„Jetzt, Leuteln, jetzt loost’s amal zua! Mei Gsangl is wohl a weng alt, es is aba dennascht schö gnua. I moan, dass`s enk allesamm gfallt.“ Mit diesem Vierzeiler beginnt Ludwig Thomas „Heilige Nacht“. Er erzählt die Weihnachtsgeschichte in seiner Mundart, wie sie das Lukas-Evangelium überliefert. Allerdings wird das biblische Geschehen in ein Dorf in der tief verschneiten Landschaft Oberbayerns verlegt. Auch hier sind, wie in Bethlehem, die Herzen der Reichen verstockt. Allein die einfachen und armen Leute tun Gutes und begreifen das Wunder der heiligen Stunde.

Mittlerweile ist es in der Lechstadt schon zur Tradition geworden, dass das Landsberger Blechbläserensemble sein Publikum kurz vor Heiligabend musikalisch entführt: Nach Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ haben die jungen, mehrfach ausgezeichneten Musiker unter der Leitung von Hans-Günter Schwanzer erneut ein besinnliches und dennoch mit bayrisch-scharfer Zunge gedichtetes Werk aufbereitet. Zusammen mit Sepp Wörsching, der den Erzählpart übernehmen wird und als Schauspieler über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist, wurde Ludwig Thomas Mundartdichtung um einige Stücke aus Barock, Renaissance und Klassik sowie einheimische Weisen und Jodler von Bernhard Etzel, dem Hauskomponisten von „Blechschaden“ und ehemaligen Mitglied der „Hot Dogs“, bereichert.

Man kann sich also für eine gute Stunde aus der Hektik der Vorweihnachtszeit verabschieden und sich in das heimelige Ambiente des Landsberger Stadttheaters zurückziehen, um dieses urbairische Schmankerl zu genießen!

Literatur, Musik

„Heilige Nacht“ mit Blech

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