf dem Landsberger Soundlaster. In 2017 hätte dieser Auftritt eigentlich wiederholt werden sollen. Dies hat dann leider kurzfristig doch nicht geklappt. So sind wir glücklich die Bigband Dachau nun in Zusammenarbeit mit Soundlaster-Chefin Sybille Engels doch wieder nach Landsberg holen zu können. Das Konzert ist als Party gedacht und natürlich unbestuhlt. Denn diese Bigband geht mit ihrem Verdammten Beat mächtig in die Beine.

26. Jul 2018
Theater

Sokrates und die Hebammenkunst

  • Zum Jubiläum des Stadttheaters zeigt der Regisseur Ioan C. Toma sein antikes Theater-Kabarett-Stück „Sokrates und die Hebammenkunst“ nach Texten von Platon in der alten Übersetzung von Schleiermacher. Die alten Texte werden erschreckend aktuell. Wer denkt bei dialogischer Wahrheitssuche nicht an Fake News oder bei machtpolitischer Skrupellosigkeit nicht an das ein oder andere Staatsoberhaupt. Ein detektivisches Frage-Antwort-Spiel, bei dem die Wahrheit gesucht wird und viele über Dinge reden, von denen sie nichts wissen. Doch es ist gefährlich das nachzuweisen. So schafft sich Sokrates Feinde und wird angeklagt.

    Einführend behandelt Sokrates mit Hippias die Frage nach dem Schönen. Hier tritt der große Philosoph erst noch als Stellvertreter auf und gibt vor, von einem Freund gefragt worden zu sein. Trotzdem ist der arme Hippias von der Gesprächsführung völlig überfordert. Dann beginnt mit der Apologie, der großen Verteidigungsrede des Sokrates, die eigentliche Rahmenhandlung des Stückes. Das Orakel in Delphi hat ihm bescheinigt, der Weiseste zu sein. Jetzt legt sich Sokrates mit den Klügsten seiner Zeit an und erörtert ihnen, dass sie zwar glauben, weise zu sein, tatsächlich aber nichts wissen. Er jedoch besitzt wenigstens diese Kenntnis. Im Dialog mit Menon kommt die Hebammenkunst zum Einsatz, mit deren Hilfe Sokrates das Erkenn und Lehren exerziert. Es geht um die Lehrbarkeit von Tugend und bereits hier klingen die radikalen ethischen Grundsätze des Philosophen an. Im folgenden Streit mit den Sophisten kippt die Methodik und Sokrates quält die beiden regelrecht mit fast satirischen Syllogismen. Doch dann wird es gefährlich. Den nicht mehr ganz nüchternen Polos kann Sokrates noch vorführen, beim Streit mit Kallikles jedoch bleibt Sokrates zwar rhetorisch und moralisch der verdiente Sieger, vor der Anklage und Verurteilung bewahrt es ihn nicht. Doch will er das überhaupt? Er setzt gegen Machtgeilheit und Skrupellosigkeit die radikale Überzeugung, dass es besser ist Unrecht zu leiden, als zu tun. Darum zerlegt er zwar mit der abschließenden Apologie die Anklage, nimmt aber dennoch das Todesurteil an.

    Ein ungewöhnlicher Zugang zu den Platonischen Dialogen, der Philosophie und der Kunst des Streites wird mit diesem Stück im agoraähnlichen Theatergarten geboten. Texte aus der Zeit der Entstehung des Theaters an sich zum Jubiläum des Landsberger Theaters. Wie die Texte wird auch die Ausstattung von Bonnie Tillemann und Karl-Heinz Kappl in das Hier und Jetzt übertragen, behält aber zum Teil auch seinen antiken Charakter. Konstantin Moreth verkörpert den Sokrates, seine Dialogpartner und Widersacher spielen wechselnd Matthias Bartels und Theaterleiter Florian Werner. Als Kind im Menon wirkt Lena Praßler mit.Sokrates

    Philosophische Kenntnisse sind keine Voraussetzung, dass Stück zu genießen. Es ist das, was Theater immer sein sollte: Geistige Herausforderung, sinnliche Erfahrung und gute Unterhaltung. Bei schlechtem Wetter oder aufziehendem Gewitter findet die Vorstellung im Theatersaal statt.

