Aus diesem Stück machte Billy Wilder das Drehbuch zu Ernst Lubitschs gleichnamigen Film.
Ein charmantes Lustspiel über Kommunisten und Kapitalisten und vor allem den Zauber von Paris: Ninotschka, eine linientreue Kommunistin, wird im Mai 1934 als “Sonderbeauftragte zur Rückführung russischen Eigentums aus dem Ausland” nach Paris abkommandiert. Sie hat in der Stadt an der Seine, die zwischen den beiden Weltkriegen als “Hauptstadt der russischen Diaspora” galt, eine heikle Mission zu erfüllen. Wertvolle Bilder aus dem Besitz der enteigneten Großfürstin Tatjana müssen unverzüglich nach Moskau zurückgeführt werden. Und die drei abtrünnigen Kommissäre, die dem kapitalistischen Luxus erlegen sind und im Champagner schwimmen, müssen von der strengen Kontrolleurin mit aller Härte zur Raison gebracht werden. Doch die Stadt heißt Paris, Ninotschka ist eine Frau und es kommt, wie es kommen muss. Die Liebe des charmanten Barons Leon Dagoult setzt alle Parteistrategien der strammen “Genossin” außer Kraft und verwandelt sie von der linientreuen Parteisoldatin zu einer Frau, die den verrücktesten Hut von Paris kauft…
Das Stück entfaltet seine Kraft in seinem unverblümten polit-satirischen Unterton, es ist auch eine Kritik auf totalitäre Systeme, die Lengyel mit klugen Pointen, slapstickhafter Situationskomik à la Marx-Brothers, feinfühligem Humor und liebenswerten Charakteren klar formuliert. Keiner der Figuren gelingt es, die Linientreue zu ihrem jeweiligen System – Kommunismus oder Kapitalismus zu bewahren. Ihre Menschlichkeit macht ihnen immer einen Strich durch die Rechnung.
