Gerald Huber besitzt jene seltene Gabe, kulturgeschichtliche Präzision mit heiterer Sprachlust so zu verbinden, dass Wissen beinahe wie Unterhaltung aussieht. Gemeinsam mit der Akkordeonistin Maria Reiter widmet er sich in „Sauber gsalzen“ dem Salz – jenem unscheinbaren Stoff, der in Bayern nicht nur als Handelsware, sondern als Denkfigur, Redensart und kulturelle Konstante Spuren hinterlassen hat. Huber erzählt von Sole und Solisten, von Saal, Salat und sprachlichen Verwandtschaften, von alten Wegen, regionalen Eigentümlichkeiten und den überraschenden Geschichten, die in Wörtern aufgehoben sind. Das geschieht kenntnisreich, pointiert und mit jener unprätentiösen Eleganz, die Bildung nicht ausstellt, sondern beiläufig wirksam werden lässt. Maria Reiters Akkordeon setzt dazu musikalische Akzente, die den Abend nicht bloß begleiten, sondern in Stimmung und Bewegung halten. So wird aus einer Lesung mit Musik ein fein gewürzter Abend über Sprache, Geschichte und bairische Selbstverständnisse – klug, vergnüglich und mit angenehmer Nachwirkung.