Regie
Ioan C. Toma
Konstantin Moreth, Matthias Bartels, Florian Werner
Es spielen
24. Jul 2018
Junge Bühne, Und mehr

Junge Bühne

  • Die neu gegründete junge Bühne des Stadttheaters Landsberg bietet allen theaterbegeisterten Jugendlichen zwischen 13 und 23 Jahren ab sofort die Möglichkeit an einem vielfältigen Theaterprogramm teilzunehmen. So gibt es neben einem wöchentlichen Schauspieltraining und vielfältigen Workshop-Angeboten auch die Möglichkeit an eigenen Inszenierungen der jungen Bühne mitzuwirken und das im Training Erlernte auf der Bühne zu präsentieren. Mehr Informationen und Anmeldung für die junge Bühne: julia.andres@landsberg.de

    Das erste Treffen der „Jungen Bühne“ findet für alle interessierten Jugendlichen am Dienstag, den 24. Juli 2018 von 15.30 – 17.00 Uhr im Foyer des Stadttheaters statt. 

17. Jul 2018
Theater

Komm, wir machen eine Revolution.

  • In einem heißen Sommer vor fünf Jahren schwärmte ein Zug mit Schülern des Ignaz-Kögler-Gymnasiums vom Bahnhof in die Altstadt Landsbergs. Sie hatten sich zusammen getan, um den öffentlichen Raum zu erobern – mit Texten, Musik und Aktion. Diese Schüler sind jetzt als junge Erwachsene in die Welt hinausgezogen, auf der Suche nach neuen Räumen. Aber Moment: Da braut sich wieder etwas zusammen… Die Welt seit 2012 hat sich weitergedreht und hinter den Mauern der Schule wird die nächste Revolte geplant. Die Brücken, Gassen, Häuser und Flussufer der Stadt werden wieder zu den Brettern, die die Welt bedeuten. Komm, wir machen nochmal Revolution. Jetzt erst recht!Ein Schuljahr lang forschten, spielten und texteten Wolfgang Nägele und Clara Holzheimer ([n]everland productions) 2011/12 mit Schülern des IKG und erprobten den Aufstand. Die Münchner Räterevolution 1918/19 diente als historische Folie, die literarischen Zeugnisse dieser Zeit als Grundlage für ihre Geschichten und Texte. Nun jährt sich die Revolution zum 100. Mal. Und es stellt sich – heute mehr als drängend – die Frage: Wo stehen wir? Und: Welche Revolution(en) wollen wir? Gemeinsam mit der Theaterpädagogin Julia Andres kehren Nägele und Holzheimer nach Landsberg zurück, um mit einer neuen Schülergeneration diesen Fragen nachzuspüren.In Kooperation mit dem Ignaz-Kögler-Gymnasium Landsberg am Lech.Gefördert durch width=186   width=186   width=186 

Künstlerisches Konzept und Leitung
Julia Andres, Clara Holzheimer, Wolfgang Nägele
12. Jul 2018
Theater

Brandner Kasper

  • Brandner Kaspar, hat redlich gelebt und nur selten harmlosen Schaden getan., ist im Himmel über den 72-Jährigen vermerkt, als er mit drei Jahren Verspätung dort eintrifft. Aber eine Sünde kann nicht so leicht vergeben werden: Um 90 Jahre alt zu werden, hat der stets zu Späßen aufgelegte Hallodri den Boandlkramer, den bayerischen Tod also, mit Alkohol abgefüllt und beim Kartenspielen übers Ohr gehauen. Dadurch konnte er seiner Enkelin Marei mit scheinbar unsterblicher jugendlicher Kraft ein Erbe erarbeiten. Dann aber stirbt Marei deutlich früher als vorgesehen und im Himmel wird man auf den fehlenden Brandner aufmerksam. Nun muss Petrus mit den himmlischen Mächten beratschlagen, wie in so einem ungewöhnlichen Fall zu entscheiden ist: Kann der schlitzohrige alte Mann zurück auf die Erde oder muss er ins Fegefeuer? Oder belässt es die himmlische Barmherzigkeit bei dem einzigen Blick ins Paradies des bayerischen Himmels?Die berühmte, zugleich freche und anrührende bayerische Komödie von Kurt Wilhelm inszeniert die Theatergruppe des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums. 

