Kino

Astor Piazzolla – The Years of the Shark OmU

  • Rebellisch, kraftvoll und mit Verve ging er durchs Leben: Der argentinische Bandoneon-Spieler und Komponist Astor Piazzolla, Begründer des „Tango Nuevo“
  • R: Daniel Rosenfeld - Argentinien, Frankreich 2019, L. 92 Min

Astor Piazzolla bekam als Neunjähriger sein erstes Bandoneon geschenkt. Für den Jungen ein Erweckungserlebnis: Die Klänge des Bandoneons, eine Mischung aus Tasten- und Windinstrument, übten eine gewaltige Faszination auf ihn aus. 20 Jahre später galt Piazzolla bereits als einer der besten Bandoneon-Spieler der Welt. Doch er wollte mehr, studierte außerhalb seiner Heimat Klavier und Komposition. Als er sich einige Jahr später wieder der Musik seiner Heimat zuwandte ließ er den traditionellen „Tango Argentino“ zeitgenössischer und moderner klingen. Sein mit mitreißenden Klassik- und Jazz-Elementen angereicherter „Tango Nuevo“ war nur noch schwer tanzbar – eine radikale Abkehr von der ursprünglichen Form. Das brachte ihm in seiner Heimat nicht nur Freunde ein, Piazzolla kam in den Augen orthodoxer Tango-Musiker und -Liebhaber einem Hochverräter gleich, wurde sogar tätlich angegriffen. „Meine Musik ist Musik für Zuhörer nicht für Tänzer“, ließ er seine Kritiker wissen. Für „The Years of the Shark“ öffnete Piazzollas Sohn Daniel erstmals das umfangreiche, aus unzähligen Ton- und Videodokumenten bestehende Privatarchiv des 1992 im Alter von 71 Jahren verstorbenen Vaters. Diese Aufnahmen von Auftritten und Proben sowie persönlichen Familienfilmen benutzt Regisseur Daniel Rosenfeld, um das ereignisreiche und spannende Leben des rebellischen Künstlers nachzuerzählen.