Christine Schütze kommt aus der klassischen Musik und hat doch längst jenen seltenen Bühnenort gefunden, an dem Virtuosität, Witz und gedankliche Schärfe einander nicht widersprechen, sondern wechselseitig beflügeln. In „Also mir wäre sie zu dünn“ feiert sie den feinen Unterschied – zwischen sagen und meinen, wissen und verstehen, weiblichen und männlichen Idealbildern, Sprache und Wirklichkeit. Schütze nimmt Alltagsphrasen, Sprachhülsen und die kleinen rhetorischen Verrenkungen des Zusammenlebens auseinander, nicht mit grober Satire, sondern mit Eleganz, Klugheit und musikalischem Esprit. Ihr Klavier ist dabei weit mehr als Begleitung: Es kommentiert, widerspricht, treibt voran und verleiht den Pointen eine eigene Klangfarbe. So entfaltet sich ein Abend, der mit Leichtigkeit über Liebe, Rollenbilder und die Fallstricke unserer Redeweisen nachdenkt – charmant, geistreich und angenehm unaufgeregt. Erstmals in Landsberg zu erleben ist eine Künstlerin, die Haltung und Humor auf sehr eigene Weise zusammenführt.