9. Jul 2018
Kino

Lucky

  • Er sieht aus wie eine zerknitterte Version des Marlboro Man, heißt aber Lucky und raucht „American Spirits“. Ein ganzes Päckchen, Rauch konserviert ja bekanntlich. Lucky ist um die 90 und hat sich bisher nie ums Alter sorgen müssen. Er trinkt jeden Morgen ein Glas Milch und macht während der Frühstückszigarette fünf Yogaübungen. Manchmal geht er ins Café, abends immer in die örtliche Bar. Mehr geschieht eigentlich nicht in diesem Film, der nach seinem Helden benannt ist, und doch bedeutet dieses Wenige die Welt. Stanton starb im September 2017, ein halbes Jahr nach der Weltpremiere seiner letzten großen Vorstellung. Seinem Schauspielkollegen John Carroll Lynch ist mit diesem Regiedebüt ein großartiger, kleiner Film gelungen. Als stiller Beobachter lässt er Harry Dean Stanton den nötigen Freiraum für kleinste Gesten und Gesichtsregungen, um seine minimalistische und nuancierte Performance zu entfalten. Der Film ist eine Liebeserklärung an Stantons unaufgeregtes Leben als oft übersehener Charakterdarsteller. Übersehen jedoch nur, weil dies seine erste Hauptrolle seit „Paris,Texas“ von Wim Wenders ist. Das war 1984, und doch hat er zu Recht eine liebevolle Fanbase, die ihn als Brett in „Alien“ feierte, der noch schnell die Katze vor dem außerirdischen Wesen retten wollte, oder als mürrischen Campingplatzbesitzer in David Lynchs Serie „Twin Peaks“. In deren Neuauflage sang er herzzerreißend von einer verflossenen Liebe. In LUCKY hallt dieser Song in einem Mundharmonikariff wider, das er selbst spielt. Und es gibt eine wunderbare Szene mit David Lynch, in der sie über Freundschaft philosophieren und einer entlaufenen Schildkröte, die „Präsident Roosevelt“ hieß, nachtrauern. Was für ein schöner Film!

7. Jul 2018
Ballett

Der Tanz der Jahreszeiten

  • „Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.“ HeraklitMit Klassischem Ballett, Kindertanz, Hip Hop, Breakdance und Jazzdance sowie Zeitgenössischem Tanz und Tanztheater beschäftigen wir uns mit dem Thema Jahreszeiten und den Wandlungen und Veränderungen im Leben.Es tanzen Schüler und Lehrer des Tanzstudios Ammersee.   

5. Jul 2018
Theater

Eine Familie

  • Die Westons sind eine ehemals typische amerikanische Mittelstandsfamilie in der Provinz in Oklahoma. Auf der staubtrockenen unwirtlichen Prärie haben sie ihre Träume von Wohlstand und Ansehen wahr gemacht. Liebe und Wärme aber sind längst mit Alkohol und Tabletten betäubt und in Ehescharmützeln und familiärem Kleinkrieg zertrampelt worden. Vater Beverly, pensionierter Professor und passionierter Alkoholiker, verschwindet plötzlich spurlos und lässt seine tabletten-süchtige, krebskranke Ehefrau Violet allein zurück. Die drei problembeladenen erwachsenen Töchter und Violets Schwester reisen mit ihrem neurotischen Anhang an, um der Verlassenen beizustehen. Diese aber nimmt im Delirium das egozentrische Terrorregime wieder auf, mit dem sie die Mädchen einst vertrieb. Beim Schmaus zur inzwischen gefundenen Leiche des Ehemanns führt die Mutter einen grandiosen Eklat herbei und das Familienfest eskaliert zur Schlammschlacht…Mit »Eine Familie« hat der amerikanische Dramatiker Tracy Letts einen bitterbösen und zugleich extrem komischen Abgesang auf den amerikanischen Traum geschrieben. In Zeiten Trump’schen Aktionismus lässt sich das Stück erschreckend aktuell als Kommentar zu einer Gesellschaft lesen, die all das, wofür sie jahrzehntelang gekämpft hat, in einem Anfall rabiater Zerstörungswut in den Abgrund rauschen lässt. In der Tradition von Eugene O’Neill, Arthur Miller, Anton Tschechow und besten amerikanischen TV-Serien mischt das epische Familienmelodrama Tiefgründigkeit und lässige Oberfläche zum scharf gezeichneten, unheimlich unterhaltsamen Generationenporträt, in dem sich jeder, der Eltern, Kinder oder Geschwister hat, wiederfindet. Das wahrscheinlich beste und erfolgreichste Familienstück des Jahrzehnts wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt und feierte Riesenerfolge am Broadway und an unzähligen deutschen Bühnen.

Inszenierung
Peter Kesten
2. Jul 2018
Kino

Zwei Herren im Anzug

  • Es beginnt mit zwei schwimmenden Hüten auf einem See, die von der Kamera überflogen werden – und endet mit zwei Hüten auf einem See, die als letztes Bild übrigbleiben. Dazwischen entfaltet der Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Josef Bierbichler sieben Jahrzehnte bayrischer (und somit auch deutscher) Geschichte. Sein radikal antiidyllischer Heimatfilm zeigt ein untergegangenes ländliches Bayern, erzählt von inneren Verwüstungen, politischer Borniertheit und verdrängter Schuld, davon, was diese Welt in und mit den Menschen anrichtet. Alle verfehlen sie das Glück: Pankraz, der eigentlich Sänger werden wollte, Herr und Knecht ist im eigenen Haus, in dem böse bigotte Weiber regieren, ein tyrannischer Patriarch und in seiner emotionalen Verpanzerung Gefangener. Seine sanfte und widerspenstige Frau, die ihren Sohn innig liebt und ihn, als er im Klosterinternat missbraucht wird, grausam allein lässt. In einer Szene voller Wucht und Pathos verflucht Pankraz in einer Sturmnacht zu Wagner-Arien sein Leben. Bierbichlers Blick ist schonungslos unsentimental und einfühlsam zugleich. Trotz einiger Schwächen ist dieser fantastisch besetzte Film, der unter die Haut geht und immer wieder ans Herz greift, unbedingt sehenswert. 

25. Jun 2018
Kino

Call me by your name

  • Italien, im Jahr 1983. Der 17-jährige Elio, jüdisch-amerikanischer Abstammung, verbringt den Sommer auf dem Landsitz seiner Eltern am Gardasee. Er stammt aus einer intellektuellen Familie und ist mehrsprachig aufgewachsen. Sein amerikanischer Vater ist Archäologe und forscht vor Ort über antike Skulpturen. Seine südländische Mutter begeistert sich für deutsche Literatur. Zu beiden pflegt Elio ein inniges Verhältnis. Elio vertreibt sich die Zeit mit Klavierspiel, liest viel und geht schwimmen. Er beginnt sich zu langweilen, bis seine Eltern den 24-jährigen Amerikaner Oliver bei sich aufnehmen. Der attraktive Student von der Ostküste ist ebenfalls jüdischer Abstammung und soll Elios Vater für einige Zeit bei der Forschungsarbeit assistieren. Elio wird von seinen Eltern gebeten, Oliver die Gegend zu zeigen. Schon bald freunden sich die beiden an. Die Presse bezeichnet den Film als den sinnlichsten der vergangenen Berlinale und sagt über den Regisseur – „Er hat ein außergewöhnliches Gespür dafür, zu observieren, was wir alle vom Leben wollen. Mit solch authentischen und berührenden Momenten dürfte der Film bald zum Kanon des queeren Kinos zählen, wie vor gut 10 Jahren „Brokeback Mountain“. 

24. Jun 2018
Theater

Das Käthchen von Heilbronn

  • Seitdem Käthchen den Ritter Graf vom Strahl in der Werkstatt ihres Vaters gesehen hat, folgt sie ihm traumwandlerisch auf Schritt und Tritt. Wieso sie das tut, bleibt der Welt ein Rätsel. Sie folgt ihrer inneren Wahrheit: Ein Traum versprach ihr den Ritter zum Mann und diesem Traumbild folgt sie, allen Widrigkeiten zum Trotz. Käthchens Vater verklagt den Ritter auf Hexerei, die Richter aber sprechen ihn frei. Der Ritter ist zwar in Käthchen verliebt, kann sie aufgrund ihres Standes aber nicht zur Frau nehmen. Auch er hatte einen Traum, in dem ihm ein Engel die Vermählung mit einer Kaiserstochter weissagte. Als er seiner ehemaligen Feindin Kunigunde auf seinem Schloss Schutz gewährt, glaubt er, die Kaiserstochter in ihr gefunden zu haben. Wie Käthchen sich gegen die intrigante Rivalin durchsetzt und die Heirat mit dem Ritter doch noch stattfindet, ist eine der schönsten und zugleich eigenartigsten Liebesgeschichten der deutschen Theaterliteratur. Es ist Kleists beliebtestes Stück und sein rätselhaftestes – ein Spektakel angefüllt mit mysteriösen Begebenheiten wie einem lebensrettenden Cherub, weissagenden Träumen und einem düsteren Geheimgericht. Trotz der mittelalterlichen Verankerung wird auch die Geschichte unserer modernen Gesellschaften erzählt, in denen Ordnungen zerfallen und Menschen sich verloren fühlen. Käthchen, die unbeirrbar ihrem Herzen folgt und dafür ausgegrenzt wird, ist gerade heute eine faszinierende Frauenfigur.

Inszenierung
Kathrin Mädler
Schauspiel